Snare - Stimmungen und Mikrofonierung (Sample Aufnahmen) / Drums - Recording und Mixing allgemein

von Mtree, 17.12.17.

  1. Mtree

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    Erstellt: 17.12.17   #1
    Weil das Thema hier ja sowieso kürzlich aktuell war und ich gerade Sample Aufnahmen u.a. für die Produktion eines Songs mache,
    habe ich das genutzt, um in diesem Thread nochmal näher darauf einzugehen. Hier möchte ich ein paar Dinge, direkt aus der Praxis,
    veröffentlichen und meine Erfahrungen und Ansichten zum Thema schreiben. Vielleicht hat der ein oder andere ja etwas davon. :)

    Die eigentlichen Sample Aufnahmen habe ich nur mit einem KM184 im Freifeld gemacht. Das Mikro zeigt aus 75cm Abstand, ca. 45° von oben auf die Mitte des Schlagfells.
    Ein Freifeld Sample mit einem relativ neutralen Mikro ist ein Trick von u.a. Mixing Engineer Chris Lord-Alge.
    Insgesamt habe ich 7 verschiedene Samples aufgenommen, die ich nur über die Schlagfellstimmung sowie einmal mit Dämpfung und einmal mit Anschlagstechnik (Rimshot) variiert habe.
    Zusätzlich hab ich noch ein Rimclick Sample, mit dem KM184 30cm seitlich auf den Auftreffpunkt des Stickschafts am Spannreifen ausgerichtet, aufgenommen.

    Die Snare stand bei den Sample Aufnahmen frei. Im Set klingt sie nochmal etwas anders, weil die restlichen Trommeln mitschwingen.
    Eigentlich hätte ich sie also ins Set stellen müssen, damit sie natürlich klingt, aber dann hätte dem Freifeld Mikrofon allerlei Zeugs im Weg gestanden. Kann man drüber streiten ...

    Um zu demonstrieren, was allein schon verschiedene Mikrofone und Mikrofonpositionen ausmachen und wie unterschiedlich diese klingen,
    habe ich noch einen Vergleich mit 5 Mikrofonen und dem selben Schlag gemacht. Plus ein paar Mix Kombinationen dieser Mikros.

    Von einem Teppich Mikrofon bin ich persönlich kein Freund. Die Kombination mit einem Kessel Mikrofon finde ich besser und werde ich auch bald zum Einsatz
    für einen Song bringen, in dem Snare Ghostnotes eine tragende Rolle spielen und ich die Snare weder gate noch ein Sample dazu mische.

    Snare
    Tama 14*5,5" S.L.P. Vintage Hammered Steel
    Remo Ambassador coated + Snare Reso
    Tama Starclassic Teppich, Stahl, 20 Spiralen

    Interface
    Focusrite Saffire Pro40

    Für den Vergleich habe ich alle Spuren auf die gleiche Lautheit normalisiert (-30 LUFS integrated).
    Die Schläge haben alle eine kurze Vorlaufzeit und sind in MP3 gerendert.

    Mikrofon Vergleich
    Oben - Shure SM57



    Oben - Shure SM7B (flat)



    Unten - t.bone MB85



    Kessel: Oktava MK012 (25cm)



    Freifeld: Neumann KM184 (75cm)



    Snare_Test-Mikrofonierung.jpg

    Mix Vergleich (SM57 als Hauptspur, die zweite jeweils 6dB leiser)
    SM57 + MB85 (phasengedreht)



    SM57 + MK012



    SM57 + KM184 (Laufzeit kompensiert -> wie beim Sample)



    Der Mix des SM57 und KM184 funktioniert bei der gleichen Aufnahme m.E. nicht so gut. Aber für Samples zum Enhancen problematischer Snare Spuren halte ich die Aufnahmen im Freifeld für am Rundesten und Sattesten.

    Die finalen Samples
    - moderate Tuning Range (keine Extreme):
    Tief



    Mittel 1



    Mittel 2



    Mittel Dämpfung



    Mittel Alternative



    Mittel Rimshot



    Hoch



    Rimclick



    Unter anderem wollte ich demonstrieren, wie wichtig der Sound des Instruments und die Mikrofonierung sind und wie viele Möglichkeiten man da hat.
    Es handelt sich hier immerhin um ein und die selbe Snare und die Variationen habe ich nur über das Schlagfell und die Mikrofonierung erreicht.
    Einen guten Snare bzw. Drums Sound erreicht man nicht durch EQing und/oder Kompressions Orgien im Mix.

