Tremolo Block Mythos?

  • Ersteller Günter47
  • Erstellt am
Günter47
Günter47
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
17.03.24
Registriert
18.02.15
Beiträge
1.599
Kekse
16.495
Hallo zusammen,

ich habe mich in den letzten Tagen sehr intensiv mit dem Thema Tremoloblock befasst. Diesen Block gibt es von Fender aus Stahl und in den günstigeren Modellen aus Zinkguss. Zusätzlich gibt es von verschiedenen Herstellern welche aus Messing und Edelstahl.
Ich habe mich mit den klassischen Varianten aus Stahl näher befasst. Das Material dieser Blöcke wird als US-Cold-rolled-Steel beschrieben. Ich habe diese Blöcke mal näher untersucht und bin zu dem Ergebnis gekommen, das es sich hiebei um gewöhnlichen kaltgewalzten Stahl handelt...ungefähr vergleichbar mit ST37-72....also Baustahl. Ich habe mit verschiedenen Stählen experementiert und bin letztendlich beim Werkzeugstahl 2379 gelandet. Ein relativ beliebter Werkzegstahl, der sich gut bearbeiten und härten läßt. Als Referenz diente ein original 57er Block. An einem Wollfaden hängend angeschlagen klingt dieser Stahl sehr ausgewogen ohne schrille Höhen. Der 57er Block hatte mehr Mitten und klang angeschlagen etwas lauter. Jedenfalls war ich mit dem 2379 auf dem richtigen Weg. Der Block wurde cnc bearbeitet und die Maße des 57er eingebracht.
Der Block wurde in meine 57er eingebaut und getestet. Sehr schön....differenzierter und das Sustain hatte sich auch verbessert. Aber ich war noch nicht am Ende. Das Material hatte Potenzial welches noch gefördert werden mußte. Den Block ausgebaut und ab in den Härteofen.....auf ca60 HRC. Angeschlagen.....wow....Trianagel. Die Flächen just noch geschliffen und wieder ab in die Strat. Also...wir befinden uns hier hart an der Grenze des Voodoo....ich weiß, aber die Strat hat richtig gewonnen und das ist nicht nur eine subjektive Wahrnehmung. Sie klingt harmonischer....irgendwie feiner auflösend. Die Töne kommen schneller und bleiben länger. Es hat sich definitiv gelohnt.:great:
 
Eigenschaft
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 10 Benutzer
So sehr mit Voodoo hat das gar nix zu tun... :)
Schön, dass es deine Gitarre auf Vordermann gebracht hat.
 
So sehr mit Voodoo hat das gar nix zu tun... :)
Schön, dass es deine Gitarre auf Vordermann gebracht hat.

Am Montag gehts weiter....ich hab in der Bude flüssigen Stickstoff...Cryo:cool:
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Hi Günter, klasse...

Es ist schon sehr hilfreich wenn man aus dem Fach ist und auch noch die Möglichkeit hat dass so zu bearbeiten inkl. Härteofen.
 
Hi Günter, klasse...

Es ist schon sehr hilfreich wenn man aus dem Fach ist und auch noch die Möglichkeit hat dass so zu bearbeiten inkl. Härteofen.
Ja da habe ich schon die Möglichkeiten. Möchte nicht wissen was meine Kollegen gedacht haben, als ich mit einem Hämmerchen im Stahllager auf der Suche nach dem "verlorenen Klang" war:ugly:
 
  • Gefällt mir
  • Haha
Reaktionen: 2 Benutzer
Ich dachte schon, ich wäre der einzig bekloppte :D

Ich habe es aus V2A gemacht. Ging von der Bearbeitung sehr gut, klang ist toll. Habe jetzt Messing probiert, das sustain ist etwas besser und es klingt "süßer" als Stahl. Der Unterschied ist aber bei weitem(!) nicht so ausgeprägt wie der zwischen Zinkguss und Stahl.

