Synthesizer selber bauen, möglich?

Ok, danke :), hab da irgendwie nicht so ganz zurechtgefunden... Nur noch zwei Fragen dazu:

 
Der Oszillator ist schon etwas speziell (oversized??) und spuckt verschiedene Wellenformen aus. Ansonsten ist der (natürlich) monophon.

Die ICs sollte es bei jedem Versandhändler (Reichelt, Kessler, Conrad,…) geben.
 
Ok, danke :), hab da irgendwie nicht so ganz zurechtgefunden... Nur noch zwei Fragen dazu:


Zu 1: Der junge Padawan muss noch viel lernen. Oszillatoren sind nie polyphon.
Zum Thema einfach gehalten: Du musst nicht die komplette Platine bestücken, hier mal ein Link zu einer nur mit dem absolut nötigsten bestückten Platine: http://pugix.com/synth/cgs-vco-project/

Zu 2: Dich sollten nicht die ICs interessieren, sondern die schwer erhältlichen Teile wie den Doppeltransistor:
- Der Doppeltransistor (LM394 oder MAT02 oder SSM2210) kann durch ganz normale NPN Transistoren ersetzt werden, wenn diese gematcht wurden und thermal miteinander verbunden werden (aneinander und dann noch Wärmeleitpaste dazwischen).
Der beste Artikel zum Thema Transistor-Matching ist wohl der von Ian Fritz:
http://home.comcast.net/~ijfritz/projects/transmat001.pdf

Da die genannten Doppeltransistoren abgekündigt sind und daher sehr teuer, kannst Du dadurch ziemlich viel Geld sparen.

- 1K Tempco und FET (PN4091) habe ich da
- CA3140 und LM311 kriegste noch bei Reichelt
- 23PS222 (2N2) gibt's bei Mouser (http://de.mouser.com), da bestelle ich öfter, könnte den also für Dich mitbestellen
- 22M Widerstände gibt's auch bei Mouser, die habe ich vielleicht noch da, 10M habe ich definitiv welche da

Wenn Du einen VCO mit weniger schwer erhältlichen Teilen haben willst, könntest Du Dr. Sketch-n-Etch im Muffwiggler Forum kontaktieren und nach einer selbst geätzten Platine für den Intellijel Dixie VCO fragen, es handelt sich dabei nämlich um den Schaltungsdesigner von Intellijel und er hat die Schaltungen, die von denen in Serie mit SMT Bauteilen hergestellt werden, mit bedrahteten Bauteilen in Platinenform designt.
Das Teil braucht allerdings einen SSM2164 oder einen Coolaudio v2164. Ersteren gibt es für zuviel Geld bei Bridechamber, zweiteren für deutlich weniger bei Small Bear Electronics: http://www.smallbearelec.com/servlet/Detail?no=737
Coolaudio ist eine Tochterfirme von Behringer, also bekommt den eventuell auch über einen/den Behringer Ersatzteilservice. Ich dachte eigentlich die wären mittlerweile besser erhältlich.
 
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ok, danke soweit, das hilft mir wirklich weiter! :)
nur noch drei Fragen :D:
  • Wenn ich die gedrückten Tasten mit dem Arduino auslese, kann ich das theoretisch auch mit USB-to-host machen?
  • Wie genau werden diese drei Hauptelemente (VCO, VCF, VCA) miteinander verbunden?
  • Muss ich dann, wenn ich z.B. 16-Fache Polyphonie haben möchte 16 Oszillatoren bauen? :igitt:
 
zu 1) Häh? :confused:
zu 2) Über einen Draht/Leiterbahn (und Masse).
zu 3) Ja. Und 16 Filter und VCAs.
 
ok, danke soweit, das hilft mir wirklich weiter! :)
nur noch drei Fragen :D:
  • Wenn ich die gedrückten Tasten mit dem Arduino auslese, kann ich das theoretisch auch mit USB-to-host machen?
  • Wie genau werden diese drei Hauptelemente (VCO, VCF, VCA) miteinander verbunden?
  • Muss ich dann, wenn ich z.B. 16-Fache Polyphonie haben möchte 16 Oszillatoren bauen? :igitt:

Wenn Du solche Fragen immer noch stellst, solltest Du erstmal einen Monosynth aufbauen. Vielleicht zunächst auf Lochraster Platinen oder Steckraster.

