Sind Sonderstimmungen (alternative Tunings) unnötig?

  • Ersteller Ersteller LW97
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  • #21
Zählt eigentlich einfach höher oder tiefer stimmen (um die Gitarre z. B. an eine Stimmlage anzupassen) wirklich zu "alternativen Stimmungen"?
Ja, natürlich.
Eine Stimmung ermöglicht es ja bestimmte Akkorde/Töne mit einem bestimmten Griff/an einer bestimmten Position zu spielen.
Wenn ich jetzt die Gitarre umstimme um beim gleichen Griff erklingt aber ein anderer Akkord, dann ist das natürlich eine andere Stimmung.
Es spielt dabei nicht umbedingt eine Rolle, ob der Dur-Akkord ein Dur-Akkord bleibt oder plötzlich zu einem maj7-Akkord wird.
Ich würde ja sogar behaupten, dass sowas wie Dropped-D oder die Lautenstimmung viel näher an Standardstimmung sind, als etwa ein Kapo im 5. Bund (transponierende Stimmung), weil letzteres den Klang der Gitarre komplett ändert, während bei erstgenannten nur eine einzelne Saite geändert wird, der Rest aber gleich bleibt. Aber da ändern sich dann eben auch einige Intervalle/Griffe etc.
Man kann das ein wenig mit anderen transponierenden Instrumenten vergleichen, etwa Posaune in Es im Gegensatz zu Posaune in C-Stimmung. Da bleiben auch die "Griffe" gleich, es klingt aber ein anderer Ton. D.h. jemand der Posaune in der einen Stimmung gelernt hat, kann im Normalfall nicht direkt Posaune in der anderen Stimmung spielen, obwohl es "dasselbe" Instrument ist.
Wenn du jemandem eine höher gestimmte Gitarre gibst, wird der auch Schwierigkeiten haben direkt die richtigen Akkorde zu spielen, wenn du ihm ein Stück gibst, dass er in Normalstimmung gelernt hat.

Vielen Gitarristen ist ja auch gar nicht bewusst, dass die Gitarre selbst auch ein transponierendes Instrument (oktavierend) ist und man deshalb in Notenschrift korrekterweise einen oktavierenden Notenschlüssel benutzen müsste..
 
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  • #22
Ich würde ja sogar behaupten, dass sowas wie Dropped-D oder die Lautenstimmung viel näher an Standardstimmung sind, als etwa ein Kapo im 5. Bund (transponierende Stimmung), weil letzteres den Klang der Gitarre komplett ändert, während bei erstgenannten nur eine einzelne Saite geändert wird, der Rest aber gleich bleibt.
Mit Capo in Standardstimmung ändert sich nach meinem Empfinden nichts am Klangcharakter, es tönt einfach nur höher.

Dropped D dagegen hört man recht deutlich, obwohl nur eine Saite einen Ton tiefer klingt. Stücke in D-Dur mit dem tiefen Basston haben einen ganz eigenen Sound. Das gilt für das Fingerpicking auf der akustischen Gitarre - im Metal wird das ja auch gerne gemacht aber da habe ich noch nicht drauf geachtet, das höre ich nicht so oft.
 
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  • #23
ändert sich nach meinem Empfinden nichts am Klangcharakter, es tönt einfach nur höher.
Würdest du dann auch sagen, dass es kaum einen Unterschied zwischen Geige und Kontrabass gibt? Die Geige tönt ja nur höher..?
Ich persönlich empfinde das schon als einen ganz gewaltigen Unterschied, ob ich die Gitarre nun zwei Ganztöne runter stimme oder Normalstimmung oder Kapo im 5. Bund.
Ich empfinde auch eine Baritongitarre ganz anders als eine Guitarlele. Der Unterschied ist letztlich aber nur die Tonhöhe.

Dropped D dagegen hört man recht deutlich, obwohl nur eine Saite einen Ton tiefer klingt. Stücke in D-Dur mit dem tiefen Basston haben einen ganz eigenen Sound.
Interessant. Das geht mir tatsächlich gar nicht so.
Dropped-D gibt ja einfach nur zwei zusätzliche Töne nach unten. Quasi wie zwei weitere tiefe Tasten am Klavier.
Das empfinde ich gar nicht als großen Unterschied. Zumal die Töne ja auch nicht umbedingt ständig vorkommen. (Natürlich stimmt man die Gitarre nur um, wenn man die Töne auch mal benutzt)
Aber 90% des Stückes klingen halt immer noch genauso...
 

  • #24
So unterschiedlich nehmen wir die Dinge wahr....gut so.