Für meine Floyd Rose Gitarren habe ich auch alle aus V2A gemacht, habe mir jetzt aber auch einen Nickelblock bestellt und auf das Schaller von meiner Charvel montiert, einfach weil es nix kostet (12€ oder so). Gefühlt ist das Ding doppelt so schwer wie ein Stahlblock (tatsächlich sind das ein paar Gramm), der Ton ist viiieeel wuchtiger, aber auch etwas dumpfer, mit einer leichten Betonung der unteren Mitten.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Ich bin bekennender Skeptiker und wuerde mich extrem freuen, wenn bei diesen Bastelaktionen wenigstens versucht werden wuerde, die Klangveraenderungen zu dokumentieren. Wie dilettantisch auch immer. Selbe Amp-Einstellungen, alle Volume-/Tone-Regler voll auf, keine Effekte, selbes Stueck, ... sooo schwer ist es nicht, ein paar Eindruecke aufs virtuelle Tape zu bringen. Ich erwarte keine Frequenzanalysen oder so, ich will's bloss einfach mal selbst hoeren koennen.

Sonst rufe ich halt weiter "Voodoo". ;)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 9 Benutzer
Ich dachte schon, ich wäre der einzig bekloppte :D

Ich habe es aus V2A gemacht. Ging von der Bearbeitung sehr gut, klang ist toll. Habe jetzt Messing probiert, das sustain ist etwas besser und es klingt "süßer" als Stahl. Der Unterschied ist aber bei weitem(!) nicht so ausgeprägt wie der zwischen Zinkguss und Stahl.

Für meine Floyd Rose Gitarren habe ich auch alle aus V2A gemacht, habe mir jetzt aber auch einen Nickelblock bestellt und auf das Schaller von meiner Charvel montiert, einfach weil es nix kostet (12€ oder so). Gefühlt ist das Ding doppelt so schwer wie ein Stahlblock (tatsächlich sind das ein paar Gramm), der Ton ist viiieeel wuchtiger, aber auch etwas dumpfer, mit einer leichten Betonung der unteren Mitten.
Das kann ich unterschreiben. Ich möchte auch nicht von schlechtem Klangmaterial sprechen. Je nach dem, welches "Defizit" eine Gitarre hat, kann sogar Zinkguss
den Klang regulieren. Zink neigt aber aufgrund seiner Eigenschaften Schwingungen zu killen und das sind aufgrund der Frequenzen eben Höhen und leider auch Sustain.
 
Ich bin bekennender Skeptiker und wuerde mich extrem freuen, wenn bei diesen Bastelaktionen wenigstens versucht werden wuerde, die Klangveraenderungen zu dokumentieren. Wie dilettantisch auch immer. Selbe Amp-Einstellungen, alle Volume-/Tone-Regler voll auf, keine Effekte, selbes Stueck, ... sooo schwer ist es nicht, ein paar Eindruecke aufs virtuelle Tape zu bringen. Ich erwarte keine Frequenzanalysen oder so, ich will's bloss einfach mal selbst hoeren koennen.

Sonst rufe ich halt weiter "Voodoo". ;)
Das kann ich verstehen. Mal davon abgesehen, das ich nicht das nötige Equipment habe, sind die Veränderungen suptil, aber dennoch hör und spürbar. Jedes Teil in der Klangkette einer Gitarre hat mehr oder weniger Einfluss auf den Klang. Ein Esche Korpus klingt anders als einer aus Erle. Zinkgss klingt anders als Stahl. Ein Mapleneck klingt anders als ein Rosewoodneck. Baustahl klingt anders, als Werkzegstahl. Wieviel von diesen speziellen Eigenschaften in der gesammten Kette den Klang einer Gitarre verändern, ist sehr unterschiedlich.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Das kann ich verstehen. Mal davon abgesehen, das ich nicht das nötige Equipment habe, sind die Veränderungen suptil, aber dennoch hör und spürbar. Jedes Teil in der Klangkette einer Gitarre hat mehr oder weniger Einfluss auf den Klang. Ein Esche Korpus klingt anders als einer aus Erle. Zinkgss klingt anders als Stahl. Ein Mapleneck klingt anders als ein Rosewoodneck. Baustahl klingt anders, als Werkzegstahl. Wieviel von diesen speziellen Eigenschaften in der gesammten Kette den Klang einer Gitarre verändern, ist sehr unterschiedlich.