Keinen Plan haben und dann direkt einen polyphonen Synth mit zig Stimmen bauen wird in die Hose gehen.

Ansonsten gibt es auch etliche Schaltpläne alter monophoner Kompaktsynthis im Netz wo Du sehen kannst wie alles verknüpft ist, wenn Du weißt welche Einzelpläne zu welchen Komponenten gehören. Z.B. für die einfache Variante Korg MS-10 oder Moog Prodigy:
http://www.hylander.com/moogschematics.html
Unter dem Link gibt's auch Schaltpläne/Service Manuals für alte polyphone Synths.

Was Du beim Auslesen der Tastatur mit USB willst weiß ich nicht.
 
  • Muss ich dann, wenn ich z.B. 16-Fache Polyphonie haben möchte 16 Oszillatoren bauen? :igitt:
zu 3) Ja. Und 16 Filter und VCAs.
Als Anfänger solltest Du die Finger von einem polyphonen Synth lassen. Wie "strogon" schon schrieb, mußt Du dann (normalerweise) alles entsprechend oft aufbauen. Bei 16-facher Polyphonie ALLES 16 mal.


Wenn's monophon bleiben soll: bau einen Synthie
Wenn's polyphon werden soll: bau eine (Heim)Orgel

:rolleyes:
 
ich würde es weniger einschränkend formulieren:
in monophon kommt das Spezifische der analogen 'Stimme' viel besser zur Geltung.
(bzw überhaupt erst... 8 Stimmen echter Minimoog lassen sich von einer halbwegs guten Digitalversion ggf nicht mal unterscheiden)
Sounddesign findet zudem auch stark auf der Effekt-Ebene statt

cheers, Tom
 
Man kann schon einen Analogsynth bauen, auch einen Polyphonen, nur ist sowas schon Aufwand, wenn man nicht gerade eine SMD-Fertigung besitzt.

Am besten mal den bekannten Shruthi-1 und dessen Poly-Version Ambika anschauen, das Ding ist sowohl in Hardware und Software Open Source, da kann man eine Mengen darüber lernen, wie es geht. Hat aber auch noch andere Projekte im Netz.

Die Grundlagen von MIDI und eine Matrix-Tastaturabfrage mit Anschlagdynamik (wenn eine Tastatur dran soll) sollten allerdings auch sitzen. Zum Thema MIDI gibt's etwas bei Paul Maddox, kann ich bei Bedarf raussuchen.

Zum Thema Tastaturabfrage gabs zB die Artikel des c't Klangcomputers, der damals auf dem Apple II als Basisrechner lief. Dort haben die den von Dave Rossum (Emu) entwickelten Algorithmus zur polyphonen Tastaturabfrage in 6502-Maschinensprache nachgebaut (war für den Z80 geschrieben worden), allerdings ohne Dynamik. Es gab eine Version II mit aktuellerer Hardware, diese Hefte sollte es noch als Download bei Heise geben.

Wer allerdings bei einer Tastaturabfrage schon nach USB fragt, solle wirklich erstmal ganz klein anfangen. USB ist da völlig fehl am Plätze erstmal, da geht's um Hardware-Basics. Arduino ist sicher nicht falsch, möglicherweise gibt's da auch schon entsprechende Projekte, aber Eigenleistung ist sicher noch besser.

Ich sehe allerdings noch sehr viel Nachholbedarf bei den Grundlagen, hier soll ein Haus gebaut werden, bei dem das Fundament fehlt.

