Wie sinnvoll weiterlernen? (Akustik, E-Gitarre)

SmithyAT

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Hallo zusammen!

Ich stelle mich kurz vor, ich bin 52 Jahre alt und habe Anfang Dezember beschlossen Gitarre zu lernen. Wollte ich eigentlich schon immer, fragt mich nicht warum es so lange gedauert hat. Als Kind habe ich 2 Jahre Klavier gelernt, hat mich damals aber nicht wirklich interessiert und daher dann auch wieder aufgegeben. Notenlesen kann ich teilweise von damals aber immer noch.

Nachdem ich beschlossen habe Gitarre zu lernen, habe ich mich zuerst für die E-Gitarre entschieden, jedoch habe ich 1 Woche später auch noch eine Westerngitarre gekauft, weil ich mir eingebildet habe, ich brauche eine Gitarre mit einem breiteren Hals um besser greifen zu können 🙂 Ja heute weiß ich es besser, aber es war deswegen kein Fehlkauf, weil ich eigentlich mittlerweile voll und ganz Fan der Akustikgitarren geworden bin und ich mittlerweile meinen "Fuhrpark" auch schon ordentlich aufgerüstet habe. (Taylor 514, Martin 000-15M, Martin 000-JR)

Kurz vor Weihnachten habe ich beschlossen zu einem Gitarrenlehrer zu gehen, wo ich auch wöchentlich hingehe und nun schon knapp 20 Stunden absolviert habe. Begleitend mache ich noch einen Onlinekurs, weil ich so viel wie möglich lernen möchte. (Ich muss ja die "verlorenen" Jahre aufholen).

Ich denke ich bin in den knapp 5 Monaten schon recht weit gekommen. Offene Akkorde, Baree Akkorde, Schlagmuster, Fingerpicking, Hammer Ons etc. klappt schon ganz gut, die Geschwindigkeit natürlich noch nicht. Habe auch aufgrund meines Lehrers mein Taktgefühl enorm verbessert, da ich fast ausschließlich mit Metronom übe. Ich verbringe auch recht viel Zeit mit üben, täglich mind. 1 Stunde, am Wochenende sogar mehr und ich habe in den 5 Monaten genau 4 Tage gehabt, wo ich nicht zur Gitarre gegriffen habe.

Grundsätzlich bin ich mit meinem Fortschritt schon sehr zufrieden, aber ich habe nun 2 Fragen wo ich keine sinnvolle Antwort finde und wo mir auch mein Gitarrenlehrer keine Hilfe war.

1.) Gitarrenlehrer pausieren?
Wir lernen immer anhand von Songs, wo zu Beginn natürlich bei jedem Song etwas neues dabei war und ich schnell Fortschritte machte. Ich bin natürlich noch lange nicht ausgelernt, aber ich habe jetzt immer öfters das Gefühl, dass es mir nicht mehr so viel bringt. Ich bekomme einen Song, wir gehen in der Stunde das Tabsheet durch, spielen ein paar schwierige oder neue Stellen durch und dann übe ich das Zuhause und kann es normalerweise bis zur nächsten Stunde und es kommt der nächste Song. Da stelle ich mir die Frage ob ich das nicht auch alleine oder mit Tutorials von Youtube machen kann und mir die Stunde erspare. Ich mache das teilweise sogar jetzt schon parallel, wenn ein Song des Lehrers zu "leicht" ist, lerne ich einen Song von YT der mir gefällt.

Korrigieren, Fehlhaltung etc. tut mein Lehrer wenig. Also entweder es liegt an ihm oder ich mache alles richtig, ich kann es nicht sagen. Aber wahrscheinlich bringt mir der Onlinekurs mit den vielen Videos schon einiges und ich vermeide zumindest dir gröbsten Fehler.

Ich denke jetzt darüber nach, ob ich über den Sommer den Unterricht pausieren soll um das Gelernte einfach zu üben, zu festigen und vor allem Geschwindigkeit zu steigern. Dann macht es eventuell wieder mehr Sinn, weil mein Lehrer dann auch Fortgeschrittene Techniken mit mir durchgehen kann, die jetzt möglicherweise noch kein Thema sind.