    Im Folgenden noch ein paar Details zu meiner "Philosophie" bei Drums. Am Ende ist vieles natürlich auch einfach Geschmackssache.

    Mein Drums Mixing Ansatz:
    - nichts alignen, Phasendreher und/oder Laufzeit Kompensation nur bei mehrfach mikrofonierten Trommeln (z.B. Kick und Snare)
    - säuberndes EQing (Klirrfrequenzen bei Becken u.ä.)
    - Bässe auf Overheads rausdrehen und bei Crashbecken Anschlägen bis zu 6dB lauter automatisieren, letzteres ist eine Mix-Praxis von u.a. Andy Wallace (Overheads hauptsächlich für die Crasbecken benutzen),
    - Präsenzbereich auf Trommelspuren anheben, Snare nach Möglichkeit ansonsten flat lassen (low-cut bis max. 100Hz), untere Mitten auf Kick + Toms rausdrehen
    - neben sanftem Clipping (ggf. vorher leichtes Limiting) nur parallel Komprimieren (z.B. 1:10, schnellste Attackzeit und Releasezeit zwischen 50 und 150ms), Trommelspuren 6-10dB lauter als Overheads und Becken hinschicken
    - Tomspuren schneiden oder mindestens leicht gaten (sonst zu viel Schmutz)
    - Bassdrum hart gaten, wenn es zum Stil passt
    - Teppich Spuren nicht oder nur leicht dazu mischen
    - Raumspuren nur verwenden, wenn der raum groß und gut klingt und der Diffus-Anteil überwiegt (großer Abstand zum Set, Kugeln oder off-axis zum Set ausgerichtete Nieren), anderenfalls Faltungshall dazu mischen und separat komprimieren
    - etwas Plate Reverb für die Trommelspuren, komprimieren
    - auf der Summe ggf. nochmal leicht Höhen anheben
    - Samples nur einsetzen, wenn unbedingt nötig

    Bässe anheben vermeide ich u.a. (beim Mischen weitgehend generell) aus folgenden Gründen:
    - durch die Nahmikrofonierung werden sowieso Bässe betont und die "Badewanne" durch Präsenz-betonte Mikros wie dem SM57 oder MD421 automatisch erzeugt
    - EQing verwäscht und verschmiert vor allem im Bassbereich hörbar und nimmt Punch raus
    - das Ziel eines etwaigen Alignings wird durch das Phasenverschmieren im Bassbereich verfehlt
    (ein häufiger Anfängerfehler: Schlagzeug tot EQen und komprimieren, da bringt dann auch das Aligning nichts mehr)

    Aligning mache ich aus folgenden Gründen nicht:
    - ein nah mikrofoniertes Schlagzeug klingt sowieso nicht natürlich und durch Aligning auch nicht natürlicher
    - das Set klingt insgesamt "kleiner"
    - ich mag den Sound eines alignten Sets nicht (der Klang der Snare ändert sich z.B. in eine Richtung, die mit dem Natursound noch weniger zu tun hat) und mische die Drums sowieso so, dass ein Aligning hinfällig wird
    - durch Aligning werden die Transienten im Bassbereich größer, wogegen man wiederrum mit Limiting o.ä. arbeiten muss (ein Drums Mix zielt i.d.R. u.a. darauf ab, die Peaks der Drums zu zähmen, nicht andersrum)
    - nah und fern mikrofonierte Spuren durch Laufzeit Kompensation miteinander zu "verbinden" kommt zwar dem Gesetz der ersten Wellenfront nach, ist aber aus physikalischer und logischer Sicht trotzdem fragwürdig. Ein einzeln mikrofoniertes Set hat mit Natürlichkeit nichts mehr zu tun, denn kein Mensch hört mit mehreren Ohren an verschiedenen Positionen, schon gar nicht "in" den Trommeln (Bassdrum). Noch unnatürlicher und realitätsferner wird es dann aber, wenn man die natürliche Laufzeitverzögerung kompensiert.
    - zu Zeiten vor DAWs konnte man das auch nicht machen und hat auch gute Drums Mixe erreicht

