Tele-Body lackiert: Wie versiegeln?

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Guten Morgen allerseits,

Vielleicht kennt ihr das ja auch: Thema XY, keine Ahnung, und je mehr man*frau liest - desto unklarer wird die Sache...?
Aber ich sollte wohl vorne anfangen... also mach' ich das mal (meine Frage dadrunter, mit Headline in fett):

Einige Jahre spielte ich mit einem Bandkollegen, der während dieser Phase auf der Suche nach "seiner" Tele war (er hat sie gefunden - way to go, Magnus!).
Eines Abends brachte dieser zur Bandprobe eine "Tele" mit, die wohl eigentlich lieber eine 52-56er Paula geworden wäre:

Eine Squier Tele Custom II P90...

Dabei handelt es sich um eine indonesische Dame, deren Features eine Mischung aus Tele Custom & Deluxe der Spät-60er bzw. 70er Jahre sind:

Schaltung à la Gibson (2xVol. & 2x Tone Potis sowie 3 Way-Toggle = LP), und nicht die Wide Range HB, sondern 2 P90.

In der Pause durfte ich sie spielen - und auch wenn das jetzt wahrscheinlich für viele unglaubwürdig klingt: Dieses Instrument ist der Wahnsinn. No kidding.
Den Rest des Abends war ich irgendwie ziemlich verwirrt: Mit der Telecaster, diesem Erstlingswerk von CLF (die für mich vorher immer quasi die unfertige Stratocaster war), konnte ich nie was anfangen. Und jetzt das!!!

Mein Kollege jedoch wurde nicht warm mit dem Teil, so dass er sie mir wenige Wochen später verkaufte (YAY!!!). Für den gleichen Preis, den er selbst bezahlt hatte (150 Ocken = Doppel-YAY!!!).

Erklärt mich jetzt meinetwegen für total bekloppt: seitdem ich sie habe, verstauben zwei Custom Shop Relic Strats in ihren Cases. R9 & R0 - verkauft. Habe ja noch meine Norlin Custom LP (fast 5kg) & meine Burst US-Std (3,4 kg, kein Tippfehler) - Aber auch die sehen wenig Tageslicht, seit dieser Squier...

Aber nichts ist perfekt oder? Eben!

Bei der Squier war's die Bodyfarbe: Vielleicht sollte sie ja dem Gibson "TV-Yellow" nacheifern? Herausgekommen ist jedenfalls eine Mischung zwischen Eiter und Dijon Senf... grmpf.
Auch wenn ich versuche, möglichst tolerant durchs Leben zu gehen: Damit hat Indonesien (m)eine eindeutige Grenze überschritten!

KONKRET:
Ich habe den Body der Gitarre neu lackieren lassen. Blöderweise hatte ich die 'schlaue' Idee:
"Der Original-Lack ist sowieso mehr ein Plastik-Panzer... also gehste zum Lackierer: Evt. muss man nicht mal vorher schleifen, und klingen tut sie ja schon, also schenken wir uns den Nitro-Aufwand!".

Also: Smart-Repair Laden gesucht, gefunden, hingefahren: "Klar, für 200 Euro machen wir das! Farbe nach Wunsch, Rechnung kriegste keene!"

Die Aktion hat insgesamt circa drei Monate gedauert. Falls das Leben mir beibringen wollte, das Schwarzarbeit, Schei** sorry: Mist ist... Danke, hab's gecheckt!
Nach 8 Wochen also abholen & icke voll geflasht: Ein feines Grau-Metallic - wirklich ein toller Farbton!
Erst zuhause die Staubeinschlüsse, Läufer und Schlieren gesehen, fast geheult & Retour. Smart-Repair Typ stinksauer: "Sieht doch super aus!" - nachgearbeitet hat er doch...

PROBLEM:
Mittlerweile weiß ich, dass besonders Metallic-Lackierungen aufgrund der Metallteilchen im Lack unbedingt mit Klarlack versiegelt werden sollten. Sonst Oxidationsgefahr usw.
Ich weiß auch, dass der Smart Repair-Typ nur nachpoliert hat (erst danach sagte mir ein Bekannter: "Der hätte danach nochmal lacken müssen!").

Ich weiß nicht, mit welchem Farbsystem dort gearbeitet wurde - aber ich weiß, das falscher Klarlack zum Totalschaden der Lackierung führen kann.
ich sehe auch, dass die Lackschicht sehr dünn ist, und an 1-2 Stellen fühle ich "rubbelige" Oberfläche - evt. ist da der Klarlack schon durch.

