Ich finde es kommt einfach darauf an, was man von seiner Band erwartet.
Für RF-Musiker mag es aufgrund seiner eher professionellen Ansicht völlig normal sein, dass die Gage hinterher nach Einsatz von Equipment, bzw dessen Wert aufgeteilt wird.
Das ist für mich, der ich nur aus Spaß in ner Band spiele eine total unrealistische Ansicht, die so bei uns nie klappen würde, und die mich selbst auch eher abstößt.
Wieso sollte unser zweiter Gitarrist bedeutend weniger Geld bekommen, als ich, nur weil mein Equipment dreimal so teuer war? Er klingt super darüber, und es passt prima in den Bandsound.
Ich wünsche ich könnte meinen Sound für weniger Geld realisieren. Hab ich aber bisher nicht geschafft.
Ähnliches zur Meinung von Bassistenschwein: Auch er sieht den finanziellen Aspekt deutlich im Vordergrund, der Rest soll ihn möglichst wenig tangieren.
Das ist eine Meinung die durchaus ihre Berechtigung hat, und vllt sogar so sein muss, wenn man damit sein Geld verdient, aber ich würde nie im Leben mit ihm zusammen in einer Band spielen wollen.
Für mich ist ein gewisser sozialer Umgang wichtig. Dass man mal zusammen was trinken geht etc. Der Faktor miteinander Musik zu machen und dabei Spaß zu haben steh bei uns total im Vordergrund.
Wenn jetzt im Monat noch durch Gigs nen bisschen Geld übrigbleibt ist das nen Bonus, keineswegs das angestrebte Ziel.
Aber solche Prioritäten muss man halt von Anfang an klären.
Gagenaufteilung läuft bei uns ganz kameradschaftlich, nach Abzug von Unkosten (Spritgeld für den/die Fahrer etc) kriegt jeder den gleichen Teil, oder wir gehen davon Essen oder sowas.
Aber jetzt zurück zum Ursprungsproblem, wozu ich eigentlich was schreiben wollte:
Ich sehe das Problematische hier weniger in dem "er hat zu billiges Equipment", sondern eher in "er hat zuwenig Motivation" und "ihr habt zu schlechte Kommunikation".
Wenn ich bei uns unsern Basser nicht hören würde, spräche ich ihn als allererstes mal direkt darauf an, aber mit der Intention das Problem gemeinsam zu lösen, als ihm was vorzuschreiben.
So nach dem Motto: "Hey, pass mal auf, wir haben da nen großes Problem: Man hört dich nicht. Siehst du ne Chance da irgendwas dran zu ändern?"
Wenn ihm wirklich was an der Band liegt wird er immer versuchen irgendeine Lösung zu finden, sei es sich einen andern Amp zu leihen (wie er das ja offenbar für Auftritte macht), was gebrauchtes zu kaufen, oder zu sagen:
"Hab keine Ahnung, wie schaut es bei euch aus, habt ihr ne Idee?" (also grundsätzliche Bereitschaft zeigen was daran ändern zu wollen)
Dann gibt es ja diverse Möglichkeiten: Ob jemand sagt: "kay, ich stell dir nen Amp zur Verfügung" oder ihr ihn über die PA spielen lasst, euch sonstwo nen Amp leiht, als Band nen Amp kauft und er dann im Monat ne Rate zahlt, oder auf Anteile seiner Gage verzichtet, bis er den Amp refinanziert hat oder sonstwas. Am wichtigsten ist doch, dass man gemeinsam auf einen Nenner kommt. Ansonsten hat eine Band meiner Ansicht nach viel von ihrem positiven Anreiz verloren. (es sei denn es ist eine reine profitorientierte Band aus Leuten die sich eh eigentlich nicht leiden können, aber zusammen Musik machen, weil es Kohle bringt)(für mich übrigens etwas was den Sinn den ich in Musik sehe vollkommen zuwider spricht, und zum Glück kann ich mir diese Einstellung leisten)
Wenn er sich aber da total querstellt nach dem Motto: "Ist mir doch egal ob ihr mich hört"/"keine Lust hier Geld reinzustecken, auch wenn es nötig wäre", dann ist das einfach eine Einstellung die mit eurer nicht kompatibel ist, und dann muss man sich eben auch mal voneinander verabschieden. Es passen nunmal nicht alle Menschen zusammen, und wenn man sich bei solch elementaren Dingen (dass jeder jeden bei der Probe gut hört ist eine total elementare Sache) nicht einig ist, dann bringt es auf lange Sicht nix.
Aber so etwas muss man einfach kommunizieren, ohne Reden läuft einfach nix, da stauen sich Dinge an und schließlich endet es in dummen Ärgernissen.
Hab ich selbst erlebt, als ich mich mal einige Zeit bei einer andern Band gespielt hab (ursprünglich nur kurzfristig eingesprungen, dann geblieben), wo ich teilweise mit meiner Meinung hinterm Berg gehalten hab, und sich dann immer mehr Kleinigkeiten ansammelten, die ich dann irgendwann zusammengeschrieben hab mit dem Hinweis, dass wir uns mal zusammensetzen müssen und überlegen wie wir damit umgehen, weil ich sonst keine Zukunft in der Band sehe, woraufhin dann ein "Ja, dann geh doch" zurückkam, was ich dann auch ohne großes Bedauern gemacht hab. Menschen die nicht kommunizieren wollen und für Kritik nicht offen sind, brauch ich einfach nicht, weil das einfach zu nix führt. Dafür ist mir dann meine Zeit einfach zu schade.
Und so seh ich das auch mit eurem Bassisten: Wenn er nicht will, dann will er nicht. Da ist es irgendwann auch unnütz sich mit langen Überredungskünsten aufzuhalten, die dann im besten Fall darin enden, dass er sich gezwungen sieht besseres Equip zu kaufen, dann aber auch bei jedem kleinen Problem bei den andern rumnörgelt um für ausgleichende Gerechtigkeit zu sorgen, oder ähnliches.
In so einem Fall lieber einen Schlussstrich ziehen und nen vernünftigen Basser suchen, der zur Band kompatibel ist, auch wenn es nen halbes Jahr dauert. Besser als nach nem halben Jahr festzustellen, dass der alte nun endgültig nix taugt und dann neu anfangen müssen zu suchen.