Daher empfehle ich erstmal den Bau eines Shruthi-1 und das Studium dessen Quellcode nebst Dokumentation. Ja, der hat digitale Oszillatoren, dafür kann er halt Wavetables.

Der bisher 6stimmige Ambika läßt sich sicher erweitern, aber warum? Leute wie Lyle Mays haben auch mit einem nur 4stimmigen Synth tolle Flächen hinbekommen, und die Stimmenanzahl in den kleinen Kultkisten wie Polysix, Juno-6/60/106 oder Anderen reichten doch für die üblichen analogen Synthsounds völlig aus.
 
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Hi,
Gibt eigentlich nur zwei Wege in das Kapitel Synthie einzusteigen:
Voll analog oder gleich digital.
Wer gleich digital einsteigen will muß schon wissen was in so einem analogen Teil abläuft, um es dann entsprechend umsetzen zu können, bzw
überhaupt zu verstehen, was mit und in einer programmierten Routine überhaupt passiert. Die größeren anfänglichen Erfolgserlebnisse hat man da
vielleicht schon eher auf rein analogem Gebiet. Der ungemeine Vorteil solch analoger Synthies ist die modulare Bauweise, wie die ersten von Bob Moog realisiert wurden. Hierüber gibt es reichlich Literatur und man findet im Internet auch diverse Beispiele relativ nachbausicher.
Anzuführen sind hier Publikationen in den Zeitschriften Elektor , ELRAD ( Vorläufer der c`t ) in den 70er Jahren. Der Elektorverlag hat auch diverse Bücher über dieses DIY Thema herausgebracht, detailliert mit Bauanleitungen , Schaltungen etc. In ähnlicher Weise ist auch der verstorbene Jürgen Haible vorgegangen , dessen Hompage nun leider abgeschaltet ist. Man sollte sich also tunlichst noch verfügbares schnell sichern.
In den 70ern gabe es etliche spezielle IC´s für VCO , VCA, VCF von der Firma Curtis ( CEM Typen ) die sich eigentlich in jedem professionellen Synthie wiederfanden. Diese für solche Zwecke hervorragend geeigneten IC sind leider abgekündigt und die damalige Quelle Fa Doepfer, die sie für ihre Projekte/Bausätze/Module genutzt haben, nun auch versiegt. Datenblätter sind jedoch noch verfügbar und können somit dennoch von Nutzen sein das Innenleben dieser IC´s mit anderen Mitteln zu realisieren.
Will man digital gleich einsteigen steht man sofort vor dem Problem dies irgendwie ansteuern zu müssen. Üblicherweise wird man da sofort auf MIDI zurückgreifen, um es universell nutzen zu können. Vielfach wird jedoch die Möglichkleit außer acht gelassen auch analoge Systeme per MIDI ansteuern zu können. Das Zauberwort heißt hier jedoch MIDI to CV, wofür es einige Anbieter solcher Module gibt. "CV" heißt hier nichts weiter wie die Umsetzung eines MIDI NOTE ON/OFF Befehls auf eine bestimmte geschaltete Steuerspannung. Alle analogen Synties arbeiten mit einer Spannung von 1 Volt / Oktave ( 1 Volt Spannungsänderung pro Oktave ) in den ersten Synthies durch eine Widerstandskette mit entsprechenden Abstufungen pro Taste realisiert. Auch weitere Baugruppen/Module eines Synhies werden durch entsprechende Steuerspannungen aktiviert und gesteuert, egal ob damit nun ein Filter eingestellt wird oder während des anstehenden Tonsignals verstellt wird.