Ich spiele ja auch Gitarre, und das schon eine Weile, und bin mir subtiler Veraenderungen durchaus bewusst.

ABER als Sohn eines ausgepraegten Hifi/High-End Freaks, der auch gute und kritische Ohren hat, bin ich eben auch zum Skeptiker erzogen worden. Ich wiederhole mich - ich habe bisher keinen Menschen getroffen, der auf der wirklich guten Anlage meines Herrn Vater (oder der wesentlich schlechteren meinen) signifikant Unterschiede zwischen modernen MP3s und verlustfrei komprimierten FLACs heraushoert. Genauso wenig glaube ich daran, dass z.B. Tonkondensatoren gleichen Werts, aber unterschiedlicher Produktionsweise, anders "klingen", gibt auch Experimente, die diesen nicht-existenten Unterschied belegen.

Ich erlebe aber sehr konsistent bei allen, die von tollen Tonverbesserungen berichten, eine Weigerung auch nur des Versuchs einer irgendwie gearteten Dokumentation, zuletzt siehe z.B. in diesem unsaeglichen Thread: https://www.musiker-board.de/thread...gang-unglaublich-aber-es-funktioniert.574914/

Ich sage doch nur: Wenn ihr eine Veraenderung HOERT, dann muss man das doch auch vorher, waehrenddessen und nachher AUFNEHMEN koennen. Ein simples Smartphone hat bereits so gute Mikros, dass Leute damit quasi Alben aufnehmen, dann muss es doch fuer so hochgelobte Verbesserungen an der Stromgitarre auch besser sein als "nix".

Ich will Euch ja den Spass am "besseren" Sound nicht nehmen. Aber weil ich so viel ueber "das war teuer / viel Aufwand, also MUSS dass besser klingen" gelernt habe, stehe ich skeptisch im Eck und schaue wenig begeistert zu....
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 9 Benutzer
Ich spiele ja auch Gitarre, und das schon eine Weile, und bin mir subtiler Veraenderungen durchaus bewusst.

ABER als Sohn eines ausgepraegten Hifi/High-End Freaks, der auch gute und kritische Ohren hat, bin ich eben auch zum Skeptiker erzogen worden. Ich wiederhole mich - ich habe bisher keinen Menschen getroffen, der auf der wirklich guten Anlage meines Herrn Vater (oder der wesentlich schlechteren meinen) signifikant Unterschiede zwischen modernen MP3s und verlustfrei komprimierten FLACs heraushoert. Genauso wenig glaube ich daran, dass z.B. Tonkondensatoren gleichen Werts, aber unterschiedlicher Produktionsweise, anders "klingen", gibt auch Experimente, die diesen nicht-existenten Unterschied belegen.

Ich erlebe aber sehr konsistent bei allen, die von tollen Tonverbesserungen berichten, eine Weigerung auch nur des Versuchs einer irgendwie gearteten Dokumentation, zuletzt siehe z.B. in diesem unsaeglichen Thread: https://www.musiker-board.de/thread...gang-unglaublich-aber-es-funktioniert.574914/

Ich sage doch nur: Wenn ihr eine Veraenderung HOERT, dann muss man das doch auch vorher, waehrenddessen und nachher AUFNEHMEN koennen. Ein simples Smartphone hat bereits so gute Mikros, dass Leute damit quasi Alben aufnehmen, dann muss es doch fuer so hochgelobte Verbesserungen an der Stromgitarre auch besser sein als "nix".

Ich will Euch ja den Spass am "besseren" Sound nicht nehmen. Aber weil ich so viel ueber "das war teuer / viel Aufwand, also MUSS dass besser klingen" gelernt habe, stehe ich skeptisch im Eck und schaue wenig begeistert zu....

