Übersicht über die gängigsten Leslies

von m-brose, 19.05.05.

  1. m-brose

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    Erstellt: 19.05.05   #1
    Inhaltsverzeichnis

    1.: Leslie 122
    2.: Lelsie 142
    3.: Leslie 147
    4.: Leslie 145
    5.: Leslie 760
    6.: Leslie 770
    7.: nützliche links
    8.: abschliessende Hinweise





    1.: Leslie 122

    Ist "das" Leslie-Modell schlechthin und gehört zur Hammond B-3 wie der Sand in die Wüste.

    - Leistung: 40 Watt Röhre
    - passive Frequenzweiche 800 Hz 16 Ohm
    - je 1 Hoch- und Tieftöner jeweils 16 Ohm
    - Gewicht: ca. 70 kg
    - Maße: ca. 105 x 74 x 52 cm (HxBxT)
    - Drehgeschwindigkeiten der Rotoren: schnell (tremolo) und langsam (chorale)
    - Anschluss: 6-Pin (1 channel, balanced=symmetrisch)

    Der Anschluss dieses Leslies an Orgeln erfolgt über sogenannte Leslie-Kits. Wichtig ist hierbei, dass das 122er ein symmetrisches Audiosignal benötigt, das von der Stärke deutlich über Line-Level liegt.
    Neben Leslie-Kits zum Anschluss von "alten" (also Tonewheel-) Hammonds werden aber auch von anderen Firmen z.B. von trekII ( http://www.trekii.com ) oder http://www.musik-bertram.com/ Preamps angeboten, mit denen man so ziemlich alles an ein 122er anschliessen kann.

    Das 122er empfiehlt sich für große Konsolen-Modelle wie Hammond B-3, C-3, A-100 usw. Natürlich gibt es oben genannte Preamps und alle möglichen Sorten von Adaptern für aktuelle Clones, aber die sind alles andere als billig...

    Das Modell 122 ist natürlich aufgrund seines legendären Sounds sehr begehrt und demzufolge teuer und selten zu bekommen.



    2.: Leslie 142

    Ist bis auf einen Unterschied identisch mit dem 122er: Das Gehäuse ist um ca. 20 cm kürzer. Das macht dieses Modell etwas kompakter, aber nicht unbedingt wesentlich leichter. Unter den Freaks herrscht allgemein die Meinung, dass durch das geringere Gehäusevolumen die Basswiedergabe etwas schwächer als beim 122er ist.



    3.: Leslie 147

    Das 147er Leslie ist sozusagen der zweieiige Zwilling des 122ers. Er besitzt das gleiche Gehäuse und nahezu identische Daten.

    - Leistung: 40 Watt Röhre
    - passive Frequenzweiche 800 Hz 16 Ohm
    - je 1 Hoch- und Tieftöner jeweils 16 Ohm
    - Gewicht: ca. 70 kg
    - Maße: ca. 105 x 74 x 52 cm (HxBxT)
    - Drehgeschwindigkeiten der Rotoren: schnell (tremolo) und langsam (chorale)
    - Anschluss: 6-Pin (1 channel, unbalanced=asymmetrisch)

    Die beiden Modelle sind in vielen Punkten identisch, weisen jedoch einen entscheidenden Unterschied auf:
    Das 147er hat zwar auch einen 6-Pin-Anschluss, aber es benötigt im Gegensatz zum 122er ein asymmetrisches (also sozusagen "normales") Audio-Signal, das jedoch auch deutlich über dem Line-Level liegen muss.

    Der Anschluss an Hammonds erfolgt wie beim 122er über sogenannte Leslie-Kits. Es gibt aber von Leslie selbst den sogenannten combo preamp, über den man alles was nen Klinkenausgang hat, an das 147er anschliessen kann.
    Einen solchen zu finden ist nicht leicht, aber ab und an wird einer angeboten und das meist zu günstigeren Preisen als die Preamps für 122er.

