Suche Tipps/Hilfe für meine Arrangements (Wie macht Ihr das so?)

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musiq1

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nach etwa 7 jahren musikproduktion schaffe ich es einfach nicht einen ganzen song so zu arrangieren das es mir gefällt.
ich produziere eigentlich alles von der musik richtung her, ich bevorzuge aber mehr musik mit balkanischem und orientalischen touch.
aber ich produzieren auch noch anderen sound.

beim produzieren/arrangieren fange ich fast immer mit 4 akkorden an und spiele eine melodie drauf. oder ich spiele den bass, dann die akkorde und melodie dazu, oder umgekehrt.
also da habe ich viel inspiration und das war nie ein problem.

wo komme ich nicht weiter?

ich zerbreche mir immer den kopf bei der strophe und der bridge. mir fehlen einfach die ideen, obowhl ich schon immer eine recht gute vorlage für ein lied habe.

ich habe sehr viel über musiktheorie gelesen, gehört und angeschaut. Bücher gekauft und nochmal alles gelesen was mich so fest interessiert. aber in der praxis gehts irgendwie schief.

da gibt es doch sicher tricks die einem weiterhelfen?


was spielt man so nach einem intro oder refrain wenn die strophe kommt? oder besser gesagt, anhand von was kann ich mich da orientieren? leadsheet ist mir auch bekannt aber in der praxis fremd.

und man kann ja nicht einfach so immer die selben akkorde spielen weil es ziemlich langweilig klingt. also besser gesagt, wie dreht man die stufen nach einem refrain so das es spannend wird?
wie bringe ich in den strophen ohne viel aufwand richtige spannung/entspannung rein.

was mich auch sehr irritiert ist das arpeggio. wenn ich eine melodie auf den akkorden spiele und diese dann versuche mit einem arpeggio noch zu begleiten, klingt es zwar nicht falsch aber es passt auch nicht so wie ich es mir vorstelle.
dumme frage, aber ist es überhaupt möglich ein arpeggio auf einer melodie mit ganzen akkorden zu spielen so das es anständig klingt? und worauf muss ich da so achten?


hier paar beispiele aus einem einfachen project, wäre froh wenn mir da jemand antworten könnte was richtig, bzw. falsch ist. und wie erkenne ich das? wem eine midi datei was nützt, kann ich auch gerne hochladen.







ich habe noch viele fragen aber ich will hier kein weiteres harry potter band rausbringen.

spass bei seite, wer gerne über musik schreibt kann mir auch gerne privat schreiben. leider kenne ich niemanden der sich mit musik auskennt, schon gar nicht jemanden der darüber gerne redet.

freue mich auf gute tipps.

gruss
 
Bassyst

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Hi, du glaubst vielleicht, dass deine Frage einfach ist. Aber ich denke, wer die Antwort auf deine Frage findet, hat den goldenen, alles öffnenden Schlüssel der Komposition :D.

Erst Mal generell, aus meiner Sicht gibt es zwei Ansätze:
1. alles beginnt mit einer kleinen Idee, z. B. einer Melodie, einem bestimmten Sound, einer Akkordfolge. Den Rest baut man darauf auf.
2. alles beginnt mit einer großen Idee, einer großen Geschichte, die nur noch mit Inhalt gefüllt werden muss.

Ansatz 1 finde ich viel einfacher, weil man quasi beim "Erkunden von Ideen" (andere nennen es böswillig "sinnlos Übungszeit mit Herumnudeln verschwenden") immer mal wieder auf Sachen stößt, die man gerne festhalten möchte. Allerdings tritt dann dein beschriebenes Problem ein ... eine kleine Idee macht noch keinen Song. Für dich wäre also wichtig, kann eine einzelne Akkordfolge / Melodie den ganzen Song stemmen ... falls nicht, such halt noch nach einer weiteren. Man braucht viele kleine Ideen und die müssen am Ende auch noch ineinandergreifen.

