[TESTBERICHT] DigiTech Live FX

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HCA
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das Vorgeplänkel


So. Nachdem das Teil nun schon eine ganze Weile käuflich zu erwerben ist, hat auch das Testgerät endlich seinen Weg zu mir gefunden. Ein weiteres Multieffektgerät für Sänger. Wie? Hat TC-Helicon schon wieder ein paar Algorithmen aus einem der großen Vokalisten geklaubt und sie diesmal in ein grünes Gehäuse gestopft? Ha! Weit gefehlt, heuer hat sich ein Unternehmen namens DigiTech daran gemacht, die eierlegende Wollmilchrampensau zu erfinden. Und rein zufällig deckt sich der Funktionsumfang (mehr oder weniger genau) mit dem Konkurrenzprodukt "VoiceLive Play" von oben genanntem Rivalen am Markt - und im Preis unterscheiden sich die beiden um weniger als 20,- Eurönchen. Das "Live FX" ist also eine sehr deutliche Kampfansage, wollen doch mal sehen, welcher der beiden bunt blinkenden Recken die gestählteren Muckis vorweisen kann…


DigiTech gibt es nun auch nicht erst seit gestern, und man findet eine Reihe von Gesangsmultis im Programm des amerikanischen Herstellers, der sich übrigens zur Harman-Gruppe zählt, welche auch solch illustren Marken wie AKG, dbx, JBL, Studer, Soundcraft, Lexicon und - wer hätte das gedacht - harman/kardon unter ihrem Dach beherbergt. Für reichhaltiges Fachwissen im Audiobereich ist also gesorgt - und nun wundert es einen auch nicht mehr, daß der Hall von Lexicon und die Kompression von dbx stammen. Genug des Namedroppings, wir schweifen ab...

….aber wo wir schon so am Plaudern sind, finde ich es interessant zu erwähnen, daß sich bereits ein weiteres Pferd im DigiTech-Stall warmläuft: nämlich der "Vocalist Live Harmony" (Jutjuub-Link, da das Teil plötzlich nirgends mehr zu finden ist. Als ich diese Zeilen schrub, gab's das noch bei thomann :gruebel:), der dem "Live FX" anscheinend in Gesangsfragen bis auf's Haar gleicht, aber zusätzlich eine Gitarrensektion mitbringt und in einer anderen Farbe erstrahlt. Welch kreative und bahnbrechend neue Idee (blinzel, blinzel). Möglicherweise kommt da auch der Begriff abKUPFERn her… :D

Da DigiTech also offensichtlich entschieden hat, ein eigenes "VoiceLive Play" zu bauen, und ich auch die Ehre hatte, das Original von TC zu testen, werde ich versuchen, die beiden so gut wie möglich zu vergleichen. Mein Testbericht des "VoiceLive Play GTX" liegt allerdings schon 2 Jahre zurück, ich bitte also um Nachsicht, wenn mir nicht mehr alle Details so geläufig sind, zumal es mittlerweile ja evtl. auch Firmware Updates o.ä. gegeben hat, zu denen ich nichts sagen kann. Legen wir also los...




der erste Eindruck


Packen wir's also an......und aus. Zunächst einmal fällt mir auf, daß kein schnieker Aufkleber beiliegt :eek:. Naja, irgendwo muß der Preis ja herkommen. Was also ist drin im Karton?

- das Gerät höchstselbst
- ein Netzteil mit 4 internationalen Steckaufsätzen, damit man bei der Welttournee nicht plötzlich ohne Effekt dasteht, ich bin positiv überrascht
- eine Registrationskarte
- ein Blättchen mit Sicherheitshinweisen
- eine Art Kassenzettel, der mir zeigt, welche Prüfungen das Gerät bestanden hat, bevor es auf die Reise ging
- ein weiteres Blättchen mit einer Schnellstart-Anleitung, die so überflüssig gehalten ist, daß ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen kann :rolleyes:

und

-KEIN USB-Kabel, was ich recht lästig finde, da es ja gefühlte 7.053.291 verschiedene USB-Steckervarianten gibt. Da würde ich doch liebend gerne das Papierzeugs gegen tauschen. Aber ist halt nicht, vielleicht habe ich ja ein passendes irgendwo rumliegen…

Vergleich zum "VoiceLive Play": dort war ein USB-Kabel dabei….und ein Aufkleber! :rock:


Schauen wir uns das Ding also mal ein wenig genauer an. Über Geschmack läßt sich bekanntlich nicht streiten - sagen wir mal so, ich würde mir kein Bild davon über's Bett hängen wollen
:igitt:. Das "VoiceLivePlay" sieht nach meinem Empfinden deutlich professioneller aus, hier hat man eher den Eindruck eines überdimensionierten Tamagotchis. Das "Live FX" ist größer als ich vermutet habe und eher schmal, d.h. die Tretknöpfe scheinen näher beisammen zu liegen als beim Konkurrenten, aber das kann täuschen, da die Gehäuse eine andere Form haben. Ich hätte sie lieber weiter auseinander. Man tritt ja nicht genau mittig drauf, sondern eher in der Region des großen Zehs - zumindest mache ich das so - und da kann es schonmal passieren, daß man 2 Knöpfe auf einmal erwischt.
Das Gehäuse selbst ist aus Metall, schwarz und strukturiert, scheint recht stabil zu sein und hat vier kleine Gummifüßchen. Der Mittelteil ist aus Plastik und eindeutig für das Spielwarenfeeling verantwortlich. Ich glaube kaum, daß dieser Teil viele unabsichtliche Fehltritte wegstecken kann, schließlich soll das Ding ja auf dem Bühnenboden herumliegen.
Es gibt die drei Tretknöpfe mit dazugehörigen LEDs, 14 kleine beleuchtete Plastikknöpflein, einen großen Dreh-Drück-Knopf (der auf den pompösen Namen Data-Encoder hört) und weitere 4 Plastikpotis. In der Mitte befindet sich ein Display, kaum größer als ein Päckchen Taschentücher - aufrecht stehend. An der Rückseite finden sich die Anschlüsse:

- 1 XLR-Eingang für's Mikrofon
- 2 XLR-Ausgänge für's Mischpult
- 1 Stereo-Klinkenausgang für Kopfhörer bzw. Line Out
- 1 Klinkeneingang für einen Fußschalter
- die Buchse für's Netzteil
- der USB-Anschluß
- Aux-In als Stereo-Miniklinke ausgeführt

Letzterer ist für's Steuersignal gedacht, damit der Harmonizer weiß, was er zu tun hat. Des weiteren gibt es noch den Gain-Regler für die Eingangsverstärkung des Mikrofonsignals. Alles hochwertig, gut beschriftet und hübsch aufgeräumt, wenn es mir auch nicht ganz einleuchtet, weshalb sich Gainregler und Aux-In direkt untereinander befinden, während der Mikrofoneingang etwas weiter weg sitzt - motzen auf hohem Niveau.
Auch hier fällt mir auf, daß es keinen Schutz für's Netzkabel und keinen Ein-/Ausschalter gibt. Nennt mich pingelig, aber mich stört so etwas… :weird:




Fazit vom ersten Eindruck


Gemischt. Das Gehäuse wirkt solide, bekleckert sich aber durch den eher billig wirkenden Plastikmittelteil nicht gerade mit Ruhm. Die Anschlüsse sind amtlich und der Gainregler besser zu bedienen als beim "VoiceLive Play". Dieses hätte allerdings bisher die Nase vorn, wirkt es doch einfach weniger empfindlich und eine Ecke professioneller.


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das Eingemachte


Schalten wir dat Dingens also einfach mal ein. Kaum wird der Stecker ins Döslein gestöpselt, leuchtet alles bunt auf - jedoch nur für einen Moment. Wenn man irgendwo hinter gekrochen ist, um es einzustecken, verpaßt man das optische Feuerwerk.
Das Display zeigt einen Buchstaben, eine zweistellige Zahl und den Namen des aktuellen Presets. Es gibt 198 Presets, zweimal 99 um genau zu sein. Die ersten 99 sind mit dem Buchstaben "F" (actory), die zweiten 99 mit dem Buchstaben "U" (ser) gekennzeichnet. Im Neuzustand sind beide Bänke identisch, die "Factory"-Presets sind unveränderbar, während die "User"-Presets quasi als Platzhalter für Eigenkreationen dienen. Wie bei Effektgeräten üblich, sucht man sich also ein Preset, das der eigenen Vorstellung möglichst nahe kommt, ändert es und speichert es dann als eigenes Preset ab. Man kann auch bis zu 5 Setlists erstellen, die jeweils bis zu 20 Presets enthalten, damit man alle Sounds für einen Gig beisammen hat und nur mit den Fußtretern umzuschalten braucht. Alles in allem jedenfalls mehr Möglichkeiten, als der normale Sänger je brauchen wird.

Gruß vom "VoiceLive Play": ein Preset ist zwei Presets. Genau wie beim blauen Kollegen hat auch hier jedes Preset zwei Gesichter. Während es beim TC den "Hit-Button" gibt, mit dem sich eine Variation des Presets aktivieren läßt, kann man beim "Live FX" zwei völlig verschiedene Sounds als ein Preset abspeichern und mit dem "A/B"-Knopf zwischen beiden umschalten. Zugegeben, der Knopfname klingt weit weniger cool, aber die Funktion ist um einiges besser. Hier gibt es übigens zwei LEDs, rot und grün, damit man immer weiß, ob "A" oder "B" ausgewählt ist.

*hierzu ein Fußnötchen: Im weiteren Verlauf des Tests ist mir aufgefallen, daß man - so man den gleichen Effekt für die A- und B-Variante verwenden will, diesen nicht variieren kann. D.h. man kann nicht bei A den Harmonizer die Quinte singen lassen und dann bei B noch die Terz hinzufügen. Oder zwei unterschiedliche Delays für A und B benutzen usw. Für sowas müßte man dann zwei Presets anlegen. Trotzdem ist es immer noch einiges mehr an Freiheit als beim "VoiceLive Play".


Schreck laß nach! Ganze 18 Druck- und 5 Drehknöpfe zieren die Oberseite - und das obwohl die Sängerschaft für ihre Koumpounophobie geradezu berüchtigt ist :eek:. Egal, weshalb hier mehr gleich weniger ist,wird im nächsten Absatz enthüllt.