Die beste "Referenz" und der ultimative Maßstab ist dein Gehör. Wenn ich es zeitlich hinbekommen, werde ich noch einen oder zwei Blöcke machen. Wenn Du eine vernünftige Strat und Interesse hast, schicke ich dir einen Block. Ich möchte nicht gefahr laufen selbst ein Opfer des Voodoos geworden zu sein....das geht nämlich ganz schnell.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Die beste "Referenz" und der ultimative Maßstab ist dein Gehör. Wenn ich es zeitlich hinbekommen, werde ich noch einen oder zwei Blöcke machen. Wenn Du eine vernünftige Strat und Interesse hast, schicke ich dir einen Block. Ich möchte nicht gefahr laufen selbst ein Opfer des Voodoos geworden zu sein....das geht nämlich ganz schnell.

Das fängt ja schon damit an, dass man weiß, welcher Block gerade drin ist und unterbewusst eine gewisse Erwartung. Diese hört man dann tendenziell. Ultimativ sind nur unbeteiligte dritte, die keine Ahnung von der eingentlichen Untersuchung haben. Oder man spielt unterbewusst anders, sprich besser, da gibt es viele Wege sich selbst auf's Kreuz zu legen.

Aber bei dieser müßigen Diskussion beißt man schnell auf Granit ...
https://www.musiker-board.de/threads/verrückt-ofr-sustainblock-aus-granit.555597/
:D
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Wenn Du eine vernünftige Strat und Interesse hast, schicke ich dir einen Block. Ich möchte nicht gefahr laufen selbst ein Opfer des Voodoos geworden zu sein....das geht nämlich ganz schnell.
Danke fuer das super Angebot. Ich habe eine American Standards aus den 1990ern - aber leider ist die eingelagert in Deutschland und ich bin in New York. Bin also leider "raus"... wuerde mich sonst extremst reizen!

Mir geht's vor allem darum, "offene Ohren" zu promoten. Klar, ein echter "Blindtest" waere natuerlich noch toller, aber da das technisch / praktisch nur selten moeglich ist, wuerde ich mich mit viel weniger zufrieden geben. Ich vergleiche das mit "bei der Bandprobe einfach mal das iPhone mitlaufen lassen" - man dachte, man klingt ganz gut, und dann hoert man die Aufnahme. Da geht es nicht um tolle Technik und hochaufloesende Sounds, da geht es um ein ganz neutrales Geraet, das eben NICHT das Ohr ist, das direkt vom Hirn beeinflusst wird...
 
Ok....das Angebot gilt natürlich für jeden der eine Strat mit Vintage Trem hat, der es testen möchte und vielleicht auch aufnehmen und hier posten möchte. Falls ich nicht zeitnah dazu komme ein zweites zu bauen, baue ich auch meines wieder raus und gebe es her.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Mir geht's vor allem darum, "offene Ohren" zu promoten. Klar, ein echter "Blindtest" waere natuerlich noch toller, …

… und schon wieder sitze ich da, denke mir "ich habe beim letzten Mal innerlich geschworen, NIEEEEE wieder eine solche Diskussion, bringt nix", und schon wieder ist da der Gedanke "aber vielleicht hilft's ja doch, wenn ich's sage"… harrrrrgggggnnnnn, plöhde Situation, immer wieder. Si tacuisses… etc.p.p. Also, jetzt sage ich doch was, dieser zitierte Satz schreit für mich mal wieder danach: Blindtests sind doof, hört auf, ständig danach zu verlangen, um irgendwas zu beweisen!

Wer als Gitarrist noch nicht gemerkt hat, dass Gitarrespielen ein multisensorisches Erlebnis ist, bei dem Hören nur einer von vielen gleichzeitig erlebten Aspekten ist, der braucht auch keine bessere Brücke oder sonstwas. Wenn ich eine Gitarre spiele, dann reagiert die auf mich, und ich auf die Gitarre, ich spüre das in den Händen und am Körper, während ich spiele und höre. Meine Finger spüren die Schwingungen, wie sie kommen oder nicht. In der linken und der rechten Hand. Wenn ich dir meine Gitarre in die Hand drücke, dann klingst du nicht wie ich, und die Gitarre klingt nicht wie bei mir. Wenn ich im Band-Kontext spiele, dann höre ich nicht nur mich, sondern auch alle anderen gleichzeitig. Und dann kann es sein, dass in bestimmten Millisekunden, bestimmten Situationen ein paar von mir gespielte Töne in einem hundertmal geübten Stück plötzlich präsent sind, klar so wahrnehmbar sind, wie sie sein sollten, und das jetzt erstmals nach dem Austausch einer Brücke, dem Wechsel der Saitenmarke oder sonstwas. Kriegt Hinz und Kunz und die Riege der Blindtest-Postulanten das mit? Zu 99% eher nicht. Zumindest nicht, was und warum da anders war. Vielleicht sagt jemand "toll gespielt heute". Wie auch immer.

