Vocals-Aufnahmen mit Kondensator-Mikro immer zu leise =(

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Hey,

vorab:
Ich benutze folgendes "Set" für meine Aufnahmen:
- USB-Audiointerface Fast Track Pro von M-Audio
- T.Bone SC600 Kondensator-Mikro
- Sequencer: Mixcraft 5.1
- Popscreen von Stagg-Music (Popkiller)

Mein Problem ist: Jegliche Vocals-Aufnahmen sind bedeutend viel zu leise, selbst wenn ich das Interface voll aufdrehe - ich muss (vor allem bei guturralem Kram wie Fry-Screams o.ä., die eigentlich so Sprechlautstärke bis Ruflautstärke haben) wirklich das letzte aus Mixcraft rauskitzeln, um den Gesang überhaupt aus dem Mix zu kriegen.
Beispiele: http://www.youtube.com/watch?v=VQA6QchgJC4 und http://www.youtube.com/watch?v=iGtZdh8aRrs
(Soundquali ist auch nicht 100% geil, aber darum ging's schon in nem anderen Thread :p ).

Das M-Audio hat neben den Eingängen kleine weiße Schalter "Damping" und nen Wechselschalter zwischen "Line" und "Inst" - soweit ich das verstanden habe, dämpft der Damping-Schalter alle Signale um 20dB (kA, wozu das gut sein soll - der Volum Regler ist gleich nebenan!), während man mit dem Wechselschalter zwischen Instrumenten (z.B. Gitarre) und Mikrophon (Line) wechseln soll (warum Instrumente "Inst" und Mikros "Line" genannt werden, finde ich zwar seltsam, denn "Line" wäre bei mir die Bezeichnung für Instrumente, aber egal :p ). Phantom-Speisung für's Mikro ist auf der Rückseite natürlich angeschaltet.

Das Mikro selbst befindet sich in einem Spinnengummi, hat den Popkiller in etwa 10-15cm Distanz davor, während der/die Sänger/in in etwa 30-50cm entfernt steht. Low-Cut ändert ja nichts an der Aufnahmelautstärke (schneidet soweit ich weiß nur tiefe Frequenzen ab), die Charakteristik habe ich auf "Niere" stehen. Da ich den Unterschied zwischen den beiden Charakteristika (Kugel und Niere) nur grafisch kenne (diese Aufnahme-"Richtungen"), wäre es nett, wenn mir wer hier sagen könnte, worin denn für die Aufnahme selbst der eigentliche Unterschied besteht bzw. was üblicher bei einer Gesangsaufnahme ist.

Das Kabel vom Mikro zum Interface ist ein stinknormales XLR-Kabel.

Das wäre jetzt so zml alles an Infos, was ich habe, nun die entscheidende Frage:
Ist irgendein Glied meiner Equipment-Kette einfach zu schlecht, habe ich nen Fehler in meinem "Set" oder sind Vocal-Aufnahmen mit Kondensator-Mikros immer so leise?
Oder einfach:
Wie kriege ich es hin, dass die Vocals lauter in Mixcraft ankommen?
 
Nerezza

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Isch hoab Dir ma a bisl verschoben, hat ja nix mit soundbastelei zu tun ;)

Vorweg: so leise is die gude Dame doch gar nicht. Ich find sie eher ein kleines bischen zu laut :eek2:

Ganz vorsichtig gefragt: Die Sängerin singt in die richtige Seite von dem Mikro? Also nicht "von oben" wie bei einem live Mikro, sondern eher von vorne? Und dann auch immer noch von der Richtigen Seite (Mein Großmembraner hat vorne einen Punkt)

Grundsätzlich sieht das aber ganz gut aus.

Grüße
Nerezza
 
Rockin'Daddy

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während der/die Sänger/in in etwa 30-50cm entfernt steht.
Also, ich kenne mich im Recording null aus (um gleich mal meinen eventuell dummen Einwand zu egalisieren).
Wenn ich im Studio einsinge, werde ich vom Tech immer recht nah am Mikro plaziert (er nennt es "auf Schwanzlänge"). Geschätzte 20-25 cm vom Mikro, dazwischen der Popschutz. Und ich bin recht laut!
Nun hat der aber auch irgendwelche superteuren Neumanns und uralt RCA's und so'n Zeug.:nix:

