Strukturierung Übungseinheiten als Akkordeon-Selbstlerner

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Hallo, liebe Akkordeonfreunde,

ich würde mich abermals über eure Meinungen beziehungsweise Einschätzungen freuen. Es geht mir darum, wie man als Selbstlerner die Übungseinheiten optimal gestalten sollte.

Ich bin vor ein paar Tagen auf die englischsprachigen YouTube-Videos von Ronen Segall gestoßen, die er unter dem Namen Moshe Zuchter veröffentlicht. Ich finde die Videos sehr gut gemacht, Es finden sich auch Videos zur Strukturierung von Übungseinheiten darunter, zum Beispiel das Video "15 Minute Practice for Beginner Accordion". Hier spricht er sich im Wesentlichen dafür aus, nicht zu viel zu üben (ca. 15 Minuten) und diese Zeit ungefähr folgendermaßen aufzuteilen:
Skalen, Arpeggien, Umkehrungen, Basssprünge (jeweils ein paar Minuten) und erst am Ende noch ein paar Minuten das jeweilige Lied bzw. einen Teil daraus.

Ich mache das jetzt seit einigen Tagen so in der Art und muss sagen, dass ich mir einbilde, dass es die Effektivität des Übens tatsächlich erhöht.

In einem anderen Video empfiehlt Ronen Segall, ein paar Unterrichtsstunden bei einem Klavierlehrer zu nehmen, um sich die Grundlagen für die rechte Hand draufzuschaffen. Das habe ich zwar nicht vor, aber ich habe mir ein günstiges elektronisches Piano gekauft, mit dem ich nun auch in den Morgen- oder Abendstunden meine Fingerfertigkeit der rechten Hand per Kopfhörer trainieren kann. Hier frage ich mich, ob ich auch irgendwie die linke Basshand ins Training miteinbeziehen kann.

Ich würde mich über eure Meinungen/Erfahrungen zum Thema Strukturierung von Übungseinheiten und "Trockenübungen" mit dem Piano sehr freuen.

Besten Dank im Voraus und beste Grüße

PitFfm
 
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Bernnt

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Hallo @PitFfm, schön dass Du zum Akkordeon gefunden hast. Zu den Videos: Wenn Dir die Arbeitsweise zusagt, erst einmal Trockenübungen zu machen und Dir das gefällt, ist nichts einzuwenden. Bei uns gibt es Leute, die tatsächlich so üben. Mir wär das zu trocken. Mir hat es immer gefallen, zunächst einmal mit einfachen Stücken anzufangen, die man kennt. Wenn dann Melodielinien oder Basswechsel darunter waren, die mir neu waren oder nicht behagten, habe ich die dann geübt. Das heißt: Die Stücke haben meinen Lernfortschritt gemanagt. Aber letztendlich ist das wie gesagt Geschmackssache.

Ich spiele auch Klavier. In der Tat ist es so, dass manches dort gleich ist. Die Fingersätze für Tonleiter kann man auf dem Klavier und auf dem Akkordeon studieren. Allerdings finde ich es auf dem Akkordeon problematischer, beim Spielen auf die Tasten zu gucken, weil man schnell verkrampfte Haltungen annimmt. So sollte man spielen können ohne zu gucken. Wichtig ist auch korrekter Balgwechsel, was es auf dem Klavier nicht gibt. Was spricht dagegen, einen Akkordeonlehrer statt einen Klavierlehrer zu konsultieren, wenn man einen Lehrer braucht?
 
dac

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Tag, Leute, Akkordeon üben ist geistig anstrengend, ich übe mehrmals am Tag nicht lange. Dieser Rat ist plausibel.

Viel Erfolg, dac
 
Schtine01

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Akkordeonüben empfinde ich als geistig enorm entspannend und super gut, um den Kopf wieder frei zu bekommen, wenn er nach einem langen Arbeitstag richtig müde ist. Ob ich dann 30 Minuten oder länger übe, entscheide ich nach Lust, Laune und manchmal einfach auch nach der Uhrzeit.

