Viola oder Cello lernen? Ganz viele Fragen, Rat gesucht!

von Caramel, 02.05.18.

  1. Caramel

    Caramel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.05.18   #1
    Hallo meine Lieben,

    Ich stöbere schon eine ganze Weile lang still und heimlich hier im Forum herum und habe nun endlich beschlossen mich anzumelden, da ich hoffe, dass ihr mir vielleicht ein Stückchen weiter helfen könnt.

    Kurz zu meiner Person: Ich bin weiblich, 22 Jahre alt, und damit wohl eine ziemliche Späteinsteigerin. Ich habe noch nie zuvor ein Instrument gespielt. Noten lesen kann ich durch Schulunterricht so rudimentär, wie es um mein Gehör bestellt ist kann ich mangels Praxis leider null einschätzen.
    Nicht gerade die besten Startbedingungen, ich weiß. Aber ich bin motiviert, habe ein ruhiges Kellerabteil zum üben und war bisher meist ein recht schneller Lerner. Ich habe auch nicht den Anspruch ein virtuoser Musiker zu werden, würde jedoch gerne in ein paar Jahren auf ein Level kommen um mit anderen zusammen musizieren zu können oder einem Laienorchester beizutreten. Seht ihr das als realistisch an?

    Ich liebäugle schon seit Jahren mit dem Gedanken ein Streichinstrument zu lernen. Vom Klang her haben es mir sowohl die Viola als auch das Cello ziemlich angetan. Nun versuche ich mich zwischen diesen beiden Instrumenten zu entscheiden.

    Da ich nur etwa 1.60m groß bin und auch dementsprechend kleine Hände habe schüchtern mich die großen Abstände auf dem Cello etwas ein, ist das eine begründete Sorge? Bei Bratschenspiel erscheint mit die Haltung dagegen irgendwie unnatürlich, so mit ausgestrecktem Arm und abgewinkeltem Handgelenk, ist da nicht der Handkrampf vorprogrammiert?

    Das sich wohl nicht pauschal sagen lässt, welches Instrument einfacher zu erlernen ist, ist mir klar. Trotzdem würde mich interessieren ob es einen Unterschied gibt bezüglich der investierten Zeit, bis man zumindest ganz akzeptabel spielen kann. Was ich zum Beispiel schon öfter gehört habe ist, das praktisch überall Bratschenspieler-Mangel herrscht. Daraus könnte man ja folgern, dass man auf der Viola auch mit eher mittelprächtigen Fähigkeiten die Möglichkeit geboten bekommt gemeinsam mit anderen musizieren können. Ist da was dran? (Ich hoffe die Bratschenspieler lynchen mich jetzt nicht direkt )

    Wie viel Zeit muss man bei Streichinstrumenten so generell einplanen bis es nicht mehr gar so grausig klingt und man auch mal anfängt töne zu treffen? Wochen? Monate? Jahre? (Gehen wir einfach mal von 5 Stunden üben die Woche aus)

    Fragen über Fragen :D Ich würde mich freuen wenn jemand für mich ein wenig Licht ins Dunkel bringen kann. Vom Klang her finde ich wie gesagt beide Instrumente gleichermaßen schön und so wird die Entscheidung wohl eher auf Basis der Praktikabilität und Erfolgsaussichten fallen.

    Ich bin dankbar für jegliche Ratschläge, Einwände und Denkanstöße!
    Vielen Dank schon mal im Vorraus!
    Cara
     
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  2. Stollenfiddler

    Stollenfiddler Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.05.18   #2
    Hallo Caramel und willkommen!

    Es ist nie zu spät ein Streichinstrument zu lernen! Und das Ziel, in absehbarer Zeit gemeinsam mit anderen Menschen zu musizieren, ist realistisch. Versuche aber, die gesamte "Lehrzeit" als tolle Zeit wahrzunehmen und freue dich über die Fortschritte. Die Lernkurve bei Streichinstrumenten ist eben sehr flach, und es dauert - genügend Üben vorausgesetzt - 2 Jahre, bis die Bratsche wie ein Bratsche, oder das Cello wie ein Cello klingt. Was nicht bedeutet, dass man dann schon einen vorweisbaren "klassischen" Ton entwickelt hätte...