2.) Wann sollen wir im Unterricht mit der E-Gitarre beginnen?
Ich möchte ja auch E-Gitarre lernen und mein Lehrer meinte letztens, wenn ich möchte, könnten wir auch bald mit der E-Gitarre beginnen. Ich bin mir nicht sicher ob das jetzt schon sinnvoll ist, weil ich dann die meiste Übezeit wahrscheinlich für die E-Gitte verwenden werde und mit der Akustik nicht viel weiterkomme. Im Endeffekt kann ich dann von beiden ein bisschen etwas, aber nicht auf einem vernünftigen Level nach der doch kurzen Zeit.

Was würdet ihr empfehlen? Akustik weiter und länger festigen und erst dann mit der E-Gitarren anfangen oder doch jetzt schon beides?

Mein Herz schlägt momentan sehr für die Akustik, da mir das einfach Spaß macht und so vielseitig ist. Ob das mit der E-Gitarre auch so sein wird, kann ich noch nicht sagen, außer ein paar Tage herumprobieren nach dem Kauf, habe ich darauf nichts mehr gemacht, reizt mich derzeit auch nicht wirklich. Man könnte nun sagen, ja dann lerne einfach weiter. Ja, theoretisch möglich, aber ich habe bei meinem Gitarrenlehrer ein Paket mit 40 Stunden und habe jetzt knapp 20 für die Akustik verbraucht. Die restlichen 20 auch für die Akustik zu verwenden, betrifft meine 1. Frage oben, wo ich mir denke, Songs lernen, kann ich auch alleine.

Würde mich über eure Erfahrungen oder Ratschläge sehr freuen, vielleicht kann mir ja einer zu einer Entscheidung helfen, wie ich sinnvoll weitermachen sollte.

Vielen Dank!
Christian
 

Ich lerne auch fast von Anfang an songorientiert, ähnlich wie du. Und da ich zuerst lange keinen Lehrer finden konnte, ein überwiegend autodidaktisch. Das ging, teilweise sogar gut ... aber als ich dann doch noch einen Lehrer gefunden habe, ging es besser. Zu dem fahre ich seither immer wieder mal hin zu Einzelstunden. Ich gewöhne mir so nicht mehr so viel Ungünstiges an, bekomme viele Tipps die mir das Leben erleichtern ... es ist effektiver, und macht einfach auch mehr Spaß zu zweit 😉

Regelmäßig üben, möglichst viel spielen, selbst nur mal kurz zwischenduch wenn grad Zeit ist ... das bringt was!

Mit zusätzlich E-Gitarre kannst du eigentlich jederzeit beginnen, wenn du die Zeit hast ...
Ich selber würde zunächst die Gitarre, mit der es mir am meisten Freude macht, als Hauptinstrument nehmen. Und dann, wenn eine gewisse Sicherheit und Routine erreicht ist, die andere dazu nehmen.
 
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ich habe bei meinem Gitarrenlehrer ein Paket mit 40 Stunden und habe jetzt knapp 20 für die Akustik verbraucht.
Ist den festgelegt,in welchem Zeitraum Du die 40 Einheiten verbrauchen musst. Sonst würde ich mit Deinem Lehrer besprechen, dass Du sie sozusagen bei Bedarf, Stunde für Stunde abrufst. Dadurch hättest Du länger etwas von Deinem Lehrer.
Bei mir funktioniert es ganz gut, dass ich so ca. 1 Mal im Monat einen Termin mit meinem Gitarrenlehrer vereinbare.
 
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Ist den festgelegt,in welchem Zeitraum Du die 40 Einheiten verbrauchen musst
Im Prinzip ja, sollte innerhalb eines Jahres aufgebraucht werden, aber da kann man sicher eine Vereinbarung treffen, das sollte kein Problem sein.

Ein mal im Monat hört sich für mich, jetzt nach der Anfangsphase, auch sehr brauchbar an, da wäre genug Zeit zwischen den Terminen um zu üben und die erlernten Dinge zu festigen.