Da es sich (Smart Repair) um irgendeinen Autolack handeln müsste, hat mich ein Kumpel auf "Keramikversiegelung" aufmerksam gemacht: Eine Schicht Polymer-Zeug wird auf den Lack aufgetragen & verbindet sich chemisch damit: Soll bis ca. 36 Monate den Lack schützen, Wasser abperlen lassen, und Nachpolieren unnötig machen...


FRAGE(N):
1. Was haltet ihr von einer Keramikversiegelung: Meint ihr, das wäre eine funktionale Lösung zum Erhalt der Lackierung?

2. Oder habt ihr evt. eine bessere Idee oder Erfahrungen, wie sich das Metallic dauerhaft schützen lässt?


"Nur" Wachs ist mir offen gesagt 1. zu viel Siff (hatte mal ne Gitarre vom Tec mit "Carnaubawachs" zurückbekommen, das Zeug war nach'm 1. Gig überall - nur nicht mehr auf der Gitte...), und 2. zu viel Arbeit: 1-2 mal/Jahr nacharbeiten: OK. Aber alle 4 Wochen... Muss jetzt nicht unbedingt.
Wie gesagt: Die Farbe an sich ist supergeil; außerdem habe ich z.Zt. offen gestanden weder die Kohle, noch die Nerven, um nochmal "von Null" lackieren zu lassen...

Hey... nun ist mein Schrieb viel länger geworden als geplant... also: Danke an jede*n, die/der bis hier gelesen hat!
Für jede eurer Erfahrungen/Perspektiven/Tipps bin ich zudem echt dankbar ("Haste nu davon" o.ä. braucht nicht - oben steht ja schon: Ich hab's gecheckt, OK? thx)!

Oh, und: Die Tele ist z.Zt. im Proberaum - falls Pics gewünscht werden, reiche ich die nach. Promise.

Liebe Grüße, & nochmals danke,

Marc
 
  • Interessant
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Also, der typische Squier PU-Panzer wurde angeschliffen und deckend mit einer weiteren Schicht Metallic Lack lackiert? …wahrscheinlich noch mit einer Klarlackschicht überzogen, die (nach)poliert wurde…und soll jetzt noch mal überlackiert werden?
Wie viele Schichten sollen denn da noch drauf?

Der Smart Repair Shop hat schon nicht ordentlich hinbekommen, weil eine Gitarre zu lackieren eben Erfahrung und Sachverstand erfordert. Also nicht selber machen! Die jetzige Lackierung wird früher oder später an neuralgischen Punkten ab-/durchgewetzt und die alte Lackierung wird an den Stellen wieder zum Vorschein kommen. Damit sollte man fein sein und der Sache jetzt seinen Lauf lassen oder einen komplett neuen Farbaufbau in Auftrag geben.
Wenn die Gitarre so wie sie ist, so unfassbar gut klingt, sollten man da IMO jedoch nichts verschlimm/bessern!
 

  • Haha
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Darf ich trotzdem hier
Na klar - und sorry, aber die "fehlerbehaftete Schreibweise" dieses Markennamens (Squier -> Squire) ist im MB mittlerweile fast "die Regel". Das provoziert dann natürlich irgendwann solche "Mod-Spässe" :D. Für unsere Kommunikation hier im Forum wäre es sicher zuträglicher gewesen, der Hersteller hätte damals sofort die andere Schreibweise gewählt :rofl:.

Aber nun bitte wieder BTT!

LG Lenny
 
Bilder wären gut

Wie viele Schichten sollen denn da noch drauf?
... der Sache jetzt seinen Lauf lassen oder einen komplett neuen Farbaufbau in Auftrag geben.
War auch meine Gedanke. Ich würde den body komplett entlacken und bei null anfangen.
Also nicht wieder drüberwerkeln.
Gerade wenn man nicht weiss, was die graue Lackschicht ist, kann da sonst einiges schiefgehen.

Alternativ: so lassen, wie es ist, aber das müsste man - wie gesagt - sehen.
 
  • Ersteller
  • #8
Poar! Küsschen, everybody!😋

Also, erst mal: danke für die Sorgen!

Ich arbeite mal fix die Punkte ab, die mir jetzt noch einfallen:

Selber machen: Ja! Und wer den Arsch nicht aus der Komfortzone kriegt, lernt nichts dazu - wer sich aber evt. (zu früh) zu meisterhaft findet, fliegt auch gern mal meisterhaft auf die Nase. Soweit d‘accord?