    Die Bedeutung der Overheads wird IMO oft überschätzt:

    Von oben klingt ein Schlagzeug unnatürlicher als ein paar Meter weiter weg im Raum (Zuhörer Position), die Becken sind lauter als der Rest, die Trommeln klingen von oben primär nach den Schlagfellen.
    Wegen dem Übersprechen und vor allem durch die Nachbearbeitung mit Höhenboosts und Kompression muss man sowieso zusehen, dass man die Becken im Zaum hält, weil diese sonst schnell Überhand nehmen.
    Am natürlichsten klingt ein Schlagzeug ein paar Meter weiter weg im Raum. Damit sich Raum Mikrofone lohnen, sollte der Raum gut klingen. Ist nur ein kleiner, trockener und nicht gut klingender Raum vorhanden, würde ich auf Raum Mikros verzichten und stattdessen einen guten Faltungshall benutzen.
    Meiner Meinung nach sollte man, wenn man sich für Einzelmikrofonierung entschieden hat, das auch bis zum fertigen Mix konsequent so durchziehen. Nämlich so, dass sich die Spuren am Ende alle ergänzen. D.h., nehme ich einzeln ab und stelle Raum Mikros auf, dann sollten die Raum Mikros auch in erster Linie für den Raum zuständig sein, damit sie die trockenen Direktspuren entsprechend ergänzen. Und die Overheads dann entsprechend hauptsächlich für die Crashbecken bzw. für die nicht einzeln abgenommenen Becken.

    Ein Hörbeispiel hierzu spare ich mir jetzt, habe da gerade auch nichts wirklich passendes da. Auf meinem Soundcloud Kanal habe ich eine bescheidene Auswahl von ein paar Referenzen mit Roughmix zum Vergleich, mit und ohne (veraltete) Samples.
    Am Ende interessiert ja sowieso nur, wie die Drums im Gesamtkontext klingen.

    Mir war es schon länger ein Bedürfnis, hier zu diesen Themen mal eine umfassendere Aussage zu treffen.
    Natürlich sind meine Ansätze nicht allgemeingültig und ich möchte niemandem etwas vorschreiben.
    Ich hab mich damit intensiv und leidenschaftlich beschäftigt und werde mich in Zukunft auch weiterhin viel damit beschäftigen.
    Jetzt hab ich dazu einfach mal meinen Senf abgegeben :)


    Nachtrag:
    Eben ist mir eingefallen, dass ich statt dem t.bone Mikro auch ein Sennheiser e904 für den Teppich hätte nehmen können, plus ein weiteres e904 am Schlagfell. Na ja, das nächste mal :rolleyes:
     

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  2. Mtree

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    Erstellt: 23.12.17   #2
    Ich möchte diesen Thread auch dazu nutzen, um mit diversen Mythen aufzuräumen. In einem anderen Thread kam das Thema kürzlich zur Ansprache. Ich werde nach Weihnachten auch noch ein paar Praxis Tests machen, um meine Aussage nachzuweisen.

    Es geht um die Mikrofonierung einer Trommel sowohl am Schlagfell als auch am Resonanzfell.
    Theoretisch sollten die Membranen 180°, also parallel zueinander ausgerichtet sein, um zu verhindern, dass der Sound phasig wird und Kammfilter entstehen.