Beim üben empfinde ich ähnlich wie @Bernnt ich arbeite mich gerne in neue Stücke ein und schaue, wie weit ich komme. An dem, was nicht so flüssig läuft, wird so lange getüftelt, bis der Fingersatz passt und von der Melodie Sinn macht. Manche Stellen werden deshalb als hakelig empfunden, weil sie so ein wenig unvermittelt und scheinbar unpassend im Melodiefluss auftauchen. Häufig bekommen sie dann Sinn, wenn man die Melodie einfach mal mitsummt und sich bewusst macht, wie die einzelnen Meldodieteile zusammenhängen oder getrennt sind.
 
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Hallo, @Bernnt, danke für deine Rückmeldung!

Die Stücke haben meinen Lernfortschritt gemanagt.
Dann bin ich zuversichtlich, dass die Trockenübungen tatsächlich ein gangbarer Weg sein können, auch wenn - wie von dir so schön beschrieben - andersherum die Stücke den Lernfortschritt managen können. Man kann es ja vielleicht auch variieren. Wenn einem ein Lied keine Ruhe mehr lässt, dann kann man ja gleich damit loslegen.

Allerdings finde ich es auf dem Akkordeon problematischer, beim Spielen auf die Tasten zu gucken, weil man schnell verkrampfte Haltungen annimmt. So sollte man spielen können ohne zu gucken. Wichtig ist auch korrekter Balgwechsel, was es auf dem Klavier nicht gibt. Was spricht dagegen, einen Akkordeonlehrer statt einen Klavierlehrer zu konsultieren, wenn man einen Lehrer braucht?
Die von dir genannten Punkte zu Zusammenhang und Unterschieden zwischen Klavier und Akkordeon kann ich natürlich unterschreiben. Ich sehe es so: Wenn es zu früh oder zu spät ist, um in der Mietwohnung zu akkordeonieren, dann ist eine Übung mittels Keyboard - so hoffe ich zumindest - besser als gar keine Übung. Zumal wenn man sich den Erwerb eines elektronischen Akkordeons von Roland (er)sparen möchte. Und nein, es spricht natürlich nichts dagegen, einen echten Lehrer, vor allem Akkordeonlehrer, zu konsultieren. Die wollen und sollen ja auch leben.

Nochmals besten Dank und Gruß

PitFfm
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Akkordeon üben ist geistig anstrengend, ich übe mehrmals am Tag nicht lange. Dieser Rat ist plausibel.

Moin, @dac, besten Dank für deine Rückmeldung! Ich bin beruhigt, dass es normal ist, wenn das Üben geistig anstrengt. :)

Besten Gruß

PitFfm
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Hi, @Schtine01, danke für dein hilfreiches Feedback!

Akkordeonüben empfinde ich als geistig enorm entspannend und super gut, um den Kopf wieder frei zu bekommen, wenn er nach einem langen Arbeitstag richtig müde ist. Ob ich dann 30 Minuten oder länger übe, entscheide ich nach Lust, Laune und manchmal einfach auch nach der Uhrzeit.
Spannend, dass - so scheint mir - Entspannung und Anstrengung doch so nah beieinander liegen können. Vielleicht gehören sie beim Musizieren auch einfach dazu, um besser zu werden.

Häufig bekommen sie dann Sinn, wenn man die Melodie einfach mal mitsummt und sich bewusst macht, wie die einzelnen Meldodieteile zusammenhängen oder getrennt sind.
Das ist ja ein enorm guter Tipp - den will ich beherzigen! :) Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob es beim Akkordeon realistisch ist, ein Lied sofort vom Blatt zu spielen - oder ob es nicht doch gar nicht anders geht, als das jeweilige Lied vorher intensiv durchzugehen und an den Fingersätzen zu feilen. Aber das ist natürlich eine andere Frage...

