[Saiten] Unterschied zwischen Nickel Steel, Nickel Plated Steel und Pur Nickel?

von -Silence-, 06.01.08.

  1. -Silence-

    -Silence- Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.01.08   #1
    Das interessiert mich jetzt, weil es mich etwas verwirrt. :rolleyes: Wie der Titel dieses Themas lautet, würde ich gerne den genauen Unterschied der Materialverwendung zu Nickel Steel, Nickel Plated Steel und Pur Nickel erfahren. Ich habe zu dem Thema nichts Eindeutiges finden können und habe mich hier und da belesen, aber ich bin zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. :confused:

    Mal kurz etwas dazu, wie ich die Bezeichnungen verstehe:

    Unter Nickel Steel verstehe ich, das der Kerndraht aus Stahl besteht, aber die Wickelsaite aus reinem Nickel besteht.

    Bei Nickel Plated Steel verstehe ich es so, das der Kerndraht aus Stahl ist und die Wickelsaite ebenfalls aus Stahl besteht, aber die Wickelsaite mit einer Nickellegierung überzogen ist.

    Unter Pur Nickel verstehe ich, das die ganze Saite aus Nickel besteht, also der Kerndraht und die Wickelsaite. Wie ich mal irgendwo im weltweiten Netz gelesen habe, war dies in der Anfangszeit der Fall gewesen. Aber mit der Zeit hatte sich heraus gestellt, dass Nickelsaiten zu wenig Ansprache hatten, zu leise waren (nähe an den PU bringen) und so musste man Stahl hinzuziehen. Da Stahl stärker auf Magnetismus reagiert als Nickel.

    Oder ist Nickel Steel und Pur Nickel vielleicht doch das gleiche, das beide Kerndrähte aus Stahl sind und nur der Wickeldraht aus Nickel besteht? :confused:

    Es wäre schön, wenn mich jemand über diese ganzen Bezeichnungen aufklären kann und man mich ggf. in meinen Aussagen korrigieren kann. :)

    Grüße

    Kay
     
  2. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 06.01.08   #2
    Alles bezieht sich nur auf die Umwicklung. Der Kern ist immer Stahl.

    Pure Nickel hat Stahlkern mit Nickelumwicklung.

    Nickel-Roundwound/Nickelwound/Nickel-Plated (bzw. abweichende Bezeichnung, je nach exaktem Herstellungsverfahren) hat Stahlkern mit Stahlumwicklung, aussen drauf kommt dann aber Nickel als Aussenschicht.

    Stainless Steel hat Stahlkern mit Stahlumwicklung.

    Daneben gibt es einige Sonderfälle wie z.B. GHS Progressive mit Alloy 52. Das ist eine Nickel-Stahllegierung. Sprich: Stahlkern, die Umwicklung ist dann Nickel-Stahl gemischt.

    So ganz eindeutig sind die Herstellerbezeichnungen aber leider nicht.
     
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  3. -Silence-

    -Silence- Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.01.08   #3
    Hi Ray,

    also, dem nach gibt es dann praktisch als Grundtypen nur Stainless Steel, Pur Nickel und Nickel Plated.

    Dankeschön für Deine Antwort.

    Kay
     
  4. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 06.01.08   #4
    Nickel (vintage, weicher Sound), Stahl mit Nickel-Überzug (moderner Standard und Allround), Stahl (brillant, harsch) sind in der Tat die drei häufigsten Grundtypen. Alle anderen Varianten wie kunststoffbeschichtete Saiten, Speziallegierungen oder von mir aus aus Goldstrings, sind eher Sondervarianten.
     
  5. -Silence-

    -Silence- Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.01.08   #5
    Da fallen mir noch zwei Fragen ein:

    Ich habe mal von Silk & Steel Strings gehört und diese haben eine Schicht aus Kunstseide zwischen Kerndraht und Wickeldraht. Das soll die Saite angeblich flexibler machen und einen weicheren Klang hervorbringen. Bei welchen Gitarrentypen werden die verwendet?

    Was hat es mit den ganzen Legierungen bsw. Überzügen, wie Gold, Silber, Bronze, Messing, Kupfer und Chrom, genau auf sich? Ich kann mir jetzt vorstellen dass sie dadurch vielleicht, wie z.B. Gold oder Silber, länger haltbarer sind als gewöhnliche. Hat es irgendwelche Klangauswirkungen?
     
  6. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 06.01.08   #6
    Silk & Steel, auch Compound-Wound genannt, sind typische Studio-Westerngitarrensaiten.
    Vom Zug her annähernd so wie reiner Stahl, also nie auf Konzertgitarren ziehen, aber sie fassen sich etwas weicher an und klingen......hm......schwer zu beschreiben. Einerseits weicher, andererseits aber gleichzeitig auch silbriger. Ich hab die lange bei mir draufgehabt. Halten leider nicht wirklich lange und klingen dann schnell wie Gummi. Aber neu sind sie unglaublich silbrig.