Selbstverständlich klingt ein Cello nicht wie eine Geige oder ein Kontrabass, das sind ja nicht nur unterschiedliche Register sondern ganz und gar verschiedene Instrumente.
 
  • #25
Moin,
Mir fällt es schwer, den Eröffnungspost inhaltlich zu entziffern.
Was ist der Sinn dieses Textes?

Wenn der letzte Satz die Lösung ist: Nein, es ist nicht sinnvoll alle Akkorde auf der sogenannten Standardstimmung zu können. Manchmal sind die nicht greifbar.
Die Standardstimmung ist auch nur eine unter vielen. Man kann sich da gerne begrenzen, muss man aber nicht. Besonders bei der Lapsteel oder bei slide Sachen ist es ziemlich witzlos, nur in Standardstimmung zu spielen.
Funfact: Die Pedal lapsteel Gitarren lassen es zu, mittels Pedal die Stimmung während des Spiels zu ändern. Verrückte Sache...

Ciao
Monkey

P.S.: ach du scheiße, ich spiele 80% meines Zeugs gar nicht in Standardstimmung. Von der Lapsteel mal ganz abgesehen... :eek2: :rock: :cool:
 
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  • #26
Was mich ja mal interessieren würde:
Welche Profis spielen ausschließlich Standard-Tuning und was für Musik entsteht daraus und wie klingt das? Weiß das jemand hier?
 
  • #27
  • Ersteller
  • #28
@LW97 Geht es Dir jetzt 1. nur um theoretische Antworten oder hast Du 2. ein echtes eigenes Spielproblem?

zu 1. Mein Gott, wenn jetzt jemand andere Stimmungen für sich egal auf welcher Gitarre (Konzert, Western, Resonator, E, Lapsteel, Hawaii, ...) ausschließt, dann wird er schon Mittel und Wege finden, das, was er spielen will, auch umzusetzen, und muss halt bestimmte Probleme, Effekte und Ergebnisse in Kauf nehmen. Alternative Stimmungen sind so alt wie die Musik selbst.
Wie ich schon mal sagte, Lap-Steel und Square Neck Resonator sind die Ausnahme für mich.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #29
Welche Profis spielen ausschließlich Standard-Tuning und was für Musik entsteht daraus und wie klingt das? Weiß das jemand hier?

Weißt Du, wie viele Profis und wie viele Songs es gibt? Und dann ist die Frage, ob jemand einen Song immer im gleichen Tuning spielt. Warren Haynes kann es z.B., dass er ein und denselben Song bei verschiedenen Gelegenheiten offensichtlich in verschiedenen Tunings spielt, wie man in youtubes feststellen kann, was wahrscheinlich auch davon abhängt, was er konkret in einem Song bei einer Aufführung spielt. Na jedenfalls gibt es Leute, die das können.

Aber eine Zuordnung bestimmter Musik zu einzelnen Tunings halte ich nicht für ausreichend oder sinnvoll möglich. Man wird allenfalls Beispiele betrachten können, die aber keine allgemeine Aussagekraft haben.
 
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  • #30
Aber eine Zuordnung bestimmter Musik zu einzelnen Tunings halte ich nicht für ausreichend oder sinnvoll möglich. Man wird allenfalls Beispiele betrachten können, die aber keine allgemeine Aussagekraft haben.
Sorry, so war das gar nicht von mir gemeint.

Ich dachte eher so an z.B. Mark Knopfler, David Gilmour, Billy Gibbons und so weiter und so fort und und und ... Also Gitarristen von Bands, die (fast) jede/r kennt. Ich könnte mir vorstellen, dass einige von denen auch "nur" Standard-Tuning gespielt haben. Weiß es aber nicht.

Ich fände das, hoffentlich auch im Sinne dieses Threads, interessant - ohne daraus irgendeine Verallgemeinerung ableiten zu wollen. Einfach nur so "oh, also die Songs sind in Standard-Tuning gespielt worden".
 
  • #31
Mark Knopfler, David Gilmour, Billy Gibbons
so Leute haben ja auch ab und an z.B. slidegitarre gespielt und werden da auch andere tunings verwendet haben.
Ausprobiert hab ich auch so einiges, aber wie gesagt, es wird nicht allzu viele Gitarrist/innen geben, die dann noch die vollkommene Orientierung
haben. Joni Mitchell hat ja auch in diversen tunings gespielt, aber gerade bei ihr bin ich überzeugt davon, das alles über Klang und Gehör läuft.
In der Praxis ist und war es für mich immer einfacher in Standardtuning zu spielen, da bin ich dann flexibler:redface:.
 