    Aus folgenden Gründen ist das allerdings nicht nötig und in der Praxis sogar hinderlich:
    • Die Schallumgebung am Schlagfell und am Resonanzfell ist eine komplett andere -> zeigen die Mikros also jeweils voll auf die unterschiedlichen Felle, stehen sie in keiner direkten Beziehung zueinander. Nur über die Klangphysik der Trommel stehen sie noch in Verbindung.
    • Die Beziehung der Mikrofone besteht viel mehr darin, dass das Mikrofon am Schlagfell erst eine negative Halbwelle empfängt, das Mikrofon am Resonanzfell jedoch erst eine positive Halbwelle. Das Schlagfell wölbt sich zuerst nach innen, das Resonanzfell wölbt sich zuerst nach außen. Die beiden Felle und damit auch die beiden Mikrofone stehen über die Luftsäule in der Trommel in Beziehung zueinander. Je geringer die Kesseltiefe und je direkter die Ausrichtung der Mikros auf die Fellmitte, desto stärker ist dieser Effekt. Die Phase eines der Mikrofone sollte bei einer solchen Mikrofonierung also immer umgepolt werden.
    • Im Normalfall wird ein Mikrofon am Resonanzfell bzw. Teppich nur sehr leise hinzu gemischt und es ist grundsätzlich erstmal wichtiger, dass die Mikrofone jeweils so ausgerichtet sind, dass sie für sich genommen gut klingen (von möglichst wenig Übersprechen u.ä. abgesehen).
    • Steht ein Mikrofon am Schlagfell der Snare, wie üblich in Richtung Drummer, müsste das Mikrofon am Resonanzfell unter den Beinen des Drummers bzw. beim Hocker stehen. Das ist absolut nicht Praxis-tauglich. Bei Toms verhält es sich ähnlich.

    In meinem Beispiel oben sieht man (Foto), dass die Mikrofone quasi "gespiegelt", also nicht 180° zueinander, ausgerichtet sind. Ein Phasendreher war für einen vollen und druckvollen Sound jedoch zwingend notwendig, der Unterschied war mehr als deutlich.

    Ich melde mich nach Weihnachten diesbzgl. nochmal mit einem Vergleichstest mit zwei identischen Mikrofonen.
     
  3. Trommler53842

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    Erstellt: 23.12.17   #3
    Für Phasendrehungen (im x-Winkel) habe ich mal dieses Tool verwendet (gerade wenn die Top und Bottom Mikros eben nicht zueinander zeigen)

    Audiocation Phase AP1

    https://www.audiocation.de/plugin#fragment-3

    Ist meiner Meinung nach sehr hilfreich und kostet nix. ;)
     
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  4. Mtree

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    Erstellt: 23.12.17   #4
    Wie gesagt, in dem Fall einer beidseitig nah mikrofonierten Trommel ist das irrelevant. Selbst wenn die Mikrofone sehr flach auf die Felle zeigen, empfängt das Mikro am Schlagfell immer zuerst eine negative Halbwelle und das Mikro am Resonanzfell eine positive Halbwelle. Die Felle zeigen immer 180° zueinander, und darum geht es. Daher reicht in diesem Fall eine einfache Phasenumpolung, die man auch mit verpolten Kabeln erzeugen kann, aus. ;)
    Man sollte es nicht komplizierter machen, als es ist.

    Ich habe in der Praxis auch noch nie annähernd 180° zueinander ausgerichtete Schlag- und Resonanzfell Mikrofone gesehen. Weder als ich selbst auf der Bühne oder im Studio saß, noch in Tutorials, Live Videos usw. ...
     
  5. Soultrash

    Soultrash Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.01.18   #5
    Sehr interessantes Thema, über Drum Samples könnte ich ja Tagelang schreiben, vor allem was von den "Anbietern" so alles falsch gemacht wird! :D

    Wie sieht es eigentlich mit der Dynamik aus?

    Viele Anbieter von Drum Samples denken ja das man mit 3 Soft, 3 Medium und 3 Hard Samples eine Trommel realistisch abbilden kann.
    Wenn man bedenkt das ein Schlagzeug wohl DAS dynamischste Instrument ist dann fragt man sich was da missverstanden wird.

    Wie siehst du das?
     
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  6. Mtree

    Mtree Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 08.01.18   #6
    Ich steige da momentan auch erst so richtig ein. Aber ich würde nie auf die Idee kommen, zig tausend unterschiedlich gespielte Samples zu benutzen, um ein "natürlich" klingendes Schlagzeug zu simulieren. Das liegt bei mir wohl einfach in der Natur der Sache - da hock ich mich lieber selbst ans Set und spiele was ein.

