[Saiten] Elixir Optiweb 52-10 // make Gitarrensaiten great again

von Gast 2414, 10.03.17.

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  1. Gast 2414

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    Erstellt: 10.03.17   #1

    ELIXIR OPTIWEB NICKEL PLANTED STEEL 0.052 - 0.010


    Make Gitarrensaiten great again...




    Elixir 3.jpg
    Quelle: Bonedo




    Prolog.
    Alter Wein in neuen Schläuchen? Naja, zumindest die Saiten in der Ummantelung sind bekannt. Eine Saite, die einen hexagonalen Kern besitzt und von rundem Wickeldraht umsponnen ist. Soweit hat sich bis heute nichts geändert, jedoch gehört es zur Spezialität des Saitenhersteller Elixir die Langlebigkeit der Saite durch eine Ummantelung um viele Spielstunden zu verlängern. Dieses Verfahren ist nun verbessert worden und wurde zur NAMM 2017 vorgestellt. Insgesamt verspricht Elixir einen crispen Ton, natürliches Spielgefühl und vertraute Haptik. Doch, kommt diese Neuerung auch beim Endverbraucher tatsächlich - im wahrsten Sinne des Wortes - fühlbar an, oder handelt es sich um einen klugen Werbeschachzug? Um das herauszufinden, startete das Musiker-Board in eine größere Testreihe, in welcher 35 User die neuen Saiten für Euch testen!



    Bevor es los geht: Erfahrungsgemäß wird's wieder etwas länger und ich möchte mit diesem Review einen Versuch starten auch „Reading Shredder“ zum Lesen zu animieren: Das hier stehende Review bildet die Quintessenz aus meinen Erfahrungen mit diesen Saiten. Wer empfehlenswerter Weise tiefer einsteigen möchte und ein paar Backgroundinfos zu Elixir und auch dem von mir verwendeten Instrument erfahren möchte, der sei herzlich eingeladen, sich an geeigneter Stelle unter den von mir eingewebten Querverweisen in Form von Verlinkungen ein umfangreiches Bild zu verschaffen. Eine Kanne Kaffe, ein Glas Wein oder Bier ist sicherlich je nach Tageszeit von Vorteil.
    In diesem Sinne - Fasten your Seatbelts!




    Elixir Historie.
    Um sich eine gute Zusammenfassung der Geschichte von Elixir zu machen, sei an dieser Stelle bereits auf zwei informative Threads verwiesen: Im Rahmen meines Elixir Nanoweb Bass Saiten Reviews kann ein überschaubarer Abriss nachgelesen werden. Ebenso hat unser rasender Reporter @hack_meck einen Auszug der Entstehungsgeschichte der Produktpalette- und Fortentwicklung im NAMM Thread aufgezeigt.









    Persönliche Erwartung.
    Ich erwarte prinzipiell bei einem Verschleißartikel wie Gitarre- oder Basssaiten eine möglichst lange Haltbarkeit bei gleichbleibendem Ton, denn vorrangig möchte ich das Instrument spielen. Bei einer gewissen Anzahl verschiedener Saiteninstrumente macht sich daher eine gute Saitenqualität alleine schon an der Haltbarkeit bemerkbar. Sicher gibt es hier mehrere Herangehensweisen:
    — Günstigere Saiten wählen, öfters wechseln und so den „frischen Ton“ sicherstellen
    — Beschichtete Saiten spielen, auf das Produkt vertrauen und seltener wechseln
    — Sehr hochwertige Saiten kaufen und die Spielzeit auf mehrere Gitarren verteilen
    — Eine Konstellation aus allen Punkten
    Seit vielen Jahren spiele ich DR Pure Blues Saiten, da mich diese im Bezug auf Haltbarkeit und Klang bisher überzeugen konnten. Jedoch hatte ich vor kurzer Zeit unschöne Lager-Korrosionsschäden bei noch frisch verpackten Sätzen (seit einiger Zeit liefert DR die Saiten endlich zusätzlich eingeschweißt aus). Daher war mein Blick frei für Neues. Die schon länger bekannten Elixir Nanoweb Saiten spiele ich sowohl auf meinen Akustikgitarren sowie auch teilweise auf meinen Bässen und bin damit hochzufrieden. Auf meinen E-Gitarren führte mein Weg neben exotischeren Ausreißern im Groben von Cleartone, zu D’Addario über Elixir Nanoweb hin zu DR Strings.




