Verbesserungsvorschläge zu einer Bigband Komposition

von CORbiniAN DR, 27.01.19.

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  1. CORbiniAN DR

    CORbiniAN DR Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.01.19   #1
    Hallo, Ich würde mich über Verbesserungsvorschläge zu meiner Bigband Komposition, insbesondere zu den Bläserstimmen und den Walking Bass Passagen freuen.

    Hier könnt ihr mal reinhören:


    Für den Moment hab ich damit mal (als Demo Version) eher abgeschlossen, würde aber bevor damit weiter etwas passieren soll. Nochmal alles durchhören und überarbeiten, was gendert werden sollte.

    Haut rein!
     
  2. turko

    turko Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.02.19   #2
    Ich hätte da so vieles zu sagen … aber ich weiß nicht, ob ich wirklich alles laut aussprechen will, denn vieles ist ganz einfach mein persönlicher Geschmack, und ich weiß nicht, ob ich den als offizielle "Kritik" anbringen muß … aber mal sehen:

    1) Ich finde, Du hast eine ganz eigene, etwas spröde, Klangsprache. Die wirkt am Anfang etwas verstörend (zumindest auf MICH), aber mit der Zeit hört man sich darin ein, und gewöhnt sich sogar daran … :)

    2) Die Tatsache, daß es VST-Bläser und keine echten sind, und man deswegen mit klanglichen Einbußen leben muß, soll jetzt hier von mir aus kein großes Thema werden.
    Aber auch bei "Plasitkgebläse" (eventuell vielleicht sogar BESONDERS bei Plastikgebläse) sollte man mehr auf die Jazzmäßigkeit der Phrasierungen achten, also auf eine sehr genaue Zuordnung der Parameter leicht/schwer und lang/kurz zu den jeweiligen Tönen.

    3) Öfter mal paßt mMn der rhythmische Phrasen/Linien-Bau nicht zu einer jazzmäßige Phrasierung.

    4) Das Timing der Gitarre ist einige male nicht besonders akkurat, und die Spielweise halt nicht sehr "jazzig". Es wirkt im Gegenteil recht steif, hölzern, und swingt nicht.

    5) Dem Ganzen fehlen irgendwie die machtvollen Tutti-Stellen, die eine Bigband-Nummer meist erst zu dem macht, was sie dann am Ende ist.
    Überhaupt: KONTRASTE !

    Alles Liebe, und viel Freude weiterhin damit
    Thomas
     
  3. CORbiniAN DR

    CORbiniAN DR Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.02.19   #3
    Danke für die Rückmeldung

    1) Könntest Du das bitte etwas konkreter formulieren? Ich verstehe nicht so genau, was du damit sagen möchtest.

    3) a) Worauf müsste ich da explizit mehr achten? Bzw. wie könnte ich mich da mehr in die Richtung bewegen? (Musikbeispiele, Literatur...)
    b) Ist das für dich automatisch negativ oder entspricht das einfach nicht deinen Vorstellungen des Musikstils?

    4) Ich bin selbst nicht wirklich Gitarrist. Kann das alles nachvollziehen

    5) Danke
     
  4. turko

    turko Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.02.19   #4
    Na oft haben deine Phrasen und Melodiefetzen kein richtiges Ziel, und keine Struktur. Und deren Harmonisierung verläuft meist entgegen der
    "normalen Hörerwartung" (Kadenz) … aber die angebotene Alternative ist in sich halt oft nicht sehr schlüssig und überzeugend. Einzig die Beharrlichkeit, mit der Du das immer wieder weiterführst, führt (bei mir) dazu, daß ich mich als Hörer dann irgendwann damit arrangiere und abfinde.

    . Ich weiß nicht … einfach mehr modernere Bigbandmusik hören und die Standardphrasen und Standardformeln, die es zu tausenden gibt,
    . einfach verinnerlichen. Musiktip: Bob Mintzer !

    . Naja, … wie will man diese beiden Dinge trennen ? Wenn ich Jazz und Bigbandmusik höre, erwarte ich natürlich jene Art von
    . Rhythmus, Phrasierung, die ich bei der Musik, die ich halt im Laufe meines Lebens als Jazzliebhaber kennengelernt habe, gewohnt bin, und.
    . deswegen als stiltypisch empfinde.
    . Wenn jetzt die Klangerwartung nicht erfüllt wird, ohne eine andere/bessere Interpretation zu liefern, dann ist das für mich persönlich (!!)
    . natürlich negativ.

    Thomas
     
  5. LoboMix

    LoboMix Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.02.19   #5
    Ich würde das Stück als eine ziemlich freakige Collage aphoristischer Funk- und Jazz-Elemente, Patterns und Phrasen bezeichnen wollen. Die Elemente liegen dabei etwas quer zueinander, was, trotz des sich mit einer gewissen Penetranz wiederholenden Bläser-Riffs, logischerweise eher die Tendenz hat, auseinander zu fallen.
    Dieses Quere und Unkonventionelle, das sich den üblichen Standards (absichtlich? unfreiwillig?) recht hartnäckig verweigert, obwohl es die Stereotypen durchaus ahnen lässt, übt auf mich aber auf jeden Fall einen gewissen Reiz aus.

    Auf die von @turko schon erwähnten gelegentlichen Timing-Unschärfen gehe ich hier nicht näher ein, mich interessiert mehr die Gestalt des Stückes an sich.
    Da es nur wenig bzw. vorwiegend aphoristisches Material bringt, bleibt es aber irgendwo in einer Zwischenwelt und weiß, bei allen guten Einzelideen, nicht, eine geschlossene und zielgerichtete Form aufzubauen mit irgendeiner Art von schlüssiger Entwicklung und irgend einem Ziel. Das lässt den Zuhörer schließlich etwas ratlos zurück und über seine Dauer fällt die Spannungskurve trotz immer wieder überraschenden Einsprengseln immer mehr ab. Denn auch die Einsprengsel werden immer vorhersehbarer.

    Also viele gute Ideen und im Detail auch (meistens) gut realisiert! Aber unentschieden.
    Was willst Du, wohin willst Du das Stück bringen?

    Soll es mehr in die Richtung des "klassischen" Big-Band-Sounds/Big-Band-Stücks gehen? Dann sollten ein oder mehrere erkennbare Themen dazu kommen und das Aphoristische muss dann zugunsten einer größeren Geschlossenheit deutlich zurück genommen werden. Und überhaupt die Ratschläge von @turko beherzigen.

    Oder soll es noch freakiger, dekonstruierter werden? Dann müsste die aphoristische Struktur immer weiter ausgeweitet werden, so dass einem das Stück und die Melodiefetzen schließlich regelrecht ´um die Ohren fliegen´. Das könnte ich mir durchaus hier vorstellen, allerdings dürfte das die noch deutlich größere Kunstfertigkeit erfordern.

    Auf jeden Fall: Bleib dran! Gute Ideen sind da und für das Komponieren/Arrangieren gilt erst mal dasselbe wie für das Instrumentalspiel: Üben, üben, "Fingerübungen" machen. Aber auch und noch viel mehr: Ausprobieren und Experimentieren, zusammensetzen und auseinander nehmen. Und immer wieder selbstkritisch hinein hören.
     
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