Hier nun gleich voll polyfon einzusteigen halte ich für sehr gewagt. Sind fundierte Kenntnisse jedoch schon vorhanden... warum dann nicht.
Wenn jedoch nicht - man sollte seine eigenen Fähigkeiten gut einschätzen können - dann ist es sicher ratsamer zunächst monofon zu beginnen.
Aber egal - man darf sich dann nicht bei anfänglichen Mißerfolgen davon abbringen lassen : das DIY Prinzip schlechthin.
Und immer im Hinterkopf behalten : auch hier gelten MURPHY´s Gesetze
- Theorie ist das was in der Praxis nicht funiktioniert
- Praxis ist das was in der Theorie NIEMALS funktionieren KANN !!

happyfreddy
 
@happyfreddy:
Hast Du die bestehenden Beiträge schon durchgelesen? Sieht irgendwie nicht so aus, weil oben schon diverse Links zu Schaltungen gepostet wurden, die auch aktueller sind als die ollen Elektor und ELRAD Projekte.

Die Website von Jürgen Haible ist via Web-Archiv noch aufrufbar:
http://web.archive.org/web/20120908014127/http://www.jhaible.de/index.html
Außerdem gibt's noch eine Mirror Seite:
http://www.jurgenhaible.org/

Curtis Chips sollten für neue Projekte sicherlich nicht benutzt werden und statt der Datenblätter kann man sich auch gleich diskrete Schaltungen anschauen.
Gab es mal unprofessionelle Synths? :rofl: Die CEM (und SSM) Chips wurden hauptsächlich in polyphonen und Mikroprozessor-basierten (Standardtechnik für speicherbare) Synths verwendet und haben diese damals im Prinzip auch erst möglich gemacht. Vorher gab es ja nur die Oberheim X Voice (Two, Four, Eight) Synths, die aber aus je einem SEM-Modul pro Stimme bestanden, also mit dedizierter Klangregelung pro Stimme und die Yamaha CS-Serie, die von Yamaha selbst hergestellte Chips verwendete (die auch in der monophonen Reihe, also Modellnummer 30 und darunter benutzt wurden) und überschwere Trümmer waren.
Speicherbare Analogsynths haben Digitaltechnik drin, soviel zu entweder Analog oder Digital.

Alle analogen Synties arbeiten mit einer Spannung von 1 Volt / Oktave ( 1 Volt Spannungsänderung pro Oktave )

Das ist falsch: Buchla arbeitet z.B. mit 1,2 Volt pro Oktave, die monophone Yamaha CS-Serie, sowie die Korg MS-Serie mit Herz pro Volt und der EMS Synth A bzw. AKS benutzt 0,32 Volt pro Oktave.
 
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@happyfreddy:
Hast Du die bestehenden Beiträge schon durchgelesen? Sieht irgendwie nicht so aus, weil oben schon diverse Links zu Schaltungen gepostet wurden, die auch aktueller sind als die ollen Elektor und ELRAD Projekte.

Ich habe alle Beiträge DIESES Stranges durchgelesen kann aber beim besten Willen nicht ein Wort was auf Elektor oder Elrad bzw einen Link daraufhin anführt entdecken.
Wenn ja wäre es nett genau diese Stelle in diesem Thread als Zitat zu posten. Hier jetzt zu verlangen jeden Link und den dort evtl enthaltenen Link usw durchzuarbeiten ist reichlich überheblich angemahnt und im Grunde unkollegial. Wenn Du so argumentierst müßtest Du ja alles was jemals im gesamten Internet veröffentlicht wurde aus dem ff kennen, dh bei einem Stichwort sofort die betreffende Seite(n) parat haben bzw nennen können.