Die DigiTech-Schergen haben sich offensichtlich aufgemacht, die Preset-Programmierung zu vereinfachen. Wie kann es nun aber einfacher werden, wenn es doch mehr Knöpfe gibt? Nun, ganz einfach (:D): Indem man alle Effekte direkt mit einem Knopf an- bzw. ausschalten kann, braucht man dafür nicht in ein Menü gehen. Das ist schnell und übersichtlich und macht außerdem mehr Freude. Es gibt folgende Effekte, die mit jeweils einem beleuchteten Knopf repräsentiert sind:

- Pitch FX
- Distortion/Filter
- Harmony
- Double
- Modulation
- Delay
- Reverb

Darüber hinaus findet sich in dieser Knopfreihe noch ein weiterer mit der ominösen Aufschrift "Gold Channel", der im Gegensatz zu den anderen nicht rot, sondern grün beleuchtet ist.....geheimnisvoll....


Die Bedienung ist ausgesprochen simpel. Wählt man ein Preset aus, leuchten die aktivierten Effektknöpfe auf. Man sieht also direkt, was im Sound alles enthalten ist und kann jeden Effekt mit einem simplen Knopfdruck an- und abschalten. Möchte man die Effekte bearbeiten, drückt man einfach länger auf den entsprechenden Knopf und gelangt so in das Menü mit den Effektparametern. Dort kann man mit dem großen Drehknopf zwischen verschiedenen Effektsorten auswählen und am unteren Rand sieht man vier Parameter, die sich mit den vier silbernen, gerasterten Drehknöpfen einstellen lassen. Reicht ein Displaybild nicht aus, drückt man den großen Drehknopf und schaltet sich so durch die weiteren Seiten durch. Sobald man etwas an einem Preset verändert, leuchtet der "Store"-Knopf auf und lädt zum Abspeichern ein. Dann kann man Speicherplatz und Name zuweisen, wie üblich. Eine hilfreiche Funktion ist hier noch zu erwähnen: der sog. "Sound Check". Hier wird der eingebaute Looper verwendet, um die Presetprogrammierung zu erleichtern. Man zeichnet eine Gesangspassage auf, die dann kontinuierlich abgespielt wird, sodaß man völlig frei an allen Parametern rumspielen kann, ohne ständig gleichzeitig in's Mikro singen zu müssen. Keine neue Idee, aber praktisch und gut durchdacht :great:.

Auf die einzelnen Parameter der Effekte brauche ich wohl nicht näher eingehen, da gibt es keine Überraschungen. Es ist klar, daß man grundsätzlich den Anteil des Effekts am Gesamtsignal, sowie bestimmte effektspezifische Dinge einstellen kann (beim Pitch-Shifter z.B. die Tonhöhe, beim Hall z.B. die Länge der Fahne etc.). Man hat überall genug Optionen, um sich seinen Sound zu basteln - eher noch ein paar mehr. Wie beim "VoiceLive Play" sind Harmony und Double zwei verschiedene Effekte. Man kann seine Stimme also bis zu 2x doppeln und dazu noch 1-2 Harmonystimmen in diversen Intervallen erzeugen lassen. Wen's genauer interessiert, der kann sich den entsprechenden Abschnitt im "VoiceLive Play" Testbericht durchlesen. Von den Funktionen schenken sich die beiden nicht viel bis gar nix.

Blieben noch ein paar weitere Funktionen zu erwähnen, die unser "Live FX" mitbringt. Es gibt einen "System"-Knopf, der einen zum System-Menü bringt (kaum zu glauben...). Dort stellt man Dinge wie Phantomspeisung oder Stereo/Mono-Ausgang ein. Es gibt kein Dual-Mono, d.h. bei Mono liegt einfach an allen Ausgängen das gleiche Signal an. Es wäre sinnvoller gewesen, einmal ein trockenes Signal auszugeben anstatt zweimal dasselbe - mehr Flexibilität.
Es gibt einen Feedback-Destroyer, der sich aufschaukelnde Frequenzen erkennt und herunterregelt, damit es nicht pfeift. In der Praxis funktioniert das einigermaßen. Ich habe absichtlich versucht, ein Feedback zu erzeugen :evil:. Man hörte eine Art Prä-Pfeifen zwar permanent ganz leicht, aber wirklich ausgebrochen ist es nicht. Idealerweise läßt man es natürlich gar nicht erst dazu kommen, aber wenn es doch mal passiert, ist es gut, einen zusätzlichen Schutz zu haben. Pluspunkt.
Dann wäre da noch die "Live Adapt" Funktion. Wie beim "VoiceLive Play" (dort "Room Sense" genannt) gibt es auch hier ein Mikrofon, das den Raum aufnimmt. Dieses dient - sofern keine Audioquelle am Aux-In angeschlossen ist - zur Steuerung nicht nur des Harmonizers, sondern auch der Tonhöhe für Pitch-Effekte, des Noise Gates und des Tempos für Delay und andere timingbasierte Effekte. Theoretisch sollte es damit also möglich sein, immer ein passendes Delay zu haben, ohne an Menüs rumpfriemeln zu müssen - zumindest was den Rhythmus anbetrifft. Klingt spannend... Falls übrigens doch eine Audioquelle am Aux-In angeschlossen ist, wird diese für eben erwähnte Funktionen verwendet. Man kann sie zum Gesangssignal dazumischen (um z.B. zu einem Playback vom mp3-Player zu singen) oder stummschalten (falls es ein reines Steuersignal sein soll, z.B. von einer Gitarre).