Das Ineinandergreifen kann man auf verschiedene Weisen bewerkstelligen. Ich persönlich setze zwei Sachen ein. Entweder schiebe ich noch zusätzliche Bestandteile ein, von einem einzelnen Takt mit einem interessanten Rhythmus bis hin zu ausufernden, melodisch komplexen Gebilden, die aber den Sound und das Feeling des Songs unterstützen. Oder aber ich nutze sozusagen den letzten Abschnitt eines bestimmten Parts und lässt dort schon Elemente des nächsten Parts auftauchen ... Beispiel: Strophe ruhig und Refrain laut? Dann im letzten Teil der Strophe schon mal den Rhythmus des Refrains andeuten. Falls im Refrain ein bestimmtes Instrument eine Melodie spielen soll, kann im Part vorher auch schon das Instrument ganz am Ende begleitend auftauchen. Man deutet sozusagen in einem Abschnitt an, was im nächsten Abschnitt ein tragendes Element sein wird.


So, jetzt noch mal einen Schritt zurück. Du kannst auch versuchen, mit Ansatz 2 einen Song zu komponieren. Also du entscheidest dich ganz grob dafür, was du machen willst, sagen wir, eine orientalische Ballade. Analysiere deine Vorbilder! Was macht die orientalische Ballade aus, die du komponieren willst, worauf legst du wert, was willst du anders machen? Welche Instrumente brauchst du? Gibt es bestimmte Abläufe, welche Rhythmen, gesang, Text, etc.? Und fängst du an, den theoretischen Teil langsam mit echten Parts zu füllen. Mir fällt das Vorgehen viel schwerer, aber es werden meistens auch die besseren/stimmigeren Songs.


Was übrigens auch hilft, ein starkes musikalisches Basisfundament. Also Musiktheorie, Harmonielehre, Skalen.
 
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turko

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freue mich auf gute tipps.

Du mußt einfach Deinen musikalischen "Wortschatz" erweitern, um beim Musik MACHEN unter viel mehr Möglichkeiten auswählen zu können.
Dazu nimmst Du (für den Anfang) 50 Songs, die Dir gefallen, aus verschiedenen Stilrichtungen, und analysierst sie.
Will heißen, Du bestimmst die wesentlichen Parameter, die für die Gestalt eines Songs verantwortlich sind:

Du bestimmst also:

- Rhythmus / Metrum
- Groove (= wie ist die rhythmische Aufgabenverteilung innerhalb der verschiedenen Instrumente bzw. Instrumentengruppen)
- Harmonischer Rhythmus (= ungefähr: Akkordwechsel pro Grundschlag)
- Instrumentierung
- Form (Versch. Song-Teile)
- Tonart
- Harmoniefolge
- Harmoniefolge in allgemeiner Stufen-Schreibweise
- Verwendete Skalen der Melodie

Wenn Du das für einige Dutzend Songs gemacht hast, wird Dein musikalischer Horizont um einiges größer sein, als jetzt, und Du wirst auf mehr Einfälle für Dein eigenes Musikmachen kommen.

LG
Thomas
 
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Naja ... es ist ja ohnehin nur ein Ratschlag für diejenigen, die so arm sind, nicht von der übermannenden Kreativität heimgesucht zu werden, und die daher auf andere Strategien zurückgreifen müssen ... :)
 
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musiq1

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Hi, du glaubst vielleicht, dass deine Frage einfach ist. Aber ich denke, wer die Antwort auf deine Frage findet, hat den goldenen, alles öffnenden Schlüssel der Komposition :D.

ja, das stimmt. :D

Erst Mal generell, aus meiner Sicht gibt es zwei Ansätze:
1. alles beginnt mit einer kleinen Idee, z. B. einer Melodie, einem bestimmten Sound, einer Akkordfolge. Den Rest baut man darauf auf.
2. alles beginnt mit einer großen Idee, einer großen Geschichte, die nur noch mit Inhalt gefüllt werden muss.



