Ist zwar jetzt auch nicht unbedingt meine Musik, aber mir gefĂ€llt es auch! Ich finde es auch wirklich emotional und in der Artikulation nicht unbedingt ĂŒbertrieben, denn ich mag es, wenn man jedes Wort gut verstehen kann. Vielleicht könnte es manchmal ein wenig "schlichter" im Ausdruck sein, aber wahrscheinlich ist es schon besser so, wie du es jetzt gesungen hast.
Das Gate kann ich nicht bestĂ€tigen, aber den falsch eingestellten Kompressor auf jeden Fall. Der Kompressor drĂŒckt in dieser Einstellung jedes Forte so weg, daĂ es objektiv leiser, aber vor allem dĂŒnner klingt als die leisen und weniger lauten Passagen. So wird auch jedes Crescendo hörbar zu einem leichten decrescendo - paradox. Der Hall, den ich im ĂŒbrigen grundsĂ€tzlich nicht ĂŒbertrieben finde, ist aber in diesen plattgedrĂŒckten lauten Stellen tatsĂ€chlich relativ zu viel und fĂŒhrt zu dem Effekt, daĂ dort die Stimme zusĂ€tzlich zu weit weg klingt, sich also vom Hörer entfernt.
Diese Art Kompression macht deinen guten Gesang also insofern etwas kaputt, als die Wirkung leicht ins Groteske umschlÀgt.
Empfehlen wĂŒrde ich folgendes:
Das Lied gar nicht neu aufnehmen, sondern neu mischen. Den Kompressor so einstellen, daĂ die Forte-Stellen nicht an Kraft verlieren und das sog. "Pumpen" nicht auftritt (mit den "Attack/Release/Ratio-Einstellungen etwas experimentieren - auf jeden Fall die "Ratio" nicht ĂŒbertreiben, 1:3 finde ich oft schon mehr als reichlich). Als Regel gilt hier: wenn man die Kompression hört, ist sie zu ĂŒbertrieben eingestellt.
FĂŒr den Hall wĂŒrde ich die Gesangs-Spur parallel auf eine 2. Spur kopieren und mit 0% Original und 100% Hall zu einer reinen Hallspur machen. Dann den Anteil/Pegel dieser Spur so einstellen, daĂ ein angenehmer Halleffekt zur Stimme dazu kommt. Die Hallspur bekommt nun einen Kompressor, der nun aber im Prinzip in etwa so eingestellt ist, wie ich es oben als falsch beschrieben habe (Attack + Release wie in der original-Spur, Attack ggf. auch lĂ€nger, aber mit höherer Ratio). Also so, daĂ der Hallanteil bei leisen Passagen gröĂer ist als im Forte, der Hall also bei lauten Stellen mehr oder weniger weg gedrĂŒckt wird. Damit wird dem Forte die Kraft nicht genommen und im Piano bleibt ein schöner Raum. Das sollte der Hörer als schön und angemessen empfinden. Zum Schluss noch mal die originale Gesangsspur und die Hallspur lautstĂ€rkemĂ€Ăig fein tunen, das sollte schlieĂlich einen guten Mix ergeben.
GruĂ, JĂŒrgen