Der Live FX bringt einen Anschluß für einen Fußschalter mit, so weit nix besonderes. Aber man kann auch ein Volume- bzw. Expressionpedal anstöpseln und gar putzige Dinge damit anstellen. Freundlicherweise bekam ich ein solches Pedal mitgeliefert und kann deswegen zu dieser Funktion sagen, daß sie rockt! :rock:Später mehr dazu...

Und zu guter Letzt hätten wir da noch den "Gold Channel". Von TC kennt man dies auch, wie's beim "VoiceLive Play" genannt wird, weiß ich nicht mehr - auf manchen Singles ist es der "Tone"-Button und bezeichnet einfach einen pauschalen Channel Strip, sprich: alle Funktionen, die normalerweise vom FOH (Mischpultmensch) geregelt werden plus noch ein paar weitere. Genauer: Kompressor, EQ, Noise Gate, De-Esser, Pitch-Correction, Low Cut und dann noch Warmth (eine Art Röhrensimulation) und Ambience (wohl so etwas wie early reflections für etwas Raumklang ohne zu stören). Hier kann man zwischen diversen Voreinstellungen wählen und auch noch etliche einzelne Parameter manuell einstellen. Der "Gold Channel" wird quasi einmal global eingestellt und wirkt sich dann - sofern eingeschaltet - auf alle Presets aus. Damit kann man also die Stimme ganz allgemein gut (oder auch schlecht, je nach Vorliebe...:ugly:) klingen lassen, sollte aber achtgeben, daß man sich nicht mit dem FOH in die Quere kommt, der ja in der Regel auch noch EQ, Kompressor etc. einsetzt.

Zwei DInge noch zur Bedienung: Ich habe keine Möglichkeit gefunden, die Lautstärke des Kopfhörerausgangs einszustellen. Ok, es ist gleichzeitig der Line Out (und täte man die Signalstärke ändern,wäre es ja kein Line-Signal mehr ;)) , aber es macht mich reichlich nervös, einen Kopfhörer auf- und keinen Einfluß auf die Lautstärke zu haben. Und zweitens ein weiteres *Fußnötchen: Kurz vor Testende ist das "Live FX" ein kleinwinziminibißchen abgestürzt. Ich bin aus dem Looper raus, dennoch wurde die Looper-Zeitleiste permanent weiter angezeigt, egal was ich geklickt hab. Selbst nach einem Factory-Reset war's noch da. Erst als ich den Stecker rauszog und etwas gewartet hab, war wieder alles normal. Die Funktion war dadurch nicht beeinträchtigt, in einer Live-Situation wäre es nicht zum Problem geworden, aber wie sagte es die Deutsche Bank so schön: Vertrauen ist der Anfang von allem...




Fazit zur Bedienung


[FONT=Trebuchet MS, sans-serif]Der "Live FX" sieht zwar komplizierter aus, läßt sich aber doch einfacher bedienen als das "VoiceLive Play". TC hat sich zwar ein wirklich leicht zu bedienendes Menüsystem ausgeknobelt - gerade die simplen Dinge, wie mal schnell die komplette Effektsoße zu reduzieren usw. sind mir positiv aufgefallen - jedoch ist es genau das: ein Menüsystem. Und egal wie perfekt sich das Menüsystem bedienen läßt, Menü ist Menü ist Menü. Gewisse Dinge jedoch direkt mit Knöpfen steuern zu können, bietet erhebliche Vorteile. Es wird übersichtlicher, schneller und einfacher. Nach meiner Meinung hat der "Live FX" hier einen deutlichen Vorteil gegenüber dem blauen Kontrahenten. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: die kleinen Knöpfchen sind rein technisch nicht übermäßig toll ausgeführt. Während sich einige leicht und knackig bedienen lassen, kucken andere weniger weit heraus, wieder andere (im Fall des Testgeräts die "Pitch FX", "Dist/Filter" und "Live Adapt" Knöpfe) klicken weniger deutlich und bei 10x drücken schalten sie nur ca. 5-6x um. Ok, da man sie ja nur zu Hause zur Programmierung verwendet, mag das weniger schlimm sein. Lästig ist es allemal, und einen Eindruck von hoher Qualität vermittelt es auch nicht gerade. Umgekehrt paßt es konzeptionell zur bereits erwähnten Billigoptik des Mittelteils - ist also zumindest konsequent umgesetzt… [/FONT]:rofl:


Übrigens kann man auf der DigiTech Website außer der ausführlichen Bedienungsanleitung (auch in Deutsch!) den "Live Librarian" herunterladen, eine Software zum Sortieren und Benennen der Presets. In meinen Augen genauso überflüssig wie das TC Pendant. Und nach wie vor ärgert es mich, daß man die Geräte nicht mit einer Software programmieren kann. Es könnte so einfach sein, ein simples Programm, das alle Parameter auf dem Computerbildschirm anzeigt - ratzfatz wäre die Sache erledigt. Und ich kann es nur nochmals erwähnen, vor nunmehr ca. 8 Jahren habe ich einen Behringer Modeling-Gitarren-Combo gekauft, der sich ungefähr in derselben Preisklasse befand. Da gab es eine solche Software, man konnte das ganze Ding in Minuten programmieren. Warum gibt es sowas nicht für solche Multieffekte??? :confused: Ein Armutszeugnis, daß man sich im Jahre 2014 mit streichholzschachtelgroßen Displays herumärgern muß! :mad: Dann wird groß getönt, daß es die ach so tolle Software dazu gibt - die eigentlich nix kann :igitt:. Schämt euch! Ich hab die Software zwar runtergeladen, aber installieren werde ich sie nicht. Man kann halt Presets sortieren und benennen und Firmware-Updates machen, fertig :gutenmorgen:.

