Vielleicht mach ich doch lieber deutsche Musik? Lila-Blau

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Ich bin mir gar nicht so sicher, wo es musikalisch hingeht, aber letzte Woche kam es über mich und ich hab mich daran versucht einen Song in deutscher Sprache zu schreiben:


View: https://www.youtube.com/watch?v=36ldtLNk0j8

Bin nicht sicher, ob ich es mir einbilde oder ob mein Gesang tatsächlich etwas freier klingt auf Deutsch. Lasst mich gerne mal wissen ob euch irgendwas daran kitschig/peinlich vorkommt oder ob man sich das so anhören kann. An sich finde ich die Idee gut, mehr deutsche Musik zu machen, fühlt sich nur noch etwas verletzlicher an. :D

Schon wieder du, wie in ‘nem Film
In meinem Kopf, vorherbestimmt
Schiebst mich weg, willst mich nur schonen
Ich weiß du rennst vor dir davon

Unsere Pläne ziehen, in Wolkenbildern fort
Lass Drachen fliegen, irgendwo

Schrei’ es raus wenn dein Herz zerspringt, wenn alles grad versinkt
In deinen Augen müdes Grau
Lass los und schlag dich frei, die Wunden heilt die Zeit
Wenn Farben neue Namen tragen, dann wär'n wir Lila-Blau

Lila-Blau, wie in ‘nem Traum, in meinem Traum

Voll koffiniert, brauch’ endlich Schlaf
Brauch ich dich, oder ‘nen Neuanfang?
Diagnostizier’ mich jeden Tag
Gedankensturm im Hamsterrad

...

Und morgen früh, der alte Film
Wieder wir, aber unbestimmt
Ich nehm den Tag und feier ihn
Vielleicht schon morgen, neue Szenen

Lass Pläne machen, in Wolkenbildern träumen
Lila-blaue Drachen, immer neu

Vielen Dank für's Anhören!
 
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Wow, sehr schön! 👍
 
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Auf jeden Fall solltest Du der deutschen Sprache öfter eine Chance geben ... :)

Kannst ja gerne, wenn Du willst, den nächsten Text, den Du am Wickel hast, in dem Songtexte/Lyrics-Forum posten. Kann mir vorstellen, dass Deine Texte durch Feedback noch gewinnen können. Auf jeden Fall sehr stimmig, das ganze und unbedingt hörenswert!

x-Riff
 
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Mach mal....wird gut

Lasst mich gerne mal wissen ob euch irgendwas daran kitschig/peinlich vorkommt oder ob man sich das so anhören kann.
Ich würde in Darbietung und Produktion ein bisschen die Gefälligkeit rausnehmen.
Dem Arrangement könnte man noch etwas dringlichkeit verpassen.
Etwas mehr Kante, weniger Schmacht.

Textlich geht das schon klar

Songtexte/Lyrics-Forum posten
Könnte man immer machen (y)
 
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Lasst mich gerne mal wissen ob euch irgendwas daran kitschig/peinlich vorkommt oder ob man sich das so anhören kann. An sich finde ich die Idee gut, mehr deutsche Musik zu machen, fühlt sich nur noch etwas verletzlicher an. :D
Nun etwas genauer:
Peinlich finde ich daran nichts - und ja: die Verletzlichkeit bei deutschen Texten vor einem deutschen Publikum (und bei einem selbst) ist größer, weil man halt alles versteht ... da muss man sich erst mal reinfinden - im Grunde ist da nichts zwischen einem selbst und den Hörer*innen ... das ist direkter, unmittelbarer. Und: es gibt eine größere Sensibilität in Bezug auf Phrasen, Kitsch & Co.
Den Eindruck von @Salty teile ich: es kommt etwas gefällig rüber, Dein Vortrag. So geht es mir an manchen Stellen bei der Sprache auch:
Ich weiß du rennst vor dir davon / Lass Drachen fliegen, irgendwo / die Wunden heilt die Zeit sind so Ausdrücke, die schon recht häufig vorkommen ... Es muss nicht alles neu sein, aber ich würde mir mehr Frische, mehr Eigenheit wünschen, in Richtung von In deinen Augen müdes Grau oder dann wär´n wir lila-blau ... Da ist andererseits aber auch nichts, wo irgendjemand ein Schild hochhält, wo "das geht so gar nicht" draufsteht ... Wir sprechen hier sowieso über die letzten 5-10 % Feinschliff, von gut nach sehr gut, sozusagen ... Deswegen denke ich, das ist eher was, was Du Dir vielleicht für die nächsten deutschen Texte vornehmen bzw. darauf achten könntest - und dabei wiederum ist Feedback mitunter ganz hilfreich ...