    Das Instrument: Fender Telecaster Arctic White „Blancanieves“.
    Die Saiten wurden auf meine Telecaster aufgezogen. Näheres findet sich zu dieser Gitarre im Makeover-Thread.

    telecaster.jpg





    Das Testobjekt: ELIXIR OPTIWEB Nickel Planted Steel.
    Generelles.



    Ausgewählt hatte ich das ELIXIR OPTIWEB Nickel Planted Steel Set 19077 Light/Heavy in folgenden Stärken*:
    E = 0.052
    A = 0.042
    D = 0.032
    G = 0.017
    H = 0.013
    E = 0.010
    * Angaben in Inch




    Saitenzug.
    Ein paar Blicke auf die Internetseiten und klärende Mails an die Customer Service Departments verschiedener Hersteller später lassen auf durchaus interessante Werte diverser Nickel Planted Steel Saitensätze in Stärken .010 - .052 blicken. Ich wähle hier als Einheit bewusst nicht Newton sondern Kilogramm, da sich diese besser bildlich vorstellen lassen. Eine Antwort von DR blieb leider aus, vielleicht kommt da aber noch etwas nach.

    [46,72 kg - Elixir Polyweb Light (jedoch 0.010 - 0.046)]
    53.57 kg - D’ Addario EPS540 Pro Steels
    54,18 kg - D’ Addario NYXL1052
    54.28 kg - D’ Addario EXL140
    55,11 kg - D’ Addario EXP140 Coated
    56,10 kg - Ernie Ball Slinky Regular
    56,10 kg - Ernie Ball Paradigm Slinkys
    56,20 kg - GHS TC-GBTNT Thin Core Boomers
    56,25 kg - Elixir Nanoweb Light-Heavy
    56,25 kg - Elixir Optiweb Light-Heavy
    56,70 kg - GHS CB-GBTNT Bombers Coated
    60,46 kg - GHS PRDM Progressives

    Im Ergebnis lässt sich also festhalten, dass sich die vielfach geäußerte Ansicht, Saiten von Elixir würde weniger Saitenspannung als andere Saitenhersteller aufweisen, gänzlich objektiv widerlegen lässt.



    Beschichtung
    Anders als bei anderen Herstellern wird jedoch nicht der den Kern umgebenen Wickeldraht separat ummantelt und dann um den Kern gewickelt, sondern die Ummantelung findet nach der Umwicklung des Kerns statt. Dies zeigt den entscheidenden Vorteil, dass weniger Verschmutzungen in den Wickelrillen anhaften und somit die Saite länger „sauber“ bleibt.

    elixir 2.jpg
    Quelle: Elixir


    Elixir unterscheidet selbst in drei verschieden „dicke“ Sorten von Ummantelungen (abfallend von links nach rechts):

    elixr 1.jpg
    Quelle: Elixir

    POLYWEB bildet einen eher warmen und weichen Ton aus, jedoch ist die Haptik eines solcher Saitensatz schon weit von einem normalen Saitensatz entfernt.
    NANOWEB, als MK II, weißt ein dünneres Coating als Polyweg auf, zeigt einen etwas schlankeren Ton bei guter Haltbarkeit der Saite.
    OPTIWEB, als MK III, besitzt ein noch dünneres Coating, ist somit leichter und bildet, dank der nun stärkeren Oszillation der Saite, in der Theorie ein klareres Klangbild als seine Vorgänger aus.





    Ursprünglich hatte ich vor, die Saitenenden - wie @milebrega es für Nanowebs bereits vor Jahren gemacht hatte - auf eigene Kosten unter ein Elektronenrastermikroskop legen zu lassen, um Vergleichsbilder zu erstellen. Jedoch findet aufgrund der vorlesungsfreien Zeit bis Semesterbeginn kein Betrieb am Campus durch das für das Elektronenrastermikroskop zuständige Institut statt und auch ist @milebrega nichtmehr im Forum aktiv, weshalb diese Fotos bedauerlicherweise nicht zu Stande gekommen sind.