- - - aktualisiert - - -

das am Allereingemachtetstenste......tste


Ich werde nun nicht sämtliche Effekte und Funktionen erläutern. Man muß es ja nicht übertreiben, zumal das meiste davon Standard ist und der Bericht ohnehin schon elend lang wird. Auf den Harmonizer gehe ich später ein. An dieser Stelle soll es genügen zu erwähnen, daß alle übrigen Effekte brauchbar klingen und sich in ausführlicher Weise auf die eigenen Bedürfnisse anpassen lassen. Etwas negativ aufgestoßen ist mir der Double-Effekt, bei dem man 1-2 Stimmen zur eigenen hinzufügen kann, um den Sound anzufetten. Während mir dieser Effekt beim "VoiceLive Play" positiv aufgefallen war, zumal man auch die Oktave (drüber und drunter) auswählen konnte, finde ich das Ergebnis hier weniger gelungen. Stellt man den Effekt sparsam ein, bemerkt man ihn nicht, gibt man etwas zu, klingt es schnell schräg bzw. kommt es zu unangenehmen Schwebungen. Findige Rechenkünstler werden feststellen, daß man dadurch beim TC Produkt einen deutlichen Vorteil hat, denn man kann per Doubling sowohl die Oktave drunter als auch drüber und dann zusätzlich noch per Harmonizer eine Terz und eine Quinte dazupacken - das Ganze wäre also 5-stimmig. Beim "Live FX" wird's maximal 3-stimmig, zählt man die Verdoppelungen auf gleicher Höhe nicht mit.

Bevor wir uns nun dem Harmonizer und dem Looper widmen, verliere ich noch ein paar Worte über die Fußpedalsteueroption. Supercool das! :mampf: Die Fülle an Parametern, die man mit so einem simplen Pedal steuern kann, ist phänomenal. Der "Live FX" erkennt 4 verschiedene Tretgeräte (den hauseigenen FS3X, den Roland EV5, den Yamaha FC7 und den Line6 EX1), sowie ein ganz normales Pauschalpedal. Welches davon verwendet wird, muß man im Menü einstellen. Was konnte ich nun mit dem Testpedal alles steuern? Ha! Aus Platzgründen nenne ich nur eine Auswahl: die Menge jedes einzelnen Effekts, die Tonhöhe des Pitch-Shifters, die Stärke der Verzerrung, das Geschlecht der Harmoniestimmen, die Pitch-Correction des Doublings, die Modulationsgeschwindigkeit, die Anzahl der Delays, die Hallfahne...insgesamt lassen sich 24 (!) Parameter mit Füßen treten. Und das Beste daran, es ist presetabhängig, d.h. ich kann beim einen Preset das Delay steuern und beim nächsten den Verzerrungsgrad. Was immer ich will, geniales Feature :hail:. Und es funktioniert hervorragend (naja, fast- gleich mehr dazu im nächsten *Fußnötchen). Man kann tatsächlich eine Zeile trocken singen und beim letzten Wort auf's Pedal treten.....treten....treten....treten....treten. Bis zum Anfang...treten....der nächsten Zei.....treten.....le muß man allerdings wieder.....treten....auf Null ge...treten... haben, sonst....treten....treten......AAAA...treten....RGH!!! :igitt:
Aber auch subtilere Sachen sind machbar. Da man beim Verzerrer auswählen kann, ob er sich auf den Gesang oder dessen Delay (oder beides) auswirkt - und beim Fußtreter einstellen kann, daß er den Verzerrer steuert, läßt sich z.B. nur das Delay mit dem Fuß verzerren.......treten......treten.....treten…
Auch für den Harmonizer ist ein Pedal sehr hilfreich, so kann man den Harmony Amount stufenlos mit dem Pedal regeln und an ausgewählten Stellen im Refrain die Backgroundmädels hinzuholen, ohne tatsächlich etwas umschalten zu müssen. Außerdem klingt ein Fade-In bzw. -Out bei vielen Dingen auch besser. Jede Menge Möglichkeiten also.
Einen Wermutstropfen gab es im Test aber, hier also das *Fußnötchen: Ich konnte die Parameter nicht von 0-99, sondern nur von 0-55 steuern (auch wenn ich im Menü die Range von 50-99 eingestellt habe). Das lag aber vermutlich am Pedal bzw. an der Kommunikation zw. den beiden. Es wäre also ratsam, eines der oben erwähnten Pedale zu verwenden und sicherheitshalber vorher zu testen. Diese dürften vollständig erkannt werden. 55 ist üblicherweise mehr als genug Effektanteil, aber mir wäre komplettes Teamwork der beiden lieber, zumal es ja Parameter gibt, bei denen die Mittelstellung 0 ist (Pich-Shifter oder Double Detune z.B.) Das schmälert jedoch meine Begeisterung nicht, ich find' die Möglichkeiten klasse :hat:.