Ansatz 1 finde ich viel einfacher, weil man quasi beim "Erkunden von Ideen" (andere nennen es böswillig "sinnlos Übungszeit mit Herumnudeln verschwenden") immer mal wieder auf Sachen stößt, die man gerne festhalten möchte. Allerdings tritt dann dein beschriebenes Problem ein ... eine kleine Idee macht noch keinen Song. Für dich wäre also wichtig, kann eine einzelne Akkordfolge / Melodie den ganzen Song stemmen ... falls nicht, such halt noch nach einer weiteren. Man braucht viele kleine Ideen und die müssen am Ende auch noch ineinandergreifen.

genau so probiere ich es meistens zu machen. die melodie abzuändern gelingt mir noch, aber daraus dann etwas zu machen finde ich schwer. dann fehlen mir da einfach weitere anhaltspunkte wie ich weiter vorgehen könnte, bzw. wie ich das ganze auflösen könnte. mit den akkorden habe ich mehr schwierigkeiten als mit den melodien, obwohl ich finde wenn man das ganze von aussen betrachtet, ist die melodie eigentlich komplizierter als der akkord bzw. die akkordfolgen. :rolleyes: ich spiele auch sehr viel rum und übe, probiere alles mögliche aus. wenn ich mir so die orientalischen oder griechischen lieder anhöre, wird immer was anderes gespielt und es wiederholt sich selten was. es ist einfach flüssig und abwechslungsreich, und diese art des arrangierens interessiert mich sehr obwohl es eigentlich ein ganz heisses und kompliziertes eisen ist. :gruebel: :D

Das Ineinandergreifen kann man auf verschiedene Weisen bewerkstelligen. Ich persönlich setze zwei Sachen ein. Entweder schiebe ich noch zusätzliche Bestandteile ein, von einem einzelnen Takt mit einem interessanten Rhythmus bis hin zu ausufernden, melodisch komplexen Gebilden, die aber den Sound und das Feeling des Songs unterstützen. Oder aber ich nutze sozusagen den letzten Abschnitt eines bestimmten Parts und lässt dort schon Elemente des nächsten Parts auftauchen ... Beispiel: Strophe ruhig und Refrain laut? Dann im letzten Teil der Strophe schon mal den Rhythmus des Refrains andeuten. Falls im Refrain ein bestimmtes Instrument eine Melodie spielen soll, kann im Part vorher auch schon das Instrument ganz am Ende begleitend auftauchen. Man deutet sozusagen in einem Abschnitt an, was im nächsten Abschnitt ein tragendes Element sein wird.

du hasst mich perfekt verstanden. :great: vielen dank für die guten tipps. ich weiss ganz genau was du meinst. ich denke das ich ein rhythmus problem habe. wenn ich meine musik so höre verändere ich irgendwie sehr wenig bis gar nichts am rhythmus, darum klingt es auch langweilig. da muss ich auch einiges noch ändern. ich muss mehr, wegnehmen, dazugeben etc. das mit dem instrument das am ende begleitend auftaucht ist auch ein guter rat. mir fällt auf das dass in dieser musikrichrichtung die ich produziere sehr viel vorkommt.


So, jetzt noch mal einen Schritt zurück. Du kannst auch versuchen, mit Ansatz 2 einen Song zu komponieren. Also du entscheidest dich ganz grob dafür, was du machen willst, sagen wir, eine orientalische Ballade. Analysiere deine Vorbilder! Was macht die orientalische Ballade aus, die du komponieren willst, worauf legst du wert, was willst du anders machen? Welche Instrumente brauchst du? Gibt es bestimmte Abläufe, welche Rhythmen, gesang, Text, etc.? Und fängst du an, den theoretischen Teil langsam mit echten Parts zu füllen. Mir fällt das Vorgehen viel schwerer, aber es werden meistens auch die besseren/stimmigeren Songs.