Die Website von Jürgen Haible ist via Web-Archiv noch aufrufbar:
http://web.archive.org/web/20120908014127/http://www.jhaible.de/index.html
Außerdem gibt's noch eine Mirror Seite:
http://www.jurgenhaible.org/

Habe erst gestern per google nach Jürgen Haible Artikeln gesucht dort aber keinen Verweis auf das Archiv gefunden. Nur in mehreren Links jeweils den Hinweis, daß die Seite abgeschaltet wurde. Danke also für den Tip

Curtis Chips sollten für neue Projekte sicherlich nicht benutzt werden und statt der Datenblätter kann man sich auch gleich diskrete Schaltungen anschauen.
Gab es mal unprofessionelle Synths? :rofl: Die CEM (und SSM) Chips wurden hauptsächlich in polyphonen und Mikroprozessor-basierten (Standardtechnik für speicherbare) Synths verwendet und haben diese damals im Prinzip auch erst möglich gemacht. Vorher gab es ja nur die Oberheim X Voice (Two, Four, Eight) Synths, die aber aus je einem SEM-Modul pro Stimme bestanden, also mit dedizierter Klangregelung pro Stimme und die Yamaha CS-Serie, die von Yamaha selbst hergestellte Chips verwendete (die auch in der monophonen Reihe, also Modellnummer 30 und darunter benutzt wurden) und überschwere Trümmer waren.
Speicherbare Analogsynths haben Digitaltechnik drin, soviel zu entweder Analog oder Digital.

Das ist falsch: Buchla arbeitet z.B. mit 1,2 Volt pro Oktave, die monophone Yamaha CS-Serie, sowie die Korg MS-Serie mit Herz pro Volt und der EMS Synth A bzw. AKS benutzt 0,32 Volt pro Oktave.

Habe ja auch nie behauptet Curtis ICs zu verwenden - sofern man sie noch bekommt

Als unprofessionelle Synthies bezeichne ich solche damaligen Keyboards von Farfisa oä wie sie von Alleinunterhaltern gern auf vorhandenes Equipment gepackt wurden - wollte sie nun nicht unbedingt als Einfingerquietschen oder Tischhupen bezeichnen was sicher treffender ist.
Was die 1V / Oktave angeht bin ich vom Moog ausgegangen und alle mir bekannten rein analogen DIY Projekte gehen genauso davon aus.
Ich habe es auch deshalb hier nur gepostet, weil der Titel des Threads das Thema DIY Synthie beinhaltet.
happyfreddy
 
@happyfreddy:
Ich habe nirgendwo behauptet, dass Elektor oder Elrad erwähnt wurden, sondern dass schon diverse Links zu Schaltplänen gepostet wurden, die eben aktueller sind, d.h. weniger Probleme mit obsoleten Bauteilen.

Habe ja auch nie behauptet Curtis ICs zu verwenden - sofern man sie noch bekommt

Warum hast Du die dann überhaupt erwähnt?

alle mir bekannten rein analogen DIY Projekte gehen genauso davon aus.
Ich habe es auch deshalb hier nur gepostet, weil der Titel des Threads das Thema DIY Synthie beinhaltet.
happyfreddy

Es gibt z.B. von den Korg MS-Schaltungen Nachbauten. Der Satz war halt einfach falsch und kann beim unbedarften Leser zu Problemen führen, z.B. wenn jemand dann einen EMS Synthi A nachbauen will oder eine Buchla Schaltung. Beides gibt es im Netz.
 
