Spannung nach Modulation

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downtunedmind
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Hi,

beim rumprobieren mit Chordprogressionen kam ich auf diese Abfolge.

Dm7, GMaj7, 2xFmaj7, Dm7, Gmaj7, 2x Am7, Bdim ( also H), Bdim7, AMaj7, Am7, Dm, Bdim, C

Die Modulation erfolgt also beim verminderten Septakkord durch Umdeutung, zumindestens wollte ich das hier so ausprobieren. In der Theorie habe ich das denke ich verstanden, allerdings verlangt der A-Dur akkord in diesem Zusammenhang eine Auflösung, zumindestens nach meinem Hörempfinden und zwar hin zum Am. Meine Frage ist nun warum der Adur Akkord so "gespannt" klingt ? Ist das nach einer , in diesem Fall sicherlich etwas plumbem Modulation normal ? Bilde ich es mir vlt. auch nur ein, mangels fehlender praktischer Erfahrung ?
 
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Du hast gar nichts zu der Tonart geschrieben...

Mich stört in der Progression das GMaj7. Der Akkord an der Stelle sollte die kleine 7 enthalten, oder man läßt die 7 weg. Gibt ja auch noch andere Optionen. (G7, G, Gadd9 oder ähnliches).

Dann würden die ersten 8 Takte in A-Moll stehen. FMaj7 und Am7 sind die ersten beiden Zielakkorde, die du auch länger aushältst, FMaj7 ist subdominantisch (sP) und Am7 tonisch (t).
Das AMaj7 kommt unvorbereitet anstelle eines Am. Insofern ist es nicht verwunderlich, daß du zurück nach Am auflösen willst.

Für mich klingt auch die Auflösung nach C am Schluß überraschend, da ich ja immer noch auf den Grundton a eingestellt bin.
 
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downtunedmind
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Ich hab grad nochmal geschaut jupp es ist natürlich ein G7 ... Sorry. Ich bin etwas verleitet bei den weißen Tasten und dur an Major7 zu denken...

Das mit dem unvorbereitet ist aber direkt nah an meinem Problem dran. Also reicht es nicht einfach enharmonisch umzudeuten um die Tonart zu wechseln ?
Meine Theoriebücher schreiben immer nur etwas über den direkten Übergang also der Schnittstelle der Modulation, dass klingt manchmal etwas holprig ( also nicht dort sondern meine Versuche es umzusetzen). Aber wie würde man denn vorbereiten ? Ist wahrscheinlich ein weites Feld, ein kleiner Hinweiß wie es hier laufen könnte, wäre aber toll, damit ich in etwa eine Vorstellung davon bekommen kann.

Die Auflösung zum C hin wirkt auf mich auch ncht optimal, aber sie funktioniert, während AMoll irgendwie daneben klingt. Ich nahm an, dass es an der kurzen Sequenz mit Sub und Dominante also Dm, Bdim, C lag. Aber wie gesagt es klingt nicht ganz rund, jedoch auch für meine Ohren nicht inakzeptabel. Ich habe inzwischen, aber das Dm auch gegen ein F ausgetauscht, so klingt es ein wenig überzeugender ;).

In jedem Fall schonmal danke für deine Antwort :)
 
Claus
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.... Aber wie würde man denn vorbereiten ?

Wie sieht denn deine Kadenz aus?
Ich erkenne nur eine Dur-Progression, kein A-Moll wie MaBa. So würde ich das analysieren:

IIm7 - V7 - IVmaj7 - IVmaj7
IIm7 - V7 - VIm7 - VIm7

VIIdim -VIIdim - VI - VIm7
IIm7 - VIIdim - I (- I)

Da ist für mich keine Modulation zu entdecken, weil dein Bdim(7) in Takt 9&10 sowie Takt 14 m.E. als verkürzte Dominante funktioniert (h d f (ab) von G7(b9)), die A Akkorde in Takt 11 & 12 sind die Tonika-Parallele, das (A)maj7 würde ich als dabei etwas holprige Farbgebung sehen, falls Du kein Modal Interchange herleiten willst.