    Was die Schwierigkeiten der Streichinstrumente angeht: da ich selbst ausschließlich geige, kann ich nur weitergeben, was ein sehr guter Freund darüber sagt (studierter Bratscher, aber verdammt gut an der Geige und vorzeigbar mit dem Cello): je größer das Instrument, desto schneller der Einstieg. Je kleiner das Instrument, desto leichter der Fortschritt. Mit anderen Worten: das Cello ist zu Beginn etwas leichter, es zu "meistern" ist aber schwieriger als bei der Bratsche.

    Was die 1,60m Körpergröße angeht: mit Beweglichkeit lässt sich viel ausgleichen, und Handgröße + Fingerlänge sind auch noch etwas anderes als die Scheitelhöhe. Probier einfach beides aus und fühle, was dir besser liegt.
     
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  3. Berlinist

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    Erstellt: 03.05.18   #3
    Heyho,

    also ich hab erst mit über 30 mit der Bratsche angefangen.

    Ob Cello oder Bratsche ist eigentlich Geschmackssache. Ich hab mich damals für die Bratsche auch deshalb entschieden, weil sie einfach das handlichere Instrument ist ;-)

    Bratschen gibt es in verschiedenen Größen und Klangfarben. Ich habe eine Viola mit 39,5cm Korpuslänge, die vom Klang her recht "geigig" ist, aber dennoch kraftvolle Tiefen hat. An die Armhaltung gewöhnt man sich auch recht schnell ;-)

    Kurzum: Bei der Bratsche sollte Größe und Spielhaltung kein Problem sein, da man hier eine breite Auswahl an verschiedenen Größen hat.

    Einen Handkrampf oder sonstige gesundheitliche Probleme habe ich nicht bekommen.
     
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  4. GeiGit

    GeiGit Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.05.18   #4
    Hallo Cara, herzlich willkommen im Musiker-Board!
    schön, dass du eine Instrument lernen willst. Mit 22 bist Du zumindest in dem Alter, wo man sich fokusieren kann, weiß was man will und sich auch zielgerichteter als z.B. die meisten Kinder auf eine Aufgabe stürzen kann.
    Du brauchst auf jeden Fall einen langen Atem, aber auch der Weg ist durchaus interessant und kann mit kleinen Erfolgen Freude bereiten!
    Ein Streichinstrument spielen ist kein günstiges, aber ein sehr schönes Hobby... und nach 2 Jahren wird das dein Umfeld hoffentlich auch so sehen... bis dahin ist es durchaus eine Durststrecke auf für die Zuhörer.
    5 Stunden üben wäre aus meiner Sicht ein guter Ansatz, denn ohne Übung kommst du nicht von der Stelle.
    Ich hatte meist zu wenig geübt und habe dadurch eine ganze Weile gebraucht um voran zu kommen.
    Vorallem jetzt, im Erwachsenenalter, mit einer ganz anderen Motivation, komme ich deutlich schneller voran als in den letzten Jahren (in denen die Geige eher eine Nebensache geworden war).
    Vom Instrument her gibt es natürlich sehr viele Gesichtspunkte.
    Magst du eher die tieferen Töne, oder die höheren, wie viel Geld kannst du für das Hobby einsetzen, willst du eher die Basslinien oder eher die (manchmal einfacheren) Füllstimmen mit den interessanteren Harmonien spielen?
    ist das Auto groß genug für ein Cello?
    Probiere einfach beides aus und schau wofür das herz mehr schlägt.
    Lernbar ist beides!
     