Herzliche Grüße

x-Riff
 
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Schließe mich da an.
@Salty hat das gut ausgedrückt mit "mehr Kante, weniger Schmacht". Bei "The Silence In Their Eyes" war es mir ja auch zu "lieblich".
Du hast eine angenehme Stimme, gute Aussprache. Etwas kräftiger, Mut, die Stimme zu präsentieren und dann gerne mehr davon in deutsch.
Toll.
 
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Mir gefällt's auch, sehr schön gesungen. Ich habe mir jetzt auch ein paar deiner englischen Songs angehört, die sind auch gut,

Was ich aber nicht verstehe: warum schreibt jemand - ich gehe mal von deutschem Muttersprachler aus - seine Texte in einer fremden Sprache?

Ich kenne das Problem ja auch:

man ist durch jahrzehntelangen Musikkonsum v. a. anglo-amerikanischer Musik so richtig drin in manchen textlichen Formulierungen, dass man seine eigenen Songs auch gern in dieser Sprache textet.

Das macht aber m. E. nur in ganz wenigen Fällen Sinn: wenn man ernsthaft eine internationale Karriere anstrebt (z. B. Lena Meyer-Landrut beim ESC, oder Modern Talking) oder seinen Wohnsitz in ein englischsprachiges Land verlegt hat und sein ganzes Leben nun auf Englisch statttfindet. Oder man schreibt einen Song über die politische Situation in den USA, was du ja bereits getan hast.

Man konnte ja am Beispiel Sarah Connor verfolgen, die durch "Sing meinen Song" ermutigt wurde, auf deutsch statt auf englisch zu singen, wie sie dadurch neue Erfolge erzielt hat.

Ich selbst würde gerne auf deutsch schreiben, traue mich aber nicht, weil es doch wesentlich "direkter" ist, statt sich emotional hinter der Mauer "Englisch" zu verstecken.
 
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  • #8
Danke für alles Feedback und die Komplimente! Dann nehm ich mir mal vor weniger gefällig zu sein, auch wenn mir das schwer fällt. Ich bin schon eher verkopft und meistens verklemmt. Videos ins Internet zu stellen, und einfach mal die Spielfehler auf der Gitarre drin zu lassen, weil's eben nicht besser ging, ist schon ein Erfolg im Sinne der Konfrontationstherapie. :)

ich gehe mal von deutschem Muttersprachler aus - seine Texte in einer fremden Sprache?
Deutsch ist meine Muttersprache, aber ich hab amerikanische Familie, hab viel English in der frühen Kindheit gelernt und später Anglistik studiert. Von daher ist mir das nicht fremd.

Genau, generell sind halt die meisten musikalischen Vorbilder English, und ein paar textliche wie Poe und Whitman, sehr bestimmend. Auf der anderen Seite hab ich viel Eric Fish und Pohlmann gehört, aber Lena Meyer-Landrut und Silbermond war auch mal ne Phase. :p
 
verkopft und meistens verklemmt.
Es hilft die eigenen Songs als Übung mal komplett anders zu spielen, bis hin zu sich selbst parodieren.
Mach nen Reggae drauß, ne gigantische Schmacht-Ballade, ein betrunkenes Deutschpunklied oder nen Rag-Time.

Einfach mal anders übertreiben :)
Da kommen oft wirklich neue Ansätze bei rum. Konzentriere dich eher auf die Parodie als auf die Stimmige Darbietung deines Werkes

Deine Komposition hat ein paar schöne akzentuierende Elemente und Pausen.
Das Intro/zwischenspiel , dein Picking,
betone diese Elemente noch mehr. Du lässt gestopptes bisher halt mit der Stimme ausklingen.
Der Druck entsteht jedoch da wo keine Auflösung stattfindet.
Dazu könntest du den Gesang testweise kürzer Artikulieren.
„Traum statt Traaauuuuum“

Mir ist fast so als würdest du die fehlenden „Silbermond“( auch meine erste Assoziation) Streicher irgendwie kompensieren. Lass die Streicher doch einfach mal weg.

