[Saiten] - Thomastik-Infeld Spirocore

von Heike, 29.11.06.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    19.11.03
    Beiträge:
    4.447
    Zustimmungen:
    435
    Kekse:
    14.673
    Erstellt: 29.11.06   #1
    Thomastik-Infeld Spirocore

    Satz: Orchesterstimmung, 4/4 Mensur, Medium, Viersaiter

    URL: www.thomastik-infeld.com

    Konstruktion: Chromstahlumspinnung auf Stahl-Spiralkern

    Spirocore ist die klassische Jazz-Pizz-Saite wie von Ray Brown endorsed. Die Besonderheit der Saite ist eine spiralförmige Kernkonstruktion, die für ausgeprägten punch, langanhaltendes Sustain, sowie leicht ausführbares Vibrato verantwortlich ist. Die Ausgeglichenheit des Satzes (Orchesterstimmung, 4/4 Mensur, Medium, Viersaiter) ist gut. Die Kehrseite der Konstruktion ist ihre Instabilität. Beim Einschwingverhalten ist diese zwar genau für den charakteristischen punch verantwortlich, erschwert aber Bogenspiel, insbesondere muß man beim Saitenwechsel sehr auf die Bogengeschwindigkeit achten, Doppelgriffe sind ungebührlich schwierig. Was die tonalen Qualitäten angeht, so gebricht es an Definition. Das mag Intonationsprobleme kaschieren, ist aber alles andere als ein Qualitätskriterium. Die Haltbarkeit ist begrenzt, ältere Saiten klingen "plumpsig".

    Spirocore-Sätze gibt es für alle Mensuren (4/4, 3/4, 1/2, 1/4), oft in verschiedenen Stärken (Heavy, Medium, Soft), Stimmungen (Orchester, Solo, Quintstimmung) und für verschiedene Saitenkonfigurationen (Vier-, Fünf- und Sechssaiter, letztere mit tiefem C wie H erhältlich). Leichte Sätze oder sogar welche in Solo-Stimmung werden häufig bequemlichkeitshalber benutzt, wobei der schwächliche Sound durch die Verstärkung ausgeglichen werden soll.

    Für mich persönlich fühlt sich schon der Medium Standardsatz absolut enttäuschend schlapp & dünn an, und es klingt in meinen Ohren leider auch so. Ein Saite, die ich nur einmal gekauft habe.
     
  2. bassick

    bassick HCA Bass HCA

    Im Board seit:
    29.05.05
    Zuletzt hier:
    10.12.16
    Beiträge:
    2.163
    Ort:
    Mülheim an der Ruhr
    Zustimmungen:
    60
    Kekse:
    7.920
    Erstellt: 30.11.06   #2
    Das Bogenspiel ist wohl auf allen Kontrabasssaiten, die pizz gut klingen, mMn ein Problem, bei den TI aber durch den Spiracorekern erträglich. Soweit d'accord. Allerdings tritt die von dir beschriebene Kaschierung wohl eher bei Verstärkung mit Underwood PUs auf, Fishman sind da unerbittlicher.
    Nö, die Saiten klingen auch nach zehn Jahren noch annehmbar, wenn man diese ab und zu mit Nitroverdünnung reinigt, um die Kolophoniumreste wegzubekommen. Neu aufgezogen klingen die sogar "zu gut", setzen sich aber nach einiger Zeit.

    Simmt, ein Bequemlichkeitstipp mancher Bassisten, der dummes Zeug ist.

    Das sehe ich anders. Oder fast anders. Du hast Recht, der Mediumsatz für die passende Mensur ist etwas schlapp. Ich ziehe auf meinen 7/8 Bass aber die 3/4 Medium Saiten auf, dann ist der Zug o.k.
    Ich habe da auch schon einiges ausprobiert, bin aber letztlich den TI treu geblieben, weil die sich eben auch noch einigermaßen streichen lassen. Pirastro sind arco gut, klingen pizzicato aber fürn Eimer, Vinci mit Stahlkern sind pizz hervoragend, lassen dich aber beim Streichen verzweifeln. Also für mich sind die Spiracore ein guter Kompromiss, auch aufgrund der Haltbarkeit bei regelmäßiger Pflege. Natürlich spielt der Bass und dessen Ansprache eine nicht unwesentliche Rolle, mein Bernadelle Kontrabass mag eben die TI, mein Mittenwälder Uralt-Bass liebt Pirastro Seilsaiten (strammeres würde den auch zerreißen). Saitenexperimente auf dem Kontrabass können bei einem Saitensatzpreis von 180€ gut ins Geld gehen...
     
  3. Heike

    Heike Threadersteller HCA Bass Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    19.11.03
    Beiträge:
    4.447
    Zustimmungen:
    435
    Kekse:
    14.673
    Erstellt: 30.11.06   #3
    Ja, es gibt nach hie oder da hin spezialisierte Saiten, sowie mehr oder weniger gelungene Kompromisse, klanglich wie von der Bespielbarkeit her. Spirocore haben da eher einen schlechten Ruf, aber ich konnte mich noch drauf einstellen.

    Hmm... An "zu gut" kann ich mich jetzt wirklich nicht mehr erinnern, wohl aber, daß ich immer unzufriedener wurde. Das mit dem Kolophonium ist schon klar. Tja, möglicherweise ist auch der Spiralkern wie auch immer vorzeitig zu Schaden gekommen, oder irgendwas war der Qualitätskontrolle durch die Finger gerutscht.

    Naja, und als Richtgröße für die Haltbarkeit handelt man sonst wohl eher so 1 1/2 Jahre.

    Eine Herausforderung waren die schon wirklich nicht.

    Ist halt nicht so die feine Englische. Was soll man dann auf 3/4 tun? 1/2 würde wohl zu kurz ausfallen.

    Yu, ein Kollege hat mir die mal ganz stolz zusammen mit seinem Bass vorgeführt, und ich dachte nur noch, was hab' ich da unter den Fingern! :(

    Ja, und da gibt es leider keine wirklichen Standards, was sich als Testgerät empföhle.
     
  4. bassick

    bassick HCA Bass HCA

    Im Board seit:
    29.05.05
    Zuletzt hier:
    10.12.16
    Beiträge:
    2.163
    Ort:
    Mülheim an der Ruhr
    Zustimmungen:
    60
    Kekse:
    7.920
    Erstellt: 30.11.06   #4
    Si, waren 10 symbolische Jahre;) . In meiner aktiven Kontrabasszeit flogen die einmal im Jahr raus.

    War auch ein Zufall, dass ich das rausgefunden habe. Ich hatte wie immer 4/4 bestellt, geliefert wurden 3/4. Weils gefiel, bin ich dabei gebieben. Auf den 3/4 müssen natürlich die 3/4 drauf.:)
     
Die Seite wird geladen...

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
mapping