Der Looper ist zur Zeit ja ausgesprochen hip, also enthält auch der"Live FX" ein solches Schmankerl. Zu sagen gibt es dazu nicht viel. Er funktioniert. Man drückt länger auf den linken Tretknopf und gelangt in den Loopmodus. Dort ist alles wie üblich. Man kann eine kontinuierliche Schleife abspielen und ständig Overdubs hinzufügen oder auch anhalten, später fortfahren, während der Durchgänge die Presets wechseln und Undo gibt es auch. Die Loopzeit mit Undo liegt bei 35 Sekunden. Will man den Looper ausführlich benutzen, sollte man über einen 3-fach Fußschalter nachdenken, der dann ausschließlich den Looper steuert. Ansonsten kann das Ganze etwas hektisch werden, vor allem, wenn man während der Loop-Performance, die Sounds wechseln möchte etc.

Bliebe noch der Harmonizer zu nennen. Hier kann man entweder die Tonart anhand des Effektmenüs einstellen oder man schaltet Live-Adapt ein und läßt die Harmonien automatisch berechnen. Es gibt etliche Settings mit 1 und 2 Backgroundstimmen. Diese nennen sich z.B. 3U8D, das bedeutet eine Terz drüber und eine Oktave drunter. Es gibt 8D, 5D, 3D, 3U, 5U und 8U und sämtliche Kombinationen davon. Beim "VoiceLive Play" heißt es "lower, low, high, higher, low+high" usw. - weniger wissenschaftlich, aber anschaulicher wie ich finde, denn bei 42 Optionen verliert man schnell den Überblick. Der Fairneß halber gebe ich zu, daß ich diese Funktion nur mit einem angeschlossenen mp3-Player und dem eingebauten Mikrofon getestet habe. Man kann auch ein Instrument anstöpseln, dann braucht man aber einen Adapter, denn als Eingang gibt es ja nur Stereo-Miniklinke (das ist beim blauen "VoiceLive Play" aber genauso, wenn ich mich recht erinnere, lediglich der weiße "GTX" bietet mehr Optionen, wie vermutlich der (vielleicht :nix:) bald erscheinende rostfarbene "Live FX Harmony" auch).
Um es kurz zu machen, beim Harmonizer schneidet TC um einiges besser ab. Ich hatte diverse Ausbrüche der erzeugten Stimmen und ab einer gewissen Effekt-Lautstärke klingt es doch recht synthetisch. Wenn man den Harmonizer aber nutzt, um einen leichten Choreffekt zu erzeugen, nennen wir es eine mehrstimmige Aura, dann ist alles ok.Aber zu weit aufdrehen sollte man diesen Effekt nicht.

Apropos weit aufdrehen. Zum Schluß noch eine positive Anmerkung: Der Effektanteil der Werkspresets ist alles in allem vernünftig. Ich habe etliche Presets gefunden, die man direkt so verwenden könnte und sogar einige, bei denen mir der Effekt gar nicht aufgefallen ist. Sehr lobenswert, denn normalerweise sind Werkspresets so in Effekten ertränkt, daß einem eitriger Ausfluß aus den Ohren rinnt :igitt:.


Bevor's nun zum Fazit geht, gibt's noch ein paar Bilder…….oder auch nicht: "das Hochladen der Datei irgendsonbildhalt.jpg ist fehlgeschlagen" :( Sorry, dann müßt ihr wohl mit den Bildern auf der oben verlinkten thomann-Seite Vorlieb nehmen :weep:




Fazit


Der DigiTech "Live FX" ist ein guter Allrounder, um die Stimme mit allerlei Firlefanz aufzuhübschen. Er läßt sich recht einfach bedienen und bringt ein paar tolle Features mit wie z.B. die Sound Check Option, den Feedback-Killer oder die Fußpedalkontrollmöglichkeiten - und das alles zum Kampfpreis.
Umgekehrt gibt es natürlich auch Nachteile. Der nicht allzu dolle Harmonizer und der allgemeine Qualitätseindruck zählen dazu. Das Gehäuse selbst ist völlig ok, aber der Mittelteil mit Knöpflein, die bereits im Neuzustand nicht einwandfrei reagieren, sorgt dann doch für einen bitteren Beigeschmack. Vielleicht bin ich auch zu altbacken und diese Knöpfe überleben noch den 34. Weltkrieg - jedoch erwecken sie nicht den Anschein.




"VoiceLive Play" vs. "Live FX"

Hier nun also die Preisfrage. Welches ist nun besser? Antwort: Beide :D. Ich kann hier keine bessere Antwort geben. Ehrlich gesagt, dürfte ich mir eins von beiden aussuchen, würde ich ziemlich lange überlegen, denn beide haben Vor- und Nachteile, die mir wichtig sind. Coole Fußkontrollmöglichkeiten vs. besserer Harmonizer; einfachere Bedienung vs. bessere Qualität; viele bunte Lämpchen vs. professionell anmutende Schlichtheit. Leider kann ich also nur den Rat geben, beide auszuprobieren und dann selbst zu entscheiden. Oder noch besser: einfach beide kaufen und parallel betreiben :evil::rock:








...........treten......….. :hat:
 
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Archivicious

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Ja, vielen Dank für den interessanten Test!