    Samples betrachte ich eher als das Ass im Ärmel eines Mixing Engineers, oder als "Notfall Paket" zum "Verarzten", um wirklich problematische Schlagzeug Spuren aufzuwerten. Ein komplettes Replacement würde ich da aber trotzdem nie machen.
    Ein Sample hat meiner Meinung nach auch den Vorteil, den Schlagzeug Sound konstanter und moderner zu machen bzw. besser an die heutigen Standards anpassen zu können. Auch wenn die natürliche Dynamik exakt nachgebildet wird, bleibt der Sound des Samples ja konstant. Außerdem kann man mit Samples den Drums Sound präzise direkt im Mix für den Mix "designen".

    Ziel sollte m.E. aber trotzdem bleiben, so gute und passende Schlagzeug Aufnahmen zu machen, dass man keine Samples braucht.

    Hier mal ein Beispiel, wo ich eigene "echte" Samples gewinnbringend zum Einsatz gebracht hatte. Mit dem Mix bin ich mittlerweile nicht mehr ganz zufrieden. Das Kick Sample hatte ich aus einer Recording Session mit einer Shure Beta91a Grenzfläche rausgezogen, das Snare Sample hatte ich mit einem Oktava MK-012 aufgenommen. Das klingt ne ganze Ecke anders als die obigen Samples, hat mehr "Eier" bei 200Hz, weniger Mitten und feinere Höhen (zwischen 5 und 10kHz). Es ist die selbe Snare und der Sound Unterschied kommt kaum bis nicht vom Mikrofon ... also alles Stimmungs Sache. :)
    Die Samples hatte ich nur dazu gemischt, die originalen Spuren sind also immer noch zu hören.
    Es sind zwei kurze Stücke hintereinander, in der zweiten Hälfte des Soundcloud Tracks sind die Rohmixe zum Vergleich zu hören. Da hört man ganz gut raus, was die Samples da ausmachen. :)

    https://soundcloud.com/m_tree/last-days-of-the-suicide-kid-the-walk
     
  7. Mtree

    Mtree Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 08.01.18   #7
    Das Thema ist ja auch gerade in einem anderen Thread wieder aktuell. Man hatte mich dort aber rausgeschmissen, weil ich mir angemaßt habe, über die Aussagen von anderen Leuten zu urteilen. Aber egal.
    Daher hier nochmal folgendes, um klarzustellen, dass man beim beidseitigem Nahmikrofonieren einer Trommel nie Probleme mit Kammfilter kriegen wird:

     
  8. Navar

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    Erstellt: 08.01.18   #8
    Bei modernen Sample Libraries bleibt der Sound eigentlich nicht konstant, dort wird je nach Detailgrad mit mehreren Samples pro Velocity Layer gearbeitet. Der Sound ändert sich je nachdem wie das gefundene Sample nun mal klingt. Allerdings achten die meisten Libraries schon eher darauf, dass ein möglichst konstanter Treffpunkt gewählt wird. Man versucht also eher nicht ein Schlagzeuger nachzubilden der das Bullseye nur in 1 von 10 Fällen wirklich trifft. Es gibt aber auch Engines die das recht gut nachbilden können wenn man das haben möchte.
    Beim dazumischen von Samples muss man aber (meiner persönlichen Meinung nach) auch mit der Dynamik vorsichtig sein, zu viel Dynamik kann die Sache auch schnell unkontrolliert werden lassen und dann haben die Samples unter Umständen noch weniger mit dem gespielten Schlag zu tun. Je nach verwendeter Engine und Bibliothek natürlich. Es gibt auch immer noch Produktionen bei denen einfach One Shot Samples als Zumischung benutzt werden.
     
  9. Mtree

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    Erstellt: 08.01.18   #9
    Um die Diskussion mal in die richtige Richtung zu schieben:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Chris_Lord-Alge

    Dieser Herr ist so ziemlich der bekannteste, erfolgreichste und meist gebuchte Mixing Engineer der Welt. Es gibt zig Interviews von dem, aber ich ziehe mal das zum Thema raus, was ich mir gemerkt habe:

    - er verwendet eigene, mit einem KM84i (dem alten) aufgenommene Freifeld Samples für die Snare
    - er lässt das Sample immer in der exakt gleichen Dynamik der Original Spur abbilden
    - er benutzt Samples, um die Drums druckvoller, durchsetzungsfähiger und - wer hätte es gedacht - konstanter hinzukriegen

    Moderne Sample Libraries interessieren mich hier nicht. Hier gehts um echte Samples. Klar so weit? :)
    --- Beiträge zusammengefasst, 08.01.18 ---
    Noch eine Anmerkung:

    Wenn man Drums programmiert bzw. simuliert, braucht man umfangreiche Sample Libraries, um ein halbwegs realistisches Ergebnis zu erreichen.