@sonicwarrior
Wollen jetzt nicht allzusehr Dinge auseinanderfieseln, dafür beschäftige ich mich schon zulange mit Elektronic ( seit 1959 - noch mit Röhren ) und mit Musikelektronic speziell seit 1969. Habe somit die HypeZeit noch voll mitbekommen in allen Varianten. Zu wirklich obsoleten Bauteilen zähle ich Spezialchips etc aber nicht verwendete TUP und TUN´s aus Elektor Projekten dieser Zeit. Wenn dann da OP Amps verwendet wurden die es heute in besseren Ausführungen gibt so ändert das nichts an der Funktion einer Schaltung. Natürlich gibt es vieles an Schaltungen im Netz und jeder tut gut daran sich soviel Wissen auf allen erdenklichen Wegen zu beschaffen was ihm bei der Umsetzung seines Projektes helfen kann. Sei es also einfach gestattet diese vielfältigen Quellen ( die nicht jeder unbedingt kennt ) hier zu nennen. Ob sie letztlich für den Anwendungsfall relevant sind sei dahingestellt. Sie können aber in jedem Fall als Anregung für eigene Entwicklungen dienen. So sind Schaltungen von Elrad relativ nachbausicher und im einen oder anderen Fall erwischt man noch den Author im jetzigen Heise Verlag. Was Elektor angeht so ist dort ein spezielles Buch über Selbstbau eines Synthies von einem gewissen Herrn Helmstedt erschienen der sich auch mit dem Vertrieb seiner Idee versucht hat. Für diejenigen die sich gleich auf ein digitales System entscheiden gibt es in diversen Foren solcher RISC Prozessoren ebenfalls Vorschläge und praktische Beispiele, wie man sowas angeht und das auch als Open Source.
Ein unbedarfter Leser will sich in erster Linie informieren und nicht nur einfach eine Schaltung XY nachbauen. Jeder der sich auf dem Gebiet des DIY versucht wird schnell erkennen, ein Nachbau wird in den wenigsten Fällen auf Anhieb funktionieren. Genau das gleiche erleidet jemand der ein Programm erstellt. Fehlersuche schlägt meist mit über 80 % der Zeit zu buche. Dies kann man jedoch reduzieren wenn möglichst viel an Informationen gesammelt wurde und dies dann auch verstanden wird was mit der oder einem anderen Lösungsweg beabsichtigt war. Man kann also auch aus gemachten Fehlern anderer sehr viel lernen. Darum geht es.....
Wer jemals ein eigenes Instrument gebaut hat bekommt automatisch auch eine ganz andere Beziehung dazu. Wenn alles neue aus dem sog digitalen Zeitalter um so vieles besser ist, warum steigt ein Interesse gerade an den "Oldtimern". Scheinbar hatten die etwas was mit moderner Technik so nicht umsetzbar ist.
Übrigens versuche ich mich seit einiger Zeit an einem wirklichen Exoten : dem Realtone Variophon
Davon gibt es im Internet so gut wie nichts und wenn fehlerbehaftet. Bin also auch für jede Hilfe dankbar.
happyfreddy
 
Das Buch von Helmstedt (Formant Pro) ist nicht empfehlenswert, da es viele Fehler enthält und die Schaltungen auch nichts besonderes sind. Die Platinen sind außerdem ziemlich suboptimal designt, da sie alle Eurokarten-Größe haben unabhängig von der Komplexität. Das lohnt sich nur, wenn man selber ätzt, aber keine Möglichkeit zum Platinen schneiden hat. Ich hatte es mal (sogar zweimal um genau zu sein), habe es aber aus dem Grund wieder verkauft, ebenso wie die Platinen, die ich dazu mal besessen habe und Module, die jemand anders gebaut hat.

Meine eigenen Module aus meinem Modularsystem haben größtenteils auf Anhieb funktioniert. 80% Fehlersuche kann ich also nicht bestätigen, zumindest nicht für fertige und bereits von anderen aufgebaute Platinen. Ich bastle aber auch nicht wie ein Rennfahrer, sondern lieber sorgfältig und überprüfe die Widerstände vor dem Einbau sogar noch mit dem Multimeter (jedenfalls einen pro Wert), damit ich nicht aus Versehen die falschen Werte einbaue. Ganz am Anfang hatte ich Probleme, aber hauptsächlich weil ich keinen Plan hatte wie man die PSK Kupplungen von Reichelt richtig crimpt. Wenn man selber Platinen designt, können sich natürlich schnell Fehler einschleichen, die dann bei wenig Ahnung auch sehr viel Zeit in Anspruch nehmen können. Da habe ich noch eine EQ-Platine in der Schublade, die ich vor 6 Jahren mal erstellt und als Prototyp bestellt hatte (ich ätze nicht selber), aber nicht ganz funktioniert hat. Damals war ich allerdings noch ein ziemlicher Frischling, weshalb ich das Projekt dann eingemottet habe.
Zu meinen selbst gebauten Modulen habe ich kein anderes Verhältnis als zu den käuflich erworbenen Modulen, das kann ich also auch nicht nachvollziehen.