Ist es relevant, wenn ich das Gefühl habe "boah, das war echt geiler als sonst"? Eigentlich erst dann, wenn es mir aus irgendeinem Grunde wichtig wäre, dass du das bestätigst oder nachvollziehen kannst. Aber warum sollte mir das jetzt wichtig sein? Muss ich dich überzeugen? Warum?

Disclaimer: "Du" ist als Nicht-Ich zu verstehen. Also nicht du speziell, sondern du alle :D

Grüße,
Bernd
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 9 Benutzer
Wer dennoch drauf besteht, relact hat sowas letztes Jahr bereits gemacht: klick mich!
 
Also ich bin ja ein Feind von "Voodoo"-Rufen und stelle mich mit aller Kraft gegen diese schnell aufschreiende Brandung....

ABER ....es gibt den nicht zu vernachlässigen Fakt der Psychologie. Wenn man mit einer Erwartungshaltung an etwas heran geht, dann wird sie tendenziell auch den Klangeindruck beeinflussen.

Ich bezweifle nicht, dass jemand den Unterschied zwischen Messing und Alu hört.... ich WEIß (bewiesen) auch, dass jemand den Unterschied zwischen Messing, Alu und STAHL hört. Ich würde auch noch mitgehen, dass jemand den Unterschied zwischen Stahl, gehärtetem Stahl hört, aber verzeiht, dass mir absolut niemand mehr erzählen kann, dass er den Unterschied zwischen verschiedenen Stahlsorten hört - insbesondere, wenn es NUR um einen Tremoblock geht. Hier ist schlichtweg der Wunsch der Vater des Höreindrucks.

Bei Brückenbauteilen geht es ausschließlich um die Materialbeschaffenheit bzgl. Spröde, Härte, Feder- oder Dämpfungseigenschaften. Ein Tremoblock an sich hat schon so wenig Einfluss auf dem Gesamtsound (aber er ist da), dass 10% aller Hörer gerade mal die Extreme Zink und Messing voneinander unterscheiden können.

Die Testes die ich gemacht habe waren mit Ohr-geschulten Toningenieuren und die konnten Messing, Alu und Stahl voneinander unterscheiden und sie erkannten auch noch, ob der Stahl gehärtet ist oder nicht. Ob es gehärteter Stahl oder Messing ist, war dann aber schon schwierig.

Cryo entpuppte sich als teure Albernheit :D - da kann man hier und da was am Gesamtsystem machen oder auch den Widerstand von Pickups senken, aber nicht wenn man NUR einen Tremoblock behandelt.

Soweit zu meinen gesammelten Daten....

Fakt ist aber auch, dass Psychologie im Gitarrenbau einen extrem hohen Stellenwert hat und viele davon noch nicht wissen. Eine G&B berichtete davon in einer der letzten Ausgaben und ich kann diesem Artikel zu 110% recht geben. Wichtig für Klang und Spielgefühl ist, was der Spieler für ein Gefühl bei der ganzen Sache hat - und erzählt man ihm, dass es sich beim Tremoblock um einen ganz besonders behandelten Stahl handelt, wird er die Gitarre anders spielen als wenn er es nicht wüsste. Und oh wunder oh wunder....nicht nur er selbst wird die Veränderung wahr nehmen, sondern auch all die Zuhörer die einem Gitarristen zuhören, der beim Spielen ein anderes Spielgefühl entwickelt als mit dem Gefühl einen Billigwerkstoff zu bearbeiten.

