Töne zu tief wegen eines zu dünnen Blattes?

von michaeldewerd, 14.02.18.

  1. michaeldewerd

    michaeldewerd Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.18   #1
    Seit gestern habe ich einen neuen Klarinettenlehrer. Eigentlich tat es mir Leid wegen meines alten Lehrers, weil ich recht zufrieden mit ihm war, aber vielleicht ist der Wechsel doch nicht so schlecht gewesen. Als ich meinem Lehrer eine Übung vorspielte, meinte er, dass ich ein zu dünnes Blatt spiele und deswegen meine Töne in den höheren Lagen zu tief sind. Ehrlich gesagt hatte ich schon selber den Eindruck, dass dies die Ursache war. Ich spiele eine Yamaha YCL-458 VDHM, die ich vor etwas mehr als einem Jahr gebraucht gekauft habe. Es tut mir Leid, dass ich das Blatt nicht mehr habe, das ursprünglich darauf war. Mit dem bekam ich nämlich automatisch beim Überblasen die richtigen Töne - also z.B. von C1 auf G2. Mit den Blättern die ich nachher verwendet habe, sind die höheren Töne immer zu tief. Ich verstehe schon, dass man die Höhe immer ein wenig korrigieren muss, aber beim C3 ist die Abweichung schon ein Halbton! Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es normal ist, wenn man so eine Abweichung durch das Blasen korrigieren muss.

    Momentan spiele ich ein Blatt mit der Stärke 3. Mein Lehrer meinte, dass ich bei meiner Klarinette wahrscheinlich am besten Blätter mit der Stärke 4-5 spielen soll. Er hat mir geraten zuerst mal 3 1/2 zu probieren. Ich habe inzwischen ein wenig nachgeschaut, was sich im Internet finden lässt - speziell ob jede Klarinette seine eigene Blattstärke braucht um sauber zu klingen. Aber eine eindeutige Antwort habe ich nicht gefunden. Ich werde heute gleich ein dickeres Blatt kaufen, aber ich bin neugierig, was eure Erfahrungen oder Meinungen in diesem Punkt sind.
     
  2. saxof

    saxof Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.18   #2
    Blättchen mit 4-5 sind aber schon recht ordentliche Prügel - wäre für mich nix. 2er - max 3er und die dann gut abgeschliffen ist meins.

    Stimmt denn die Klarinette in sich so? Hat Dein Lehrer mal sein Mundstück draufgetan und getestet?
    So kann man die Problemzonen erkennen, meine ist halt gern unten zu hoch (muss bei kurzen Griffen viel abdecken) und oben zu tief (Ansatz muss das ausgleichen), wenn man das weiss kann man ja dran arbeiten.

    Es könnte natürlich auch schlicht und ergreifend ein falschen Blatt sein, das gar nicht zum Mundstück passt. Das hat der Lehrer bestimmt angeschaut?
    Wie alt ist denn Dein Blättchen? Manche sind halt schneller "durch" dann stimmt auch nix mehr.
     
  3. michaeldewerd

    michaeldewerd Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.18   #3
    Vielen Dank für deine rasche Reaktion!
    Letzteres hat er leider nicht gemacht. Ich könne ihn mal darum bitten. Aber ich glaube, dass das Instrument in Prinzip in Ordnung ist und wie gesagt, hat es mit dem ursprünglichen Blatt viel besser gepasst. Er schien aber Erfahrungen mit meinem Typus zu haben und meinte, dass die einfach dickere Blätter brauchen. Er meinte, dass es das Blatt eventuell weiter bearbeiten könnte.
    Das Blatt ist inzwischen alt und ich würde sowieso ein neues kaufen, aber das Problem mit den zu tiefen Tönen gab es schon vom Anfang an.
     
  4. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 14.02.18   #4
    Bin zwar in Bezug auf die Klarinette fachfremd, aber als Bläserkollege denke ich bei technischen Fragen zur Intonation automatisch an das Voraushören und die Atemtechnik.

    Ist es möglich, dass die Stütze bei den den tiefen Tönen etwas zu viel nachlässt?
    Das könnte man ganz gut über Grundlagenüben wie Tonleitern und Arpeggios oder auch elegische Etüden mit bewusster Aufmerksamkeit auf die Tonbildung und Intonation üben, also schön langsam spielen und hinhören. :)
    Ich finde auch gute Playalongs dabei hilfreich, ein harmonisches Gerüst im Hintergrund erleichtert das "Abspeichern" der richtigen Tonhöhe doch sehr.
    Das Körpergefühl stellt sich dann der Zeit darauf ein.