  5. Berlinist

    Berlinist Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.18   #5
    Ach ja... es gibt ja auch noch Unterhaltskosten als Faktor. Meine Bratsche hat inkl. Bogen 1500 Euro gekostet. Und pro Jahr sind es ca. 100 Euro für einen Satz neue Saiten beim Geigenbauer. Mein Kolophonium hält seit 5 Jahren, das ist anscheinend vernachlässigbar von den Kosten.

    Wie teuer ist denn im Vergleich ein Cello?
     
  6. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop Moderator

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    Erstellt: 03.05.18   #6
    Naja, die Anschaffungskosten sind (wie der Brennwert ;) :D) beim Cello höher.

    Viele brauchbare Saiten bewegen sich beim Cello um die 150€ pro Satz, allerdings wechsle ich die Saiten nicht jährlich, sondern eher nach 5 Jahren (ok, ich spiele nicht mehr täglich, aber auch zu der Zeit haben Saiten deutlich länger als 1 Jahr gehalten). Ich halte da die Unterschiede für vernachlässigenswert.
     
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  7. Caramel

    Caramel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.18   #7
    Oh wow ihr seid ja super, vielen Dank!

    Dass meine kleinen Pfoten also wohl kein unüberwindbares Hindernis sein werden bestärkt mich auf jeden Fall schon mal ein wenig! Und es freut mich, dass mein Vorhaben hier nicht als vollkommen utopisch aufgefasst wurde.

    Ihr habt wohl recht, dass mit dem Cello höhere Anschaffungskosten verbunden sind und auch der Transport deutlich schwieriger ist. Auch wenn das im Zweifelsfall wohl kein Ausschlusskriterium für mich wäre schadet es nichts das auch in seine Erwägungen mit einzubeziehen.

    Das schlauste wäre wohl einfach ich nehme mal beide Instrumente in die Hand und schau mal was sich besser anfühlt. Meine Mitbewohnerin spielt zufälligerweise Geige, vielleicht darf ich die mal fünf Minuten entführen. Das sollte dann ja wohl halbwegs mit dem Gefühl eine Bratsche zu halten vergleichbar sein, oder? Wo ich auf die Schnelle ein Cello herbekomme bedarf noch der überlegung hehe

    Das die Lernkurve recht flach sein wird hab ich mir schon gedacht. Das wird wohl zwangsläufig gelegentlich zu Frustration führen. Davon möchte ich mich momentan aber nicht abschrecken lassen. Wenn man sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzt ist der Prozess des Lernens ja auch ganz schön, nicht nur was Instrumente angeht :)

    Sagt mal ist ein Cello eigentlich wesentlich lauter als eine Viola??
     
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  8. GeiGit

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    Erstellt: 03.05.18   #8
    Sie sind ähnlich laut. Das Cello kann natürlich über den Stachel durchaus auch den Boden (und auch die Decke der "Untermieter") in Schwingung bringen.
     
  9. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop Moderator

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    Erstellt: 04.05.18   #9
    Allerdings ist das Cello angenehmer im Klang, nicht so scharf, was wieder zu mehr Frieden im Haus führen kann ;)

    Außerdem ist ein (fast) richtiger Ton auf dem Cello einfacher zu greifen, da durch die längere Mensur (Länge der frei schwingenden Saite) der "Spielraum für klingt gut" erheblich größer ist, als bei der Bratsche. Bei der Bratsche 1mm daneben hört jeder, beim Cello nicht ;)
     
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  10. GeiGit

    GeiGit Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 04.05.18   #10
    Gute Argumente!
     
  11. lil

    lil Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.05.18   #11
    Es gibt Musikschulen, die machen 1 - 2 Mal im Jahr sowas wie einen "Tag der offenen Tür", an dem sich Interessierte durch die verschiedenen Instrumente durchprobieren dürfen - normalerweise ohne Verpflichtung, sich auch gleich anzumelden (wobei es sicher Ziel der Aktion ist, neue Schüler zu gewinnen). Falls du sowas findest, wäre es eine Möglichkeit, die beiden Instrumente auszuprobieren und zu vergleichen. Ich selbst bin nicht Streicher, aber eine Freundin hat mal ein Cello ausprobiert und festgestellt, dass die Haltung dort (für sie) extrem unbequem wäre ...
     
