Suche Alternative zu einer Bundfeile?

von Tubble, 03.02.16.

  1. Tubble

    Tubble Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #1
    Hallo,

    ich muss an einer Billiggitarre (35,-EUR) die Bünde bearbeiten. Die günstigste Bundfeile, die ich gesehen habe, kostet 17,90EUR. Das lohnt natürlich nicht nur für eine Gitarre zumal noch so eine billige. Bitte jetzt keine Kommentare, dass man so nen Billigschrott ja auch nicht kauft. Ich lege euch gerne die Gründe dar, möchte den 1sten Post aber nicht so lang halten.

    Hat jemand ne billigere Idee, als 17,90EUR?

    Die Bünde stehen unten am Hals leicht über.
    g-Saite erster Bund klirrt (Bund zu hoch?)
    A-Saite zweiter Bund klirrt (Bund zu hoch?)
    Saitenklirren (Schnarren) geht weg, sobald ich nen Bund höher greife.

    Ich nehme mal an, ich muss nach dem Abtragen von Masse, den Bund wieder nachrunden, sodass der Auflagepunkt für die Saite so klein wie möglich ist, oder?

    Danke schonmal für Vorschläge.
     
  2. Disgracer

    Disgracer A-Gitarren-Mod Moderator

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    Erstellt: 03.02.16   #2
    Naja, es fällt schwer, irgendwas anderes zu sagen..
    Wenn du die 18€ für ne Bundfeile (was btw wirklich billig für ne Bundfeile ist) und nen neuen Saitensatz zusammenrechnest, den du ja auch aufziehen musst, addiert sich das quasi zu den Gesamtkosten der Gitarre..
    Du kannst einfach für 35€ kein Instrument erwarten, dass rundum super funktioniert.
    Entweder nimmst du das Klirren in Kauf, guckst, was dein Werkzeugkasten sonst noch so hergibt, oder du suchst dir halt direkt ein Instrument, dass spielbar ist. Weil jetzt da irgendwelche Feilen kaufen lohnt halt absolut nicht.
    Statt 35€ (Gitarre) + 18€ (Feile) + 12€ (Saiten) zu zahlen, hättest du halt gleich ne (gebrauchte) Gitarre für 70€ kaufen können, die neu vmtl 150€+ gekostet hat und in allen Bereichen um Längen besser gewesen wäre als deine Aktuelle..
    Kannst du die vllt noch zurückgeben?
     
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  3. BenChnobli

    BenChnobli Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 03.02.16   #3
    Einer der unterschiede zwischen sehr günstigen instrumenten und "schrott" dürfte ja die mannstunden sein, die in die qualitätskontrolle und einstellung gesteckt werden. Wenn du das selber hinkriegst und das instrument als solches nicht direkt aus gepresstem kuhmist hergestellt ist, könntest du mit der DIY-aktion vielleicht glück haben. Vielleicht aber auch nicht...

    Ich denke, zumindest eine gewisse verbesserung der bünde kriegst du auch mit einer "normalen" kleinen feile hin, genügend freie zeit, geduld, ein scharfes auge und eine ruhige hand vorausgesetzt. Und wenn es doch nicht klappt, dann ist nicht viel verloren, dafür handwerkliche erfahrung gewonnen. Also nur zu :great:

    Gruss, Ben
     
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  4. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #4
    ... Und sauberes Bundieren ist eine Kunst.
    Du kannst eine kleine Schlüsselfeile nehmen, aber das ist nicht einfach. Eine gekehlte Bundfeile ist da von Vorteil.

    Ich nehme mal an, Du hast sowas schon öfter gemacht und weisst, das da noch mehr ( Werk)Zeug als nur eine Bundfeile dazu gehört..?
     
  5. GEH

    GEH MOD A-Saiteninstrumente Moderator

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    Erstellt: 03.02.16   #5
    Wer öfter bastelt lernt im Laufe der Zeit, dass ein gutes und passendes Werkzeug durch fast nichts zu ersetzen ist.
    Insofern ist es eigentlich ziemlich egal, was die Gitarre, an der gebastelt wird, gekostet hat.
    Wenn du Spaß an Bastelarbeiten hast, dann kauf mir eine gute Feile - auch für kommende Projekte.
    Bei fast allen Werkzeugen, die ich habe, hätte sich der Kauf für den allerersten Einsatz alleine nicht "gelohnt".
     