Nochmals besten Dank und besten Gruß

PitFfm
 
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Schtine01

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Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob es beim Akkordeon realistisch ist, ein Lied sofort vom Blatt zu spielen - oder ob es nicht doch gar nicht anders geht, als das jeweilige Lied vorher intensiv durchzugehen

Das hängt sicher auch von den individuellen Fähigkeiten ab. Manche erkennen ein Stück als Ganzes durch bloßes draufschauen, andere müssen es sich erst Takt für Takt zusammensetzen, bevor überhaupt eine Melodie erkennbar wird.
 
Boris_Z

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Ich habe Anfangs den Fehler gemacht alles viel zu schnell spielen zu wollen bis ich den Grundsatz verinnerlicht habe "was man langsam fehlerfrei nicht beherrscht, beherrscht man im schnellen Spiel erst recht nicht". Seit dem lerne ich Stücke in einem betont langsamen Tempo und steigere mich langsam im Tempo bis es zum Automatismus wird.

Für mich ist der größte Unterschied zum Klavier, dass ich auf dem Akkordeon den kleinen Finger (5.) deutlich weniger einsetze woraus sich ein anderer Fingersatz ergibt der sich soweit es geht auf die ersten 3-4 Finger beschränkt. Hängt aber natürlich auch viel mit den Musikstilen zusammen.
 
dac

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@Boris_Z

Abend! Den kleinen Finger kann man sehr wohl verwenden. Ich glaube, du meinst die linke Hand, da ist der kleine Finger eher selten am Werken.

Man sieht sich, dac
 
Boris_Z

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@dac

Ich mein schon die rechte Hand auf der Diskantseite. Der kleine Finger ist ja relativ schwach und wenn man anspruchsvolle schnelle Stücke spielt, steht er oft im Weg oder entwickelt nicht genug Kraft. Ich habe aus vielen Stücken, bei denen ich Anfangs den kleinen Finger oft verwendet habe, den Fingersatz so abgeändert, dass ich den kleinen Finger gar nicht verwende, das Ergebnis war dass sich die Genauigkeit und die Geschwindigkeit deutlich gesteigert hat.

Ich spiele vornehmlich (süd-)osteuropäische Musik, dort kommt es sehr stark auf den richtigen Fingersatz an, oft gibt's nur eine Fingersatzvariante die dem Tempo gerecht wird.
 
Arrigo

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Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob es beim Akkordeon realistisch ist, ein Lied sofort vom Blatt zu spielen - oder ob es nicht doch gar nicht anders geht, als das jeweilige Lied vorher intensiv durchzugehen und an den Fingersätzen zu feilen.
Ab einem gewissen Spielkönnen ist es kein Problem, ein Stück vom Blatt zu spielen und dabei gleichzeitig das Stück und das eigene Spiel zu analysieren und erst danach Fingersätze anzupassen und an der Artikulation zu feilen.
Bei weniger Spielkönnen sehe ich da Probleme, gerade wenn kein Lehrer zuhört und eine Rückmeldung gibt:
- Nicht vorausschauende Fingersätze, die auf möglichst wenig Handbewegungen abzielen und das mit einigen wenigen Kamikaze-Aktionen erkaufen, bei denen dann die Finger nicht mehr mitmachen.
- Beschleunigungen, wenn die Finger wenig zu tun haben, und Pausen und Verzögerungen, wenn ein paar Noten mehr auftauchen.
- Wie Schtine schreibt: Kein Drive, so wie wenn jemand, der lesen lernt, Buchstabe für Buchstabe liest statt ganze Sätze.

Schtine hat ja schon die musikalische Seite angesprochen. Ein bisschen Technisches von mir:
Eine gute Vorübung, um Fingersätze zu überprüfen und faule Finger zu trainieren, ist, die Stücke im Rhythmus "Lang - kurz - lang - kurz - lang - kurz........." und danach im Rhythmus "Kurz - lang - kurz - lang - kurz - lang........." zu spielen.

In dieser Richtung interpretiere ich auch die Empfehlung mit dem Klavierlehrer, die ich sonst auch seltsam finde:
Ein Klavier braucht wegen der Tastendynamik (und generell schwergängiger Tasten) einen ausreichend kräftigen Anschlag, ein Akkordeon nicht zwangsläufig.
Das verleitet dazu, beim Akkordeonspielen nicht die Finger zu heben, und das wiederum führt zu unpräzisem Spiel und einem Klang, der davon abhängt, welcher Finger gerade dran ist.
Also Finger raus aus den Tasten.
Wer staccato spielen kann, kann immer auch portato und legato spielen, aber nicht umgekehrt, es sei denn man übt es.
 
