Straßenmusik zu leise

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Hey liebe Leute,

Ich studier jetzt schon eine Weile Musik und hatte den Plan mal mit Straßenmusik etwas Auftrittserfahrung zu sammeln, ein sicheres Repertoir aufzubauen und insbesondere auch meine eigenen Songs zu erproben/vor Publikum auszufeilen.
In der Heimatstadt hat das auch ganz vernünftig funktioniert. Da gibt es eine Unterführung, die gut hallt und ich hab um die 40-60€ die Stunde bekommen.

Jetzt war ich mal in einer Großstadt, habe dort in einer immer noch schmalen (ca 10m breiten) Gasse gespielt und sagenhafte 0€ bekommen.
Ich vermute stark, dass man mich quasi nicht gehört hat. Viele der Songs die ich spiele sind gezupft und relativ leise gesungen und über vorbeilaufende redende Menschenmengen habe ich da null Chance im offenen Raum.
Ich habe auch ein paar Songs wo ich stellenweise fast schreie. Das hört man dann sicher auch, aber ich kann ja nicht den ganzen Song schreien. So wie ich das bisher gesehen habe leben Songs doch eigentlich von der Dynamik.
Naja- meine Frage wäre nun: wie löst ihr das? Im Endeffekt braucht man ja Songs, bei denen man die ganze Zeit sehr laut singen kann. Wie habt ihr die ausgewählt? Habt ihr da irgendwie die Gesangstechnik angepasst?
Und auch auf der Gitarre braucht man ja Songs die man schlägt.. ich finde das irgendwie echt schade.. das schränkt schon sehr ein.

(Ich bin auch nicht super leise, also an einem größeren Lagerfeuer hört man auch die leiseren Songs noch überall, aber auf der Straße habe ich das Gefühl hört man nach 1-2m nicht mehr wirklich was ich mache, und in meiner Heimatstadt war es oft so, dass Leute vorbeigelaufen sind, dann paar Meter später umgekehrt sind und mir was reingeworfen haben. So lange muss man mich wahrscheinlich auch halbwegs hören: 5-10 meter vorher und nachher.)
 
glombi
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Ohne Video von deiner Darbietung wird sich hier wohl kaum einer ein wirkliches Bild machen können?

In der Großstadt gibt es halt ein größeres Angebot an guter Straßenmusik, ist das Publikum dafür eher abgestumpft und beim Shoppen eh meist gestresst.

In Deiner Heimat kennt man sich vielleicht eher und fühlt sich dadurch verpflichtet?

Ein reiner Einnahmenvergleich ist daher eher nicht so hilfreich?

Gruß,
glombi
 
Earth616
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Ich stimme glombi zu, was die Unterschiede von Klein- und Großstadt angeht. Dazu kommen wahrscheinlich dann noch bestimmte Standorteigenschaften. Auch in einer Großstadt gibt es bessere und schlechtere Plätze.

Was die Lautstärke angeht, ich denke auch, dass die Auswahl der Stücke passen muss. Es ist kein Konzert, wo die Leute aufmerksam zuhören (meistens zumindest), sondern Nebenbeibeschallung. Ansonsten ist natürlich das Equipment wichtig. Was für eine Gitarre spielst du? Das macht lautstärkemäßig schon einen großen Unterschied. Wie sieht es mit Verstärkern aus? Da muss man etwas aufpassen, denn manche Städte verbieten Verstärkung. Wenn das in deinem Zielgebiet nicht der Fall ist, würde ich mich da mal nach einem batteriebetriebenem Amp umsehen, da gibt es mittlerweile einiges.

Ich würde auch mal andere Straßenmusiker in der gleichen Stadt beobachten, wie die das ganze lösen. Eventuell geben sie dir auch ein paar Tipps.
 
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Die gut frequentierten Plätze sind meist recht offene Plätze. Keine Chance ohne Amp.
Suche dir alternativ gut hallende Unterführung ggf. U-Bahn Hallen und Unterführung gehen auch.
 