Was übrigens auch hilft, ein starkes musikalisches Basisfundament. Also Musiktheorie, Harmonielehre, Skalen.

diese art ist schon schwerer und fordert sicher auch mehr musikalisches verständnis. vielleicht mache ich es einmal später so, aber da muss ich noch mehr dazulernen um das ganze besser zu verstehen. aufjedenfall muss ich die musik besser analysieren. wenn ich das höre was ich produzieren will, also die musikrichtung, fällt mir sofort auf das diese musik in den strophen wenig akkorde hat und alles abwechselnd, schön mit unterbrüchen gespielt wird wo auch mal nur ein instrument oder mehrere zu hören sind, oder nur der bass und irgendwie ist genau das mein problem mich von den akkorden zu lösen. weil die nehmen mir den platz für andere elemente die etwas spannung oder entspannung reinbringen sollten.

ich bedanke mich herzlich bei dir das du dir die zeit für diese guten tipps genommen hasst. :D :great:
 
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cosmodog

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Ein gutes Thema, das mich auch öfter beschäftigt. Ich lese bei den Kompositionsthemen regelmäßig rein, um mal zu sehen, wie andere das angehen. Die Tipps hier sind alle wichtig und bestimmt auch richtig.

Mein Problem ist momentan, dass ich mich zwar zuhause hinsetzen kann um mir Sachen auszudenken, dass es mir aber schwer fällt, diese Ideen in der Band umzusetzen. In der Band spiele ich Solo Gitarre oder seit Neuestem Tasten.

Unsere Stücke entstehen eigentlich kaum auf der Grundlage von durchdachter Komposition, sondern durch Versuch und Irrtum. Jemand bringt eine Idee mit, alle anderen machen, was ihnen dazu einfällt. Wir sind alle Amateure mit Banderfahrung aber ohne umfassendes Wissen in Musiktheorie. Daher klingt es oft entweder simpel (zwei Gitarren spielen im Wesentlichen das selbe, der Bass nur den Grundton der Akkorde) oder sehr schräg (alle versuchen, etwas anderes zu spielen, aber keiner weiß so richtig, was er tut).

Dadurch, dass ich am Klavier gerade eine ganz andere Sicht entwickle, beginne ich die harmonischen Zusammenhänge für ein Arrangement zu hinterfragen. Also z. B. Akkorde unter den Instrumenten aufzuteilen, wie am Klavier mit linker und rechter Hand oder Voicings zu verwenden statt Vollakkorden.

Wenn ich jetzt ein Leadsheet schreibe, muss ich Bassist und 2. Gitarristen vermitteln, dass sie etwas anderes spielen müssen, damit die gedachten Harmonien entstehen.

Nicht ganz einfach! Wie schreibt Ihr das? Wissen Eure Bandmates alle, wie es geht oder schreibt Ihr für jedes Instrument ein eigenes Blatt?
 
CUDO II

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hier paar beispiele aus einem einfachen project, wäre froh wenn mir da jemand antworten könnte was richtig, bzw. falsch ist.






Hör Dir mal das an ->

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Ich bin als Sänger / Komponist sehr Melodien-orientiert. Ein Song - auch wenn es ein reines Instrumentalstück ist - entsteht bei mir immer zuerst als "Melodie im harmonischen Kontext", also mit darunterliegenden Akkorden. Auch wenn ich schon eine Vorstellung habe wie ich das ganz orchestrieren möchte, mach ich da man Anfang gar nichts. Ich schreibe die Formteile (Strophe, Bridge, PreChorus, Chorus, Intro, Outro, .... etc) erst einzeln und setze dann die Songstruktur zusammen. Danach kommt erst mal ein Check ob die Tonart passt. Die meisten Songs komponiere ich zunächst in C Dur / Amoll weil ich ein faules Schwein bin :D Wenn die (Gesangs-) Melodie feststeht transponiere ich den Song so, dass er in den optimalen Bereich des Sängers / der Sängerin fällt. Meist nehme ich dann die Akkkorde als einfache Pianospur auf und singe darüber. Erst dann mache ich mich an die Orchestrierung und Ausarbeitung des Arrangements.

Bei der Orchestrierung kommt es auf das Genre an. Bei Rockmusik schreibe ich erst sehr einfache Basistracks für Bass / Drums / Gitarre die dann verfeinert werden. Bei symphonischen Sachen fange ich meisstens mit den Streichern an und teile hier die Akkorde in einzelne Stimmen für Violine, Bratsche, Cello auf. Auch das wird dann mit der Zeit verfeinert. Da ich die Sachen notiere und das MIDI daraus generieren lassen, ist es sehr einfach Passagen nach und nach zu bearbeiten.
 
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