Songs für Band zu persönlich..

von dEx., 20.05.08.

  1. dEx.

    dEx. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.05.08   #1
    Hallo Leutz.

    Ich weiß mir nicht mehr anders zu helfen, ich hab nen dickes problem und deshalb frage ich euch..

    Folgendes:
    Ich bin in meiner Band zuständig für Vocals, Songs, etc etc..Viel Arbeit, aber halb so wild weil ich habs mir ja so ausgesucht. Wie auch immer, ich habe mich von Anfang an (sind jetzt 8 Monate zusammen) dazu verpflichtet gefühlt Texte zu schreiben, find das einfach verdammt Interessant. Ich habe geübt zu schreiben, und bin auch immer noch dabei. Doch mittlerweile stellt sich mir ein großer Stein in den Weg, weit und breit kein Seil um ihn weg zu ziehen. Es geht darum, dass ich vermehrt Songs schreibe die so tief aus meinem Gedankenspeicher kommen, dass ich mich manchmal selber darüber erschrecke was in mir vorgeht. Und das ist das Problem! Ich schreibe viel zu persönlich, dass kann ich der Band unmöglich vorlegen und sagen: "Hier, daraus machen wa wat". Versuche ich dann etwas zu schreiben was sich konkret auf die Band bezieht, fange ich an mich zu verstellen, dass bin nicht mehr ich der den Text geschrieben hat, der Geist der Band steckt dort nicht drinn, viel zu fiktiv. Ich weiß nicht woran es liegt, vielleicht weil wir noch immer zu wenig miteinander machen, ich/wir daher keine Ideen haben...

    Ich weiß wie gesagt nicht weiter.
    Vielleicht kann mir ja jemand einen guten Rat geben,
    würde mich freuen!

    Vielen dank schonmal fürs lesen bis hier her :)
    So long, dEx.
     
  2. verner

    verner Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.05.08   #2
    Hey,

    klingt ja übel..
    was geht denn so schlimmes in dir vor, dass du es niemand vorlegen willst? Vielleicht kannst du mal ein Beispiel posten...

    Grundsätzlich würde ich sagen das es gut ist, persönlich zu schreiben. Du kannst letztendlich nur für dich selbst und nicht immer im Namen der Band schreiben. Deine Band sollte mit deinen Texten schon "leben" können muss sich aber nicht unbedingt 100%ig identifizieren.

    Ich bringe fertige Texte einfach zur Probe mit und singe sie dann zum entsprechenden Lied. Bisher war die Reaktion noch nie so schlimm wie ich als vor selbstbewusstsein nur so strotzender Mensch mir das immer prophezeie.
    Vielleicht bereitest du deine Bandmates einfach dezent darauf vor, dass es ein wenig krasser wird.
    Ein "Vetorecht" solltest du ihnen auf jeden Fall einräumen. Wie gesagt wenn ihr eine Band seid ist es wichtig über solche Dinge zu sprechen und einen Kontext zu finden.
    Möglicherweise kannst du die Texte mal für eine Weile beiseite legen und eine Woche später noch mal ein bisschen objektiver "drüberlesen".
    Es finden sich immer Wege Dinge zu umschreiben und/oder auf eine halb-abstrakte Weise darzustellen.
    Ich persönlich steh ja auf persönliche und right-in-your-face-Texte, aber wie so oft im Leben: nicht übertreiben

    lg
    V
     
  3. Dieter B.

    Dieter B. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.05.08   #3
    Also meine Meinung dazu:

    Du solltest mal einen schritt zurücktreten und abchecken, wo die Prioritäten liegen. Das kommt hier nämlich grad auch etwas melodramatisch rüber.
    Wichtig ist doch das Endprodukt und davon ist der Text nur ein kleiner Teil.
    Wichtig ist, dass der Gesamteindruck des Songs stimmig ist.
    Wenn du nur die Texte schreibst, dann passe dich den Songs an versuche ihre Stimmung textlich einzufangen.
    Wenn du deine tiefgründigeren Texte verarbeiten willst, dann überleg dir schon ein paar Akkorde und Melodien dazu, die wiederum die Stimmung des Textes einfangen.
    Nicht um die Musik zum Text festzulegen, sondern um den anderen zu zeigen, was du dir so vorstellst.
     
