Saitenabstand zu groß --> Wie kann mans verhindern?

von mochrasy, 11.07.10.

  1. mochrasy

    mochrasy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.10   #1
    Hey,
    also ich habe eine Westerngitarre, bei der Saitenabstand nicht gerade der bequemste ist :D.
    Bei meiner ersten Gitarre bin ich zu meinem Gitarrenlehrer gegangen und der hat dann gesagt das bei der Gitarre der Saitenabstand auch zu groß ist (Damals war ich noch ein blutiger Anfänger, hatte keine Ahnung von Saitenabstand usw. =) )
    Das war ne Konzertgitarre, dann hat er gesagt, da müsste man etwas vom Sattel oder Steg weg schmiergeln, damit die Saiten näher anliegen?! Geht das auch bei Westerngitarren?
    Oder muss ich da gleich einen schmaleren Steg der was auch immer kaufen?

    Danke schonmal
    M.
     
  2. rancid

    rancid Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 11.07.10   #2
    Man kann den Saitenabstand in den unteren Lagen relativ einfach dadurch verringern, indem man sich einen neuen Sattel anfertigen lässt, bei dem die Sattelkerben dichter beieinanderliegen.

    Allerdings hat das zwei Nachteile: Die Breite des Griffbretts ändert sich nicht, es kann einem also immernoch Material "im Weg sein", und der Saitenabstand in den höheren Lagen wird dadurch kaum verändert, weil man ja am Steg nichts gemacht hat.
    Dazu müsste man einen ganz neuen Steg mit entsprechend enger gesetzten Löchern für die Bridgepins einbauen lassen, was relativ viel Arbeit (und damit teuer) ist. Wenn man da nicht gerade eine sehr lieb gewonnene Gitarre hat, und sich absolut sicher ist, dass man sich nicht an den Saitenabstand gewöhnen kann, würde ich das nicht machen lassen.

    Im Endeffekt ist es immer am besten, wenn man sich eine Gitarre aussucht, bei der Halsbreite, Saitenabstand am Steg und am Sattel, sowie Halsprofil zu einem passen.
     
  3. Jiko

    Jiko Ex-Mod Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 11.07.10   #3
    Hmmm... nur eine kleine Frage am Rande: Geht's wirklich um den Saitenabstand (ein doch eher seltenes Problem), oder um die Saitenlage (ein sehr häufiges Problem)?
    Saitenabstand würde ich als die Entfernung der Saiten zueinander verstehen; die Saitenlage ist der "Abstand" der Saiten vom Giffbrett.
     
  4. Richelle

    Richelle HFU + HCA A-Gitarren HCA HFU

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    Erstellt: 11.07.10   #4
    Irgendwie habe ich den Verdacht, dass hier nicht der Saitenabstand zueinander, sondern der Abstand der Saiten über dem Griffbrett bzw. Bundstäbchen = Saitenlage gemeint ist.

    Die Saitenlage kann auch bei Westerngitarren durch entsprechende Änderungen optimiert werden.

    Da meist ein Spielen ohne Fremdgeräusche (wie Schnarren) erwünscht ist und neben der Saitenlage auch andere geometrische Verhältnisse eine Rolle spielen und die Saitenlage mitbeeinflussen --> sollte eine Anpassung nur in Zusammenhang mit Kontrolle und Berücksichtigung von Halskrümmung und -winkel bzw. Saitenführung über Stegeinlage geschehen.
    Weiters sollte die übliche Spielweise mitbeachtet werden --> da bei extrem niedriger Saitenlage und sehr starkem Anschlag die Häufigkeit von Schnarrgeräuschen steigt und dies vermutlich auch nicht erwünscht ist.

    In der Regel kann eine etwas höhere Saitenlage durch Erniedrigung der Stegeinlage (Unterseite plan abschleifen) in gewissen Grenzen verbessert werden und bei Bedarf wird auch eine Erniedrigung des Sattels Erleichterung beim Greifen in den ersten zwei Bünden erzielen.
     
  5. mochrasy

    mochrasy Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.10   #5
    Oh ja :o Ich mein natürlich die Saitenlage :)
    Ah gut... Und wie entferne ich den Sattel, bzw. den Steg? Und wie setz ich ihn wieder ein?
     