Ein weitere Methode ist es einen Song auf einem anderen Instrument zu spielen. Oder einfach auf einer „mies klingenden“ alten Wanderklampfe.
Oder du klemmst dir vor der Stegeinlage was unter die Seiten und mutest mal alles.


Der Song ist gut, jetzt braucht er nur Entfaltung.
Genanntes sind nur Ideen welche es einem ermöglichen den Kopf zu verlassen
 
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  • #10
Ich höre viel Potenzial.

Intro mit den abgehackten Parts passt für mich nicht zu dem, was so danach kommt, wirkt nicht so organisch im Übergang von part zu part, eher wie eine Ideensammlung.

Deine Stimme ist absolut stark ab Refrain mit dem "Schrei".

Träum' wo es träumen heißen soll, sowas mag ich nicht, hört man allerdings ständig bei Mark Foster und Co. (Mag ich wohl *deshalb* nicht).

Stimme in der Strophe klingt für meinen Geschmack zu unbestimmt, wie bei so vielen die auf 'ne open stage gehen (aber Potenzial ist ja da, ich hoffe du weißt was ich meine).

Vermutlich sehe ich zu vieles aus old school Perspektive.

Ich frage mich dann schnell wie es in Bandperspektive zu spielen sei, rutsche dann immer in meine vorhersehbaren Arrangements.
 
  • #11
Also ich find's wieder ganz hervorragend vor allem auch, weil Du Deine Songs selber schreibst. Ich kann mich nur wiederholen: Hut ab, das ist erste Sahne!
Der Song ist interessant, hat ne spannende Dramaturgie, hat genau die richtige Länge, passt alles. Ob Deutsch oder Englisch? Beides ist gut, aber im Hinblick darauf, dass dir die englische Sprache eh nahe ist und das Dein potentielles Publikum enorm erweitern würde, wär Englisch vielleicht besser. Zumal Du auch ein "Typ" bist, dem man zusieht. Tätowiert, so bißchen "verletzlicher Bad Boy", hoffe das kommt jetzt nicht blöd rüber...:) Wüsste keinen Grund, warum das nicht bei YT plötzlich trendet und da wäre Englisch wohl besser.
 
  • #12
Bin nicht sicher, ob ich es mir einbilde oder ob mein Gesang tatsächlich etwas freier klingt auf Deutsch.
1. Je länger eine Sprache deiner Heimatsprache entspricht, umso mehr entsprechende Sprach-Bilder werden dir automatisch zufliegen.

——————

2. Zugleich wird es allerdings schwieriger, bei deinen Landsleuten mit deutschsprachigen Bildern bleibende Eindrücke zu hinterlassen. Die leicht verständliche deutschsprachige Konkurrenz erhöht automatisch den Anspruch des deutsch Publikums….:(

Hier ein Tip: sobald du Zweifel hegst, sind diese vermutlich auch berechtigt… denn sie deuten an, dass du es noch besser kannst. Ich kenne diese Zweifel und es lohnt sich jederzeit, in diesen speziellen Fällen einige weitere Versuche zu starten,

Und noch etwas: Reime haben mehrere Vorteile. Sie erhöhen u,a. die Merkfähigkeit und Emotionalität. Wo man darauf verzichtet, wachsen die Ansprüche an die Musik…
 
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  • #13
Hier ein Tip: sobald du Zweifel hegst, sind diese vermutlich auch berechtigt… denn sie deuten an, dass du es noch besser kannst. Ich kenne diese Zweifel und es lohnt sich jederzeit, in diesen speziellen Fällen einige weitere Versuche zu starten,

Und noch etwas: Reime haben mehrere Vorteile. Sie erhöhen u,a. die Merkfähigkeit und Emotionalität. Wo man darauf verzichtet, wachsen die Ansprüche an die Musik…
Bringts auf den Punkt
 
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