Squier Vintage Modified Jaguar Special Bass

von Ben zen Berg, 10.02.18.

  1. Ben zen Berg

    Ben zen Berg Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    06.03.13
    Beiträge:
    2.518
    Ort:
    Düsseldorf
    Zustimmungen:
    1.477
    Kekse:
    15.504
    Erstellt: 10.02.18   #1
    Ich hab's schon wieder getan... Ich habe mir doch noch mal einen Bass gekauft.

    Ein wenig Vorgeschichte:
    • Ich bin Gitarrist und hatte mir mal 'nen HB Short Scale Preci bestellt, den ich sofort zurück schickten wollte. Aber mein Sohn wollte darauf gerne seine ersten musikalischen Erfahrungen sammeln.
    • Ich hatte einen Rocktile Long Scale Bass. Er war wirklich nicht schön aber gut verarbeitet - für jeden Bassisten anstandslos zu bespielen.
      Ich bin kein Bassist und der Bass hatte Humbucker. Im sitzen in den unteren Lagen zu spielen war für mich sehr unbequem und die Tonabnehmer nahmen halt den Ton ab. Da ging bei mir nicht das Messer in der Hose auf.
    • Ich hatte einen Squier Bass VI, das ging stark in die Richtung, was ich mir vorstelle... Die Saiten waren aber im tiefen Bereich zu labberich und im hohen Bereich zu stramm.
    Ich habe andere Saiten aufgezogen, die für mich viel besser passten. Doch das Spielgefühl war nicht wirklich bequem. Die Jazzmaster/Jaguar Trem-Konstruktion verhindert eine weiter nach außen positionierte Bridge, was den Hals dann wieder deutlich anwachsen lässt, um ca. 11,5 cm...
    Beim Wechseln der original Saiten habe ich diese einfach hinter den Tunern gekappt und spaßeshalber einmal auf meine Rat-Strat gezogen: Wow! Was für eine Bespielbarkeit. Kein knallender Bass, aber die Bespielbarkeit... Ich hab den Bass VI eigentlich nicht mehr angefasst und dann irgendwann wieder verkauft.

    Aber den knallenden Bass habe ich schon vermisst und weiter nach Bässen geschaut, die meinen Anforderungen entsprechen. Immer wieder bin ich auf den Squier Vintage Modified Jaguar Bass Special Short Scale gestoßen, dessen Bespielbarkeit oft von Gitarristen als sehr angenehm beschrieben wird.
    Der Preis erschien mir aber zu niedrig für ein ernstzunehmendes Instrument, weswegen ich lange zögerte, mir diesen Bass zu bestellen. Als dann im letzten Herbst die Preise dafür purzelten, habe ich befürchtet, dass das Modell aus dem Programm fliegt.
    Was soll's: Hin und her schicken ist ökonomisch bestimmt nicht korrekt, wird aber gerne von der doch-vielleicht-haben-will-30-Tage-Money-Back-Garantie ignoriert...

    jaguarBass_1.jpg

    Ich habe bestellt. ich habe bekommen und wurde geflashed. Mein Instrument war anstandslos verarbeitet und kam spielbereit an. Mit den Fender 5250XL ist der Bass ordentlich besaitet. Auch hatte ich nicht den Eindruck, dass diese Saiten schon in Indonesien aufgezogen wurden. Auspacken, stimmen, spielen, Freude.

    Der Body hat den Squier-typischen PU-Panzer, was ich nicht bemängeln möchte. Ich mag es, wenn Instrumente lange eine mint condition halten und da ist eine dicke und ziemlich schlagfeste Lackierung sehr hilfreich.
    Der Hals hat nur eine dünne, matte Lackierung und der matched Headstock hat auch keinen fetten Lackauftrag bekommen.

    jaguarBass_2.jpg

    Hals

    Ja, der Hals... Er hat schon was von einem Besenstiel. So was schlankes (Sattelbreite: 38 mm) habe ich noch nie an einem Bass gehabt. Der Abstand der Saiten untereinander ist nur ca. 1 mm weiter als bei meiner Klassischen Gitarre und auch das Maß von Korpus-Außenkante bis zum Sattel ist nur etwa 2 cm länger als bei der Klassischen. Mit diesen Maßen bin ich sehr vertraut, der Bass lässt sich wirklich Gitarren-like bespielen.

    jaguarBass_3.jpg

    Korpus

    Der Body hat zwar die Jaguar-Form, ist aber deutlich kleiner. Er hat ungefähr die Dimension einer Strat und ist im sitzen und im stehen sehr bequem zu spielen.