  • #32
Wie ich schon mal sagte, Lap-Steel und Round Neck Resonator sind die Ausnahme für mich.
Ich spiele 99% E-Gitarre*.
Die Stimmung wird durch die anderen Instrumente, dem Gesang, den Arrangements vorgegeben.
Ich erweitere mein Lagenspektrum nach unten, dann kann ich gewisse Songs in den entsprechenden Lagen auch spielen. Mit Standard nicht möglich.

Man gewöhnt sich dran welche Stimmung gerade am Hals hängt. Auch als Amateur.

Die alten Helden sind mittlerweile auch alle tiefer unterwegs, damit die Stimme die nicht mehr ganz so hohen Töne besser trifft. Bei der Gitarre ist dann eine Möglichkeit, die Stimmung zu verändern.
 
  • #33
Mir fällt es schwer, den Eröffnungspost inhaltlich zu entziffern.
Was ist der Sinn dieses Textes?
Das geht mir ähnlich. :nix:
Ein bisschen habe ich die Vermutung, dass der TE etwas Angst vor diversen Stimmungen hat.
Es gibt ja auch Leute, die z.B. bei Banjo partout nur ein Gitarrenbanjo spielen wollen ...
Ich versuche immer die Musiker dazu zu ermuntern, keine Furcht vor anderen Fingersätzen und Stimmungen zu haben.
So lange dauert mMn der Lernprozess nicht und sobald ich eine Mandoline in der Hand habe, spiele ich die eben anders wie eine Ukulele usw., alles kein Problem für den Kopf, so schwer ist das nicht.
Seit einiger Zeit beschäftige ich mich auch viel mit Lap Steel und ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dort eine Gitarren-Standardstimmung zu nehmen, die hat ihre Vorteile ja nur wenn einzelne Saiten abgegriffen werden, so was findet ja bei Lap Steel nie statt.
 
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  • #34
auch sonst sehe ich keinen Grund, vom Standard-Tuning weg zu gehen.
Wat de Buur nich kennt, dat freet he nich...
ich finde es - ohne Bewertung - schade, dass du die Gitarre offenbar so auf das reduzierst, was du mal gelernt hast, was aber nur einen kleinen Teil der Gitarrenmusik ausmacht. In Mitteleuropa wurde die Gitarre im Wesentlichen so gestimmt, wie wir es heute kennen. Über die Lautenstimmung wurde schon geschrieben; die Gitarre ersetzte eben teilweise auch die Laute. Skordaturen gibt es aber auch in der europäischen notierten Musik, typisch die 6. Saite auf D, aber auch viele andere Stimmungen, gerade in der zeitgenössischen Musik.

Im Folk gibt es Umstimmungen (Dropped, open, ...) ohnehin. Wenn man diese Musik "historisch informiert" spielen möchte, dann sollte man auch diese Stimmungen lernen, nutzen und verstehen. Zumal auch die Musik so zu denken ist; viele Bluessachen sind aus dem Herum-Spielen mit umgestimmten Instrumenten entstanden. Bei Joni dasselbe. DADGAD ist aus der Auseinandersetzung von Davey Graham mit arabischer (Oud-) Musik entstanden. Und nicht zu vergessen Robert Fripps New Standard Tuning, das er mit seiner League of Crafty Guitarists einsetzte (https://en.wikipedia.org/wiki/Guitar_Craft, https://theleagueofcraftyguitarists.com/video/)

Transpositionen der Normalstimmung lasse ich hier mal außen vor. (Ich habe zu Haue eine Oktav-, eine Quint-, eine Terz-, eine Quintbass- und zwei Kontrabassgitarren, neben den normalen.- 12string-Akustik-Player stimmen oft einen Ganzton tiefer.)
 
  • #35
Transpositionen der Normalstimmung lasse ich hier mal außen vor. (Ich habe zu Haue eine Oktav-, eine Quint-, eine Terz-, eine Quintbass- und zwei Kontrabassgitarren, neben den normalen.- 12string-Akustik-Player stimmen oft einen Ganzton tiefer.)
Moin,
zählen ich zum Beispiel zu den anderen Stimmungen dazu. Es kommen ja in der gleichen Lage unterschiedliche Akkorde raus, wenn auch nur verschoben. Und ich kann pattern unterschiedlich spielen da die offen Saiten andere Möglichkeiten bieten.