Einen Erfahrungswettbewerb mache ich jetzt nicht mit, das ist wie bei Gitarren. Beispiel: Jemand mit 30 Jahren Erfahrung muss nicht unbedingt mehr Ahnung haben als jemand der nur 5 Jahre Erfahrung hat. Siehe 1 Volt pro Oktave oben. Buchla hat übrigens parallel mit Moog sein Modularsystem aufgebaut. Was wäre wohl passiert, wenn ‚Switched on Bach' nicht mit einem Moog, sondern einem Buchla aufgenommen worden wäre? Ohne die Platte hätte es die Verkaufsexplosion bei Moog Modularsystemen ja nie gegeben. Im Trend liegt aktuell übrigens mehr die Buchla (und später Serge) proklamierte West Coast Philosophie, was man an den beliebtesten Modulen im aktuell beliebtesten Format Eurorack sehen kann, aber auch an diversen DIY Projekten basierend auf Buchla und Serge Schaltungen, die in letzter Zeit aus dem Boden gestampft wurden.
 
Nochmal zum Thema dieses Threads : Synthesizer selber bauen möglich ?
Sonicwarrior, wenn Du schon eigene Erfahrungen damit per DIY gemacht hast ist dies doch genau das, nachdem gefragt wurde.
Es liegt jedoch an Dir hier mehr oder weniger aus dem Nähkästchen zu plaudern oder eben nicht, was ich durchaus verstehen kann,
wenn andere Interessen dahinter stehen.
Selbst bauen beinhaltet doch nicht nur das Zusammenfügen irgendwelcher Fertigmodule, sondern eben auch wirklich eigenes. Früher
wurde nur gelotet, was heute mit Breadboards oder Simulationsschaltungsn am PC im Anfangsstadium wesentlich einfacher geht. Irgendwann
wird man eh nicht umhin kommen per Fädeltechnik oder selbst geätzten Platinen fortzufahren. Wer nicht selbst ätzen will findet reichlich Firmen
die dies professionell übernehmen auch zum kleinen Preis. Ich habe früher auch Platinen mit DIN A 4 und größer selbst geklebt (Brady) und geätzt nur dies muß heute nicht mehr sein allein schon aus Umweltgründen. Heute bin ich für Versuchszwecke beim Euroformat geblieben teils geätzt teiils gefräst. Bei mehrlagigen Platinen kommt man eh nicht um professionelle Herstellung herum - wird aber idR nicht der Fall sein.
Seien wir doch froh, daß es heute noch Leute gibt die sich an so ein Projekt wagen und wenn ich mit jahrelanger Praxis etwas zum Gelingen beitragen kann, so tue ich es gerne. Reichen meine Kenntnisse dann nicht mehr aus, so breche ich mir auch keinen Zacken aus der Krone, dies zuzugeben. Auch ich lerne noch gerne dazu - allwissend ist niemand.
Übrigens die LP Switched on Bach war eine der ersten LP die ich mir damals gekauft habe . Auch das spätere Remake steht in meinem Plattenschrank wobei ich sagen muß die erste Version sagt mir mehr zu.
happyfreddy
 
Übrigens versuche ich mich seit einiger Zeit an einem wirklichen Exoten : dem Realtone Variophon
Davon gibt es im Internet so gut wie nichts und wenn fehlerbehaftet. Bin also auch für jede Hilfe dankbar.