Spaß beiseite. Ich nehme eure Sorge ernst, und es scheint mir, als wäre deren Motivation & meine, hier zu posten,nicht weit voneinander weg:

Genau deshalb frage ich lieber, bevor hier irgendwas passiert... pix btw anbei: Wie geschrieben: Subjektiv nice Farbe mit sehr kleinen feinen Metallpartikeln. Etwas dunkler als "Charcoal", und im Gegenlicht erinnert sie mich mitunter sogar an Sherwood - like. Die Oberflächedagegen... die in der Küche selbst lackierte Kopfplattenfront ist besser geworden, allein was die Anzahl der Staubeinschlüsse angeht...
Die hole ich auch aus dem Body durchaus selbst raus - somit bleibt der Schutz offen, dieser recht dünnen Schicht (krieg ich glaub ich nicht aufs Foto - oder könnt ihr doch was erkennen?).

Kurz noch: Klar relict das irgendwann. "Smart Repair" & "ewig" wäre imho ne gewagte Konstellation mit RICHTIG Potenzial für Enttäuschungen. Andererseits: Denke ich an meine erste Strat (auch ne Squier, damals allerdings japanisch) zurück, dann sah das Plastikzeug nach 5 Jahren & 1x Polieren aus wie neu... im Gegensatz zu Nitro ganz besonders. 2 worlds halt...

Zum Klang: Ich spiele seit 40 Jahren auch Schraubhalsgeigen, und evtl. könnt ihr euch vorstellen, was da im Lauf der Zeit an Hälsen und Bodys drauf, runter, auf die nächste Gitte usw. kam; und eine der vielen, vielen wunderbar durch nicht-Physiker*innen aufgestellten physikalischen Theorien zum Sound besagt: It's not the body. It's the neck. Zu diesem Camp gehöre ich auch, wobei ich dem Corpus und dessen Verarbeitung natürlich seinen Beitrag zum Gesamtsound nicht absprechen will. Jedoch: wenn jemand zum Beispiel seinen Hals griffseitig entlacken wollte, würde ich nachdrücklich zur Vorsicht mahnen: Marcus (Deml) hat das mal bei einer seiner (glaube) Teles (oder wars doch ne Strat?) gemacht und sein Kommentar war danach lapidar: "Die Gitarre war hinterher tot." fwiw...

Schau'n mer mal. Bis jetzt ist sie erstmal (nach dem Smart Repairer!) ordentlich entfettet vorerst mit Carnauba etwas geschützt. Aber das Zeug geht mir auf'n Senkel, weil ich damit ca. alle 4 Wochen rumschmieren muss, wenn's so bleiben soll. Hab noch ne Epiphone hier, die nach Headstock-Bruch ne neue Headstock-Front gekriegt hat & des Klarlacks harrt - vielleicht traue ich mich dann auch an den Telekorpus...

Gebe auch offen zu, dass ich das ganze Thema Lackieren superinteressant finde - noch vor nem Jahr hätte ich Horror gekriegt!

Ohje, Fast hätte ich's vergessen: die Gitarre hatte bereits kein Squier-Logo mehr als ich sie bekam - nur das schwatte Fender* "Minilogo" & der "Tele..."-Schriftzug waren noch drauf. Das Transition-Logo hatte ich noch rumfliegen, deshalb auch die 2x (R)... Eventuelle Vorwürfe der Markenfälschung widerlege ich damit, dass auf der Rückseite immer noch die Squier Ser.-Nr., das Fertigungsland & "Backed by Fender*" steht. Außerdem hab ich erst gelernt, was Decal-Softener ist, als alles schon gelaufen war: Logo silbert also etwas... da ich sie eh nicht verkaufen werde, ist's imho wumpe, aber ich weiss dass Einige hier sehr ungehalten auf den Übertrag eines Fender*-Logos auf ein Instrument aus dem Firmenkonglomerat Fender* reagieren. Ggf. teile ich deren Auffassung, wenn's zu diffizil bzw. zu grenzwertig wird.

Liebe(r) Mod(s):
Kannst du hier bitte noch eine kleine Weile offen lassen? Vielleicht meldet sich doch noch jemand mit Erfahrung bzgl. einer Art Versiegelung, die dem Marktwert & dem (imho) sehr schönen Farbton gerecht wird... Dankeschön!

PS: Edit fand Rechtschreibfehler...

01 Body frontal.webp02 Body frontal..webp03 Body Back.webp04 Body Back.webp05 Squier Tele kpl.webp06 Squier Tele kpl.webp07 Zarge Staub durch.webp
 
Grund: Bilder eingebunden
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Was spricht dagegen, den Smartrepair-Typen einfach mal zu fragen, was für ein Farb/Lacksystem die nutzen und entsprechend dann den Klarlack wählen? Der wirds ja vermutlich wissen?

Sieht übrigens wirklich affengeil aus, die Klampfe. Die Farbe mit dem Schlagbrett und den Pots.....meinen Geschmack triffts total.
 
  • #10
Mega Squier - das sind oob schon ganz tolle Gitarren.
 

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