Filztier
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Die gut frequentierten Plätze sind meist recht offene Plätze. Keine Chance ohne Amp.

Es mag schwer vorstellbar sein, aber es gab tatsächlich mal eine Zeit, da gab es keine mobilen batterie- oder akkubetriebenen Verstärker. Den Musikern ist damals auch gelungen, ganze Straßenzüge zu beschallen.

Wie sagte doch einst ein recht bekannter Hamburger (Straßen-)Musiker sinngemäß: "Die Straße ist mein Übungsraum".

Ich schätze Straßenmusik sehr, empfinde aber die lautstarke Verstärkerbeschallung der heutigen Straßenmusikergeneration als absolutes Ärgernis, da kein Entweichen möglich ist. Die Musiker sind lange bevor diese zu sehen sind, lautstrark zu hören. Und dies leider nicht immer auf qualitativ hochwertigem Niveau.
 
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Joa, Missbrauch wird auch betrieben.
Aber sanftes Fingerpicking und sanftes Stimmchen... Geht nicht ohne.
Ich spiele Bass :)
 
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Hey, danke für die Antworten. Ja, ich denke ich werd mir mal einen Amp zulegen. War jetzt nochmal mit meinen Eltern eine kleine Stadt anschauen. Hab mir da eine kleine Gasse gesucht und in einer halben Stunde 7€ bekommen. Das finde ich eigentlich ganz in Ordnung, da wirklich wenig Menschen vorbei kamen (vllt 2-3 "Grüppchen" pro Song, bei manchen auch keiner). Es ist halt wirklich nicht so leicht wie gedacht Gassen oder Unterführungen zu finden die dann auch noch von vielen Menschen durchquert werden.

Und ich kann mir auch vorstellen, dass ich für eine Großstadt einfach noch nicht gut genug bin. Insbesondere mein Gitarrespiel- Gitarre ist nicht einmal mein Nebenfach, hab nur mal in Kindheit und Jugend paar Jahre gespielt. Da ist echt noch Luft nach oben.

Ich denke ich werde mir in Zukunft mal einen Amp zulegen und wenn erlaubt einsetzen (mal angenommen man ist in einer Stadt in der das nicht erlaubt ist.. muss man dann gleich Strafe zahlen oder wird man erstmal ermahnt?). Ich habe auch nicht vor den Amp extrem aufzudrehen, sondern halt so, dass man mich auch auf den etwas breiteren Straßen hört, wo halt auch ein paar Leute langlaufen. Vielleicht sieht man das dann etwas milder.. ich mein: wenn ich richtig schrammel und laut singe dann ist das im Zweifelsfall vielleichts sogar lauter. (Allgemein wäre vielleicht eine db-Grenze sinnvoller als ein Verstärkerverbot?.. aber das entscheidet ja keiner von uns)

Und den Tipp mal zu schauen was die anderen Straßenmusiker so machen und ggf zu reden werde ich auf jeden Fall beherzigen.

Ich dachte mir ich zieh einfach mal mit Straßenmusik von Stadt zu Stadt und nutze das 9€ Ticket um mir kostengünstig ein bisschen was anzugucken und ein paar Erfahrungen zu sammeln... aber das scheint doch nicht ganz so einfach zu sein wie ich gedacht hatte. Die Standortsuche in neuen Städten gehört wohl ebenso dazu wie die Musik die man dann spielt.
 
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Und ich kann mir auch vorstellen, dass ich für eine Großstadt einfach noch nicht gut genug bin. Insbesondere mein Gitarrespiel

Ich denke, das "Problem" liegt eher darin, dass es im Großstadtleben häufig deutlich hecktischer zugeht. In Hamburg erlebe ich viele Touristen als gestresst. Die Leute genießen deutlcih seltener das Verweilen. Ich würde mir daher weniger Sorgen um das Gitarrenspiel machen, wenn denn das Gesamtpaket stimmt.
 

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