Auf den hatte ich noch gewartet, da ich mich nicht zwischen Voicelive Play und dem Vocalist FX entscheiden kann...
Leider hilft mir das Fazit da auch nicht viel weiter... hatte auf eine eindeutigere Empfehlung gehofft :D

Da ich ja eigentlich eine Lösung mit Harmonieerkennung durch LINE oder MIDI suche (also eher die GTX bzw. die noch nicht erschienene Live Harmony-Variante), frage ich mich gerade, ob ich über diese AUX In-Geschichte auch einfach mein Mischpult (Gesang + Keyboard) zur Harmonieerkennung dranhängen könnte (das gälte dann sowohl für das TC Helicon wie für das Digitech-Gerät)... oder gäbe das möglicherweise schon Latenz (oder sonstige) Probleme?

Sonst warte ich einfach mal das Live Harmony ab (weiß schon jemand, wann das kommen soll?) und vergleiche das mal direkt mit dem GTX....
 
reisbrei

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Wenn dir der Harmonizer so wichtig ist, empfehle ich das VoiceLive Play. Man muß halt Prioritäten setzen, beide Geräte spielen in derselben Liga und haben, wie alles halt, Vor- und Nachteile. Also muß man entscheiden, welche Vorteile einem wichtiger sind und welche Nachteile man ignorieren kann. Möchte ich das milchgebende Ei oder lieber die wollige Sau...:gruebel:
Die Harmonieerkennung funktioniert bei beiden gleich, an den Aux-In kannst du alles anschließen, solange es ein Audio Signal ist - MIDI geht nicht. Ein Line-Ausgang eines anderen Gerätes sollte problemlos funktionieren. Du kannst also dein Mischpult anstöpseln - besser wäre aber, das Keyboard direkt anzuschließen. Du könntest ja das Signal, das aus dem Keyboard rauskommt, splitten (sofern dein Keyboard nicht mehrere Ausgänge hat) und dann einmal ins Mischpult und einmal in den Gesangseffekt leiten. Denn den kompletten Mischpultausgang (Keys + Gesang) in's Effektgerät schicken hieße ja, deinen eigenen Gesang als Steuersignal für die Harmonien deines eigenen Gesanges zu verwenden :hat:
 
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Sehr schöner, ausführlicher Bericht, hatte auch an anderer Stelle schon etwas zum Vocalist Live geschrieben und möchte an dieser Stelle - wenn ich darf - ergänzen bzw. bestätigen, was sing-it.de schon schreibt.

Habe vor kurzem beim Digitech Vocalist Live FX auch die Harmonieerkennung und Controller-Anschlüsse ausprobiert.
Anmerkung zum Anschluss über Aux-in: Ein normales Instrumentenkabel ist nicht zu verwenden, da AUX-in Miniklinke stereo ausgelegt ist. Standardadapter Klinke auf Miniklinke passen jedoch nicht in die Buchse, da der Gain-Regler zu nahe am. Leider passte ein hochwertiges Kabel mit Hicon-Stecker auch nicht rein, man braucht ein einfaches Kabel mit dünnem Miniklinkenstecker. Etwas ärgerlich.
Fazit mit Gitarre: Gitarrenakkorde (E-Gitarre) über AUX-in haben bei mir leider nicht richtig funktioniert. Man kann das Signal durchschleifen und erhält einen "brauchbaren" unbearbeiteten Sound, das war's aber auch. Gut, dafür ist die Buchse einfach nicht vorgesehen. Externe Audiosignale können über das integrierte Mikrofon verarbeitet werden, dies ist nur aktiv, wenn nichts an der AUX-Buchse eingesteckt ist.
Die Harmonieerkennung über Live Adapt funktioniert halbwegs, ich habe Bässe und Flächensounds mit dem Kaossilator reingegeben, was ganz gut erkannt wurde.

Betrieb mit Footswitch:
Habe den empfohlenen FS3X-Fußschalter zur Looper-Steuerung angesteckt. Funktioniert und ist mir aufgrund der Soft Switches lieber als die Schalter am Gerät, da ich erstere auch von meinem Infinity-Looper gewohnt bin.
Allerdings sind keine Zusatzfunktionen möglich und die drei Fußschalter-Switches sind anders belegt als die am Gerät, was ich nicht so glücklich finde. Laut Digitech dient dies zur "Verhinderung einer Änderung von Presets und des A/B-Status bei der Steuerung der Looper-Funktionen". Nun ja. Da man den Switch ja im Master-Menü eigens aktiviert, hätte ich eine identische Belegung glücklicher gefunden.
Betrieb mit Expression-Pedal:
Das macht richtig Freude, da kann ich sing-it nur bestätigen und ist sehr zu empfehlen. Habe ein einfaches Leadfoot-EP von Thomann genommen. Man kann einen oder mehrere Parameter steuern, z.B. einen Effekt stufenlos einblenden oder die Delay-Zeit steuern. Intensität und jeweilige Parameter kann man individuell in Presets speichern. Seht gut.
Aber Obacht: Lautstärke-Steuerung und Parameter-Steuerung haben unterschiedlich Anforderungen an das Pedal (Lautstärke Monoanschluss, mindestens 250 kOhm, Expression Stereoanschluss, Mindestwiderstand von 10 kOhm). beides geht nicht mit demselben Pedal, außer, dieses wäre umschaltbar. Footswitch und Expression-Pedal mit einem Y-Adapter am Input anschliessen funktionierte beim Test nicht. Man muss also umstecken und im Master-Menu den gewünschten Controller anwählen.