Aber ein halber Meter? :gruebel:
 
ars ultima

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soweit ich das verstanden habe, dämpft der Damping-Schalter alle Signale um 20dB (kA, wozu das gut sein soll - der Volum Regler ist gleich nebenan!)
Beim Fast Track Pro scheint der in der Tat unnötig zu sein, weil die PreAmps wohl recht schwach sein sollen - während man ihn bei anderen Interfaces vermisst. Je nachdem welches Mikro man nutzt und wie laut die Schallquelle ist, die man aufnehmen will, kann das eingehende Signal bei einer Aufnahme sehr unterschiedlich stark sein. Und wenn man ein empfindliches Mikro hat, was sehr lautes aufnimmt, und der Vorverstärker im Interface recht kräftig ist, dann kann es sein, dass die Aufnahme übersteuern, obwohl ich den Gain-Regler schon ganz runter gedreht ist (hab ich hier z.B. bei der Presonus Audiobox schon gelesen; und ich hab das Problem bei meiner Mischpult/Soundkarten-Kombination auch, da vermisse ich dann so eine Dämpfung) - da hat man dann also das Gegenteilige Problem von dir. So ein Dämpfungschalter emöglicht es eben ein größeres Verstäkrungsspektrum fein einstellen zu können.

während man mit dem Wechselschalter zwischen Instrumenten (z.B. Gitarre) und Mikrophon (Line) wechseln soll (warum Instrumente "Inst" und Mikros "Line" genannt werden, finde ich zwar seltsam, denn "Line" wäre bei mir die Bezeichnung für Instrumente, aber egal ).
Ändert sich wirklich auch was am Pegel oder am Sound, wenn du ein Mikro per XLR eingesteckt hast? Wäre komisch, oder zumindest unnötig. Weil das Fast Track Pro hat ja zwei Eingänge pro Kanal - einen Klinken- und einen XLR-Eingang. Nur aus Platzgründen in einer Kombo-Buchse. Bei manch anderen Interfaces wie dem Tascam us-144 hat man da getrennte Buchsen. Die XLR-Buchse ist der Mikrofoneingang, die Klinken-Buchse ist der LIne-Eingang. Allerdings lässt sich eben die Klinkenbuchse auf Instrument umstellen. Mit "Instrument" sind E-Gitarren mit passivem magnetischem Tonabnehmer gemeint, die eine hohe Eingangsimpedanz brauchen. Ein Line-Signal dagegen ist ein Standard-Signal, wie es aus Mischpulten, CD-Player, Vorverstärkern usw. kommt.

Da ich den Unterschied zwischen den beiden Charakteristika (Kugel und Niere) nur grafisch kenne (diese Aufnahme-"Richtungen"), wäre es nett, wenn mir wer hier sagen könnte, worin denn für die Aufnahme selbst der eigentliche Unterschied besteht bzw. was üblicher bei einer Gesangsaufnahme ist.
Niere ist normal und solltest du nutzen. Viele Großmembranmikros haben auch nur Niere und lassen sich gar nicht umstellen. Kugel nimmt man eher für so Sachen wo man ein MIkro in die Mitte stellt und im Kreis darum Leute stehen, die Singen oder sonst was machen. Für einzelnen Aufnahmen dagegen ist Kugel sinnlos, gerade in akustisch oft nicht optimalen Amateur-Aufnahmesituationen, da nimmt man zu viel Raumklang mit auf.

Für mich klingen die Aufnahmen nicht so, als wenn man falsch reinsingen würde. Aber ich würde auch sagen, dass bis zu 50cm zu viel sind. Wenn du dir mal so Bilder aus Studios ansiehst, dann wirst du merken, dass die Sänger meist fast direkt am Popschutz hängen.

Wobei nochmal klar sein muss, ob wirklich zu wenig Pegel ankommt. Dein fertiger Mix sagt ja nichts über dein Problem ist - das macht sich da ja nur dadurch bemerkbar, dass man etwas mehr rauschen hat, weil man eben nachträglich inj Software stärker den Pegel anheben muss. Lass uns mal konkreter werden: Du hast also wirklich den Gain-Regler am Fast Track Pro schon bis zum anschlag aufgedreht? Und der Pegel in Mixcraft geht dann bis wohin bei den lautesten Stellen der Sängerin? Weniger als -10dB?
 
ShebasTiHan

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Puh, gute Frage, die ich jetzt leider nicht beantworten kann, weil ich vor kurzem meinen Rechner neu aufgesetzt habe und dabei leider auch die Soundfiles von den Records begraben habe (die waren in Eigene Dateien i-wo versteckt :( ), sodass ich das Projekt jetzt nicht mehr im Sequencer laden kann.

Was ich aber weiß: So laut wie ich "Kinder des Windes" war ICH selbst nie (vlt hab ich auch einfach zu viel Abstand gehalten...). Dennoch ist die Lautstärke in Kinder des Windes schon sehr stark angehoben und es gab ein bisschen Clipping. Dass der Mix etwas zu laut ist, habe ich im Nachhinein dann auch gemerkt, aber ich wollte einfach mal den üblichen Anfängerfehler vermeiden, dass man seine Vokalisten immer viel zu leise stellt, weil die sich schämen, sich so laut zu hören :D

Auf jeden Fall fand ich das "voll aufdrehen" immer sehr unangenehm, weil das Mikro so ab 3/4 Volume schon merklich gerauscht hat (wenn man das Ganze auf Solo gestellt hat, also alles andere im Sequencer aus). Ich habe den Regler demnach nicht wirklich VOLL bis zum Anschlag aufgedreht (vlt so 1-2mm davor), aber auch nur, weil auf den letzten Milimetern des Drehknopfes die Lautstärke nochmal richtig ansteigt, das Rauschen aber auch. Das wird dann so laut, dass es schon durch Gitarren und alles hörbar ist...
Störsignale hab ich soweit eigentlich nicht, also sowas wie Drahtlosgeräte. Woher das Rauschen kommt, weiß ich also nicht. Um mein Problem zu konkretisieren: Ich KÖNNTE zwar noch weiter aufdrehen, allerdings wird dann das Rauschen auch bösartig laut. :(

Geringerer Abstand werd ich mal probieren...