    WICHTIG!: Obwohl die Modelle 122 und 147 beide einen 6-Pin-Anschluss haben sind diese untereinander keinesfalls kompatibel! Die Pins sind unterschiedlich belegt! Also ein Leslie 122 oder 147 nur anschliessen, wenn man sicher ist, dass das eingebaute Leslie-Kit oder der Preamp auch für das entsprechende Modell geeignet ist.

    Klanglich unterscheiden sich die Modelle nur geringfügig. Der allgemeine Konsens der Freaks lautet dahingehend, dass das 147er etwas mehr Höhen hat und somit bei Rock-Sachen etwas rotziger und durchsetzungesfähiger klingt.

    Das Leslie 147 ist im allgemeinen genauso begehrt und selten günstig erhältlich wie das 122er, jedoch meist zu einem etwas niedrigeren Preis haben.



    4.: Leslie 145

    Ist bis auf einen Unterschied identisch mit dem 147er: Das Gehäuse ist um ca. 20 cm kürzer. Das macht dieses Modell etwas kompakter, aber nicht unbedingt wesentlich leichter. Unter den Freaks herrscht allgemein die Meinung, dass durch das geringere Gehäusevolumen die Basswiedergabe etwas schwächer als beim 147er ist.



    5.: Leslie 760 pro

    Das 760 pro ist das erfolgreichste und meistverkaufte von allen Lesliemodellen. (Anmerkung dazu siehe unten.)
    Das Gehäuse ist nicht im edlen Holz-Design ausgeführt, sondern mit schwarzen Tolex beklebt. Ausserdem hat es seitliche Klappgriffe und an den Kanten einen silbergrauen Kunststoffschutz and das ganze Gerät steht auf Rollen.

    - Leistung: 90 Watt Transistor
    - aktive Frequenzweiche 800 Hz
    - 1 Hochtöner 16 Ohm, 1 Tieftöner 4 Ohm
    - Gewicht: ca. 70 kg
    - Maße: ca. 110 x 71 x 58 cm (HxBxT)
    - Drehgeschwindigkeiten: schnell (tremolo), langsam (chorale) und stop.
    - Anschluss: 9-Pin (1 channel, unbalanced=asymmetrisch)

    Für den Anschluss dieses Modells gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder wiederum über Leslie-Kits oder den combo preamp II. Dieser ist etwas verbreiteter als der combo preamp für das 147er und immer mal wieder zu haben.
    Einige Orgelmodelle sind auch ab Werk mit einem passenden 9-Pol-Ausgang versehen, so z.B. Hammond X-5 oder Porta-B ( auch als L-100-P oder P-100 bezeichnet - portable Version der L-100).
    Obwohl heute die Röhrenmodelle wie 122 und 147 deutlich beliebter sind, war damals das 760er ein grosser Renner, da es transportabler ist, was es für Bands interessant machte. Ein weiterer Punkt ist die durch Transistortechnik erreichbare deutlich höhere Leistung. Heute gilt Röhre als das Wahre, damals galt jedoch Transistortechnik als fortschrittlicher und damit besser...

    Es mag Leute geben, die sagen, man könne "Röhrenwatt" nicht mit "Transistorwatt" vergleichen - ich habe sowohl neben einem 122er wie einem 760er gesessen und kann bestätigen, dass das 760er lauter ist (mir persönlich gefällt der Sound des 122ers dennoch besser).

    Die Stärken des 760ers liegen in der "relativ guten" Transportierbarkeit, der höheren Leistung und dem niedrigeren Preis im Vergleich zu den Röhrenmodellen. Was den Sound angeht, kann es durchaus überzeugen, solange der Klang clean, also unverzerrt ist.
    Die warme leichte Röhrenverzerrung der Modelle 122/147 oder das gurgelnde Kreischen wie man es von Santana, Deep Purple etc. kennt, wird man mit dem 760er allerdings nicht hinbekommen. Natürlich lässt sich auch ein 760er ans Zerren bringen, jedoch wird diese Art der Verzerrung im allgemeinen nicht als angenehm empfunden.
    Ein möglicher Nachteil ist die Optik, denn das Teil macht sich im Wohnzimmer nur dann gut, wenn auch der Rest im "Industrial-Design" eingerichtet ist.