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  6. gesch

    gesch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #6
    Erst einmal definieren was Du unter einer Bundfeile verstehst?!

    Um überstehende Kanten oder individuelle Hochpunkte an den Bünden zu korrigieren braucht es nur eine "normale" Feile (am besten eine Schlüsselfeile). Gut ist auch einen Schleifklotz. Um dann die Rundung der Bünde wieder hin zu bekommen brauchst Du dann zwingend eine Bundfeile. Denn nur diese gewährleistet eine vernünftige "Rundung" der Bünde - aber Vorsicht: Bundfeilen gibt es mit verschiedenen Radien.

    Also eine Bundfeile ist dazu da die "Rundung" der Bünde und somit den Auflagepunkt beim Saitengreifen zu definieren (wie Du auch schon vermutet hast)

    Und zum Argument das Dir eine Bundfeile zu teuer sei - also erstens ist der genannte Preis nicht teuer (ich weiß ist alles relativ) und zweitens braucht man sie immer wieder da sich die Bünde mit der Zeit abspielen und man dann noch ein-, zweimal mit einer Bundfeile korrigieren kann bevor es zu einer Neubundierung kommen muss.

    Gruß
     
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  7. Corkonian

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    Erstellt: 03.02.16   #7
    Man kann auch mit einer sehr feinen Schlüsselfeile einen Bund krönen.
    Aber das erfordert lange Jahre Erfahrung und viel, viel Übung.
    Es ist viel einfacher eine gute Diamant besetzte, hohlgekehlte Bundfeile zu verwenden.
    Wobei... Einfach ist auch hier relativ.
     
  8. Devron

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    Erstellt: 03.02.16   #8
    Wenn die Saiten in den ersten Bünden schnarren schau dir mal den Sattel an. Es ist äußerst(²) selten, dass das wegen zu hohen Bünden vorkommt. Es sei denn du siehst eine Lücke zwischen Bund und Griffbrett (wenn der Einsatz nicht tief genug gefräst wurde).
     
  9. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #9
    Wenn die Bünde "überstehen" - was ich jetzt erst richtig gelesen habe, meisnst Du damit, dass zwischen Bund und Griffbrett ein Spalt ist? Oder stehen die Bünde am Rand über, so daß man dort mit den Fingern das kratzig/scharfe Ende des Bunddrahtes spürt?
     
  10. BenChnobli

    BenChnobli Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 03.02.16   #10
    Schon, aber das hier ist eine 35€ gitarre, da könnte es mit etwas enthusiasmus und zwei ruhigen händen schon möglich sein, ein resultat zu erzielen, das gut genug ist für den zweck, auch wenn das ergebnis einer meistergitarre nicht würdig wäre.
    Das wäre natürlich grundvoraussetzung. Die gitarre soll in allen teilen sauber eingestellt sein, bevor man anfängt mit einer feile an den bünden rumzukratzen :)

    Gruss, Ben
     
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  11. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #11
    @BenChnobli ...und wenn man sich dann den 1. Bund 1/10mm zu tief gefeilt hat, was dann? Bund ziehen und neu setzen dürfte allein mit dem dazu notwendigen Werkzeug den Kaufpreis einer neuen Billig-Gitarre überschreiten.
    Ich emfehle dem OP auf Flohmärkjten nach kaputten Gitarren im einstelluigen Eurobereich zu suchen und daran zu üben. So eine sehr preiswerte Neugitarre ist dafür schon fast zu teuer.
    Weil, wie meine erste Bundarbeit aussah, will ich selber nicht mehr wissen... nur "schön" oder "erfolgreich" waren jetzt nicht die Worte, die mir spontan dazu einfielen...
     
  12. Gast 2356

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    Erstellt: 03.02.16   #12
    Eine Bundfeile dient nur zum abschließenden "runden" der Bundoberfläche und der Kanten.