Stahl schneidet übrigens im Vergleich zu Reinmetallen oder NE-Legierungen oft als etwas negativer ab, weil Stahl zwar zäh, aber wenig Spröde und hart ist. Das entwickelt sich ggü. dem üblichen Hörgefühl von spröden Legierungen meist als Unausgewogenheit in einzelnen Frequenzbereichen. D.h. nicht, dass Stahl schlecht ist....Stahl ist besser als Zink.... aber den besten Hörgenuss erhält man eben mit harten/spröden Werkstoffen wie Messing, Bronze, Steingut oder eben auch gehärtetem Stahl. Ich würde in dieser Materialauswahl aber selbst gehärteten Stahl noch ans untere Ende der Klangqualität setzen, weil eine ausgewogene Materialkonsistenz bis zum Kern nicht ganz so einfach zu gewährleisten ist wie bei Gusslegierungen wie Messing oder Bronze.... und nichts ist schlimmer als ein Materialmix oder eine Strukturänderung innerhalb eines Materials bzw. ein nicht ganz so harter Kern in Kombination mit einer härteren Außenwand - das führt nämlich zum Brechungsverhalten oder im schlimmsten Fall sogar zur Dämpfung.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 7 Benutzer
Ich habe Zink, Messing, Alu, und schließlich Stahlblöcke in meinen Gitten (Strats >Maple, Erle) ausprobiert, da war ich noch nicht Online.

Mein Urteil ist:
- Zink=wenig Sustain, bedämpfte Obertöne
- Alu=gutes Sustain, crisp, hell klingend
- Messing=gutes Sustain, dunkler als Stahl und Alu, aber schöne Obertöne (ausgeglichen)
- Stahl=gutes Sustain, heller als Zink und Messing, leicht komprimiert im Anschlag, ausgeglichen in den Obertönen.

Mir kann man kein X für ein U vormachen, sagen die Menschen, die mich gut kennen.:)
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Cryo entpuppte sich als teure Albernheit :D - da kann man hier und da was am Gesamtsystem machen oder auch den Widerstand von Pickups senken, aber nicht wenn man NUR einen Tremoblock behandelt.
:great:
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Apropos, habe auch bei den versch. Tunern in Material und Güte Klangunterschiede feststellen dürfen.:D

Edit:
- Blöcke Stahl und Alu vom Rockinger, gesinterter (gebacken u. gepresster) Stahl >Fender
- Messing von ABM
- Zinkguss dick von Kluson
- Zinkguss dünn Asia
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Voodoo ist mir eigentlich egal. Ich probiere was aus, entweder es funktioniert, oder eben nicht. Ich bin bei sowas relativ nüchtern. Bei mir scheitern viele gehypte Sachen, darum gehe ich mit der Grundeinstellung an neue Dinge heran, die als skeptisch zu bezeichnen ist. So kann man nicht enttäuscht werden und wenn das Neue wirklich scheisse war, hat man danach noch ein Gefühl der Genugtuung :D

Genauso war das mit den Trem-Blöcken. Ich habe gemerkt: "oh, das hat einen Einfluss auf den Klang. Eine miese Gitarre bleibt eine miese Gitarre, aber etwas anders!"
Die Stahlblöcke für Vintage-Tremolos sind in meinen Augen unverschämt teuer, darum habe ich meinen selber gemacht. Ich habe den noch irgendwo hier rumfahren (wie gesagt im Moment probeweise durch Messing ersetzt und ich sehe keinen Grund, das wieder zu ändern)...
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 5 Benutzer
Also ich bin ja ein Feind von "Voodoo"-Rufen und stelle mich mit aller Kraft gegen diese schnell aufschreiende Brandung....

ABER ....es gibt den nicht zu vernachlässigen Fakt der Psychologie. Wenn man mit einer Erwartungshaltung an etwas heran geht, dann wird sie tendenziell auch den Klangeindruck beeinflussen.

Ich bezweifle nicht, dass jemand den Unterschied zwischen Messing und Alu hört.... ich WEIß (bewiesen) auch, dass jemand den Unterschied zwischen Messing, Alu und STAHL hört. Ich würde auch noch mitgehen, dass jemand den Unterschied zwischen Stahl, gehärtetem Stahl hört, aber verzeiht, dass mir absolut niemand mehr erzählen kann, dass er den Unterschied zwischen verschiedenen Stahlsorten hört - insbesondere, wenn es NUR um einen Tremoblock geht. Hier ist schlichtweg der Wunsch der Vater des Höreindrucks.