    Jedoch ist das Internet groß, weshalb es doch gelang, einige Fotos zu finden, die zumindest im Hinblick auf die Nano- und Polyweb Beschichtungen detailliertere Eindrücke preis geben.

    coatedcoatingstring.jpg
    Quelle: Acoustic Guitar Forum


    justinguitarcommunity.jpg
    Quelle: Guitarplus.vn



    Erster Eindruck.
    Die Saiten springen weniger stark aus den Papiertütchen, als die bisher gespielten DR Strings. Auch erscheint der Eindruck, dass sich der Satz auf der Gitarre weniger straff anfühlt, als die DR Strings. Das überrascht angesichts des höheren Zugs doch sehr. Zudem fühlen sie sich durch die OPTIWEB-Beschichtung in der Tat geringfügig glatter an als herkömmliche Saitensätze, jedoch ist gleichzeitig eine etwas rauere Oberfläche wie bei Nanowebs fühlbar. Das von Elixir angepriesene Feeling von normalen Saiten kann man an dieser Stelle keines Wegs bestätigen. Allerdings kam es mir auch so vor, als würde der Elixir Satz subjektiv geringere Saitenspannung aufweisen, was jedoch im oben gezeigten Vergleich zu gewöhnlichen Saiten nicht einschlägig ist.

    In Sachen Verarbeitung ist dem Team um Ingenieur Justin Fogleman wieder der Beweis gelungen, dass sie ihr Handwerk verstehen. Die Saiten - unabhängig ob Poly-, Nano- oder Optiweb - haben einen derart hohen Fertigungslevel, dass der daraus resultierende Spielkomfort nicht zu verachten ist. Es spielt spielt sich praktisch von selbst.

    Die Thematik der Haltbarkeit gilt für alle drei Beschichtungen: Diese ist angesichts der vergleichsweise dünnen Schicht ist natürlich relativ zu sehen, denn jeder Mensch hat eine andere Zusammensetzung des Handschweißes und andere Spieltechniken, die die Saiten mehr oder weniger stark korrodieren oder beschädigen.
    Auch zu beachten ist, dass verschiedene Plektren auch verschiedene Schäden an der Ummantelung anrichten. Das ist auch nachvollziehbar, schließlich schab das Plektrum in einem sehr engen Bereich von wenigen Zentimetern an der selben Stelle. Ich spiele hauptsächlich sehr kräftige V-Picks mit geschliffener und eher runderer Kante. Spitze Plektren aus scharfkantigem Material sind demgegenüber gerade die Streckbank für die dünne Nylonschicht. An den abgeschnittenen Saitenenden dauerte es schon eine recht lange Zeit, bis sich die ersten Defekte zeigten.
    Jedoch muss zwangsläufig der Satz bereits dann ausgetauscht werden, wenn die Beschichtung zerstört ist. Dies kommt erfahrungsgemäß in den Bereichen der Bundstäbchen und der Plektren-Zone vor, da hier die größte mechanische Kraft einwirkt. Das Bild der Verwüstung zeigt sich dann in kleinen Fäden, die von der Saite abstehen und zum Absterben des Tons oder gar zum Surren führen.

    Bilder aus dem Netz können dies verdeutlichen:

    Image14.jpg
    Quelle: JustinGuitar Community



    Soundbeispiele.

    Sound_Experience_Banner-2000x600_0.jpg
    Quelle: Elixir Webseite

    Sehr gut lässt sich ein direkter Klangvergleich auf dem eigens von Elixir dafür eingerichteten Sound-Center erhaschen. Durch anklicken des Häkchens lassen sich dort Poly-, Nano-, Optiweb- und umbeschichtete Saiten gegenhören.

    Ebenso habe ich der wunderschönen Tele wenige Soundfiles gewidmet. Die Gitarre habe ich mit dem Zoom H4n in Logic (der leider komprimiert) clean aufgenommen und anschließend durch ein AC30-Plugin laufen lassen. Ich habe mich gegen ein Amp-Recording entschieden, da ich durch die Plugin-Lösung für jeden Saitensatz lediglich eine Spur habe, die in beiden Soundbeispielen die nahezu identische Information hinsichtlich der Spielparameter haben und somit vergleichbarer sind.

    https://soundcloud.com/delayandreverb/elixir-test-dr-strings-clear
    https://soundcloud.com/delayandreverb/elixir-test-elixir-optiweb-clear


    https://soundcloud.com/delayandreverb/elixir-test-dr-strings-dirty
    https://soundcloud.com/delayandreverb/elixir-test-elixir-optiweb-dirty




    Fazit.