  6. LeonSon

    LeonSon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.07.10   #6
    Als erstes Saiten entspannen, und zwar so weit, bis der Sattel komplett "frei" ist. Dann kann man ihn einfach rausnehmen.
    Anschließend mit Schleifpapier vorsichtig abschleifen, am besten den Sattel dazu auf dem Schleifpapier gleichmäßig bewegen, dadurch wird gewährleistet, dass man nicht an einer Seite mehr abschleift als an der anderen.
    Dann das weiße "Schleifmehl" wegpusten, den Sattel kurz reinigen, und wieder einsetzen, zum Schluss die Saiten wieder spannen und stimmen.
    Wichtig ist, dabei vorsichtig und langsam vorzugehen. Lieber nur ein bisschen abschleifen und dann kontrollieren, ob das schon reicht oder eben noch nicht.
    Wenn du erst einmal zu viel abgeschliffen hast, ist es ja auch irgendwie blöd, oder? ;)

    Grüße,
    Leon
     
  7. saitentsauber

    saitentsauber Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.07.10   #7
    "Sattel" ist im Beitrag von LeonSon anscheinend (ein) falsch(er Freund). Gemeint ist offensichtlich die Stegeinlage - wie Richelle (wie üblich richtig;)) geschrieben hat. Anlass also, nochmal auf das Glossar hinzuweisen...
     
  8. LeonSon

    LeonSon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.07.10   #8
    Natürlich! :rolleyes: :)
     
  9. mochrasy

    mochrasy Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.08.10   #9
    Okay, also ich hab die Saiten abgemacht, aber der Steg lässt sich trotzdem nicht rausnehmen..
    Was soll ich jetzt machen?
     
  10. Janiboooy

    Janiboooy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.08.10   #10
    du sollst ja auch nicht den steg rausreißen! :D
    nur dieses weiß (evtl. auch gelbliche) stück..
    wenn es nicht gleich raus will, versuch es mit gefühlvoller Einsetzung von Kraft!

    ♪♫
     
  11. Akquarius

    Akquarius Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 27.08.10   #11
    Mal so am Rande: um was für ne Gitarre handelt es sich sich eigentlich ?

    Es gibt ne ganze Reihe eher günstiger Gitarren, bei denen (warum auch immer) die Stegeinlage festgeleimt im Steg steckt.
     
  12. S.Tscharles

    S.Tscharles Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 27.08.10   #12
    Einspruch, Euer Ehren!

    Die sind nicht festgeklebt, sondern festgeklemmt, weil die Fräsungen sehr eng ausgeführt werden, und wenn dann das Holz aufgrund hoher Luftfeuchtigkeit quillt, könnte man meinen, sie wären festgeklebt. Manchmal war der Lack vielleicht auch noch etwas klebrig, aber Kleber kommt definitiv nicht zum Einsatz. Zumindest an dieser Stelle.

    Abhilfe: Decke auf die Gitarrendecken, Telefonzange oder notfalls auch eine kleine Rohrzange nehmen, und dann nach o b e n wegziehen. Hat zumindest bei mir bis jetzt immer geklappt, wenn ich wieder so einen Kandidaten in die Finger bekommen hatte. Ganz Vorsichtige legen auf beiden Seiten der Stegeinlage noch ein Stückchen Holz an. Die "Kaffeelöffel" vom Schotten mit den Buletten sind dafür hervorragend geeignet.
    Bevor jetzt "Hä" heißt: McD.......
     
  13. Akquarius

    Akquarius Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 28.08.10   #13
    Du hast sicherlich im Großen und Ganzen recht. Trotzdem bin ich immer wieder mal über eingeleimte Stegeinlagen gestolpert. Die Ursache war immer die Gleiche: die Aufnahme für die Stegeinlage war so dermaßen großzügig gefräst, dass die Einlage auf einer Längsseite verleimt wurde, weil sie sonst viel zu viel Spiel gehabt hätte. Wohl gemerkt: es waren durch die Bank günstige Gitarren, die auch noch andere Produktionsmängel hatten :)

    Und da das Gott sei Dank eher die Ausnahme als die Regel ist: Einspruch stattgegeben. :D
     
  14. Gerhard.Reinig

    Gerhard.Reinig Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.09.10   #14
    Hallo! Ich grüße Euch :gruebel:
    Bin neu und auf das Musikboard gestoßen, weil ich auf der Suche nach 'nem Beckensatz für meinen Sohn bin, und weil ich selber Western-Gitarren liebe, bin ich hier geladet.

