Es kommt immer auch drauf an, was man macht. Manchmal muß man soviel machen, daß man gar nicht gleichzeitig "rumfreaken" kann. Als Keyboarder beispielsweise.
Wenn man nur die "heilige Dreifaltigkeit" von Jazz, Soul und Rock spielt, also akustisches Piano, elektrisches Piano und Hammond, dann kann man da beherzt rumfreaken.
Wenn man allerdings hochdiffizile Orchester- oder gar Synthesizerarrangements aus Studioversionen von Songs nachspielt, die weder Black Music (Jazz, Blues, R&B, Soul, Funk etc.) noch gitarrenorientiert (Rock, Metal, Punk etc.) sind, dann muß man mit seiner ganzen Konzentration bei seiner Maschinerie sein. Da ist dann nix mit Choreographie und Synchronbewegen. Entweder sieht man dann einen hochkonzentrierten Keyboarder, der sich praktisch gar nicht bewegt. Oder alle tanzen im Takt, nur der Keyboarder springt herum zwischen den Keyboards vor ihm, den Keyboards rechts von ihm und dem Rack links von ihm, als versuchte er, mitten in einer Seeschlacht alleine ein taktisches Jagd-U-Boot zu bedienen – was dann natürlich nicht synchron zur Musik geschieht, geschweige denn zur Choreographie der Mitmusiker, sondern vom Musik-Arrangement abhängig.
Da kann man noch so sagen: "Ey, beweg dich doch mal zum Song!" Wenn man 12 oder mehr unterschiedliche Sounds punktgenau exakt nach Platte (oder CD oder MP3, je nachdem, wie alt ihr seid, oder meinetwegen nach Musical-Partitur) abzufahren und da oft auch nicht einfach nur die Tonhöhen per Tastatur zu steuern hat, sondern womöglich noch ganz andere Parameter, dann geht das nicht. Entweder es sieht geil aus und klingt scheiße, oder es klingt geil, sieht aber scheiße aus.
Martman