Ciao
Monkey
 
  • #36
Ich dachte eher so an z.B. Mark Knopfler, David Gilmour, Billy Gibbons und so weiter und so fort und und und ... Also Gitarristen von Bands, die (fast) jede/r kennt. Ich könnte mir vorstellen, dass einige von denen auch "nur" Standard-Tuning gespielt haben. Weiß es aber nicht.
So etwas kannst Du bei Interesse dank KI ganz einfach selbst herausfinden z.B. mit der Frage an google:

"spielt mark knopfler auch in gitarrenstimmungen abweichend vom standard tuning"

Da kommt dann:


Ja, Mark Knopfler nutzt für einige seiner bekanntesten Stücke abweichende Gitarrenstimmungen (Alternate Tunings). Bekannte Beispiele sind: [1]
  • Open G-Tuning: Sein Klassiker "Romeo and Juliet" (u.a. vom Album Making Movies) wird oft in einer offenen Stimmung (D-G-D-G-B-D) gespielt, was dem Song seinen unverwechselbaren, harfenartigen Klang auf der National-Resonatorgitarre verleiht. [1]
  • Eb-Tuning (Halbton tiefer): Bei Songs wie "Border Reiver" (vom Album Get Lucky) stimmt er seine Gitarre komplett einen Halbton nach unten, um einen satteren Klang zu erzielen, ohne auf gewohnte Griffmuster verzichten zu müssen. [1]
Trotz dieser Ausnahmen spielt Knopfler den Großteil seines Repertoires (wie z. B. "Sultans of Swing") im klassischen Standard-Tuning. Sein markanter Sound und seine komplexe Spielweise stammen dabei weniger von exotischen Stimmungen, sondern vielmehr von seiner einzigartigen Fingerstyle-Technik: Er nutzt fast nie ein Plektrum, sondern schlägt die Saiten direkt mit den Fingern an, was ihm eine enorme dynamische Kontrolle ermöglicht. [1, 2, 3]
Für Tipps, wie du Mark Knopflers typischen Fingerstyle-Sound auch ohne Plektrum und Spezialstimmungen gut einfangen kannst:
Wie spielen Gitarren-Helden ohne Plektrum?
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SUPERGAIN the guitar academy
YouTube · 30.06.2023

Thumbnail des zugehörigen Videos


20:02

Möchtest du bestimmte Songs von Mark Knopfler lernen oder mehr über seine Spielweise erfahren? Wenn du mir sagst, welches Lied dich besonders interessiert, kann ich dir sagen, ob es im Standard-Tuning oder in einer abweichenden Stimmung gespielt wird.


David Gilmour und Billy Gibbons spielen beide Lapsteel Gitarre und daher mit Sicherheit auch vom Standard Tuning abweichende Stimmungen.

"Gitarristen von Bands, die (fast) jede/r kennt" sind jetzt auch so viele, dass eine Liste jeden Rahmen eines Forums sprengen würde.

Ich fände das, hoffentlich auch im Sinne dieses Threads, interessant - ohne daraus irgendeine Verallgemeinerung ableiten zu wollen. Einfach nur so "oh, also die Songs sind in Standard-Tuning gespielt worden".
Auch das beantwortet der obige KI Beitrag. Hier jetzt einzelne Songs aufzuführen wäre in Anbetracht der riesigen Anzahl von auch nur irgendwann in den Charts verzeichneten Songs, ganz zu schweigen von den nahezu unzählbaren Songs, die dem einen oder anderen individuell gefallen, wäre weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Es bliebe also nur die Frage, ob Gitarrist XY den Song ABC auf dem Album oder ver Veranstaltung GHZULHG im Standard Tuning spielt. Und genau das löst die KI.
 
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  • #37
Ich verstehe irgendwie die ganze Frage nicht wirklich.

Entweder ich benutze eine andere Stimmung, weil das für mich einen speziellen Sinn macht, oder halt nicht.
Vielleicht mag ja auch einfach den klanglichen Charakter, wenn etwas z.B. in DADGAD gespielt wird.

Wenn ich eine meiner Resonator Gitarren wie eine Lapsteel spiele, dann stimme ich die halt so, wie ich es haben möchte. Das ist halt oft openD oder openG.
 
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  • #38
eine andere Stimmung, weil das für mich einen speziellen Sinn macht, oder halt nicht.

Auch diese Formulierung bringt's auf den Punkt. Man überlegt sich ja nicht, wenn man ein Lied spielen will: "Och, jetzt nehm ich mal DADGAD anstelle der Standard-Stimmung. Ich weiß zwar nicht, warum das nötig sein sollte, aber alle reden davon, also mach ich's auch mal."