    Gruß Claus
     
  5. voiceintune

    voiceintune Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.18   #5
    das muss ein toller lehrer sein wenn er es hört, aber nicht sagen kann woran es liegt. 4 bis 5er blätter zu spielen betrachte ich als einen schlechten scherz!
    ist das mundstück passend zur klarinette? volumeninhalt des mundstückes?
    ist es ein deutsches mundstück, oder ein boehm mundstück?
    sind deutsche oder boehm blätter drauf?
    wir ist der bahnverlauf, kurz, mittel, lang?
    tipp-öffnung?

    wurde die abweichung gemessen?sprich GERÄT

    hat der lehrer darauf gespielt und dieselben abweichungen gehabt

    nach meinen erfahrungen (über 40 Jahre) sitzen die probleme meistens hinter der klarinette.


    hier muss systimatisch vorgegangen werden, dafür ist ein lehrer da -wende dich an ihn, dafür bekommt er sein salär!



    und noch eine bissige bemerkung: wie oft schaut er während der unterrichtsstunde auf die uhr?


    alles gute für dich
     
  6. michaeldewerd

    michaeldewerd Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.18   #6
    Ein kleiner Irrtum: mein bisheriges Blatt hatte eine Stärke von 2 1/2 und nicht 3. Die Empfehlung meines neuen Lehrer ein dickeres Blatt zu nehmen, war aber richtig. Ich habe eine Dreierblatt besorgt und es macht echt einen Riesennterschied. Das Blasen ist zwar etwas anstrengender, aber die überblasenen Töne sind sauber. Nur das C3 ist noch etwas zu tief, aber nicht so ganz daneben als vorher. Vielleicht soll ich wenn ich das Dreiblatt gewohnt bin mal 3 1/2 probieren.
     
  7. saxof

    saxof Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.18   #7
    Da dürfte der Hase im berühmten Pfeffer liegen.... "ALT" und "ein neues kaufen"

    Blätter sind halt irgendwann mal "durch", ALT geht idR halt gar nicht. Dann "ein" neues kaufen? Ich kaufe oft im Fachgeschäft, wo ich mir die Blätter (auch fürs SAX) anschauen kann - mit den Jahren kann man "schlechte" Blätter (Struktur/Maserung) schon erkennen und entsprechen aussortieren.
    Die dann "gut aussehen" haben immer noch eine Ausschussquote. Von einem Karton mit 10 St sind dann vielleicht 2-3 drin die ich auf einem Konzert spiele. Der Rest ist zum üben und für Bierzeltmusik gut genug.

    Ich spiele seit langer Zeit Steuer Blätter, im Moment:

    [​IMG]


    Und zur Stärke: Ich bearbeite auch die 2,5er gerne noch mit dem Schachtelhalm, so viel Stärke braucht es nicht.
     
  8. michaeldewerd

    michaeldewerd Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.18   #8
    Tja, da ich erst ein Jahr spiele, fehlt mir dafür die Erfahrung um gute von schlechten Blättern zu unterscheiden und ich mich deshalb verlassen auf den Händler. Ich habe jetzt ein Blatt von Vandoren mit Stärke 3 gekauft, aber ich muss schon sagen. Obwohl ich mehr Kraft brauche, gibt es mir wirklich ein neues Spielgefühl.
     
  9. voiceintune

    voiceintune Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.18   #9
    die oder das wissen zu den blättern sollte dem lehrer auch 2 stunden wert sein. ja- ich schreibe 2 stunden!!!

    wenn man das gebiet sorgfältig abarbeitet, kommt man über viele stationen die es gründlich zu "erarbeiten" gilt.


    und bedenke, von den aussortierten muss man nicht alle wegwerfen, man kann sie bearbeiten!!

    und die, die in den müll gehören kann man zum testen und lernen heranziehen.


    natürlich ist ein 3er blatt eine weitere herausforderung an die ringmuskulatur der lippen - DAS bringt den besseren ton!
    wechselst du nun ein 3er zu einem anderen 3er kann das ein flopp sein, da es nur optisch als 3er gekennzeichnet ist aber der strukturlauf der fasern (arundo donax) ein anderer ist ( zudem ist das blatt neu und nicht eingespielt.


    wie viele minuten umfast denn deine unterichtsstunde und wie oft in der woche?
     
  10. Klarinettenluna

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    Erstellt: 14.02.18   #10
    Ich habe auf Stärke 2 angefangen zu spielen, da klang meine Böhm-Klarinette schon ganz gut, zum üben genügt ein zweier allemal, aber im Konzert spiele ich meistens Stärke 2,5. Als ich anfing auf Stärke 2,5 zu üben bevor ich diese Blätter auch im Konzert spiele, musste ich feststellen dass meine Klarinette durch ein Stärkeres Blatt Meiner Meinung nach auch voller und lauter klingt. Die Blätter sollten m. E. gut eingespielt sein um mit ihnen gute und richtige Töne über einen längeren Zeitraum spielen zu können.

    Ich spiele meistens Vandoren Classic oder Vandoren V12 Blätter.
     
  11. voiceintune

    voiceintune Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.18   #11

    feine information -wirklich gut, nur der letzte satz ist ein "ich" satz = jeder mensch/mund ist anders!
     
  12. Klarinettenluna

    Klarinettenluna Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.18   #12
    Mit den Vandoren Classic und V12 Blättern komme ich gut zurecht, aber Jede/r Klarinettist/in sollte schon selbst entscheiden Welche Blätter Er/sie bevorzugt.
     
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