  12. robbert

    robbert HCA-Geige HCA

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    Erstellt: 07.05.18   #12
    Ganz einfach: Lerne Cello!
    Über Cellisten gibts eindeutig weniger böse Witze als über Bratschisten. ;) :D:D:D :embarrassed:
     
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  13. Berlinist

    Berlinist Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.05.18   #13
    Bratscher haben ja Humor und können über sich selber lachen :-)

    Vor allem sind sie heiß begehrt, da eine ziemlich rare Spezies. Und der Alt-Schlüssel hat auch den Hauch von Exklusivität...
     
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  14. suamor

    suamor Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 08.05.18   #14
    Celli müssen früh lernen in Lagen zu spielen und haben generell weniger Angst davor (bei den Bratschen heißt es dann 1. Lage, Notlage, Niederlage ;) )
     
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  15. revolverband

    revolverband Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.05.18   #15
    Ich bin ja nur ein Guitarrero, aber - kann man Bratschen und Celli nicht genauso im Laden mal ausprobieren wie es bei Gitarren üblich ist?
    Da würdest du doch gleich merken, was bequemer zu halten (und zu spielen) ist...
     
  16. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop Moderator

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    Erstellt: 17.05.18   #16
    Bequem ist beides irgendwie nicht... Um am Beispiel Gitarre zu bleiben: Die E-Gitarre hängt schwer auf der Schulter, die klassische Gitarre erfordert diese unbequeme Fußstütze ;)
     
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  17. B.B

    B.B Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.05.18   #17
    Zudem ist die klassische Gitarre durch dieses Stütze dann auch noch uncooler als ein Cello..... ;)

    Nein ernsthaft, ich habe als Jugendlicher 8 Jahre Geige und Bratsche gelernt bevor ich das ganze zu gunsten der Gitarre fast ganz aufgegeben habe.

    abgesehen von Preisunterschieden und Transportproblemen habe ich immer den Eindruck dass Bratscher sehr gesucht sind.

    Zumindest kriege fast immer straight ein Angebot wenn ich erwähne dass ich mal Bratsche gelernt habe. Wenn man möglichst schnell in Ensembles spielen will ohne gleich sehr gut sein zu müssen vll wirklich nicht die schlechteste Wahl ( um alte Klischees zu bestätigen )

    Wie lange das dauert ist unterschiedlich. Manche lernen das wohl auch nie.... Man lernt in deinem Alter ( in dem auch selbst noch neue Instrumente angefangen habe ) schon langsamer finde ich. Zumindest geht es mir so. Bei allen Instrumenten gilt: Es gibt keine Abkürzungen , nur viel üben hilft. Bei den Streichern kommt eben hinzu dass es wenig Spaß macht wenn es schief kling und das Ohr in Bezug auf Intonation und Gehörbildung offenbar langsamer lernt als die Motorik ( mein Eindruck )

    Wenn ich heute daher mal meine Bratsche wieder in die Hand nehme ist es allerdings andersrum. Ich höre dass es leicht falsch ist, überlege mir wie lange ich üben müsste bis die Finger wieder da hin wollen wo Sie hinmüssen und entschließe mich dann dafür dass mir das zu viel Zeit und Leid ist ;)

    aber was soll man machen, dass musst du onehin rausfinden indem du es machst....

    grüße B.B.
     
  18. Berlinist

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    Erstellt: 18.05.18   #18
    Das stimmt allerdings. Man verbringt echt viel Zeit mit Dingen, die nicht im geringsten nach Musik klingen. Bei der Gitarre kann man ja praktisch nach einem Tag schon die ein oder andere kurze Sache spielen. Den Anfang von Satisfaction von den Stones bekommt doch jeder schnell auf der Gitarre hin. Eine Tonleiter auf einem bundlosen Streichinstrument dauert da schon länger.
     