@Vorne rein singen:
Ich hab das Mikro im Spinnengummi immer so aufgestellt, dass es senkrecht zum Boden steht, also sozusagen in den Himmel zeigt. reingesungen wurde in die Seite, dass die Schrift vorne ist (zur Sängerin zeigt), einen Punkt oder ne Markierung, wo "vorne" ist, hab ich leider nicht gefunden...
 
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Also Abstand verringern ist schonmal gut, aber ansonsten ist es dann wohl wirklich so, dass die Vorverstärker beim Fast Track Pro ziemlich schwach sind, hatte ich hier auch schonmal gelesen - insofern ist der PAD-Schalter an dem Teil dann wirklich sinnlos (während man ihn wie gesagt bei anderen Interfaces vermisst). So ein Kondensatormikro hat eigentlich eine hohe empfindlichkeit und hohe Ausgangsspannung, ich frage mich wie man dann erst mit durchschnittlichen dynamischen Mikrofonen beim Fast Track Pro arbeiten will.

Wie gesagt erinnere ich mich an einen Thread, wo jemand eine Presonus Audiobox und ein Rode NT1-A hatte. Und er es kaum geschafft hat etwas lauteren Gesang vernünftig aufzunehmen, weil es selbst dann zu clippen drohte, wenn der Gain-Regler am Interface komplett runtergdreht war. Ich frage mich wirklich was sich die Hersteller dabei denken, und ob die ihre Gerät nicht mal halbwegs in der Praxis testen. Weil offenbar ist es ja wohl möglich ein Interface dieser Preisklasse anzubieten, dass zum einen kräftige und dennoch rauscharme Vorverstärker hat (wie bei Presonus), aber man eben dann noch einen PAD einzubauen (wie im Fast Track pro). Oder einfach einen Vorverstärker mit praxistauglichen gut einstellebaren Verstärkungsfaktor.

Bevor du dir jetzt aber einen Vorverstärker kaufst ist die Frage, ob es wirklich viel zu leise ist, oder zu verschmerzen. Und da zählt nun wie gesagt überhaupt nicht, wie die Aufnahme im Mix klingt und was du da noch alles mit machst, sondern ausschließlich der Aufnahmepegel. Und auf knapp unter 0dB muss man ja nun wirklich nicht aussteuern.
 
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Zum Thema mit dem Abstand zum Mikro: In einem Studio-Video von den Foo Fighters war Dave Grohl ganz nah vor dem Mikro (max. 3 cm entfernt). Der hat es förmlich gegessen sein Mikro. Ist das auch so üblich oder wie gehört es richtig?
 
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Hallo,

bei mir ist der Standard "Handbreitenabstand" - funktioniert üblicherweise sehr gut. Ich habe allerdings häufiger mit klassisch geschulten Stimmen zu tun, die muß ich manchmal sogar weiter zurückbitten...

Viele Grüße
Klaus
 
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Der Abstand zum Mic ist ja oft mehr ein Soundfrage als eine Frage der Lautstärke. Stichwort Nahbesprechungseffekt.

Das Fasttrack kenne ich jetzt nicht, ich selber habe aber den "großen Bruder" und hatte da noch keine Probleme mit dem Pegel. Wenn man bei beiden Geräten von gleicher Hardware ausgeht, ist es wichtig, dass du wirklich mit einem XLR Kabel in die Buchse gehst. Nutzt man einen Klinkenstecker, wird der Micpre auf bypass geschaltet und es wird angenommen, dass du auf Line Level ins Interface gehst.

So wie ich das verstanden habe, steht "Instr" für einen Hi-Z-Eingang, z.B. um direkt eine Gitarre anzustöpseln und "Line" eben dafür, wahlweise mic oder Line aufzunehmen.

So Far...
Laguna
 
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Probier mal wirklich den Poppschutz ca. 20cm vom Mikro weg und den Sänger/die Sängerin dann direkt dahinter zu platzieren. Das dürfte dann schon mal einiges mehr an Pegel bringen. Und ansonsten zum Thema Mix, wenn du Probleme hast, die Stimme im Mix laut genug zu machen, warum machst du dann nicht einfach alles andere Leiser? :confused:
 

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