    IMG_8591 2.jpg

    Ich bin mit mir selten selbst uneins - diesmal ist es wohl ein feiner Grat: Einerseits handelt es sich beim Verlust an Höhen um Nuancen, dennoch nimmt es etwas den knackig spitzen und charakteristischen Ton der Tele. Zudem macht es den Gitarrensound etwas gefälliger und runder, was sich besser im Mix oder Bandsound steuern lässt. Andererseits bilden die Saiten einen etwas ausgereifteren Ton, als es die schon wirklich guten Nanowebs diesen darstellen könnten. Im Vergleich zu den DR Springs fällt auf, dass durch die Beschichtung der Elixir die nervenden metallischen Höhen der g-, h- und e-Saite etwas weicher klingen. Man könnte daher eine Analogie zu Nylon-Reitern bei TOM-Brücken sehen, was ebenfalls sehr zuvorkommend ist. Für Singlecoilgitarren scheinen mir diese Saiten wie gemacht zu sein, für Humbuckergitarren wäre das aus aktueller Erfahrung heraus nicht meine erste Wahl, da mir die Soundeinschnitte abstrakt betrachtet zu tiefgreifend wären. Anzumerken ist aber dass ich die erwähnten Nylonsattel montiert habe, weshalb ein Rückbau möglicherweise ein anderes Ergebnis liefern könnte. Ich sehe schon, das schreit förmlich nach einem Teil II, denn den aktuellen Test-Satz kann ich aufgrund der fehlenden Mechanikteilung (Tele/Strat: 6 in Reihe/ Les Paul: 3L/3R) nicht einfach auf eine andere Gitarre aufziehen.

    Bleibt noch die Frage im Raum, ob sich generell das spielen von beschichten Saiten finanziell rechnet. Auch hier muss das jeder für sich selbst entscheiden, denn jemand der eine oder zwei Gitarren besitzt, wird öfters Saiten wechseln müssen, als jemand der die Spielstunden auf mehrere Modelle verteilen kann.
    Bei einem angenommenen Saitenwechsel im Zwei-Wochen-Rhythmus, kämen man im Falle der DR Pure Blues Strings auf einen Jahresverbrauch von 26 Saitensätzen (a 8,90 Euro; Gesamt: 231,4 Euro). Halten die Optiweb insgesamt 4 Wochen durch, so wäre man bei 12 Sätzen (a 13,90 Euro; Gesamt: 166,80 Euro). Eine Gesamtersparnis von gerundeten 65 Euro - oder anders formuliert: 4,67, also 4 Elixir-Sätzen.

    Definitiv würde ich mir ein Akustik-Gitarrensatz mit Optiweb-Beschichtung wünschen, denn wieso sollten Akustik-Player von der hervorragenden Entwicklung ausgeschlossen sein? Im Vergleich zu Nanoweb dürften sich sich hier große Unterschiede bemerkbar machen.




    Weiterführende Informationen.
    http://www.elixirstrings.de
    http://www.elixirstrings.de/support/about-us.html
    http://www.gore.com/de_de/




    Epilog.
    Ein herzliches Dankeschön an die Firma ELIXIR, besonders Justin, für die tolle Gelegenheit den eigenen Horizont zu erweitern und an das Musiker-Board Team für die Organisation dieser und diverse anderer Events. Auch wenn die Aktionen im Musiker-Board eine gewisse Regelmäßigkeit sowie verlässliche Konstanz aufweisen und durchaus auch ein Alleinstellungsmerkmal unseres Forums sind. Ich bin sehr gespannt, mit welchen Resultaten die anderen Testkollegen aufwarten. Wie dem Bewerbungs-Thread zu entnehmen ist, sind die persönlichen Präferenzen hinsichtlich Saitenstärke, Saitenmaterial und Equipment so unterschiedlich, dass ein breites Spektrum und vielschichtiges Potpourri der neuen Saiten abgedeckt werden kann. Demnach sollte für jeden von Euch etwas dabei sein. Viel Spaß beim Stöbern!
     

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  2. exoslime

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    Erstellt: 10.03.17   #2
    ein wirkliches tolles Review! :great:
     
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  3. Olli G

    Olli G Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.17   #3
    Sehr gut gemacht. Danke dafür! Bestätigt auch meine Eindrücke, insbesondere auf einer Tele! :great:
     
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  4. Honeyspiders

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    Erstellt: 14.03.17   #4
    Klasse Review! :great:
     
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  5. Yvo93

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    Erstellt: 15.03.17   #5
    Ich bin grade total überrascht wie groß der Soundunterschied ist! Wirklich verblüffend. Gutes Review, ich lasse mal ein paar Kekse da! ;)

    PS: Die Saitenstärke/dicke ist identisch?
     
