Verinnerlichen von Tonleitern und Tönen auf Griffbrett - Tipps für effektives Üben?

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JaNeKlar

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Moin zusammen,

ich selber spiele bisher in meinen "Solos" wenn ich sie schon so nennen darf, bisher nur die Pentatonik. Merke aber immer wieder das deutlich mehr Ausdruck möglich ist, wenn man die gesamte Tonleiter nutzt.
Also möchte ich jetzt die Tonleiter üben aber das ganze natürlich effektiv und zielführend. Was ich damit meine möchte ich an der Pentatonik kurz darstellen.

Ich glaube jeder Gitarrist lernt als erstes die Pentatonik in 5 Pattern, meist in A-Moll. Man hämmert sich die Pattern ins Hirn kann sie hoch und runter spielen aber welche Töne man da eigentlich spielt, wissen dann tatsächlich die wenigsten.
Die meisten wissen vielleicht noch, dass man über C-Dur die A-Moll Pentatonik spielen kann. Aber auf die Frage warum das so ist, kommt häufig keine Antwort oder "weil ich es so gelernt habe".
Worauf ich hinaus wil ist, welches Pattern ich spiele ist doch eigentlich zweitrangig. Auf die Töne kommt es an. Aber ich selbe stelle fest, das man sehr visuell unterwegs ist -> Pentatonik 2. Pattern in A-Moll , na klar, aber das ganze in Db-Dur läuft dann plötzlich nicht mehr so flüssig, weil die Bezugspunkte andere sind oder fehlen. Sicherlich hat jeder seine Lieblinge und fast jeder fühlt sich in G-Dur oder C-Dur zuhause was Solos betrifft.

Ich möchte jetzt nicht wieder in dieses Schema fallen, denn ich glaube die Tonleiter lernen heißt auch zu wissen was man da spielt. Ich kenn mich in Harmonielehre fast besser aus als ich spiele. Es geht also nicht um Pattern sondern auch darum die Töne auf dem Griffbrett zu verinnerlichen und isch immer klar zu sein wo ich den nächsten ton meiner Tonleiter finde.
Ich hoffe ich konnte eingermaßen darstellen was ich meine. Wie lerne ich am effektivsten die Tonleiter oder die Töne auf dem Griffbrett auswendig? Wie sollte ich vorgehen? Ich möchte nicht sagen, ja so geht die Tonleiter Bd-Dur sondern auch sofort die Töne wissen und jederzeit auf dem Griffbrett finden und einsetzen können.

Danke für euer Feedback.

VG, Mac
 
rmb

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Wie lerne ich am effektivsten die Tonleiter oder die Töne auf dem Griffbrett auswendig?
such z.B. alle e`s auf dem Griffbrett, du wirst feststellen, das verschiedene e`s häufiger auf dem Griffbrett verteilt vorkommen, und auch die gleichen e`s in verschiedenen Lagen halt. Such dann alle f`s, einen halben Ton höher, usw., mach das ein halbes Jahr lang 20 minuten am Tag, dann hast du verinnerlicht, wo die Töne auf dem Griffbrett liegen. Das ermöglicht dir dann, in unterschiedlichen Lagen und Oktaven deine Soli zu starten und zu einem harmonischen Ende zu führen, sei es improvisierte Läufe oder auch vorgegebene Melodien. Wo du startest hängt dann auch immer davon ab, wo kommst du gerade her und wo willst du hin.

aber welche Töne man da eigentlich spielt, wissen dann tatsächlich die wenigsten.
das halte ich für ein Gerücht, wenn man sich mit den Tönen auf dem Griffbrett, die auch einer der Gitarre eigenen Logik folgen, etwas intensiver befasst, s.o., weiss man ziemlich schnell, welche Töne man spielt.
 
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abolesco

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Es geht also nicht um Pattern sondern auch darum die Töne auf dem Griffbrett zu verinnerlichen und isch immer klar zu sein wo ich den nächsten ton meiner Tonleiter finde.
Guckst du das Video und machst alles genau so wie der Mann sagt:

 
Dr Dulle

Dr Dulle

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Ich glaube jeder Gitarrist lernt als erstes die Pentatonik in 5 Pattern, meist in A-Moll.

Steht dir natürlich frei das zu glauben, aber bei mir war es definitiv nicht so.