Bei Brückenbauteilen geht es ausschließlich um die Materialbeschaffenheit bzgl. Spröde, Härte, Feder- oder Dämpfungseigenschaften. Ein Tremoblock an sich hat schon so wenig Einfluss auf dem Gesamtsound (aber er ist da), dass 10% aller Hörer gerade mal die Extreme Zink und Messing voneinander unterscheiden können.

Die Testes die ich gemacht habe waren mit Ohr-geschulten Toningenieuren und die konnten Messing, Alu und Stahl voneinander unterscheiden und sie erkannten auch noch, ob der Stahl gehärtet ist oder nicht. Ob es gehärteter Stahl oder Messing ist, war dann aber schon schwierig.

Cryo entpuppte sich als teure Albernheit :D - da kann man hier und da was am Gesamtsystem machen oder auch den Widerstand von Pickups senken, aber nicht wenn man NUR einen Tremoblock behandelt.

Soweit zu meinen gesammelten Daten....

Fakt ist aber auch, dass Psychologie im Gitarrenbau einen extrem hohen Stellenwert hat und viele davon noch nicht wissen. Eine G&B berichtete davon in einer der letzten Ausgaben und ich kann diesem Artikel zu 110% recht geben. Wichtig für Klang und Spielgefühl ist, was der Spieler für ein Gefühl bei der ganzen Sache hat - und erzählt man ihm, dass es sich beim Tremoblock um einen ganz besonders behandelten Stahl handelt, wird er die Gitarre anders spielen als wenn er es nicht wüsste. Und oh wunder oh wunder....nicht nur er selbst wird die Veränderung wahr nehmen, sondern auch all die Zuhörer die einem Gitarristen zuhören, der beim Spielen ein anderes Spielgefühl entwickelt als mit dem Gefühl einen Billigwerkstoff zu bearbeiten.

Stahl schneidet übrigens im Vergleich zu Reinmetallen oder NE-Legierungen oft als etwas negativer ab, weil Stahl zwar zäh, aber wenig Spröde und hart ist. Das entwickelt sich ggü. dem üblichen Hörgefühl von spröden Legierungen meist als Unausgewogenheit in einzelnen Frequenzbereichen. D.h. nicht, dass Stahl schlecht ist....Stahl ist besser als Zink.... aber den besten Hörgenuss erhält man eben mit harten/spröden Werkstoffen wie Messing, Bronze, Steingut oder eben auch gehärtetem Stahl. Ich würde in dieser Materialauswahl aber selbst gehärteten Stahl noch ans untere Ende der Klangqualität setzen, weil eine ausgewogene Materialkonsistenz bis zum Kern nicht ganz so einfach zu gewährleisten ist wie bei Gusslegierungen wie Messing oder Bronze.... und nichts ist schlimmer als ein Materialmix oder eine Strukturänderung innerhalb eines Materials bzw. ein nicht ganz so harter Kern in Kombination mit einer härteren Außenwand - das führt nämlich zum Brechungsverhalten oder im schlimmsten Fall sogar zur Dämpfung.
Da hast Du Recht, das halte ich auch für unmöglich.....i
Also ich bin ja ein Feind von "Voodoo"-Rufen und stelle mich mit aller Kraft gegen diese schnell aufschreiende Brandung....

ABER ....es gibt den nicht zu vernachlässigen Fakt der Psychologie. Wenn man mit einer Erwartungshaltung an etwas heran geht, dann wird sie tendenziell auch den Klangeindruck beeinflussen.

Ich bezweifle nicht, dass jemand den Unterschied zwischen Messing und Alu hört.... ich WEIß (bewiesen) auch, dass jemand den Unterschied zwischen Messing, Alu und STAHL hört. Ich würde auch noch mitgehen, dass jemand den Unterschied zwischen Stahl, gehärtetem Stahl hört, aber verzeiht, dass mir absolut niemand mehr erzählen kann, dass er den Unterschied zwischen verschiedenen Stahlsorten hört - insbesondere, wenn es NUR um einen Tremoblock geht. Hier ist schlichtweg der Wunsch der Vater des Höreindrucks.

