Moin,
es wäre einfacher, wenn Du die ungefähren Zeiten der Stellen mit angibst ...
bei den triplets ist es mir klar das das tempo erhöht
Nein. Das mag vordergründig so erscheinen, nur geschieht generell etwas Anderes: derselbe Zeitraum zwischen zwei Vierteln (also gleiches Tempo) wird in 3 gleichmäßige Teile geteilt. (Oder 2 für Achtel, oder 4 für 16-tel usw.)
"Einüben" kannst Du das, indem Du Dein Gespür für Zeit weiter entwickelst. Dazu legst Du zunächst einmal Deine Gitarre beiseite, weit, weit weg. Das Folgende ist leicht getan oder gezeigt, und in Worten gefasst etwas länger geschrieben. Beides bleibt einfach.
(1) Das Normal, das Viertel
Hinsetzen oder hinstellen. Deine Schreibhand (also vermutlich R) klopft in
langsamen Tempo auf Deinen Oberschenkel oder seitlich ans Bein. Das darf ruhig ein sanftes aber hörbares Geräusch ergeben, denn das brauchen wir gleich noch.
Stelle Dir die Armbewegung als ein gleichmäßiges Pendel vor. Führe es auch als Pendel aus, das macht das Folgende leichter (und präziser).
Von einer einfachen Handbewegung rate ich ab. Ich rate davon ab.
Zähle gerne: 1 2 3 4 mit jedem R Kontakt/Geräusch.
(2) Dieselbe Zeit in zwei Teile teilen (Achtel)
Während die rechte Hand weiter wie unter (1) verfährt, bringst Du die linke (L) genau in der Mitte zum anderen Bein. Beide pendeln, im selben Tempo, nur mit etwas Versatz oder Phasenverschiebung.
Tatsächlich wird das stehend gegen die Beine am sichtbarsten und spürbarsten: beide Arme pendeln so, als hieltest Du einen Stock gleichbleibender Länge dazwischen.
Versuche anschließend, zwischen (1) und (2) regelmäßig (und ohne Pause) zu wechseln:
- (1) R läuft, L ruht
- (2) R + L pendeln wie beschrieben // also insbesondere R bleibt ... unverändert
- und zurück
Neben der körperlich-sinnlichen Erfahrung dieser Zeitunterteilung hilft es auch, den R "Klatscher" etwas hörbar, und (L) weniger hörbar zu machen. Das geht ohne Kraft. So bleibt auch (R) als maßgebender Antrieb im Ohr.
Zähle gerne, wobei Du + als "und" sprichst, und der . nur die R Position zeigt:
R 1 2 3 4
L . + . + . + . +
Also: 1 + 2 + 3 + 4 +
(3) Dieselbe Zeit in drei Teile teilen (Triplets)
Ausführung wie unter (2), NUR das nun die L Hand 2 Aktionen statt nur 1 macht. Also statt RL RL RL RL in (2) nun RLL RLL RLL RLL in derselben Zeit zwischen den Rs.
Zählen kannst Du das bei unverändertem R-Tempo zB:
1-trip-let 2-trip-let 3-trip-let 4-trip-let (also Dreisilber)
R 1, und L 2 Aktionen bricht natürlich die Pendelbewegung "etwas". So kannst Du sie wieder erhalten:
- wie beschrieben bei konstantem R-Tempo anfangen: RLL RLL RLL RLL
- sobald Du ein gleichmäßig akustisches hörst, wechselst Du auf:
- Rlr Lrl Rlr Lrl (Großbuchstabe = lauter, kleiner = leiser)
- d.h. das ist nun wieder wie beim Stock unter (2), UND die Betonung wandert von Hand zu Hand
Zwischen beiden Varianten immer wieder wechseln.
(4) Meister der Zeitunterteilung in 1, 2 oder 3 werden
Übe diese Schlag-, Pendel-, Hör- und Zählmuster ein paar Tage lang ein, bis Du geschmeidig genug zwischen ihnen willentlich wechseln kannst ... ohne Tempoänderung, versteht sich.
Versuch dann, dieses Unterteilen der Zeit (der Viertel) auf die Gitarre zu übertragen:
- fingerweise (zupfen)
- schlagend
- usw.
- vermutlich wirst Du die R-Arbeit der Hand oben an Deinen R-Fuß delegieren
- die Bewegungen an den Saiten ist schon anders, aber die Pendel sollten (als Vorstellung) bleiben
Sobald Du das kannst, hast Du vielen anderen Instrumentalisten etwas voraus:
- Tempo bleibt,
- Rhythmus ändert sich in interessanter und hörenswerter Weise
Viel Erfolg