    Wenn du viel Zeit und Nerven und wenig Geld hast, kann man das auch mit einer Schlüsselfeile
    hinbekommen. Die Fingerkuppen sehen dann lecker aus und die Bundzwischenräume müssen
    sorgfältigst geschützt werden. Aber gehen tut das.....wenn man weiß was man tut.
    Und genau den Eindruck habe ich hier leider nicht.

    Bünde abrichten tut man mit einer stinknormalen Schlichtfeile und nicht mit einer Bundfeile
    und nie nie nie nie nie einen einzelnen Bund mit der Feile zum "Abrichten" bearbeiten.
     
  13. gesch

    gesch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #13
    Sorry, das ist Unfug.

    Wenn ein Bundstäbchen höher ist als seine beiden Nachbarn, wenn also mit einem kurzen Messlineal über diese drei Bünde gemessen wird und das Lineal "kippelt", dann ist der mittlere Bund zu hoch. Ein sogenannter individueller Hochpunkt. Da genügt es dann auch nur diesen Bund zu nivellieren und nicht den ganzen Hals abzurichten.

    Gruß
     
  14. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #14
    Bei einem einzelnen Bund würde ich erstmal sehen ob der nicht durch einen zu engen Sitz vielleicht hochgedrückt worden ist. Dann brauche ich genau keine Feile sondern einen Schonhammer.
    Bei den meisten preiswerten Gitarren macht es aber auch gar keinen Sinn genau einen Bund abzurichten, weil meist das Griffbrett und/oder die Bebundung aussieht wie eine Achterbahn.
    In aller Regel werden solche Gitarren bewusst genau so grenzwertig eingestellt, dass man das gerade noch bespielen kann. Die besch....eidenen Sättel sind nicht etwa mangeldem Wissen oder Unfähigkeit geschuldet, sondern eine grenzwertig hohe Saitenlage an Sattel und Steg hilft eine Achterbahn bei den Bünden zu vertuschen. Und wenn ich dann anfange, da abzurichten, dann richte ich nicht einen Bund ab, sondern alle. Ich hatte mal eine billige China LesPaul in der Hand, da war sas Griffbrett so verworfen, dass man da keine Bünde abrichten konnte. Das Griffbrett war in sich so wellig....
    Und bei einer UHU-Gitarre lohnt das dann als Übungsaufgabe. Nur wird man dann davon ausgehen können, dass sich das nicht lohnt. Weil der Zeitaufwand...
    Aber wenn man das mal ein paar Dutzend mal gemacht hat, dann kann man sich auch mal an ein echtes Instrument wagen.
     
  15. Gast 2356

    Gast 2356 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.16   #15
    Aha, und wie mache ich das?
    Indem ich eine große lange Schlichtfeile, mit vorsichtigem Druck auf die überstehende Stelle, über das Griffbrett führe.
    Abgeschliffen wird dann nur der überstehende Bund, die benachbarten Bünde müssen nur nachpoliert werden.
    Das ist deutlich einfacher und sicherer als einen Bund entsprechend des Radius´ rundzufeilen.
     
  16. BenChnobli

    BenChnobli Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 03.02.16   #16
    Wenn so wenig werkzeug vorhanden ist, wie es zu sein scheint, dann ist das unternehmen eh ein wirtschaftlicher totalschaden, das heisst, wenn's schief geht, hat man erfahrung gewonnen und eigentlich nichts verloren, was nicht schon kaputt war.

    Aber die 5 euro-klampfe vom flohmarkt zum erstmal üben ist sicher auch nicht verkehrt, je nach bereits vorhandenen DIY-skills.

    Gruss, Ben
     
  17. Tubble

    Tubble Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.02.16   #17
    Erstmal sorry an euch alle, dass ich mich so spät zurück melde! Vielen Dank für alle Posts!

    OK, dann muss ich doch ausholen. :)

    Natürlich habt ihr/ hast du recht, aber:

    Die kleinen (vor allem mein großer Neffe, jetzt 6) ging immer an meine 229,-DM Gitarre (also ein richtiges Instrument, meine erste!), deshalb sollten die Kinder irgendwann eine kriegen. Ich fand es eigentlich noch zu früh.