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  6. Gast 2414

    Gast 2414 Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.17   #6
    Hallo zusammen,

    zunächst möchte ich mich für die vielen positiven Rückmeldungen bedanken! Es freut mich, dass das Review gefällt.

    @Olli G In der Tat sind viele Reviews mit einer Tele dabei. Das ist zwar immer noch nicht die identische Gitarre für alle Reviews, jedoch bietet das m. E. eine gute Vergleichbarkeit. Toll, dass sich die Eindrücke bestätigen - Dann können meine Ohren also doch nicht so daneben liegen ;-)

    @Yvo93 Ja, die Saitenstärken beider Sätze sind identisch, jedoch weist das Foto von SoundCloud (noch) einen dünneren Satz (42-09) aus. EDIT: fixed.

    IMG_8640.JPG

    Die Klangunterschiede sind in der Tat zwar recht deutlich, aber relativ betrachtet immer noch im vertretbaren Rahmen. Das dürfte mit unter daran liegen, dass die DRs frisch aus der Tüte kamen. Erfahrungsgemäß, wenn der Satz eingespielt ist, sind die knackig knalligen Höhen etwas entschärft. Der Optiweb-Satz klingt im Vergleich dazu eher wie ein eingespielter Saitensatz. Somit ergibt sich für die Optiwebs nicht nur eine längere Haltbarkeit, sondern auch eine längere Klangtreue.


    Eine Anmerkung noch zu den Soundfiles: Die Clean-Files sind wirklich clean, ohne Amp Simulation oder ähnliches. Direkt ins "Pult" - ganz im Sinne von Prince!
     
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  7. Honeyspiders

    Honeyspiders Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.03.17   #7
    @DelayAndReverb
    Da es sich bei unseren Teles ja um das gleiche Modell mit ähnlichen Modifikationen handelt noch eine Frage, die jetzt nicht direkt die Optiwebs betrifft, aber die von dir gewählten Saitenstärke:
    Was war für dich der Grund von 10-46 auf 10-52 zu wechseln, bzw. wie macht sich der Unterschied (klanglich) auf deiner Arctic White bemerkbar?
     
  8. Gast 2414

    Gast 2414 Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 28.03.17   #8
    Das Ganze war eher glücklicher Zufall.

    Als ich mit Gitarre anfing, zog mir mein Vater einen .009er Satz auf. Nach ungefähr zwei Jahren habe ich dann auf .010 - .046 gewechselt. Es folgte .042, dann wieder zurück auf .046 und rauf auf .048. Anfangs spielte ich dünne Dunlop-Picks und über die Jahre wurden die Picks immer kräftiger. Mein Leib- und Magen-Plektrum war damals jahrelang ein 2.0 mm Dunlop 206, welches ich immer noch gerne spiele. Mittlerweile, jedoch schon bei .052er E eingespielt, bin ich bei mind. doppelt so dicken V-Picks geladet. Mit wachsender Plektrumstärke und kräftigerem Anschlag (kein Heavy-Hitter) war mir das Spielgefühl der E-, A-, und D-Saiten zu weich, nicht tight genug und es zeichnete sich immer wieder ein "Boing"-Effekt im Tuning ab, der im Anschlagsdruck auf die Saiten begründet liegt.

    Irgendwann hatte ich die Gelegenheite eine Ibanez 7 Saiter mit .060er B und .052er E länger zu spielen. Das war hinsichtlich der E-, A- und D-Saite mein Schlüsselerlebnis und auch die Erfahrung, dass mehr als .060 als E auf keinen Fall auf irgendeiner Gitarre für mich funktionieren werden - besser also drunter blieben (wird später noch relevant).

    Die G- bis E-Saiten fand ich jedoch immer richtig gut für Solos und Bendings, weshalb ich dann 2013 nach einem ausgiebigen Durchspielen verschiedener Hersteller bei DR PHR-10/52 in .010 - .013 - .017 - .030 - .044 - .052 (Lightly Top/ Heavy Bottom) für die Les Paul gelandet bin. Die übrigen 46er wurden auf einer Sessiongitarre aufgebraucht und im Anschluss der gesamte Kader auf die DRs umgestellt. Verschiedene Saitenstärken für verschiedene Gitarren war mir hinsichtlich Bestandspflege und Praktikabilität im Live-Betrieb einfach zu aufwendig.