Gute Idee! Danke!
 
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Welche Idee steckt dahinter, E-Gitarre zu lernen?
Offenbar hast du mit der Akustik mehr Spass, die 5 Monate, die du hinter dir hast, ist sicher nicht die Zeit, sagen zu können, alles zu können. Mein Rat wäre, die Fähigkeiten auf der Akustik zu vertiefen. Könnte sein, dass du dich mit der E-Gitarre in andere Sphären schießt, verkehrt ist es nicht, letztendlich ist es deine Entscheidung, ob du zusätzliche Techniken beherrschen willst, ob du zusätzliche Zeit dafür investieren willst.
 
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Welche Idee steckt dahinter, E-Gitarre zu lernen?
Jetzt bitte nicht lachen 🙂
Ich dachte, dass ich typische Songs für die Westerngitarre auch auf der E-Gitarre spielen kann und die E-Gitarre mit Kopfhörer nachbarschaftsfreundlicher ist. Ist natürlich quatsch bzw. nur sehr begrenzt machbar. Aber das war der eigentlich Grund, warum ich mir eine gekauft habe. Die Nachbarn sind mir mittlerweile egal bzw. stört es sie nicht. Ich habe mir im Jänner dann auch noch eine Yamaha Silent Guitar für das Üben in den späten Abendstunden gekauft - das ursprüngliche Argument für die E-Gitarre ist also nicht mehr vorhanden.

Aber die Frage ist gut, das sollte ich mir tatsächlich nochmal gut überlegen. Einige Songs die typisch auf der E-Gitarre gespielt werden, sind schon schön, aber ich werde wahrscheinlich immer für mich alleine spielen, also in keiner Band und eine E-Gitarre ist doch eher kein Soloinstrument, denke ich. Wenn ich mir dann Videos ansehe, wo Pentatoniken geübt und gespielt werden, finde ich es zwar beeindruckend, dass man so schnell spielen und die Töne sicher greifen kann, aber das ist nichts was ich anstrebe.

Ich gehe momentan voll und ganz in der Akustikgitarre auf und sollte das wahrscheinlich erst einmal richtig weiterlernen und vertiefen. Mir ist völlig klar, dass ich nach der kurzen Zeit noch ganz am Anfang stehe, deswegen war es ja auch meine Sorge, wenn ich jetzt mit der E-Gitarre anfange, die Akustik auf der Strecke bleibt oder zumindest nicht die Zeit investiert wird, die es benötigen würde, vom Anfänger zum Fortgeschrittenen zu werden.

Eventuell sollte ich auch einfach abwarten ob der Drang oder Wunsch kommt, überhaupt die E-Gitarre zu spielen. Falls das nicht kommt, dann verkaufe ich die E-Klampfe wieder und es ist auch gut.

Danke für den Gedankenanstoß, so habe ich das noch gar nie hinterfragt! 👍
 
Bei mir funktioniert es ganz gut, dass ich so ca. 1 Mal im Monat einen Termin mit meinem Gitarrenlehrer vereinbare.
Bei mir so ähnlich, ca. alle 3 bis 4 Wochen ein frei vereinbarter Termin ... schon auch weil ich immer hinfahren muss, der Lehrer ist nicht vor Ort. Funktioniert prima so, ich habe keinen Stress und genug Zeit die Sachen gründlich zu üben, und komme jetzt gut voran.
 
Hallo,

Gratulation, dass du schon nach so kurzer Zeit so weit bist und soviel Motivation mit bringst.

Ich hatte mir zuerst in etwas jüngeren Jahren Western-Gitarre (Akustik-Gitarre mit Stahlsaiten) selber beigebracht. Ziel war einfach nur, mit offenen Schrummel-Akkorden Lieder an der Rhythmus-Gitarre zu begleiten.

Im Laufe der Zeit hatte ich mir - weil mich Lieder, die ich gehört hatte, motivierten und faszinierten - Zupfmuster beigebracht. Oder so eine Art "Carter-Scratch", Melodie mit Daumen auf den Bass-Saiten spielen, Akkorde auf den 3 hohen Saiten mit Zeigefinger "scratchen" oder mit den 3 bis 4 Fingern der Hand zupfen.
Damit hatte ich es sogar bis in eine Hobby-Band geschafft.