    Ich habe von meiner Mutter (Oma) den Auftrag bekommen für sie eine Gitarre auszusuchen, die mein Neffe (5Jahre, Sohn meines Bruders, also ich als Onkel) spielen kann, solange man noch nicht weiß, ob er dabei bleibt und ob er sie ganz lässt (aber es sollte ein richtiges Instrument sein, dass man auch stimmen kann). Weil das ja ne ach so gute Gelegenheit wäre, meinte "die Oma", ich solle für meinen Bruder eine mitbestellen, dann könne er gleich mit seinem Sohn zusammen Gitarrenunterricht nehmen.
    Also, hab ich ihr gesagt, was es gibt und sie meinte, och die billigste reicht doch vielleicht. Da die Bewertungen beim "großen T" alle sehr positiv waren, hab ich gesagt, nagut zur Not schickt man sie zurück.
    Also 1x ne ganze für meinen Bruder und 1x 1/2 für den Neffen.
    - Die Ganze war an einigen Stellen am Hals nicht mit Lack bedeckt, auf der Decke unterm Lack Farbe verschmiert, Bünde haben unten rausgeguckt, sodass wenn man die Hand nicht richtig hält und hochrutscht die Finger ankratzt/"aufschlitzt" (übertrieben). Klanglich aber in Ordnung. Ich war überrascht, dass diese Gitarren klanglich oktav- und bundrein sind.
    - Die 1/2-Gitarre: perfekt. Kann man nicht anders sagen. Lediglich ein 1mm großes "Astauge" auf beiden Seiten der Decke (gespiegelt, also ausm gleichen Holzblock :) ).

    Oma meinte dann, ach schick die Ganze zurück und bestell erstmal keinen Ersatz, wer weiß, ob der dazu Zeit hat (mein Bruder).
    Dann gab es eine klare Regel, wie die Kinder mit der gitarre umgehen sollten. Der 2-Jährige meiner Schwester hat dann auch auf der Gitarre so getan, als würde er spielen (er ist inzwischen 2,75-Jahre und ahmt sogar schon einen E-Dur und A-Dur Akkord korrekt nach und schlägt gleichmäßig. War selber überrascht/ etwas ungläubig.). Die Oma hat dann aber immer gesagt "ach lass ihn doch", wenn er die Gitarre hinter sich hergezogen hat oder damit rumgelaufen ist.
    Nach zwei Monaten "ach lass ihn doch" sah die Gitarre dann aus, als hätte jemand die Kanten und den Boden mit Schleifpapier und grober Körnung behandelt.

    "Hm, ja doof, Oma jetzt hat er die Gitarre vom Großen kaputt gemacht,... ." wobei er das ja im grunde nicht Schuld war. Ich finde, man kann sowas von nem 2-jährigen nicht erwarten. Zumal es vorher, als die Regeln der Mutter des Kindes eingehalten wurden super geklappt hat. (Ich war dann bei Oma der böse, weil ich das Kind "dauernd" kritisiert hab, angeblich.). Also ne neue bestellt.

    Nr. 3 war klanglich in Ordnung, auch dei Bünde etc.. Leider hatte sie im Korpus stockflecken oder sowas und auf der Decke grüne Flecken. Also ging die zurück. Dann war Weihnachten und die Austauschgitarre kam kurz vorher. In all dem Trubel hab ich sie kurz überprüft und sie schien diesmal perfekt zu sein, abgesehen von kleineren Lackunzulänglichkeiten.

    Nachdem ich die Gitarre nun nochmal öfter in der Hand hatte, ist es mir nun aufgefallen. Man spielt ja nunmal selten einzelne Töne im 1st Bund auf den Basssaiten...

    Klanglich, finde ich die Billig-Gitarren vom großen T übrigens in Ordnung, dafür dass es eigentlich "Schuhkartons" sind. Am meisten hat mich überrascht, dass die Gitarren tonal stimmen.
    Was mir bei allen aufgefallen ist, war, dass der Steg schief ist, er fällt zur höchsten Saite hin ab. Das ist natürlich eigentlich ein No-Go, aber da sich die Saiten auf allen Gitarren ohne Schmerzen beim runterdrücken spielen ließen und ich auch bei der Handhaltung beim Zupfen nichts gemerkt habe, habe ich gesagt, nagut zum kaputt-spielen muss man das wohl einfach in Kauf nehmen. Zumal für den Preis!
    Genau das! Es scheint so zu sein, dass bei denen, zumindest ein bisschen drübergeschaut/eingestellt wurde, damit sie zumindest kein Megafail sind. (Die diedurchfallen werden dann als Spielzeug verkauft).
    Teil des Verkaufskonzeptes ist es wohl auch, dass man dem Kunden die Endprüfung überlässt und es sich inkl. Rücksendungen dennoch rechnet.