Es kann durchaus sein, dass alleine schon die persönlichen manuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten (wie z.B. Länge oder Beweglichkeit der oder einzelner Finger) oder allgemein die Anatomie der Hand bestimmte Läufe oder Griffe in der Standard-Stimmung jedenfalls nicht so zulassen, wie man sie haben möchte, aber geänderte Intervalle genau dieses Problem lösen. Vielleicht erklärt diese Formulierung die Existenz von alternativen Stimmungen, wie z.B. D-G-D-G-B-D mit eben auf den 1. und 6. Saiten einen Ganzton tiefer gegenüber der Standard-Stimmung oder beispielsweise höher oder tiefer gestimmter Standard-Stimmung mit dann anderen Tönen auf den Leersaiten.
 
  • #39
Ich habe nie überlegt, jetzt spiele ich mal in dieser oder jener Stimmung ...

Der Grund für eine bestimmte Stimmung war bei mir von Anfang an, dass ich bestimmte Stücke spielen wollte. Und die eben in einem bestimmten Tuning waren. Und ich sie dann eben so gelernt und gespielt und dabei verschiedene Tunings kennengelernt habe. Mein erstes Stück auf meiner ersten Resonatorgitarre war in Open D ... also habe ich es eben in Open D gelernt ...

Heute spiele ich auf der normalen Steelstring überwiegend in Standardstimmung, ältere Bluesstücke gern auch mal mit Capo oder ein oder zwei Halbtöne tiefer gestimmt wie manche Originale. Und auf der Resonatorgitarre Open D und Oben G, oder um mich am Mitspieler anzupassen auch mal einen Ganzton höher in Open E oder Open A. Das hat sich einfach ganz zwanglos so ergeben aus dem was ich gelernt habe und heute gern spiele ...
 
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  • #40
Hey @soundmunich, Danke für die Info. Eine Randbemerkung: KI mag ich nicht. Ich kommuniziere lieber mit echten Menschen, so wie in diesem Forum. Dennoch hat mich Dein Beitrag auf die folgende Fragestellung gebracht, nämlich ob man das so sagen kann:

Es gibt "Gitarren" (in weiterem Sinne) Musik mit speziellem kulturellem Bezug. Folgend wahrscheinlich die falschen Begriffe, aber z.B. Irisch (? - "Border Reiver") oder Bluegrass (? - "Romeo and Juliet") oder Folk (? - Joni MItchell). Für solche Musik werden "typischerweise" (oder "gelegentlich" oder "unter Anderem auch"?) andere tunings verwendet.

Das ist als Frage gemeint! Da hier neben den genannten Songs/Interpreten auch z.B. Lapsteel, Resonator und Slide, Banjo, Mandoline und Ukulele genannt wurden, scheint mir das jedenfalls wahrscheinlich so zu sein.

Und falls dieses wie oben formuliert zuträfe, so könnte man die Grundfrage dieses Threads "Sind Sonderstimmungen (alternative Tunings) unnötig?" wohl eindeutig mit "Nein" beantworten, also "Doch andere Tunings sind für manche Arten von Musik notwendig." Oder sehe ich das falsch?

Ich versuche immer die Musiker dazu zu ermuntern, keine Furcht vor anderen Fingersätzen und Stimmungen zu haben.
So lange dauert mMn der Lernprozess nicht und sobald ich eine Mandoline in der Hand habe, spiele ich die eben anders wie eine Ukulele usw., alles kein Problem für den Kopf, so schwer ist das nicht.

Kann ich teilweise bestätigen: Ich hatte in einem Urlaub eine Ukulele gekauft und die andere Stimmung machte mir eine Tür auf weg von den Barré Griffen und Powerchords. Das war anregend, ganz andere Griffe zu haben und beim Versuch, das auf die Gitarre in Standardstimmung zu übertragen, habe ich für die Gitarre nochmal was dazu gelernt. Aber Ukulele ist für mich wie "Blindflug" geblieben, ich *weiß* (anders als bei der Gitarre in Standardstimmung) nicht was ich da tue, aber wenn's gut klingt oder/und mich auf Ideen bringt ... so what?

sehe ich keinen Grund, vom Standard-Tuning weg zu gehen
Ich glaube dieser Aussage vom TE kann mit Einschränkungen zugestimmt werden, denn es braucht ja offensichtlich nicht unbedingt andere tunings, um Welthits zu komponieren (wie z.B. Dire Straits) oder als guter Gitarrist zu gelten (wie z.B. Mark Knopfler).

Vielen Dank, dass ich hier gerade wieder was lernen kann! :hi5:
 
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