TC Electronic Forcefield Compressor

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TC Electronics Forcefield Compressor

So, jetzt scheint der Sommer nicht nur vorbei zu sein und ich habe endlich wieder etwas Zeit gefunden, hier zu schreiben und nicht nur nebenbei zu stöbern.
Nachdem ich das Reviewgewinnspiel gewann und prompt ganz überraschend einen 50€ Gutschein für Thomann bekam (an dieser Stelle nochmals vielen Dank dafür), wurde ich gefragt, wofür ich den Gutschein einsetzen möchte.
Ich antwortete, dass ich mir seit einer Weile einen verlässlichen Basskompressor wünsche...
und da ging die Misere los.
Ich stand jetzt vor der Entscheidung, mir irgend so ein unter 50€-Gerät zu holen oder den Gutschein als Anzahlung für ein teureres Gerät zu sehen.
Die reinen Basskompressoren waren derzeit erst ab einem Preis von 99€ lieferbar. Ich habe tagelang irgendwelche Reviews über diese Geräte gelesen, mir Videos angeschaut und Hörbeispiele gelauscht. Aber diese haben mich meistens schon etwas abgeschreckt, weil schon dort ein deutliches Pumpen und Rauschen zu hören war.
Also schaute ich mich bei den teureren Geräten um. Dort waren die Geräte schon eher nach meinem Geschmack. Allerdings ist es ja kein Problem bis über 300€ für so ein Ding auszugeben, sodass ich mir die Frage stellen musste, was ich von so einem Gerät erwarte... ??
Also ich wollte für meinen Basssound einen leichten, dezenten Kompressoreffekt. Der Sound sollte ein wenig glatter klingen, etwas fetter mit seidigen Höhen und mit ein wenig mehr Sustain und es sollten vielleicht ein paar Klackergeräusche, welche hin und wieder durch mein schlampiges Spiel auftreten, etwas vertuscht werden. Aber alles halt dezent, für andere wahrscheinlich kaum spürbar.
Ich entschloss mich dann, mich auch mal in der Gitarrenabteilung nach Kompressoren umzuschauen. Dort war das Angebot bedeutend umfangreicher als in der Bassabteilung.
Ich stöberte eine Weile bis ich auf den TC Forcefield Compressor stieß. Dieser erweckte meine Neugier.
Das Pedal hatte ein Metallgehäuse und es stand der Markenname eines Herstellers, den ich sehr schätze, drauf. Zudem passte es preislich mit 49€ wie die Hand in die Hosentasche zu meinem Gutscheinbudget. Ich benutze ganz gerne mal Gitarreneffekte am Bass. Trotzdem musste ich mal im Internet nach Erfahrungen suchen und siehe da, ich fand auf Anhieb Videos mit Soundbeispielen dieses Kompressors am Bass, welche mir durchaus gefielen. Auf der Herstellerseite ist der Forcefield Compressor auch mit unter den Basseffekten aufgelistet.... Also bestellte ich ihn.

Mein erster Eindruck: Oha ist das Teil klobig... Dass das Pedal etwas größer als das bekannte Bossformat ist, war mir schon klar. Aber irgendwie ist er noch größer als erwartet. Mit dem Ding könnte man mühelos die Scheibe vom Bandbus einwerfen, falls es mal wieder zu lustig unterwegs wird.

Das Pedalgehäuse wurde aus verzinntem Stahlblech gekantet und der Deckel wurde unspektakulär in einem Sandton lackiert und anschließend bedruckt. Es ist sehr stabil und dafür natürlich auch schön schwer. Da ich in dieser Band nur drei bis vier Effektpedale nutze, ist für mich eine geringe Größe nicht vorrangig und diesen „Minipedalwahn“ finde ich momentan auch etwas anstrengend.
Der Forcefield steht rutschfest auf vier Gummifüßen und falls tatsächlich mal irgendeiner auf die Idee kommt, das Teil mit ´ner Batterie betreiben zu wollen, müssen vier seitlich angebrachte Schrauben gelöst werden, um ans Gehäuseinnere zu kommen.
Klinkebuchsen und Stromzufuhr befinden sich auf der Stirnseite.
Das Netzgerät sollte man testen, bevor man mit dem neuem Kompressor und irgendeinem Netzteil zur Mucke fährt. Bei mir passt ein Netzgerät nicht, weil der Stecker zu dick ist und meine olle Daisy Chain wackelt umher und verursacht dadurch Ausfälle. Meine normalen Netzgeräte passen aber einwandfrei.
Ohne jegliches Knacken kann man den Effekt per Fußtritt einschalten.
Die Parameter Sustain, Attack und Level werden mit drei passend zum Gehäuse dimensionierten gleichnamigen Potis geregelt. Die Regler sind so proportioniert, dass man selbst mit tollpatschigen Bassistenpfoten das einstellt, was man sich auch vorgenommen hatte.
Mein Bedürfnis, ein einfach zu bedienendes Pedal ohne Schnick und Schnack zu benutzen, erfüllt der Forcefield Compressor mit Bravur. Die Reglerbedeutungen dürften ja jedem klar sein. Attack bestimmt, wann der Kompressoreffekt einsetzt, Sustain wie lange und mit Level gleicht man die Lautstärke an den gewünschten Pegel an. Einfacher geht es fast nicht und es lassen sich mit diesen Mögkichkeiten schnell und intuitiv sehr gute Sounds realisieren.

Zum Klang:
Also ich muss echt sagen, dass dieses Pedal wirklich das tut, was ich erwartet und mir auch gewünscht hatte.
Es macht den Sound viel fetter, ohne dass er künstlich oder gebügelt klingt. Natürlich rede ich hier, wie anfangs schon erwähnt, von dezenten Einstellungen. Aber auch bei stärkeren Settings kann ich nicht so stark wie bei anderen Kompressoren, dieses typische Pumpen vernehmen.
Der Sound ist viel voller, aber trotzdem warm, transparent und mit angenehmen Höhen.
Ich finde, dass der Forcefield sehr ausgeglichen klingt. Nicht zu steril, aber auch nicht so färbend wie andere hochwertige Kompressoren, wodurch er etwas an Wärme verliert, aber neutraler ist.
Dass ein Kompressor ein Rauschen, Brummen oder Zischen verstärken kann, ist ja nun wirklich nichts Neues. Auch der Forcefield rausch minimal. Bei meinen Einstellungen ist das Rauschen aber fast nicht wahrnehmbar. Man bekommt es nur mit, wenn man danach sucht. Natürlich verstärkt ein dahinter geschalteter Verzerrer das Rauschen noch einmal, aber selbst dann ist es noch so im Rahmen, dass es bei dem üblichen Livebetrieb und beim Proben nicht stört.

Mein Fazit:
Ich muss sagen, dass der Forcefield Compressor seine Arbeit so verrichtet, wie ich das von einem Kompressor erwarte.
Wer nicht das teuerte Supermodell benötigt und genug Platz auf seinem Brett hat, sollte diesen Treter echt mal ausprobieren.
Den vergleichsweise geringen Preis und die Aussage, dass die komplette Budget-Reiche von TC auf Schaltungen eines zu Recht nicht so angesehenen Herstellers im Effektpedalbereich basiert, würde ich auf jeden Fall außer Acht lassen.
 
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