    Auch ist mir bei Vergleichen aufgefallen, dass manche 100-150,-EUR Teile einzelne Bauteile mit den Billiggitarren teilen. Nen schrägen Steg wird man da dann wohl nicht finden.
    Ich nehme, an du weißt, dass ich das noch nie getan habe (aufgrund der formulierung des Eingangsposts) und fragst rethorisch, oder? :)
    Das stimmt, dass meist auch das Ergebnis von gutem Werkzeug abhängt (auch etwaige Scherereien mit dem Werkzeug selber, wenn es nervt), aber dann wiederum, für ein einziges Mal...
    Da lag ich falsch. Ich dachte die flache und die mit der Aussparung sind dasselbe. Begriff hatte ich daher, dass man ja wenn man länger Gitarre spielt schonmal hier und da hört wie so eine Gitarre gebaut/hergestellt wird. :)
    Neubundierung? Ich glaube ich habe in meinem Leben zu wenig gespielt oder bin zu doof es zu merken. Bei meiner eigenen Gitarre (die "etwas" mehr als 35,- gekostet hat), merke ich davon nichts und die ist wie gesagt aus DM-Zeiten.
    OK. Hm, wenn der Radius nicht stimmt. Ich wollte nen sehr flachen Radius nehmen, damit ich nicht insgesamt zu viel wegnehme. Aber vielleicht versuch ich es erstmal vorsichtig mit ner flachen normalen Feile oder eben Schlüsselfeile.
    Lücke zwischen Bund+Griffbrett nicht, Draht steht raus. Ja, ich würde mir ehrlich gesagt wünschen, dass der Sattel etwas höher wäre, die Saiten liegen tiefer als bei meiner "richtigen" Gitarre. Schlimmer würde ein Profi wohl bewerten, dass der Steg von tief nach abfällt. Mir ist natrülich klar, dass das zum Kaschieren gemacht ist. Aber in Anbetracht des Einsatzzweckes und da man sie bequem spielen kann, habe ich das in Kauf genommen.
    Draht guckt raus, sodass man mit der Hand beim glissando hängen bleibt. Wobei, wenn wir mal ehrlich sind, soll man ja so greifen, dass die Hand nicht von hinten-unten am Hals vorbei schrabbt. Meist ist sowas ja, weil man sich angewöhnt hat mit dem Daumen nicht hinten mittig sondern hinten oben (quasi als wollte man die E-Saite mit dem Daumen spielen) greift. So war es bei mir auch, bis mich ein besserer Gitarrenlehrer darauf ansprach, war ich schon versaut, sodass es mir auch heute noch passiert.
    Bei Kinderhändchen, ist es denke ich aber, schon allein wegen der Verletzungsgefahr, auch wenn sie wohlmöglich gering ist, blöd.
    Rein von der Logik her, hatte ich auch schon die Befürchtung, dass es evtl. nach sich ziehen könnte, dass die folgenden Bünde dann näher an die Saiten kommen, und man dann alle Bünde nachfeilen kann. Es sah aber so für mich aus, dass es nur zwei Bünde auf unterschiedlichen Saiten sind.
    So meinte ich das.
    Also es scheint aber so, dass sie tief genug "reingekloppt" wurden.
    Ja, so ist es hier ja quasi auch. Der Steg sitzt etwas schäpp und natürlich konnte ich mir auch denken, dass das zum Kaschieren von Fehlern ist. Aber greifen lässt sich sich gut. Die Saitenlage im ersten Bund ist tiefer als bei meiner eigenen "richtigen" Gitarre und im 12. höher (bei den Basssaiten).