    Einzige Ausnahme bildet die Akustikabteilung: Dort spiele ich auf der Grand Auditorium einen Nanoweb Light Satz in .012 - .016 - .024w - .032w - .042w - .053w und auf der Palor ebenfalls Nanoweb jedoch einen in den tiefen Saiten stärkeren Light Medium in .012 - .016 - .024w - .035w - .045w - .056w-

    Auf meiner Tele (Mensur 648 mm), gilt aber auch für alle anderen Gitarren mit Gibson-Mensur (628 mm), gibt mir das in den tiefen Lagen ein strafferes Anschlagsgefühl und mehr Kontrolle. Speziell auf der längeren Fender-Mensur schlabbert auch bei Drop- oder Open-Tunings nichts. Klanglich hat man halt etwas mehr Masse. Subjektiv würde ich sagen, dass der kräftigere Satz klarer artikuliert, aufgeräumter klingt und etwas anders auflöst, als der 46er, was mglw. mit dem spezifischen Obertonaufbau zu begründen wäre.


    Insgesamt bin ich mit PHR 10/52 sehr zufrieden. Saiten sind mir die letzten Jahre keine gerissen, aber damit hatte ich eigentlich noch nie wirklich Probleme. Eventuell würde ich mal das Bonamassa Setting ausprobieren, der auf seiner ES .011 - .013 - .018 - .030 - .042 - .052 spielt - also im Vergleich zu mir (oder Ted Trucks, der ebenfalls PHR 10/52 spielt) ein dickeres E1 und dünneres A, aber das eher zwecks Sammlung von Erfahrung.
     
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  9. Honeyspiders

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    Erstellt: 28.03.17   #9
    Dank dir für die ausführliche Antwort. Ich bin Plektrum-technisch im .73-.78mm Bereich zu Hause und stutze schon wenn ich aus versehen mal zu einem 1 mm greife. :)
    Vielleicht teste ich die 52er Saiten mal aus. Interessant wäre für mich eben ob sich, was den typischen Tele-Twang angeht, was verändert.
     
  10. Gast 2414

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    Erstellt: 28.03.17   #10
    Mein Wechsel zu .052 liegt zeitlich etwas länger zurück als mein umfangreiches Tele Makeover, weshalb man kaum noch von einer Arctic im eigentlichen Zustand sprechen kann.

    Du kennst deine Tele mit neuer Barden Bridge und 46er Satz, weshalb ein Test der 52er unter deinen Bedingungen sicher aufschlussreicher ist. ;-)
     
  11. Honeyspiders

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    Erstellt: 28.03.17   #11
    Jo, da hast du recht.
    Bis zum nächsten Saitenwechsel ist ja noch ein bisschen hin. ;)
     
  12. Beatler90

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    Erstellt: 28.03.17   #12
    Super geschrieben!

    Besonders im Fazit bringst Du exakt das zum Ausdruck, was ich mir während des Lesens die ganze Zeit dachte: Für E-Gitarre für mich eher uninteressant, für meine Martin (immer mit Nanoweb bestückt) wären die aber perfekt - leider ja noch nicht auf dem Markt. :o

    MfG
     
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  13. Gast 2414

    Gast 2414 Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 06.05.17   #13
    Eine Rückmeldung im Anfang Mai.

    Die Saiten sind jetzt knapp 2 Monate auf der Gitarre und zeigen noch immer keine Müdigkeitserscheinungen. Was auch immer in der Ummantelung geändert hat, hatte meines Erachtens absoluten Erfolg.
    In der Zwischenzeit hatte ich bereits den zweiten Saitenwechsel auf der ES hinter mir und der nächste Wechsel steht unmittelbar bevor. Womöglich muss ich also die Rechnung hinsichtlich der Ersparnis korrigieren!

    Nun ja, wie soll ich sagen. Ihr gefällts...

    Blancanieves.jpg


    Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit könnte sich das dann doch noch ändern, denn das wäre bei entsprechenden Fuhrpark dann doch ein sattes Plus im Geldbeutel - somit wärs dann doch wieder für die E-Gitarre interessant.

    In der Tat warte ich allerdings auch auf die Optiweb Akustiksaiten.
     
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