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dac

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@Arrigo Guten Morgen!

Meinen kl. Finger nehme ich sehr wohl, muss das jetzt mal überprüfen. Denke aber, dass ich z. B. eine Undezim wenn überhaupt nicht mit dem Ringfinger greifen kann.

Herzliche Grüße aus AT, dac

Habe jetzt geübt. Den kleinen Finger nehme ich sehr wohl.
 
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Ich spiele vornehmlich (süd-)osteuropäische Musik, dort kommt es sehr stark auf den richtigen Fingersatz an, oft gibt's nur eine Fingersatzvariante die dem Tempo gerecht wird.

genau - jeder Fingersatz klingt anders und entwickelt am Ende eine andere Interpretation. Manchmal suche ich 2 Jahre lang nach Fingersätzen und ändere nach einer längeren Spielpause (mit Reifeprozess) wieder einiges...

Ab einem gewissen Spielkönnen ist es kein Problem, ein Stück vom Blatt zu spielen und dabei gleichzeitig das Stück und das eigene Spiel zu analysieren und erst danach Fingersätze anzupassen und an der Artikulation zu feilen.

Naja das kommt schon immer auch auf die Komplexität an.
Ich bin sicher dass Du das auch nicht gleich flüssig vom Blatt spielst.
1615018952074.png


Eine gute Vorübung, um Fingersätze zu überprüfen und faule Finger zu trainieren, ist, die Stücke im Rhythmus "Lang - kurz - lang - kurz - lang - kurz........." und danach im Rhythmus "Kurz - lang - kurz - lang - kurz - lang........." zu spielen.


Seit dem lerne ich Stücke in einem betont langsamen Tempo und steigere mich langsam im Tempo bis es zum Automatismus wird.


Ich denke jeder gehört zu jeder Gruppe, je nach Stimmung geht man die Stücke an.
Vor und nach den Wechseljahren wechselt das auch. :D
 
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Hallo zusammen,

wieder viele gute Tipps und Hinweise - danke!

Das Spielen auf dem Keyboard hilft mir persönlich schon, zumal mir dann die Tasten auf dem Akkordeon näher beeinanderliegend - und dadurch leichter zu greifen vorkommen.

Seit ich nun auch Umkehrungen, Akkord-, Arpeggio- und Skalenübungen in mein Üben integriere, lerne ich die Diskanttasten besser kennen - auch das hilft mir.

Habe nun vorerst umgestellt von "Spiel Akkordeon" von Peter Michael Haas auf das bereits erwähnte "Das große Buch für Akkordeon" von Herb Kraus. Die derzeitige Herausforderung: "Der Schneewalzer" - mit den Oktav- und Sextintervallen schon eine Herausforderung, zumal ich mich immer selbst drosseln muss, was das Tempo angeht.

Ich weiß, die Meinungen hier im Forum zu derlei "Umtahtah"-Musik sind hier eher kritisch, aber gerade derlei Standardrepertoire mit Wiedererkennungseffekt macht mir persönlich das Lernen leichter.

Beste Grüße

PitFfm
 
dac

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@PitFfm Hi, ich muss auch nach sehr langer Pause mit dem Musizieren neu beginnen. Der Schneewalzer ist geeignet, und es ist keine Schande, wenn man ihn einübt.
Grüße dac
 
PitFfm

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@dac, danke für deine Ermutigung! Mich reizen diese Klassiker einfach. Auch das Thema Polka interessiert mich. Ich vermute, ich kann gar nicht anders. Ich habe leider nur noch schemenhafte Erinnerungen an meinen Knopfakkordeon spielenden Opa. Der war aus dem Sudetenland und hat wahrscheinlich allerhand Böhmisches gespielt. Das finde ich so faszinierend: Früher hat man auch ohne Musikunterricht spielen gelernt. Wahrscheinlich deutlich weniger theoretisch fundiert - aber halt einfach so, dass man dann auch aufspielen konnte, wenn die Stimmung entsprechend war. Wenn es die Möglichkeit gäbe, das Instrument auf eine so praktische Art zu erlernen, dann würde ich das direkt so machen.