    Hardware & Elektronik

    Die Hardware ist unauffällige Asia Ware. Ich habe den Bass jetzt vier Monaten und keinen Grund zur Beanstandung gefunden. Die offenen Tuner laufen gleichmäßig ohne zu wackeln und halten die Stimmung. Alles wie es sein soll.
    Ich habe das E-fach noch nicht aufgeschraubt, vermute aber auch hier Asia Ware. Die Schaltung ist wie beim Jazz-Bass, die Potis drehen nicht zu leicht und kratzen nicht. Auch hier sehe ich keinen Bedarf zur Nachbesserung.

    jaguarBass_4.jpg

    Pick Ups

    Die Pick-Ups sind Billigware - Stahlstifte in und Balkenmagnet unter der Spule. Aber sie liefern schon das, was ich hören will. Von mulmigen Rock bis knackigen Funk ist alles da.
    Das Preci-PU-Pärchen ist sehr laut und bringt viele Tiefmitten. Der JB-Tonabnehmer ist deutlich leiser und liefert einen leicht nasalen Sound. Um den Unterschied in der Lautstärke anzupassen, musste ich den Bridge PU um mehr als ein Millimeter näher an die Saiten schrauben. Als reiner Single Coil streut er natürlich auch 60 cycle hum ins Signal.
    Es sind keine hochwertigen Pick Ups, aber sie machen einen guten Job. Das Gesamtpaket ist gut abgestimmt, da fallen die PUs nicht negativ auf. Wer den Bass aufwerten möchte, sollte hier anfangen. Da ich meine Pick Ups selber wickle, wird auch der Jaguar Bass irgendwann neu bewickelt. Zur Zeit sehe ich aber keine Notwendigkeit.

    Sound

    Und so Klingt das gute Stück: Zuerst spiele ich über ein Hendrix-Style Gitarren Backing Track, weil sich der Bass beim spielen wie eine Gitarre anfühlt. danach spiele ich aber noch über 'nen gemütlichen funky Bass Backing Track.

    https://soundcloud.com/frank-benzenberg/jaguar-bass-review

    Zum Jahreswechsel sind die Preise nochmals gefallen. Das Gerät ist jetzt unter die 200-€-Grenze gesunken...

    Eine ganz deutliche Kaufempfehlung.
     
    gefällt mir nicht mehr 16 Person(en) gefällt das
  2. Captain Knaggs

    Captain Knaggs Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    26.02.15
    Zuletzt hier:
    15.10.18
    Beiträge:
    1.670
    Zustimmungen:
    1.490
    Kekse:
    11.388
    Erstellt: 15.02.18   #2
    Schönes Review. Der perfekte Bass um sich mal an "Royal Blood" zu wagen:)
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
  3. Der gute Fee

    Der gute Fee Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    22.06.13
    Zuletzt hier:
    15.10.18
    Beiträge:
    404
    Ort:
    Rostock
    Zustimmungen:
    223
    Kekse:
    1.023
    Erstellt: 12.04.18   #3
    Diesen Bass haben wir vor ein paar Jahren mal für meine damalige Dame gekauft. Hing neben meinem Jazzy und meinem ATK, ich mags full size... ABER: ich hab den dann doch oft in die Probe mitgenommen. Genialer Hals, Shred aufm Bass - Toll!!! Und der Splitcoil ist super. Für Mini-Pfoten ist dieser Bass ideal, für faule Basser auch und für Leute, die Bass mal probieren wollen. Sie hat ihn damals übrigens mit meinem Big Muff gespielt, die alte Doomqueen. Für Experimente, Akkorde dreschen oder um dem Leadgitarrenfrickler einfach mal eins zu drücken ist dieser Bass total toll. And that bass is smoking hot;)
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
  4. VORan

    VORan Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    15.06.15
    Zuletzt hier:
    12.08.18
    Beiträge:
    61
    Zustimmungen:
    26
    Kekse:
    184
    Erstellt: 13.05.18   #4
    Habe den Bass seit rd. 2 Jahren (mit rotem Body und schwarzem Headstock). Ich brauchte damals etwas Erholung für meine Greifhand und wollte einen Shortscale.

    Der Bass ist voll belastbar, zum gigen voll ok, der Splitcoil ist klasse und hat einen schönen vintage Ton. Zum giggen auch gut geeignet, da der Bass verhältnismäßig leicht ist, trotzdem einen tiefen Ton produziert. Der Jazzsinglecoil ist outputschwach, er dient mit zur Soundbeimischung. Die Jaguar-Korpusform sieht cool aus.

    Mit einen Shortscale spielt es sich auch für Bassisten anders, der Bass bringt einen auf neue Ideen für shapes und lines, da vieles einfacher zu greifen ist (habe Handschuhgrö0e 10).
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
Die Seite wird geladen...

mapping