    Warum ich antworte?
    Na, weil ich meine neue Liebe flach legen werde :D

    Habe mir vor vie Wochen in Schweden 'ne Ibanez Talman gekauft.
    Seiten lage ist gut, also klingt super, läßt sich klasse spielen.
    Aber damit es noch etwas leichter fällt zu spielen, werde ich sie dennoch tiefer legen und gehe dazu folgendermaßen vor:

    Was ich brauche:
    -Planes Regalbrett
    -Selbstklebendes Schmiergelpapier
    -Neuer Sattel, denn ein Satz Sattelfeilen kostet richtig viel und hat nicht jeder
    -einen breiten Flach-Schraubenzieher zum wegstemmen des vorhandenen Sattels.
    -schmale Feile
    -Satz günstige Saiten, falls eine Saite fehlt oder hinüber ist, bzw. beim spannen und entspannen eine Saite reißt
    -Satz hochwertige neue Saiten
    -Inbus-Schüssel zum Einstellen des Halses, evtl. Zoll-Maß.
    -Saitenkurbel (kostet nicht viel und ist konfortabler zum spannen und entspannen der Saiten.

    1. Schritt Krümmung Hals einstellen.
    Peile vom Kopf aus, ob der Hals gerade oder gebogen ist. Optimal ist, wenn er fast gerade ist, fast gerade bedeudet, das die Saiten von Bund 4-5 parallel zum Hals laufen, von 4-5 Bund zum Sattel hin der Abstand leicht verringert.
    Dazu die Saiten entspannen, Drehstab einstellen, den Du am Kopf oder im Korpus findest.
    Saiten spannen, peilen, entspannen, stellen, spannen, peilen, entspannen, stellen, spannen, peilen...

    2. Sattel einstellen.
    Saiten entspannen, so dass der Sattel frei ist.
    Der Sattel ist geklebt und zum entfernem vom Sattel, einfach mit einem Handschlag auf Schraubenziehergriff von Griffbrett weg, fortschlagen. Sattel sollte sich gut lösen lassen.
    Sitzfläche reinigen, evtl. unebenheiten beseitigen.
    Selbstklebenden schmiergelpaier auf Planes Brett kleben.
    Neuen Sattel auflegen und Saiten auflegen, etwas spannen und Brettabstand prüfen.
    Sattel raus, Sattelunterseite über Schmiergelpaier ziehen, Sattel rein, Saiten auflegen, peilen, Sattel raus, usw. usw. bis es passt.
    HINWEIS: mache den Sattel nicht so tief wie bei deiner E-Gitarre, denn Du hast hier 'ne Akkustik-Gitarre und wenn es dann an den Steg einzustellen geht, bekommst Du schnell Probleme, dass Du nicht die gewünschte tiefe erreichen kannst, weil 'ne Akkustik schneller/früher schnarrt, als 'ne E-Gitarre.

    3. Steg einstellen.
    Saiten entspannen, Knöpfe raus (die Kurbel sollte dafür extra eine Krebe haben), Steg raus, Plan über Schmiergelpapier ziehen, Steg rein, Saiten spannen, testen, das ganze nochmal bis alles passt.

    4. Wenn alles paßt, die guten, neuen Saiten drauf, stimmen und freudig strahlen :D

    ANMERKUNGEN:
    -Wenn Schritt 3 passt, kannst Du nocmlach Schritt 2 checken, deßhalb auch den Sattel erstmal nicht zu tief schleifen.
    -Achte darauf, dass Du wirklich plan schleifen tust. Insbensondere beim Steg, besonders dann, wenn Du Piezzo-Tonabnhemer unter dem Steg hat, sonst kommt der Tonabnehmer nicht mehr richtig.
    -Mache die Einstellungen mit 'nem günstigen Satz oder dem vorhandenen, weil das immerwiederkehrende Sannen und entspannen auf die Saiten geht.
    -Wenn Du zuviel geschliffen hast, kannst Du Funierholz-Streifen oder einen harten Folienstreifen unterlegen.
    -Gehe zuvor mit der Gitarre in 'nen guten Laden deines Vertrauens, am besten ein Laden, der diese Arbeiten auch macht, und lasse Dich beraten. Ich selbst war gestern bei uns in St. Wendel in Marios-Musik-Laden und hab mich auch beraten lassen, auch wenn ich diese Arbeiten auch schon öfters gemacht habe.
    -Wenn Du die Arbeit für 'nen anderen machst, und Du hast die Arbeit gut gemacht, achte darauf, dass seine Freundin ihm das Teil nicht mitbringt, inbesonderen wenn sie dafür weit fahren muss, denn es könnte sein, dass seine Freundin sauer auf dich ist, weil für ihn nur noch die Gitarre interessant ist und seine Freundin auf einmal nur noch Luft (spreche da aus Erfahrung)

    So, hoffe Dir geholfen zu haben und wünsche Dir viel Spaß beim pimpen :)
     
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