Die Firma nannte sich "Realton" (ohne "e"). Der Entwickler ist ein gewisser Jürgen Schmitz, der danach für GEM arbeitete und an der Entwicklung der von Elka geerbten Workstations der S-Serie maßgeblich beteiligt war. Er lebt inzwischen als Künstler in Italien, ich hatte auch mal seine Webseite gefunden. Vielleicht ist er selbst ja die beste Quelle? Ich hatte bei der Suche auch ein paar Sachen gefunden gehabt, aber die wirst Du sicher schon kennen. Wenn Du einen neuen Thread zu diesem Thema aufmachst kann man Dir vielleicht besser helfen als in diesem Zusammenhang :)

Bekanntester Song, bei dem man das Ding hören konnte, war der Anfang von Talk Talks "such a shame", dieser Ton, der sich wie ein Elefantengebrüll anhört.
 
@microbug
Was es im Internet über Realton gibt habe ich bereits alles abgeklopft und verfügbares gespeichert, stehe auch mit Dr. Reuter ua diesbezüglich in Kontakt, die ihrerseits an einer Neuauflage sehr interessiert sind.
Der Verbleib von Jürgen Schmitz ist bekannt, er distanziert sich jedoch von allem zum Thema Realton Variophon, trotz Kontaktaufnahme vor einigen Jahren von wissenschaftlicher Seite aus dem Raum Köln. Schade eigentlich, da er die Quelle an und für sich ist, nur seine Entscheidung kann nur respektiert werden. Vor ca 7 Monaten sind bei Ebay mehrere für mich wirklich interessante Teile / auch komplette Geräte veräußert worden und alles nur von einem einzigen Bieter zu hoch angesetzten Preisen ( open end ) ersteigert worden. Ich vermute dahinter schon ein Institut was begründetes Interesse daran hat.
Hier jetzt einen Thread aufzumachen zu dem Thema könnte man machen, nur im Synthesizer Thread ist über Suchfunktion mit dem Begriff auch nichts zu finden, weder per Realton Variophon noch Blaswandler. Scheint also wirklich ein Exot zu sein, obwohl ca 600 Instrumente verkauft wurden. Nur irgendwo müssen die ja verblieben sein. Das Projekt wird von mir jedoch nur nebenbei aus reinem Interesse betrieben, wenn Zeit dafür mal da ist. Interessant ist jedoch der mathematische Ansatz zur Soundgenerierung und das auf analoger Basis.
happyfreddy
 
Danke für die Info. Dann kann ich mir das sicher auch schnenken, ihn wegen der GEM-Synths anzuschreiben, wenn er schon zum Variophon auf Abstand geht. Habe zwar meine S3 verkauft, die Dinger aber Gedanklich immer noch nicht ganz abgeschrieben und durchaus die Idee, mir wieder mal eine S2 zuzulegen.

Es könnte sich aber vielleicht lohnen, im Nachbarforum Sequenzer.de nachzufragen, denn dort sind deutlich mehr "Synthnerds" zu finden, die auch einen entsprechenden Bastelwillen haben.
 
80% Fehlersuche kann ich also nicht bestätigen, zumindest nicht für fertige und bereits von anderen aufgebaute Platinen.

Sehe jetzt erst, dass das missverständlich formuliert ist: Ich meinte damit nicht, dass die Platine von anderen aufgebaut wurde, sondern das Layout von jemand anderem stammt und es die Platine zu kaufen gibt, wie eben bei den oben erwähnten Ken Stone (CGS), Ray Wilson (MFOS), usw..
Das sich jeder selber ein Platinendesign macht ist in den meisten Fällen ja unnötig.

Zu dem oben genannten EQ gibt es bereits eine einseitige Platine, ich wollte allerdings Bypass-Schalter auf der Platine vorsehen und ein paar andere Änderungen. Meine Platine ist doppelseitig durchkontaktiert, was selbstgeätzt ohnehin ein wenig schwer ist. Außerdem hatte ich auch eine kleine Auflage mit professionell erstellten Platinen geplant.

Aus dem Nähkästchen plaudern ist halt so ne Sache, da ich wahrscheinlich schon ein Buch darüber schreiben könnte. Konkretere Nachfragen helfen also enorm.
 

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