  19. michaeldewerd

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    Erstellt: 19.05.18   #19
    Liebe Cara

    Ich finde es es ausgezeichnet, dass anfangen möchtest ein Instrument zu spielen und ich finde es auch eine gute Idee, dass du hier andere Leute nach Erfahrungen und Ratschlägen fragst. Und gerade wenn du irgendwann in einem Orchester spielen möchtest, sind Streichinstrumente - vor allem Bratsche aber auch Cello - ideal. Ob diese Instrumente dir liegen, muss du letztendlich in der Praxis probieren. Allerdings gibt es gerade bei den Streichinstrumenten viele, die nach einer Weile frustriert sind und das Instrument ganz aufgeben.

    In einem gewissen Sinne habe ich eine ähnliche Erfahrunge gemacht. Ich habe auch "ziemlich spät" - mit 19 - angefangen Geige zu spielen. Hinterher betrachtet wären Bratsche oder Cello auch besser für mich gewesen, aber ich konnte Geige von einem Onkel übernehmen. Ich spielte damals schon Klavier und wollte einfach mal ein Orchesterinstrument spielen. Ich hatte ein gute Gehör und war in Prinzip auch ein guter Lerner. Beim Jubiliäumskonzert meiner Musikschule habe ich auch einmalig im Orchester mitgespielt. Trotzdem habe ich gemerkt, dass das Geigespielen mir weniger lag als das Klavierspielen. Ich muss auch sagen, dass ich die Haltung eher unangenehm fand und es immer ein Stress fand den richtigen Ton zu erwischen. Als ich ein Stipendium bekam um im Ausland zu studieren habe ich schließlich ganz aufgehört.

    Sehr viel später habe ich dann doch "mein" Streichinstrument entdeckt: die Viola da Gamba oder kurz Gambe. Ich mag den Klang au, ich finde die Haltung ganz angenehm und genauso wie eine Gitarre hat es auch Bünde, so dass es viel leichter ist den richtigen Ton zu erwischen. Wegen der Bünde und der sechs statt vier Saiten ist es auch besser geeignet als Soloinstrument. Es gibt zwar viele Möglichkeiten mit anderen zu musizieren - ich spiele u.a. in einem Blockflötenensemble mit - aber bei "normalen" Orchestern kommen sie leider nicht zum Einsatz. Ich spiele aber seit einem Jahr in einem Amateurorchester Klarinette, ein Instrument das mir auch sehr gefällt. Leider ist es im Gegensatz zum "Mangelinstrument" Bratsche nach der Querflöte wahrscheinlich das Orchesterinstrument, wo es das größte Überangebot gibt. Aber schließlich geht es nicht nur darum und soll dir das Instrument auch gefallen.

    Liebe Grüße von Michael
     
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  20. Cellobracke

    Cellobracke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.18   #20
    Hallo Cara,

    ich habe mit fast 35 Jahren begonnen, Cello zu spielen. Ich bin ebenfalls nur 164 cm groß, habe allerdings sehr lange Finger, aber trotzdem eher kleine schmale Hände. "Spinnenfinger" nennt sie mein Mann.
    Ein Thema beim Cello ist Kraft. Am Anfang konnte ich nie länger als 15-20 Minuten üben, weil ich dann Krämpfe in der Hand hatte. Du musst die Saiten wirklich kräftig runterdrücken für einen schönen Klang. Mittlerweile kann ich auch 2-3 Stunden am Stück üben. Ich übe an 6-7 Tagen 45-90 Minuten. Es klingt noch nicht wunderschön oder so richtig ausdrucksstark, aber nicht mehr schrecklich. Ich kann auch schon Duette mit meiner Lehrerin spielen, die dann auch okay klingen. In unserem Mehrfamilienhaus hat sich auch noch nie jemand beschwert.
    Lerne Cello, denn Cellos kann man umarmen!
    Außerdem kannst du den Ton im ganzen Körper spüren, wenn du spielst. So machen sogar Tonleitern Spaß!
     
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