Viele Jahre später wollte ich endlich E-Gitarre spielen.
E-Gitarre spielt sich nämlich ziemlich anders als Western-Akustik-Gitarre. Saitenlage kann viel tiefer sein, Saiten viel dünner: Man muss viel weniger kraftvoll drücken.
E-Gitarre macht anderen Sound: Akkorde mit allen 6 Saiten neigen zum "Matschen" bei E-Gitarre, wenn man mit etwas oder gar viel Verzerrung spielt.

Bei E-Gitarre klingt es etwas verzerrt oder auch clean schon richtig voll und gut, wenn man nur zwei Saiten in Terzen, Quarten oder Quinten spielt.

Ich probiere Licks und Riffs aus, indem ich mit dem Zeigefinger gleich zwei Saiten im Terz- (G- und H-Saite) oder Quart-Abstand (z,B. D- und G-Saite) in Bünden drücke, und mit den übrigen Fingern dann weiter Töne dazu greife, oder die höhere vom Zeigefinger mit-gedrückte Saite mit restlichen drei Fingern in höheren Bünden greife, Hammer-Ons oder Pull-Offs spiele. (Etwa, G- und H-Saite im 3. Bund mit Zeigefinger gedrückt (Terz), und mit Mittel- und kleinem Finger die H-Saite auf 4. und 6. Bund auf Quart und Quinte zu drücken... you get the idea...)

Das sind allein damit schon so viele schöne Möglichkeiten, die mir soviel Spaß machen. Die sich auf der Western-Gitarre mir so nie bieten.

Rückblickend finde ich, ich hätte mir schon vor vielen Jahren mal einfach eine der günstigen Pacificas gekauft, ein billigen "Ratten-Klon" und ein Marshall-Micro-Stack MS-4, um damit einfach an der E-Gitarre rumzududeln, um mir dabei Licks und Riffs und Melodie-Soli beizubringen.

Mein Rat also:
Keine Zeit verlieren!
Gehe auch zur E-Gitarre.
Lass dir vom Gitarren-Lehre an der E-Gitarre und für deine E-Gitarre E-Gitarren-Spezifisches zeigen, z.B.:
- Wie spielt man gut Rhythmus-Gitarre auf den E-Gitarre?
- Wie spielt man gut "typische" E-Gitarren-Riffs und Licks?
- Wie spielt man ein melodisches Solo zu einem Song, das gut Bezug zur Melodie des Songs nimmt?
- Oder was dich sonst an der E-Gitarre interessiert.

Frage deinen Gitarren-Lehre doch einfach mal, ob du falsche Haltung hast. Ob du dir was falsches angewöhnst. ("Korrigieren, Fehlhaltung etc. tut mein Lehrer wenig.")
Nimm ihn da in die Pflicht, frage nach. Du bezahlst, er ist dein Dienstleister. Du fragst, es soll dir sagen, was du falsch machst.

Western-Gitarre und E-Gitarre haben beide 6 Saiten, gleiches Griffbrett und gleiche Stimmung, sind aber schon deutlich unterschiedliche Instrumente.
Kirchenorgel und Flügel haben ja auch gleiche Tasten und gleiche Stimmung - ein Organist ist aber trotzdem kein Pianist, und umgekehrt auch nicht....

E-Gitarre und Western-Gitarre haben ihre Spezialitäten, und ihre jeweiligen Klang-Spezialitäten, und auch ihre Spiel-Spezialitäten.


Du willst ja wohl nicht mehr die Aufnahmeprüfung für Musikhochschule schaffen, oder eine Festanstellung in einer Rundfunk-Bigband ergattern?

Dann lerne oder bringe dir doch einfach nur das bei, was dir Spaß macht.
Auch gerne "stümperhaft", oder nur halb gelernt. Es soll doch wohl nur dir Spaß machen....?


Grüße
 
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