Als ich nach ein paar Jahren Unterricht auf der Akustik mit E Gitarre angefangen habe,
wusste ich was eine Dur- und Molltonleiter ist. Um das dann auf der E Gitarre anzuwenden
hab ich die Molltonleiter in verschiedenen Lagen geübt. Egal ob der Song in C Dur oder
A Moll war hab ich A Moll Fingersätze benutzt, da ich Dur irgentwie unbequem fand.
Das man da anders spielt bzw auflöst, hat sich ganz natürlich ergeben.

Was eine Pentatonik genau ist und was man damit anstellt (und was daran langweilig klingen kann)
, hab ich erst rausgefunden nachdem ich geschätzt schon 10-12 Jahre Spielpraxis hatte.
Naja damals gab es halt auch noch kein Internet ......

Tonleitern zu verinnerlichen heißt mMn übrigens nicht genau zu wissen was man das spielt,
sondern (voraus)zuhören wie der Ton zum jeweilig klingenden Akkord/Akkordfolge passt/klingt.
So findet man seine Melodien und Licks.
 
B.B

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Ein paar Gedanken:

1. Wenn man sich die Dur und Molltonleiter genauso "ins Hirn hämmert" dann kann man sie auch irgenwann genausogut, ein Teil davon ist also das sture lernen und üben
2. Du hast recht, man sollte wissen was man spielt und nicht nur nach Patterns und Punktemustern spielen. Der einfachste Test ist meiner Meinung nach folgender: wenn man eine phrase singen kann, dann hat man sie auch wirklich begriffen. Es geht nicht ums schön singen, nur ums wiedergeben können. Es hilft Phrasen abstrahiert denken zu können. Also zum Beispiel: Das ist eine die Quinte, Terz Grundton, oder 5, 3, 1 (in Skalenstufen) und das von der einzelnen Tonart weg, hin zu einer generellen melodischen Kontur und Struktur abstrahieren zu können.
3. Mach dir den Umstand zu nutze , dass man auf der Gitarre Dinge einfach transponieren kann in dem man bestehnde Fingersätze in der horizontalen verschiebt.
4. Versuche eine kleine Phrase von 3 Tönen zu spielen und versetze sie auf dem Griffbrett, so dass die gespielten Töne ( so wie sie im Notenbild stehen würden) immer gleich bleiben, der Fingersatz sich aber immer ändert: auf der E-Saite anfangen, nach "unten" vorarbeiten oder andersrum. Mach das gleiche auch mit Akkorden
5. Spiele Skalen nur auf jeweils einer Saite. Dann auf 2. Dann auf 3. Wenn dus schwieriger haben willst: Überspringe immer eine Saite
6. Versuche für Skalen (erstmal in nur einer Oktave) alle möglichen Fingersätze zu finden die es gibt, auch die die nicht günstig liegen. Wenn dus schwieriger haben willst: Beziehe für jeden Ton der auf einer Leersaite liegt diese mit ein.
7. Stelle von Anfang an eine Beziehung zwischen Akkorden und Tonleitern her, also spiele Skalen auch harmoniersiert, oder in Terzen oder Sexten etc. Nimm dir einen Skalenton und harmonisiere in mit verschiedenen Akkorden der Tonart in der du spielst
8. Bringe Skalen mit Akkorden und Arpeggios in Verbindung in dem du sie zusammen übst: z.b Cma7 Akkord spielen, Cmaj7 Arpeggio spielen, C-Dur-Tonleiter spielen.
9. Lege dir einen Backing Track oder loope eine Akkord und spiel blind (Augen zu, oder verbinden). Navigiere nur und ausschließlich nach dem Gehör. Wenn du einen Fehler machst ( was Anfangs natürlich ständig passiert) dann schieb den Ton so lange hin, bis er wieder in der Tonleiter ist. Versuche ein Gefühl für Abstände zu bekommen, auch größere Sprünge etc. Und lerne damit umzugehen, dass es zuerst nicht stimmt, du aber immer schneller im "korrigieren" werden wirst....
10. Überlege eigene Übungen, und zwar so, dass dir das üben eben nicht langweilig wird, dass ist das wichtigste.

grüße B.B.
 