    Achja, ich bin übrigens erstaunt über die Stimmstabilität, selbst die Mechanik überdreht nicht oder so. Da habe ich deutlich schon schlimmeres gesehen. (Das war übrigens so ein Kommentar, den ich meiner Mutter, also der Oma in der Geschichte, gegeben hatte "naja, für 35,-EUR, wird die sich wahrscheinlich nach ein bisschen spielen vertsimmen, aber wir können es ausprobieren". - Um so überraschter war ich. Die Rezensionen beim "großen T" hatten also recht.

    Man kann es natürlich bedenklich finden, dass sich der Verkauf solcher Gitarren mit Reklamationen für die Verkäufer noch lohnt.
    So kann man es auch sehen.


    PS: ich möchte noch drauf hinweisen, dass ich die Kinder nicht dazu zwinge irgendwas zu lernen. Ich finde, sie sind eh noch zu klein, um das ernsthaft zu machen. Dass der 2,75-jährige mich so gut nachmachen kann, liegt nicht daran, dass ich ihm A- und E-Dur gezeigt hätte, geschweige denn wie man schlägt, sondern, dass er wohl ziemlich genau hinguckt, wenn ich für die Kinder spiele, wenn wir zusammen singen.
     
  18. gesch

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    Erstellt: 06.02.16   #18
    Sorry das ich erst jetzt Antworte.

    Also ich mache das mit einen kleinen, flachen Schlüsselfeile auf/an genau dem Bund der betroffen ist. Mit einer Schlichtfeile oder mit einem Schleifklotz nehme ich zwangsläufig auch etwas an den anderen Bünden ab aber die sind ja in Ordnung - da will ich ja nichts abnehmen. Danach Kanten brechen und "runden" (mit Bundfeile) und polieren.

    So haben ich das schon bei Hunderten von Gitarren gemacht (wenn's nötig war :) ).
    Übrigens, was anderes macht die Plek-Maschine auch nicht - individuelle Hochpunkte entfernen.

    Gruß
     
  19. toni12345

    toni12345 Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.02.16   #19
    Nur mal so nebenbei: Bist du dir eigentlich sicher, dass es sich um einen zu hohes Bundstäbchen handelt? Wenn die Saite beim Greifen im ersten Bund scheppert, dann kann das dran liegen, dass das zweite Bundstäbchen an dieser Stelle zu hoch ist, genauso gut könnte aber auch der erste Bunddraht an dieser Stelle etwas eingedellt oder gekerbt sein, das würde zum gleichen Effekt führen.

    Prüfe also unbedingt vorher mit einem kurzen Linealnach, ob die Bundstäbchen 2,3, und 4 auf einer Linie liegen. Wenn über dem dritten Bund Luft ist, dann kannst du den zweiten bruhigt etwas abtragen. Wenn die aber genau in der Flucht sind, handelst du dir unter Umständen neue Probleme ein, wenn du das zweite Bundstäbchen runterfeilst.
     
  20. gesch

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    Erstellt: 06.02.16   #20

    Nun ja - beim ersten Bundstäbchen funktioniert das natürlich nicht, da davor ja der Sattel ist - ich habe also keinen Referenzwert (Höhe). Hier muss ich die Lage (bzw die Höhe) über mehrer Bünde betrachten und interpretieren.

    Es sollte klar sein, das prinzipiell erst einmal der Hals vernünftig eingestellt sein muss. Sodann werden die Bünde in ihrer Gesamtheit betrachtet und eventuell abgerichtet (mit Schlichtfeile oder Schleifklotz). Aber gerade in den hohen Lagen (vor allem wenn der Hals ab der Stelle wo der Halsstab nicht mehr wirkt etwas abfällt) kann es individuelle Hochpunkte geben, die man auch nicht mit einem Schleifklotz in den Griff bekommt. Ich bearbeite dann nach beschriebener Methode mit einer Schlüssefeile das jeweilige Bundstäbchen. Das der Hals ab dem 17./18. Bund bei einigen Gitarren etwas "abfällt" finde ich nicht schlimm. Gerade bei nicht so geraden Hälsen erreicht man damit noch "klingbare" Töne in den hohen Lagen.

    Gruß
     
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