    Das 760er wird relativ häufig angeboten, eigentlich sieht man so ziemlich jeden Monat mindestens eines bei dem weltweit bekannten Internetauktionshaus...



    6.: Leslie 770

    Das 770er ist bis auf einen entscheidenden Umstand identisch mit dem 760 pro: Es hat das gleiche Holzgehäuse wie die Modelle 122 und 147. Eine 20 cm kürzere Version wie bei 122/147 gibt es (meines Wissens) nicht.
    Das Modell 770 liegt preislich zwischen 760, 147 und 122.



    7.: Nützliche links

    http://www.captain-foldback.com
    Auf dieser Seite gibt es viele Infos zu Hammonds und Leslies und vor allem massenweise Schaltpläne.


    http://theatreorgans.com/hammond/faq/
    Viele grundlegende Infos über Hammonds und Leslies, dazu eine große Übersicht über Hammond- und Lesliemodelle.


    http://www.mosweb.com/knowledgebase/
    Jede Menge Infos nicht nur zu Hammonds und Leslies. Große Übersicht über Leslie-Modelle. Schaltpläne, Tips zum Anschluss und vieles mehr.


    http://bentonelectronics.com/service-info/
    Jede Menge Reparaturtips für Hammonds und Leslies.


    http://www.hamtech.org/
    Hammond mailingliste. Unter den usern sind ein paar wirkliche Experten. Ausserdem gibt's ein gigantisches Archiv, in dem man fast zu jedem Problem eine Antwort finden kann.


    http://www.keyboardpartner.de
    Seite teils in deutsch teils in englisch mit Reparaturtips und Anleitungen für Modifikationen.

    http://www.digitalprosound.com/2001/04_apr/tutorials/earlofwhirl3.htm
    Infos über die Abnahme von Leslies mit Mikros, ursprünglich von dg-keys gepostet. Habe Jens gebeten, ihn der Vollständigkeit halber einzubinden.


    8.: abschliessende Hinweise:

    Es gibt jede Menge mechanische Leslie-clones wie z.B. von Elka, Solton, Dynacord, Allsound, Echolette, Yamaha, Pari, Hohner und ich weiss nicht was noch alles... Ich habe selber mal 2 Elka Leslies gehabt und ich muss sagen, diese Teile klingen auf jeden Fall besser als die elektronischen Lesliesimulationen vor allem älterer clones (ich habe das Hammond XM-1 midi soundmodul über das Elka-Teil gespielt) und sind deutlich günstiger zu haben als original Leslies.
    Bevor man also viel Geld für ein original Leslie ausgibt, sollte man sich überlegen, ob es sich für seinen Clone klangtechnisch überhaupt "lohnt", oder ob es ein mechanischer Leslie-clone nicht auch tut. Neben dem günstigeren Preis haben Leslie-clones in der Regel den Vorteil, dass sie sich recht einfach ohne zusätzliche preamps oder Leslie-kits direkt per Klinke anschliessen lassen. Die Steuerung der Geschwindigkeiten erfolgt in der Regel über einen mitgelieferten Fussschalter.

    Ausserdem gibt es natürlich noch elektronische Simulationen, wie z.B. das Tube Rotosphere von Hughes & Kettner oder das G4 von Korg. Ich selber habe die Teile noch nicht angetestet, kann also über deren Qualität nichts sagen, aber dazu haben schon andere hier im board einiges geschrieben.
    Letztlich muss bei diesen Teilen jeder für sich selbst rausfinden, wie er seinen Schwerpunkt bezüglich leichter Transportabilität und Klangeinbußen im Vergleich zu original Leslies setzt.
     
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