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Michi_HH

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Es gibt auch Menschen, die überhaupt keine Ahnung von Tonleitern haben, und nur in Intervallen denken/fühlen. Wichtig ist halt, dass man den Ton im Kopf hört, bevor man ihn auf dem Griffbrett sucht. Beispiel: Du greifst ein C mit dem Zeigefinger auf der A-Saite und weisst, wie die Melodie weitergehen soll. Dann musst Du eigentlich nicht wissen, in welcher Tonart der song ist, oder was eine Pentatonik ist, sondern welchen Abstand das Intervall auf dem Griffbrett auf der gleichen Saite hat. Der Umstieg zu "statt x Bünde weiter kann ich ja auch auf der nächsten Saite nur z Bünde weiter greifen" ist dann schon ziemlich banal - das kannst Du ja sicher schon.

Mein tip wäre also, viel weniger auf das theoretische zu achten, als vielmehr darauf, Intervall-Gehörbildung zu üben. So blöde Sachen- ein Solo von nem Lieblings-Song, das du im Ohr hast, nur aus der Erinnerung nachspielen, ohne Lead-Sheet oder Tonart-raussuchen. 90er dancehit-Gesangsmelodien nachspielen. Und wenn Du es raus hast, das gleiche mit ner Terz drüber als 2. Stimme. Oder ver"mollen". Aus dem Ohr, nicht aus dem Kopf.

Wenn man nicht weiss, was man spielen will, kann man natürlich auf den Knöpfen/Bünden einer passenden Tonart rumdrücken. Falsch klingen wird es ja nicht. Aber so wie ich es verstehe, ist das nicht, was du eigentlich suchst?
 
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nasi_goreng

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Hi,
versuche doch spielerisch zu lernen! nimm dir einen Backingtrack und spiel einfach mit der Pentatonik rum. Versuche kleine Licks zu erfinden und hör einfach was cool klingt.
 
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P

Person

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Aber ich selbe stelle fest, das man sehr visuell unterwegs ist
Es geht also nicht um Pattern sondern auch darum die Töne auf dem Griffbrett zu verinnerlichen und isch immer klar zu sein wo ich den nächsten ton meiner Tonleiter finde.
Wenn ich darüber nachdenke, erfasse ich das Griffbrett auch eher visuell, aber nicht nur, es ist die Kombination von stupidem "Rauf und runter in allen Lagen". Darum wird man nicht rumkommen, wenn man die Töne "verinnerlicht", wie du sagst. Dieses stupide "rauf und runter" und der Visuellen Erfassung, hat bei mir zu einer Art wechselseitigen Abhängigkeit geführt, ich muss nicht mehr dachdenken, wo ich was spiele, weil sich ein Automatismus einstellt, wenn man stupide die Tonleitern übt. Das ist mein Weg, jeder macht das wohl anders.

Ich kann dir ein gutes Buch empfehlen, daraus habe ich sehr viel gelernt, es ist eine solide Basis, es ist halt auch visuell aufgebaut.
Das Buch "Rock Guitar Scales" von Rainer Baumann lehrt auf verständliche Weise alle gängigen Pentatoniken und Scales.
 
mjchael

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Es gibt immer mehrere Methoden.

Einige können Barré und PowerChords so gut, dass die Bestimmung deren Grundtöne einen großen Teil der Lernarbeit abnimmt.

In der Klassik wird meist nach der Methode: "ich packe einen Koffer" verfahren. Man lernt 3 Noten und spielt die so lange, bis man die auswendig kann. Dann kommen zwei weitere hinzu, dann noch zwei, bis man alle Töne der C-Dur-Tonleiter kann.
Dannach erobert man sich Tonart um Tonart. Es kommt immer nur ein neuer Notenname bzw. ein Vorzeichen hinzu.
Später geht es in die Lagen. Und auch da ein Bund nach dem anderen.

Und selbst in den Lagen kann man sich zuerst die Noten und Fingersätze rauspicken, die Gemeinsamkeiten haben.

Oft werden die neuen Noten mit den neuen Stücken gelernt.

Andere gehen weniger nach Noten als mehr nach dem CAGED-System. Sie denken sich alles so, als würden sie mit Capo spielen und orientieren sich an Akkordbilder.

Wieder andere arbeiten mit Skalen und Arpeggios.

Es gibt auch die, die stur mechanisch jede Note einzeln lernen. (Halte ich persönlich wenig davon, weil da alle Grundlagen und ein gescheiter Fingersatz fehlt. )

Es gibt keinen goldenen Mittelweg.
 
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