Ich habe in Takt 3 und 4 eine kleine Änderung ausprobiert, Takt 3 bringt dann die erwartetete Tonika und Takt 4 lässt ein A aufblitzen. Das klingt für mich stimmiger als ein Fmaj7 an dieser Stelle.

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Meine Frage ist nun warum der Adur Akkord so "gespannt" klingt?

weil er aus der Tonart springt. Du bist ja in C-Dur. Jetzt weiß ich nicht, was "Bdim7" sein soll (mit a oder mit as?). Wenn mit as, also gis, kann er problemlos eine Dominate nach A-Dur sein. Wie man weiter sieht, willst Du eh wieder nach dm, also wie wärs mit h°-A7-dm? Dann ist es rund - die Kadenz jedenfalls. Wobei ich vor Schluß schon einen richtigen G7 nehmen würde - zu Verstärkung, statt den Verminderten zu wiederholen.

Ist das nach einer, in diesem Fall sicherlich etwas plumbem Modulation normal?

das ist keine richtige Modulation.
 
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Wie sieht denn deine Kadenz aus?
Ich erkenne nur eine Dur-Progression, kein A-Moll wie MaBa. So würde ich das analysieren:

IIm7 - V7 - IVmaj7 - IVmaj7
IIm7 - V7 - VIm7 - VIm7

VIIdim -VIIdim - VI - VIm7
IIm7 - VIIdim - I (- I)

Kommt wohl auf die Erwartungshaltung an. Die erste Zeile und der Anfang der 2. Zeile lassen noch offen, ob es nach Dur oder Moll geht.
Die zweite Zeile löst dann aber nach Am auf. Darauf stellt sich mein Ohr ein.
Der Anfang der 3. Zeile scheint das noch zu bestätigen, aber das erwartete Am kommt nicht, statt dessen Amaj7.

Hier eine leicht umspielte Fassung der originalen Akkorde.
Dm-G-F-Dm-G-Am.mp3

Ich kann aber verstehen, daß nicht jeder so hört, wie ich.
 
Claus
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Kommt wohl auf die Erwartungshaltung an...

Natürlich.
Als (Hobby-)Jazzer würde ich in einem konventionellen Stück keine typische Dur-Kadenz IIm7-V7 vor der Moll-Tonika erwarten, wie in Takt 5 - 8 des Originals.
Stattdessen eine Moll-Kadenz mit IIm7b5 - V7b9 (oder Substituten).

Das Am7 ist hier für mich deshalb keine Moll-Tonika, sondern eine zur Kadenz passende Dur-Tonika, nämlich ein C6 mit A im Bass.
 
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Wie sieht denn deine Kadenz aus?
Ich erkenne nur eine Dur-Progression, kein A-Moll wie MaBa. So würde ich das analysieren:

IIm7 - V7 - IVmaj7 - IVmaj7
IIm7 - V7 - VIm7 - VIm7

VIIdim -VIIdim - VI - VIm7
IIm7 - VIIdim - I (- I)

Da ist für mich keine Modulation zu entdecken, weil dein Bdim(7) in Takt 9&10 sowie Takt 14 m.E. als verkürzte Dominante funktioniert (h d f (ab) von G7(b9)), die A Akkorde in Takt 11 & 12 sind die Tonika-Parallele, das (A)maj7 würde ich als dabei etwas holprige Farbgebung sehen, falls Du kein Modal Interchange herleiten willst.

Ich habe in Takt 3 und 4 eine kleine Änderung ausprobiert, Takt 3 bringt dann die erwartetete Tonika und Takt 4 lässt ein A aufblitzen. Das klingt für mich stimmiger als ein Fmaj7 an dieser Stelle.

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Das ist durchaus sehr interresant. Intuitiv dachte ich auch eher an Moll als es losging. Ich bin dann, aber nochmal in mich gegangen und es scheint die Dur Variante passt besser. Die Idee war jetzt, nach den ersten 8 Takten nach A-dur zu springen über den Bdim7 Akkord. Mit As natürlich, sorry wenn ich da die Schreibung falsch gesetzt habe. Das hat aber offensichtlich nicht funktioniert ^^. Letztlich kann ich nicht mal die A-Dur tonleiter über den A-durakkord richtig einsetzen, was wohl normal ist( so meine Erfahrung), wenn man nur verdurt, aber das war ja nun nicht das Ziel.