  4. Phizzèl

    Phizzèl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.05.08   #4
    hiho,

    also es gibt solche und solche texte: die einen sind persönlich, eigentlich nur für sich selbst bestimmt oder für nur eine bestimmte person. der text wird eher geschrieben um etwas zu verarbeiten. dann gibt es noch die sorte texte, die man auch veröffentlichen will, mit der man was erreichen will, zu dem man steht. als letztes gibs noch die sorte text, die beides vereint. die sind meiner meinung nach die besten! das heißt konkret für dich: spring über dein schatten und trau dich! ;)

    grüße,
     
  5. Jonnieeeee

    Jonnieeeee Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.05.08   #5
    hey,ich glaube wir zwei sind Leidensgenossen ;)
    Ich selber schreibe auch in der Band die Texte,aber es schaffen nur rund 30% es wirklcih da hin,weil die anderen Texte wirklcih extrem persönlich sind und das ausdrücken was gaaaaaaannnzzz tief unten in mir ist ^^
    Deshalb mache ich das so,dass ich mich zu hause hinsetze,die Texte,die für die Band gut sind,also die 30%, schreibe ich auf den PC und bring sie das nächste mal mit zu den Proben und dann sieht man halt,was daraus wird
    Die anderen 70% schreibe ich,wenn sie wirklcih gut sind und ich nicht beim dritten oder vierten mal lesen sage "was fürn blödsin haste da wieder verzapft? -.-",in ein kleines Buch und mache da selber Lieder nur für mich draus.
    Wenn ich dann mal wieder irgwelche Ideen brauche,guck ich in das Buch,such mir schöne stellen,die nich sooooo viel sagen und dann wird wieder für ein neues Lied weiter geschriben ^^

    Die Lieder,die ich in meinem Buch drin stehen habe nenne ich "diary songs",was auf deutsch "Tagebuchlieder" heißt und die spiele ich auch nur ganz ganz wenigen leuten vor,denen ich auch wirklich vertraue,und wirklcih nur die kriegen die Songs dann auch letztendlich zu sehen ;)
     
  6. dEx.

    dEx. Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.05.08   #6
    Erstmal vielen dank für die vielen, hilfreichen replys.

    Ein Textbeispiel bekommt ihr hier:

    Du hast mich oft zum Lachen gebracht,
    wir leben für die Ewigkeit, hab ich gedacht.
    Meine Tränen sind so rot wie Blut,
    deine Flamme liegt begraben, unter Wut.
    Du hast gegeben, nie genommen
    Warum wolltest du nie,
    deinem Schicksal entkommen?
    Ein Schatten zeichnet dein Gesicht,
    deine Seele reist ins ewige Licht.

    Träume gehen unter,
    Illusionen sterben aus,
    der Tot ist ein Bastard,
    raubt dir alles was du brauchst.
    Der Tot spielt nie, mit offenen Karten,
    er kommt wann er will,
    doch immer unerwartet.

    Jetzt liegst du still in einer Leere,
    ich wusste nicht,
    wie es ohne dich wäre.
    Im stillen hast du gewartet,
    auf den Tag der dich erlöst,
    von deinen Narben.
    Nur Erinnerungen bleiben hier,
    genau wie ich,
    und alle,
    die dich verlier’n.

    Träume gehen unter,
    Illusionen sterben aus,
    der Tot ist ein Bastard,
    raubt dir alles was du brauchst.
    Der Tot spielt nie, mit offenen Karten,
    er kommt wann er will,
    doch immer unerwartet.

    zu den anderen Antworten schreibe ich noch etwas, habe grad wenig Zeit..sorry ^^
     
  7. Hatebreed

    Hatebreed Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.05.08   #7
    Das hab ich mir teilweise am Anfang auch gedacht. Wie reagieren die anderen auf meine Texte. Fühlt sich irgendwie an wie ein kleiner Seelenstrip.
    Wegen wem oder wegen welchem Vorfall ich nen bestimmten Text geschrieben hab, sag ich niemanden und das bleibt mein Geheimnis.

    Ich finde es wichtig, dass du dich mit nem Song identifizieren kannst, weil nur dann kannst du das Ganze Live auch rüberbringen. Und das geht am besten mit deiner eigenen Geschichte und nicht mit der eines anderen.

    Die Frage steht halt noch offen, welchen Stil deine Band spielt. Der Text passt natürlich nicht über ein fröhliches Punklied, aber das wirst du ja selber auch wissen :-)
     
  8. Deltafox

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    Erstellt: 20.05.08   #8
    ich persönlich kenn das Problem, bei mir ist das auch häufig so. Ich versuche das Problem so zu beheben, indem ich meine sehr persönlichen Gedanken/Emotionen in den Texten dann so umschreibe, dass es nicht mehr so eindeutig rüberkommt.
    Zum einen finde ich Texte generell interessanter, die mit Metaphern und bildlicher Sprache spielen, als die, die einfach nur Gedanken und Gefühle blank raustrompeten und zum anderen baust du damit eine Barriere zwischen deine sehr persönlichen Gefühle und der Band/dem Publikum, kannst aber trotzdem die Situation in Texte verarbeiten

    edit: dein Text, bzw. die Verse, ist/sind übrigens ein ziemliches Paradebeispiel für meine Ansicht von "Texte, die alles eindeutig rausposaunen, wirken gleich viel weniger interessant und hochwertig"
    der Refrain wiederum ist mMn ziemlich okay, hättest du ein Problem, wenn das Lied andere Verse, aber diesen Refrain hätte?
    wenn nein, dann überarbeite die doch entsprechend, dass sie weniger "direkt" rüberkommen
     
  9. dEx.

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    Erstellt: 20.05.08   #9
    Aus der perspektive hab ich das bisher noch nicht betrachtet.
    Und nein ich hätte damit kein Problem das ganze umzuformen, ganz und gar nicht.

    Der Text drückt wirklich 100%ig das aus, was mich bewegt.
    Unser Stil reicht von Rock bis HeavyMetal ansätzen, der Song allerdings sollte (wird) eher Balladig sein, ruhig in den Versen aber härter im Refrain. Und zu nem Punklied passt das meiner Meinung nach wirklich nicht ;)
     
  10. verner

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    Erstellt: 20.05.08   #10
    Das ist kein Text für den man sich genieren sollte.
    Persönlich ja. Aber nachvollziehbar.
    Das Problem wird wohl dein Schatten sein. Über den musst du jetzt ins kalte Wasser springen und dir keine Gedanken machen, ob man dir das Ding um die Ohren schlägt.
    In Wien sagen wir dazu "Nix Scheissen"
    V
     
  11. x-Riff

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    Erstellt: 20.05.08   #11
    Hi dex,

    ich kann vielleicht ein paar Sachen sagen, die bei mir wichtig waren:

    1. Nicht jeder Text paßt in eine bestimmte Band.

    2. Man kann den Text passend machen, was nicht selten mit dem Gefühl eines Verlustes des "Eigentlichen" einhergeht, manchmal aber funzt.

    3. Man kann sortieren: Den Text will ich mit der Band umsetzen, den nicht.

    4. Ist es auf Dauer so, dass in Deinen Texten eine innere Flamme lodert, die rauswill, aber in der Band nicht rauskommen kann, gibt es möglicherweise andere Formen sie umzusetzen. Es gibt etliche Musiker, die aus diesen Gründen mehrere Bands oder Projekte oder eine Hauptband plus ab und an Projekte haben.

    5. Es ist absolut nix schlimmes daran. Es ist eher ein "Luxusproblem", in der Weise, dass Deine Kreativität für mehr reicht, als Du jetzt gerade umsetzen kannst. Mach Dir klar, dass Du reich bist. Mach Dir klar, dass etwas aus Dir spricht. Das ist wunderbar.

    6. Sind die Texte vielleicht auch Dir selbst zu persönlich? Nicht jeder kann sich hinstellen und wie der Sänger von den Doors seine Seele der Welt preisgeben.

    x-Riff
     
  12. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.05.08   #12
    Hi dEx,
    warum willst du dich verstecken?
    Diese Texte, die aus deinem Inneren sprechen, deren Entstehung und Sinn du dir manchmal nicht erklären kannst, sind das Ehrlichste und Beste, was Du einem Pubikum anbieten kannst.
    Wenn Du Sänger bist und auf die Bühne willst, dann sind dies genau die Texte, die deine Zuhörer von dir als Künstler erwarten.
    Warum also solltest du deine Kunst maskieren?
    Für mich ist die Kunst einen eigenen Text zu verfassen, der mich zufrieden stellt oder sogar glücklich macht, wie ein Schutzraum oder auch ein Übersetzung meines Lebens in eine andere Sprache.
    Wenn dir deine Gefühle, deine Anschauung und dein Handeln peinlich sind, dann ändere dich oder fang an zu malen.
    Aber betrüg dich nicht selbst.
    Deine Bandkollege könnten dich für deinen Mut beneiden.
    Grüße
    willy
     
  13. Scorpiosa

    Scorpiosa Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.05.08   #13
    Kenn ich auch nur zu gut :D
    Eine Möglichkeit wäre: Es auf jmd. anderen schieben, sprich die Person ändern, also nicht "ich", sondern "er oder sie". So habe ich mal einen Text "gerettet", der mir aus meiner Sicht viel zu persönlich für die Band erschien, aber als ich den auf eine imaginäre Person umgeschrieben habe, wurde der sogar noch interessanter.

    Und außerdem werden Texte selten exakt so interpretiert, wie sie eigentlich gedacht waren. Einer meiner Texte behandelt eine Thematik sehr deutlich und wenig umschrieben - dachte ich - mein Bassist hatte den komplett anders verstanden und kam auf Dinge, die ich niiiiiiemals damit ausdrücken wollte...

    Mein Tipp wäre also, evtl. etwas abschwächen, wenn Du Dich damit wohler fühlst und dann raus damit, wenn es Dich bewegt, muss es auch vertont werden ;)
     
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