Squier Vintage Modified Bass VI

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Ben zen Berg

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Dieses Review ist mehr ein Rückblick. Und es ist die Gitarristen-Sicht auf das Instrument, ein Bassisten-Review gibt es ja schon (klick).
Ich nehme gerade bei der “Gewinnspiel-Aktion: Gitarren- und Bassbau 2018” teil und baue einen StartoBASSter. Den Weg dorthin habe ich eigentlich mit einem Squier Vintage Modified Bass VI begonnen.
Wie schon geschrieben, bin ich Gitarrist, spiele aber auch gerne Bass. Ich habe lange nach einem Bass gesucht, der sich wie eine Gitarre spielen lässt. Als mir dann der VM Bass VI für 325 € über den Monitor flatterte, konnte ich nicht wiederstehen und war erst einmal darin verliebt - alles war so anders...
Mein Instrument hatte - anders als bei @.s - keine Verarbeitungsmängel.
Der Bass VI hat den Squier-typischen, sehr schlagsicheren PU-Panzer, was ich eigentlich gut finde, da ich auch alten Instrumenten lieber nicht das Alter ansehen möchte. Ich stehe nicht auf total abgerocktes Aussehen.
Beim Hals gehe ich da aber gerne Kompromisse ein. Da mag ich eher einen dezenten Lackauftrag. Der Squier Bass VI hat aber auch um den Hals eine fette Lackschicht. Das ist das einzige, was mir bezüglich der Verarbeitung negativ in Erinnerung bleibt.
Der Bass VI musste richtig eingestellt werden, was aber bei allen Fender/Squier Offset Äxten immer zu machen ist, die Trem/Bridge-Konstruktion ist einfach zu fragil. Ich hatte keine Probleme mit der Bridge, obwohl sie nicht wirklich für die dicken Seiten präpariert wurde (Sie ist baugleich mit der des Modern Player Jazzmasters).
Die werksseitig aufgezogenen Saiten haben mir gar nicht gefallen. Tiefes E und A zu labberig, hohes e und b zu stramm. Ich habe dann einen Satz GHS ML3045 Bass Boomers Roundwound Long Scale Medium Light (100-80-65-45) plus .030 & .020 Einzelseiten aufgezogen - Das passte für mich viel besser.
Das Trem habe ich nach kurzem Test komplett ignoriert. Der Einsatz sorgte anfangs sofort für Verstimmung. Mit einem ordentlichem Set up konnte ich das Problem zwar beheben, der Effekt ist aber deutlich kleiner als beim Jazzmaster.
Die Pick Ups knallen richtig. Sie bringen – wen überrascht es - einen Spagetti-Western/Surfrock-Sound, Tic-Tac und Cure-Sound. Wer mehr Bottom End sucht, muss ein anderes Instrument nehmen.


Bespielen lässt sich der Bass VI nicht wie ein Bass und nicht wie eine Gitarre. Ich hab' sehr lange fast nur auf der klassischen Gitarre gespielt, somit bekomme ich den Wechselschlag mit zwei Fingern auf dem Bass VI besser hin als auf dem Vier-Saiter – es klingt aber anders. Der Anschlagsweg ist kürzer. Am liebsten habe ich den Bass VI mit der Fingerkuppe meines Zeigefingers wie mit einem Plek gespielt. Mit dieser Technik ist ein wirklich schnelles Spiel eigentlich unmöglich - dafür bekomme ich aber einen sehr speziellen Sound, der mir sehr gut gefällt. Auf dem Bass VI gefiel mir diese Technik viel besser als mit Plek.
Doch das Spielgefühl ist für einen Gitaristen nicht wirklich bequem. Die Jazzmaster/Jaguar Trem-Konstruktion verhindert eine weiter nach außen positionierte Bridge, was den Hals dann wieder deutlich anwachsen lässt, um ca. 11,5 cm... Im Stehen kann man dass über den Winkel, wie man das Instrument hält, ausgleichen. Im Sitzen fühlen sich die äußeren Lagen weiter entfernt als beim Long Scale.


Beim Wechseln der Saiten habe ich die Original-Saiten einfach hinter den Tunern gekappt und spaßeshalber einmal auf meine Rat-Strat gezogen: Wow! Was für eine Bespielbarkeit. Kein knallender Bass, aber die Bespielbarkeit... Ich hab den Bass VI eigentlich nicht mehr angefasst..
Der Bass VI ist kein Bass und keine Gitarre - er klingt zudem sehr speziell. Er lebt in einer Zwischenwelt und ist für alltägliches nicht zu gebrauchen. Es ist ein “nice to have”-Instrument für besondere Momente und steht meist nur in der Ecke rum. Ich hab’ den Bass VI verkauft und mir ‘nen Short Scale Jaguar Bass gekauft. Wenn ich tief Gitarre spielen möchte, nehme ich die Rat-Strat mit den Bass VI-Saiten.
 
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