Nun habe ich jetzt soweit begriffen, dass es offensichtlich nicht reicht nur einen Dim7 hinzuklatschen und dann zu wechseln. Es würde mich jetzt, aber schon interresieren. Wie ich das hier konkret besser machen könnte. Ich hatte zwischenzeitlich probiert nach dem A-Dur einfach eine Kadenz in A-Dur durchlaufen zu lassen. Also Bdim7 - A7 - D7 - E7 - A7, das funktioniert am Ende, also dann ist die Tonart gewechselt, zwischen drin klingt es aber auch nicht wirklich überzeugend.
 
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Nun habe ich jetzt soweit begriffen, dass es offensichtlich nicht reicht nur einen Dim7 hinzuklatschen und dann zu wechseln. Es würde mich jetzt, aber schon interresieren. Wie ich das hier konkret besser machen könnte. Ich hatte zwischenzeitlich probiert nach dem A-Dur einfach eine Kadenz in A-Dur durchlaufen zu lassen. Also Bdim7 - A7 - D7 - E7 - A7, das funktioniert am Ende, also dann ist die Tonart gewechselt, zwischen drin klingt es aber auch nicht wirklich überzeugend.

Ich gehe mal davon aus, daß du Amaj7 Dmaj7 E7 Amaj7 meinst.

Im Prinzip ist das dann schon richtig so. Du löst in eine Stufe der anderen Tonart auf und kadenzierst dann weiter. Klanglich stimmiger ist es, wenn die neue Tonika nicht gleich in der Grundstellung erklingt. Das klingt irgendwie unvorbereitet. Besser entweder ein anderer Akkord oder ein anderer Baßton.

Beispiel von C-Dur nach A-Dur und zurück:

Code:
Cj7   Fj7   Bø7   E7
C#-7  F#7   B-7   E7
Aj7   Dj7   D-7   G7
E-7   A7    D-7   Db7
Cj7

C-Dur-A-Dur-C-Dur.mp3

Hin nach A-Dur: Bø7 E7 führt eigentlich nach Am. ich löse es hier trugschlußmäßig in die Mollparallele von A auf und kadenziere dann im Quintfall nach Aj7. Die neue Tonika A erscheint verzögert. Sie ist durch die Kadenz auch eindeutig als Tonika bestätigt.

Zurück nach C-Dur: Die Subdominante Dj7 wird vermollt und als II-7 der neuen Tonart weitergeführt. G7 Em ist die gleiche trugschlußmäßige Kadenz wie vorher. Auch hier wird anschließend im Quintfall in die Tonika C-Dur zurückgeführt.

Die Kadenzen kann man mit Zwischendominanten ausstatten (und diese mit weiteren Optionen), um die Leitwirkung zurück zur jeweiligen Tonika zu erhöhen.
 
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hast doch Vorschläge bekommen. Aber warum willst du denn unbedingt nach A-Dur?

Okay, vieleicht hätte ich das deutlicher machen sollen. Also, das ganze war als eine Art Experiment gedacht um mich dem Thema Modulation anzunähern.
Der Anfang war also schon planvoll, danach wollte ich einach konstruiert auf A-dur halt relativ weit weg von der Ausgangstonart. Denn nach F oder G zu springen wäre ja tendenziel kein Problem. Da muss man sich kein Bein ausreißen, es "fließt" fast schon automatisch. Also wollte ich einfach mal weiter weg.

Wobei mir Mabas Beispiel jetzt auch bewusst gemacht hat. Das es den Umweg über den Verminderten Septakkord dafür auch noch nicht gebraucht hätte. Ich habe das ganze dann eher etwas verkompliziert.

Wie auch immer vielen Dank fürs Feedback. Ich denke ich kann damit jetzt erstmal etwas rumprobieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen :)
 

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