Besten Gruß

PitFfm
 
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Arrigo

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Ich bin sicher dass Du das auch nicht gleich flüssig vom Blatt spielst.
Da hast du Recht.
Das Beispiel finde ich dennoch deshalb am interessantesten, weil es vom Blatt leichter zu spielen ist als beim exakten Lesen und Überlegen.
Wenn man die Grundbässe mit den Akkordsymbolen über der Basszeile und der Melodie kombiniert, umgeht man nämlich ohne jeden Nachteil die seltsame (Versetzungszeichen sparende) Akkordnotation.
In meinem langen Akkordeonunterricht hätte ich mir übrigens solche Sachen gewünscht, also nicht die Notation, sondern die Polyphonie.
Sogar solche Sachen, wie die Basssoli in manchen Märschen kamen bei mir erst nach dem Unterricht und gehäuft erst als ich begonnen habe, Melodiebass zu lernen.
Den kleinen Finger nehme ich sehr wohl.
Ich wollte dich nicht angreifen. Die kleineren Finger muss man wirklich trainieren. Das ist nicht selbstverständlich.
Bei mir ist auch der rechte kleine Finger träger als der linke.
Und ich habe den Vorteil, dass ich die Dinge, an denen ein Anfänger zu beißen hat, vermutlich kann und deshalb Spielraum für Nebenkriegsschauplätze wie Auslastung mancher Finger habe.
Wenn es die Möglichkeit gäbe, das Instrument auf eine so praktische Art zu erlernen, dann würde ich das direkt so machen.
Ich habe vor ein paar Jahren das Notenmaterial einer 80-jährigen Musiklehrerin, der alten Tradition gemäß fast nur Kopien, teils handschriftlich, geerbt bzw. von den Erben geschenkt bekommen.
Meine Meinung: Ganz so, wie du dir das vorstellst, geht es nicht.
Alte Akkordeonlehrbücher enthalten Übungsstücke in dieser Art, aber nicht wirklich viele bekannte Sachen.
Der Nachteil: es klingt alles gleich. Dennoch kann man auch weiterhin damit lernen.

Die Anfängerbearbeitungen alter Schlager sind z.T. wirklich eine Zumutung.
Wenn dreistufige Jazzakkorde auf einen Ton reduziert werden, Zwischenspiele und Verzierungen ersatzlos gestrichen werden, dann werden Stücke fad und verlieren ihre Wirkung.
Wenn sie ein Anfänger dann im halben Tempo spielt, wird es teilweise schwierig, zu erkennen, was das für ein Lied sein soll.
Früher hat man auch ohne Musikunterricht spielen gelernt.
Das glaube ich nicht. Irgendein Opa oder eine Tante hat sich schon gefunden. Und bei Orten über 1000 Einwohner war nach dem zweiten Weltkrieg die Wahrscheinlichkeit hoch, dass irgendwo in der Nähe ein Musiklehrer aus Ostpreußen einquartiert war. Oder der Kirchenorganist hat sich ein paar Mark dazuverdient.
Die Qualität des Unterrichts hat natürlich stark geschwankt, aber dass so gar niemand da war, war schon selten.
Du musst überlegen, wie teuer ein Akkordeon damals für einen Normalverdiener war. Der Unterricht war im Vergleich dazu fast geschenkt.
Der Schneewalzer ist geeignet
Genau. Und seine Wirkung bei alten Leuten ist unübertroffen.
Volksmusik geht auch ganz gut für einen Anfänger, z.B. hier:
https://www.stammtischmusik.at/noten/noten.shtml
 
PitFfm

PitFfm

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@Arrigo, du weißt sehr viel und lässt mich daran teilhaben - danke dir!
 
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