    Dreckige Finger kriegt man davon allerdings auch immer, die haben nämlich so eine Silberschicht drauf, die macht schwarze Pfoten :D

    Gold z.B. rostet halt nicht, ist gut für Leute mit Nickel-Allergie. Ansonsten sind das alles winzige Feinheiten. Bei Westerngitarrensaiten ist Bronze z.B. etwas metallischer als die rötliche Phosphorbronze, die einen Tick wärmer daherkommt (Martin MSP-Saiten z.B.).

    Aber Akustiksaiten sind eh wieder ein eigenes Thema...
     
  7. -Silence-

    -Silence- Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.01.08   #7
    Das kennt man zu gut von Silberschmuck, der läuft auch sehr gerne an. ;)
    Das würde ich jetzt auch noch gerne wissen. :D

    Wie unterscheidet man denn die Grundtypen bei Akustikgitarrensaiten? Ich habe nämlich noch keine Akustikgitarre, deswegen frage ich.

    Konzertgitarren haben doch z.B. eine Kombination aus Nylon und Metall. Da sind die Diskantsaiten aus Nylon und die Basssaiten auch, nur das sie noch mal mit Metall umwickelt sind, damit sie genügend Masse haben, weil es durch Nylon alleine nicht erreicht wird (?).
     
  8. gemather

    gemather Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.01.13   #8
    Hallo,

    ich finde es schwierig und zeitraubend aus dem Netz die nötigen Informationen zu saugen.
    Ich bin auf der Suche nach antiallergischen Saiten auf einiges gestossen.

    Dean Markley Blue Steels enthalten 8% Nickel, wurden von den PYRAMIDsupportleuten
    als "nickelplated" bezeichnet, semimagnetisch.
    D´Addario Chromes (Flatwounds), sind mit einer Nickellegierung umwickelt, semimagnetisch.
    Die Alloy 52 ist eine semimagnetische Nickellegierung.

    Der Output ist jeweils immer eine Summe aus Legierung und Stahlkern.

    Pure Nickel ist nicht magnetisch. Der erzielte Output kommt nur durch den Magnetismus
    des Stahlkerns.
    Oft als der "süsseste" Ton empfunden und gern gekaufte Saiten obgleich empfindlich.

    Edelstahlsaiten haben den höchsten Output, da z.B. 430er Stahl, wie er bei D´Addario
    Half Wounds verwendet wird, den maximalen Magnetismus aufweißt.
    Speziell dieser Stahl ist gewiss antiallergisch, gesünder als mancher Kochtopf!

    Cheers
    gemather
     
  9. Paulisto

    Paulisto Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.02.14   #9
    Mich nervt es einfach tierisch, das englisch-amerikanische Gehabe.
    Kann man das nicht deutsch bezeichnen?
    Müll.
     
  10. gemather

    gemather Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.02.14   #10
    semimagnetisch heißt halbmagnetisch
    Output ist die erziehlte Gesamtlautstärke

    Je größer der Magnetismus der Saite, desto mehr Strom wird im
    Tonabnehmer induziert(erzeugt) und desto höher ist die Lautstärke.
    Nickel induziert(erzeugt) keinen Strom im Tonabnehmer.
     
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  11. originofsymmetry

    originofsymmetry Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.02.14   #11
    Doch doch, durchaus. Nickel und Cobalt sind neben Eisen ferromagnetische Metalle, mit denen sich also bei Raumtemperatur nennenswerte magnetische Effektie erzielen lassen. Die Suszeptibilität (die angibt, wie "leicht" sich Material magnetisieren lässt) und Sättigungsmagnetisierung sind nur etwas geringer als bei Stahl, sodass sich der Ton eben anpassen lässt. Sonst könnte man auch Kupfer, Blei, Alu, Fensterkitt um die Saiten packen wenn es nur um die mechanische Masse ginge.

    Edith: Und "semimagnetisch" ist allerhöchstens Marketinggeschwurbel von irgendeinem Saitenhersteller.
     
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  12. gemather

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    Erstellt: 21.02.14   #12
    Wieder was gelernt, Danke!
     
  13. Giusto

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    Erstellt: 02.03.14   #13
    Wird bei Nylonsaiten gerne gemacht. Blei und Fensterkitt habe ich noch nicht gesehen, aber Kupfer (versilbert) oder Aluminium ist bei Nylonsaiten durchaus gebräuchlich.
     
  14. originofsymmetry

    originofsymmetry Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.14   #14
    Klar, wieso auch nicht? Bei Nylonsaiten kommt's ja schließlich nicht auf magnetische Effekte an, die für die E-Klampfe eben nötig sind.
     
  15. Giusto

    Giusto HCA Lautsprecher und Cabinets HCA

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    Wollte es nur der Vollständigkeit halber erwähnen
     
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