Bei Brückenbauteilen geht es ausschließlich um die Materialbeschaffenheit bzgl. Spröde, Härte, Feder- oder Dämpfungseigenschaften. Ein Tremoblock an sich hat schon so wenig Einfluss auf dem Gesamtsound (aber er ist da), dass 10% aller Hörer gerade mal die Extreme Zink und Messing voneinander unterscheiden können.

Die Testes die ich gemacht habe waren mit Ohr-geschulten Toningenieuren und die konnten Messing, Alu und Stahl voneinander unterscheiden und sie erkannten auch noch, ob der Stahl gehärtet ist oder nicht. Ob es gehärteter Stahl oder Messing ist, war dann aber schon schwierig.

Cryo entpuppte sich als teure Albernheit :D - da kann man hier und da was am Gesamtsystem machen oder auch den Widerstand von Pickups senken, aber nicht wenn man NUR einen Tremoblock behandelt.

Soweit zu meinen gesammelten Daten....

Fakt ist aber auch, dass Psychologie im Gitarrenbau einen extrem hohen Stellenwert hat und viele davon noch nicht wissen. Eine G&B berichtete davon in einer der letzten Ausgaben und ich kann diesem Artikel zu 110% recht geben. Wichtig für Klang und Spielgefühl ist, was der Spieler für ein Gefühl bei der ganzen Sache hat - und erzählt man ihm, dass es sich beim Tremoblock um einen ganz besonders behandelten Stahl handelt, wird er die Gitarre anders spielen als wenn er es nicht wüsste. Und oh wunder oh wunder....nicht nur er selbst wird die Veränderung wahr nehmen, sondern auch all die Zuhörer die einem Gitarristen zuhören, der beim Spielen ein anderes Spielgefühl entwickelt als mit dem Gefühl einen Billigwerkstoff zu bearbeiten.

Stahl schneidet übrigens im Vergleich zu Reinmetallen oder NE-Legierungen oft als etwas negativer ab, weil Stahl zwar zäh, aber wenig Spröde und hart ist. Das entwickelt sich ggü. dem üblichen Hörgefühl von spröden Legierungen meist als Unausgewogenheit in einzelnen Frequenzbereichen. D.h. nicht, dass Stahl schlecht ist....Stahl ist besser als Zink.... aber den besten Hörgenuss erhält man eben mit harten/spröden Werkstoffen wie Messing, Bronze, Steingut oder eben auch gehärtetem Stahl. Ich würde in dieser Materialauswahl aber selbst gehärteten Stahl noch ans untere Ende der Klangqualität setzen, weil eine ausgewogene Materialkonsistenz bis zum Kern nicht ganz so einfach zu gewährleisten ist wie bei Gusslegierungen wie Messing oder Bronze.... und nichts ist schlimmer als ein Materialmix oder eine Strukturänderung innerhalb eines Materials bzw. ein nicht ganz so harter Kern in Kombination mit einer härteren Außenwand - das führt nämlich zum Brechungsverhalten oder im schlimmsten Fall sogar zur Dämpfung.

Falls das so in meinem Beitrag rübergekommen sein sollte.....das ist natürlich Mumpitz. Ich habe halt mit fast allen Stählen, die das Lager hergab experementiert. Dafür habe exakt gleich lange Stücke gesägt und sie dann nebeneinander hängend angeschlagen.Die CrMo, oder Stähle mit extrem hohen Kohlenstoffgehalt vielen raus, da sie harsch und schrill klangen. Lass mal nen geschmiedeten CrMo Gabelschlüssel auf Indstriekacheln fallen.....das schmerzt in den Ohren. Ob diese Stähle auch in einer Gitarre unterschiedlich klingen, würde ich auch stark bezweifeln. Der Unterschied zwischen Baustahl und gehärteten Werkzegstahl ist aber zu hören.....meine ich. Aber wie gesagt, das ist nur meine subjektive Meinung.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben