Solo - Spannung erzeugen, auflösen

von openMIND, 04.06.08.

  1. openMIND

    openMIND Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.06.08   #1
    hi,
    ich kann mir schon denken, dass euch das thema höchstwahrscheinlich zum halse raushängt, und doch wär ich euch sehr dankbar wenn ihr mir helfen könntet :great:
    seit einiger zeit nehm ich mir vor passende soli für meine etlichen akkordprogressionen zu schreiben, allerdings geb ich immer nach eingier zeit entnervt auf, da mir so recht das gefühl, für die im song vorherrschende stimmung, im solo wiederzugeben nicht gelingen will. könnte mir irgendwer dabei helfen, wie ich es schaffe bestimmte spannungen zu erzeugen/aufzulösen, wie ich zur nächsten note auflöse, ohne das dabei die stimmung flöten geht ...
    ( also mit den tonleitern, pentatoniken usw. kenn ich mich mittlerweiler recht gut aus, darum braucht ihr dies nicht nochmal anreißen ;) )
    danke schonmal im vorraus
     
  2. GreenHouseEffect

    GreenHouseEffect Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.06.08   #2
    Ich hab nur eine Idee, hab mir schließlich den Großteil meiner Kenntnisse autodidaktisch beigebracht, aber vielleicht ist diese von Relevanz:

    Ein Lied mit Spannung ist vielleicht "Corinne Bailey Rae - Trouble Sleeping"

    Man muss ein Ostinato, eine ständige Wiederholung durchführen, sodass eine Änderung stärker zur Geltung kommt.
     
  3. Opranius

    Opranius Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.07.08   #3
    Tja, ich kann dir das auch nur schwer beantworten, aber ich kann ja mal ein allgemeineres Beispiel beschreiben:

    Bendakord auf B/E-Saiten -> Auf der Tonhöhe sich "entfalten" -> Schließlich mit tieferen Tonfolgen beginnen und sich schließlich nach oben steigern -> Finale: man befindet sich wieder auf der Tonhöhe ganz am Anfang und geht schließlich noch weiter hoch und erreicht somit einen besonderen und simplen Spannungseffekt.

    Noch mal zum Beginn eines Solis:
    Wenn man mit einem richtig schönen Bend-Akkord anfängt oder einem künstlichem Harmonic erzeugt man sehr viel Spannung. Wenn man stattdessen gleich anfängt zu Shredden etc. (ich vermute mal du redest von Rock/Metal Solis, an sich ist es bei jedem Musik-Genre unterschiedlich) kommt es für den Zuhörer natürlich spannender, wenn vorher ein ruhigerer Riff platziert ist, welcher vom davorigen Thema "abschweift".

    Naja, ich bezweifle zwar, dass dir meine seltsamen Beschreibungen helfen werden, aber eventuell hast du ja nach so etwas gesucht.
     
  4. denny1984

    denny1984 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.08   #4
    Um Spannung zu erzeugen kann man auch viel mit Dynamik arbeiten. Wenn ein Lied sehr rockig, also schön drückende Gitarren hat und ein treibendes Schlagzeug, ist ein ruhiger Solo-Anfang ganz gut. D.h. bei viel Dynamik ist es ratsam die Dynamik erstmal rauszunehmen um sie wieder aufbaunen zu können. Bsp. Blink 182 - All the Small Things. Hör dir mal den Zwischenteil an. Das Schlagzeug wird an fülle gedrosselt, die Gitarre gemindert. Dann erfolgt die Steigerung bis zum Refrain. Es ist kein klassisches Solo, aber du kannst das gleiche mit Soli machen. Spannung erzeugen und die Auflösung durch deinen Übergang in den Refrain auflösen.
    Ist zwar jetzt nicht mit Tonleitern, aber vielleicht erstmal hilfreich. Beschränke dich bei sowas nicht nur auf ein instrument.

    Ich hoffe das hilft dir ein wenig.
     
  5. Lügicxz

    Lügicxz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.08   #5
    was meiner meinung nach auch ein bisschen spannung erzeugt ist, wenn man die anderen instrumente eher in den hintergrund stellt. zb. bei metal mal den schnellen riff im hintergrund beiseite lassen und längere powerchords stattdessen spielen. passt aber wahrscheinlich nicht zu jedem lied^^
     
  6. The_Rob

    The_Rob Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.08.08   #6
    Um Spannung zu erzeugen ist es ratsam harmonische Moll-Tonleitern zu verwenden.

    Als Beispiel C-moll: C - D - D# - F - G - G# - A# - C

    Bei harmonischen Moll Tonleitern wird die siebte Stufe um einen Halbton angehoben, wodurch ein spannungston erzeugt wird: C - D - D# - F - G - G# - H - C

    Wenn Du die Tonleiter mal spielst wirst Du merken, dass durch die erhöhte siebte Stufe Spannung aufgebaut wird, die sich durch das Spielen der achten Stufe dann auflöst.
     
  7. Choe

    Choe Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.08.08   #7
    hi mich interressiert das auch und hab da gleich ne frage :)

    @The_Rob: wie is das genau gemeint? wenn mein stück zB in C-Dur is soll ich dann für ein solo in C-moll harmonisch wechseln, oder A-moll harmonisch? So dass es im Endeffekt (mehr oder weniger) chromatischen klang hat?

    lg
     
  8. The_Rob

    The_Rob Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.08.08   #8
    Bei Dur brauchst du das nicht, weil du bei ´ner dur-tonleiter sowieso schon nen halbton von der 7ten zur 8ten strophe hast
     
  9. voice7

    voice7 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.08.08   #9
    Diese Frage ist einfach viel zu allgemein gestellt. Je nach Stilistik, Anspruch, eigenes musikalisches empfinden (also wie du die Musik wahrnimmst/Hörst/fühlst), der Botschaft die du rüberbringen willst, ergeben sich unzählige Möglichkeiten eine statische Akkord-Fortschreitung mit Leben zu erwecken.

    Ich könnte dir die Frage "spannungen zu erzeugen/aufzulösen" z.B. anhand eines Blues - auf meine weise - beschreiben, würde dich aber sicherlich nicht weiterbringen, weil sich diese Art der Vorgehensweisen z.B. nicht auf ein romantisches oder Pop-Stück übertragen lassen.
    Sicherlich könnte man jetzt allgemeinere Dinge zu Stimmführung und der gleichen schreiben, das Problem ist, das solche Ratschläge nicht als verbindlich aufzufassen sind, sondern nur als grobe "Richtlinie" ... und hier fängt auch das Problem schon an, das man schon mit diesen "einfachen" Dingen ganze Bücher füllen kann ;) -- Kauf dir also Bücher die solche grundlegenden Dinge erklären. Empfehlen kann ich dazu nichts, weil ich mein beschiedenes Wissen aus der Praxis, rumprobieren und der gleichen habe.

    Ein guter Einstieg - wenn du erstmal nur eine bestimmte Stilistik "kopieren" möchtest, und davon gehe ich mal aus - sind die Tipps in diesem Beitrag: https://www.musiker-board.de/vb/kompositionslehre/280965-umarrangieren.html#post3216231

    Das ganze läuft auf Werksanalysen hinaus, was sehr viel Zeit und Kraft beansprucht. Aber nur so kannst du was dazulernen. Wichtig dabei ist - wenn du wirklich damit anfangen möchtest - das du dir immer im klaren bist was da passiert. Das heißt, nicht einfach nur mechanisch durch Imitation alles zu assimilieren, sondern dir über die inneren Strukturen klar zu werden, damit du nachehr in der Lage bist zu abstrahieren zu verallgemeinern, zu verstehen! Mit "abstrahieren und verallgemeinern" meine ich ungefähr sowas - mal ein einfacher bildlicher vergleich:
    Angenommen du hast ||: C|C|F|F|G|F|C|G :||
    Weil du dich mit dem Quintenzirkel auskennst und weißt wie man sowas verallgemeinert notiert, kommst du schnell auf folgende gekürzte Formel, die das geschehen aufs Minimum wider gibt => I|IV|V bzw. T|S|D
    Und weil du weißt wie der Quintenzirkel funktioniert, kannst du im Gedanken oder auf Papier, das Ganze in einer anderen Tonart übertragen z.B. in G-Dur: G|C|D == I|IV|V
    Voll ausgeschrieben wäre es ||: G|G|C|C|D|C|G|D :|| == ||: I|I|IV|IV|V|IV|I|V :||
    Jetzt muss du dir auch über das Spannungsverhältnis und der Wirkung dieser drei Akkord zueinander Bewusst werden, und geistig abspeichern; sowas kann lange dauern.

    Das wäre nur der Harmonische Aspekt. In der Realität kommt halt noch der rhythmische (wo sind Schwerpunkte?), die Art der Melodieführung (Wie werden Spannungen erzeugt und aufgelöst? Was sind die tragenden Töne (Intervalle)? Wie ist die rhythmische Gestaltung? ), Arrangement, und vieles mehr, das Analysiert werden will für eine Kopie der Stilistik. Das ganze ist sehr viel harte Arbeit und ist nicht in ein par tagen gegessen, sondern kann sich über mehrer Jahre hinziehen. Siehe auch hier: https://www.musiker-board.de/vb/tabs-spieltechniken/278777-solo-ber-f-f-g.html#post3179001

    Es reicht aber auch sicherlich wenn du nur Grob soviel für dich lernst, das du neue Methoden hast, um DEIN eigenes ding durchzuziehen - anders mache ich das auch nicht, weil ich nicht daran bestrebt bin eine Stilistik exakt zu kopieren, sondern nur neue Ausdrucksformen haben möchte um meinen eigenen Weg zu gehen, der andere Grund ist das so vieles da draußen ist, das Analysiert werden will (um seine Klangfabrik zu erweitern) und die Zeit und Bequemlichkeit ;)

    Ansonsten kann ich raten sich intensiv mit Harmonielehre zu beschäftigen - Der Grund ist hier zu finden: https://www.musiker-board.de/vb/songwriting/262321-metal-rock-songs-komponieren.html#post3152766

    Aber eines der wichtigsten Sachen ist neben dem lernen, IMHO: Bleib Kreativ, experimentiere viel (was ich als Forschung bezeichne) und lass dir den Spaß nicht vermiesen!!

    HTH
    Gruß
     
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