"So What" - Walkingbass

von Vision, 10.03.07.

  1. Vision

    Vision Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.07   #1
    Hallo zusammen,

    hab heute mal bisschen an ner Bassline für Miles Davis' "So What" gearbeitet und bin dabei auf ne ausgeschriebene Line gestoßen die ich vor einiger Zeit mal in meiner BigBand gekriegt hab, noch recht am Anfang meiner Basskarriere ;)

    Da ich jetzt doch schon immerhin etwa ein halbes Jahr Erfahrungen mit Jazz Musik gemacht hab ist mir jetzt etwas bei dieser Bassline aufgefallen das ich nicht ganz versteh. Das Lied besteht ja lediglich aus den beiden Akkorden Dm7 und Ebm7 und wenn ich das richtig verstanden hab dann ist das Lied in F. Wobei Dm7 dann die relative Molltonart wäre. Führt mich auch schon zu meiner ersten Frage:
    Ist Ebm7 dann einfach bloß ne chromatische Verschiebung um nen Halbton oder gibts dafür ne Erklärung wieso Ebm7 und ned Em7b5 was ja wiederum im Akkord enthalten wäre?

    Und dann meine zweite Frage, die hat was mit der ausgeschriebenen Bassline die ich gefunden habe zu tun. Ich persönlich hätte ja ne D-Moll bzw Eb-Moll Scale drüber gespielt jetzt ist mir aber aufgefallen das sowohl das original Intro als auch die Bassline in D-Dorian bzw. Eb-Dorian sind... Wieso? Oo Wahrscheinlich versteh ich das mit den Modi noch nicht so ganz xD

    Würde mich freuen wenn mir jemand meine zwei Fragen beantworten könnte =)

    Byebye,
    Felix
     
  2. kloppi

    kloppi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.07   #2
    also ich würde lügen wenn ich mich als guter kenner dieser modi ausgeben würde...
    aber: was wäre wenn du c bzw des dur spielen würdest?
    weil dorisch beginnt ja auf der 2ten stufe der tonleiter, un eine stufe drunter, wäre ionisch, also dur. und c dur hat ja den tonvorrat aus dem n d-moll akkord aufgebaut ist, ist, da d-moll ja die subdominantparallele von c-dur ist, der einzige ton der sich da ja unterscheidet wär das b aus d-moll.
    das gleiche müsste dann analog für des-dur bzw es-dorisch gelten.
    ich garantiere für nichts, aba so hätt ich mir das ganze überlegt
     
  3. iron_net

    iron_net Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.07   #3
    Also: Man würde wohl am ehesten sagen, dass So What in D-moll geschrieben ist. Und nach 32 Takten (glaub ich) geht alles für 16 Takte einen Halbton höher, also auf Eb-moll. Dabei wird jeweils das Tonmaterial der dorischen Skala benutzt. Ist einfach so, im Bereich Blues/Jazz ist die dorische Molltonleiter sehr verbreitet aufgrund der großen Sexte. Probier mal die kleine Sexte aus, das würde völlig anders klingen. Warum darfst Du da nicht fragen.
     
  4. Vision

    Vision Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.07   #4
    Hm...ja, stimmt, macht Sinn ^^ Mir fällt grade auf des die Tonart in der Realbook Version sogar wirklich C und nicht F ist. Muss wohl ne Ungenauheit auf der ausgeschriebenen Version sein, weil die Akkorde sind bei beiden Versionen identisch.

    Ok, werd versuchen mir die Warum-Fragerei abzugewöhnen :p Und die Chordchanges einfach mal so hinnehmen wie se kommen ^^ lol

    Danke für eure Hilfe ihr zwei!

    [EDIT]
    Achja, was mir noch eingefallen is:
    Isses mir persönlich freigestellt ob ich das ganze mit der dorischen Skala spiele oder mit ner normalen D-Moll Skala, oder gibts da bestimmte - Hinweise - die mir zeigen was ich benutzen sollte...?
     
  5. caligula

    caligula Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.07   #5
    Mahlzeit,
    üb' doch mal das Bassthema von SO WHAT, du wirst feststellen, dass es aus der Dmoll dorisch Tonleiter entnommen ist.
    Das gesamt Stück ist in D moll (dorisch) und geht eben nach 16 Takten einen Halbton höher auf Eb moll (für 8 Takte) und danach wieder zurück zu D moll.
    Mit Stufenharmonik im Sinne von.....das Stück ist also in F Dur oder C Dur, weil das zu D moll passen würde, kommst du nicht weiter.
    Du musst D moll (dorisch) in diesem Falle als Tonika ansehen und nach 16 Takten gibt es dann einen Tonartwechseln zu Eb moll. Die Nummer war seinerzeit eine der ersten modalen Jazznummern, modal heißt, keine ständig wechselnden Harmoniken, sondern "stationiär" längere Zeit auf einen Akkord bleiben
    Und hör dir die Aufnahme von Miles Davis' KIND OF BLUE Scheibe an.
     
  6. iron_net

    iron_net Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.07   #6
    Andere Modi klingen meiner Meinung nach unpassend. Dorisch sollte schon sein, wobei es bei modalen Stücken auch interessant ist, beim Improvisieren outside zu spielen und Phrasen chromatisch zu verschieben, da Du ja sehr viel Freiheit hast, Dich mit einer festen Harmonie zu beschäftigen und damit rumzuspielen.
     
  7. Jonny Walker

    Jonny Walker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.07   #7
    *zustimm*

    Allerdings versuchte Miles seinen Improvisationen auf Kind of Blue sich auf die Tonalität rückzubesinnen und den Klang einer bestimmten Skala vollständig auszuschöpfen und zu erkunden. Bei "So What" eben dorisch. Das bedeutet für die Improvisation, wenn man es wie Miles machen will, ausschließlich in diesem Mode zu spielen, kein skalenfremdes Material (wie Chromatik, Bitonalität, Outside-Play etc.) zu verwenden. :)

    Gruß Jona
     
  8. Vision

    Vision Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #8
    Ok, danke für die Infos ihr drei =)
     
  9. II-V-I

    II-V-I HCA Bass HCA

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    Erstellt: 12.03.07   #9
    Was für den Solisten gelten mag, also in Miles' Sinne nur dorisch zu spielen, gilt keinesfalls für die Begleitung. So einfach "So What!?" erscheinen mag, so schwer ist es kontinuierlich interessante Walkingbasslines zu spielen. In einer "Funk-Version" ist ein modaler Jazzsong natürlich ein Geschenk des Himmels. Für diejenigen "Walker" [Texas Ranger], die sich bei gängigen Standards von 2-5-1 zu 2-5-1 hangeln, stellt dieser Song eine Herausforderung dar.

    Nur dorisch Moll rauf/runter klingt nach Arsch&Friedrich. Hier kann man ua 6-2-5-1 einbauen, mit Leittönen als Hilfe, die Tritonussubstitute zur antizipierten fünften Stufe (A7) ausspielen und generell viel Chromatik einbauen und das "Walken" auch mal über zwei Oktaven ausdehnen.

    Wichtig ist, daß sich alles ums D- (resp Eb-) dreht und der Grundton schonmal alle zwei Takte auf die "Eins" kommt. Den Charakter der dorischen Skala auszuspielen, das ist der Job des Solisten.
     
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