Mit den Effektanwahl-Knöpfen habe ich auch Probleme gehabt, die reagieren nur bei genauem mittigen Druck.

Gruß,
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Wenn dir der Harmonizer so wichtig ist, empfehle ich das VoiceLive Play. Man muß halt Prioritäten setzen, beide Geräte spielen in derselben Liga und haben, wie alles halt, Vor- und Nachteile. Also muß man entscheiden, welche Vorteile einem wichtiger sind und welche Nachteile man ignorieren kann. Möchte ich das milchgebende Ei oder lieber die wollige Sau...:gruebel:

Am wichtigsten ist mir natürlich das Aussehen :ugly: (nur ein Ulk!)

Die Harmonieerkennung funktioniert bei beiden gleich, an den Aux-In kannst du alles anschließen, solange es ein Audio Signal ist - MIDI geht nicht. Ein Line-Ausgang eines anderen Gerätes sollte problemlos funktionieren. Du kannst also dein Mischpult anstöpseln - besser wäre aber, das Keyboard direkt anzuschließen.

DAS Keyboard? Früher war ich ein keyboardender Sänger... aber inzwischen bin ich ja singender Keyboarder (mit 3 Keyboards :D)... hatte ich vorher noch gar nicht drüber nachgedacht, dass das ja auch ein Problem sein könnte, ALLE Keys an den Harmonizer zu hängen... damit er, je nachdem auf welchem ich gerade spiele, auch ein Signal hat... über das Mischpult hätte ich dann ja immer ein passendes Signal oder ich verlasse mich doch auf Room Sense... MIDI fällt dann ja von vornherein flach... hach... wer keine Probleme hat, der schafft sie sich selbst :rolleyes:...

Du könntest ja das Signal, das aus dem Keyboard rauskommt, splitten (sofern dein Keyboard nicht mehrere Ausgänge hat) und dann einmal ins Mischpult und einmal in den Gesangseffekt leiten. Denn den kompletten Mischpultausgang (Keys + Gesang) in's Effektgerät schicken hieße ja, deinen eigenen Gesang als Steuersignal für die Harmonien deines eigenen Gesanges zu verwenden :hat:
Ja, über das Problem hatte ich auch schon mal nachgegrübelt...
Hach, ich glaube, ich sollte nicht so viel drüber theoretisieren, sondern muss mir einfach mal so einen schönen Treter kaufen und ausprobieren :D
 
reisbrei

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Evtl. hat dein Mixer ja mehrere Ausgänge, sodaß du die Keyboards zum Effektgerät schicken kannst und trotzdem am Main Out Keys und Gesang anliegen. Egal wie man's dreht, sowas sind Kinkerlitzchen. Es gibt Adapter, Stecker, Kabel, Splitter, Merger etc. für alles. Irgendwie kriegst du das richtige Signal in die richtige Buchse, garantiert :great:
 
MountainKing

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Wie? Hab ich das richtig verstanden? Mit dem Vocalist Live FX kann man DOCH ein Gitarrensignal als Basis für die Harmonies durch- bzw. einschleifen? Nutz das Feature jemand erfolgreich?

Die automatische tempo-Erkennung für's Dealy finde ich ja sehr charmant. Wenn's denn dann auch funktioniert ....

Ich frage nur, weil ich dieser "Raum-Abscan-Methode" nicht so recht über den Weg traue.

Aber, wenn ich das so lese, istd as ja nicht gerade ermutigend:

Fazit mit Gitarre: Gitarrenakkorde (E-Gitarre) über AUX-in haben bei mir leider nicht richtig funktioniert. Man kann das Signal durchschleifen und erhält einen "brauchbaren" unbearbeiteten Sound, das war's aber auch.


Gruß Jens
 
coolaclark

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Hat jemand das Digitech schon öfter im Liveeinsatz gehabt? Ich bin mir unsicher, ob ich bei etwas festerem Schuhwerk nicht die Plastikknöpfe abtrete. Kann mich jemand beruhigen oder mir direkt davon abraten?
 
reisbrei

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Naja, also so schnell geht so ein Ding nun nicht kaputt. Und irgendwelche Plastikknöpfe oder Displays haben sie alle. Das Ding ist schwerer und stabiler als es die Tamagotchi-Optik vermuten läßt. Allerdings empfinde ich mittlerweile den Preis als einziges wirkliches Kriterium, das für das DigiTech spricht. Wer mehr ausgeben kann, sollte lieber zum VoiceLive 2 greifen, der Unterschied im Sound ist doch überraschend groß - gilt auch im Vergleich zu den kleineren TC Modellen. Wenn 200,- die Schmerzgrenze sind, ist das Live FX trotzdem ein guter Deal.
 
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