    Zum "Verarzten" und Aufwerten von echten Drums würde ich solche Libraries allerdings nie benutzen. Dabei gehts dann auch nicht um 30 verschiedene Snare Anschläge, um alle Facetten nachahmen zu können, sondern um ganz andere Sachen.

    Bei echten, aufgenommenen Drums gehts im Mix nämlich eher darum, sie "weniger natürlich" und dafür eben nach den aktuellen "Industriestandards" klingen zu lassen.
    Ein Studio-Schlagzeuger sollte sein Handwerk übrigens auch in soweit beherrschen, möglichst konstant laute und gleich klingende Schläge zu bringen, wenn dies gefordert ist. Und das ist es beim Backbeat meistens. ;)


    OK, die meisten haben nicht die Möglichkeit sich eigene Samples zu bauen.
    Jedenfalls geht es hier einfach nicht um die 0815 Sachen, mit denen man einen echten Schlagzeuger "simulieren" kann. Sondern um echte Drums. ;)
     
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  10. Navar

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    Erstellt: 08.01.18   #10
    Hat ja auch niemand anders behauptet.
    Wenn man ein Drumset mikrofonieren und aufnehmen kann, kann man auch eigene Samples erstellen und verwenden. ;) Der Aufwand kann sich immer mal lohnen und man sollte manchmal die Gelgenheit nicht verstreichen lassen wenn die Shells gerade gut gewartet sind.
    Und auch Libs wie SD, BFD, SSD etc. lassen sich dazu verwenden, ob das in dem jeweiligen Fall und für das gewollte Ergebnis Sinn macht ist dabei unerheblich. Aber natürlich kann man mit denen auch zu den Ergebnissen kommen.
     
  11. Mtree

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    Erstellt: 08.01.18   #11
    Ja ... :)
    Nix für ungut, ich wollte das nur klarstellen.

    Das Mixing von echten Drums ist halt einfach 'ne andere Baustelle als ein Schlagzeug "in the box" mit der 100.000sten Sample Library zu simulieren bzw. programmieren.
    Es geht bei diesen Samples hier wirklich nur um einen Notfall Koffer zum Enhancen von problematischen Drums Aufnahmen.

    Und es ist IMO schade, dass manche Leute in Anbetracht der Einfachheit der Digitaltechnik zu vergessen scheinen, dass es überhaupt noch echte Drums gibt.

    Echte und (in einem "Studio" Mix) richtig gut klingende Drums sind halt einfach richtig komplex und brauchen viel Know How und Erfahrung. Das fängt beim Drummer selbst an.

    EDIT
    Ich hatte auf recording.de auch Leute erlebt, die, egal wie gut oder schlecht oder individuell eine Drums Aufnahme ist, immer mit Samples aus den Standard Libraries replacen. Auch ungeachtet von Ghostnotes. Einfach mit dem 0815 Brecheisen drüber, fertig. Klingt dann halt zwar nach Plastik und interessiert keinen, was was solls :D
     
  12. Navar

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    Erstellt: 08.01.18   #12
    Wobei du mit CLA ein Beispiel genannt hast der auch durchaus mal nahe am kompletten Replacement der originalen Direktsignale arbeitet und das ohne "Not" sondern einfach als Stilmittel um das gewünschte Ergebnis zu erzielen wenn es das erfordert. Gerade amerikanischer Radio Rock hat da ja über die Jahre eine schon fast eigene Klangästhetik entwickelt, die ohne den Einsatz von Samples wahrscheinlich kaum mehr zu erreichen ist. (auch vollkommen wertungsfrei gemeint)
    Aber da sind halt auch die Grenzen fließend, also von korrigierendem und formendem Einsatz hin zu Stilmittel.
     
  13. Mtree

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    Erstellt: 08.01.18   #13
    Hmm. CLA setzt seine Samples schon sehr gezielt ein, denk ich. In einem Interview, in dem es um den Mix eines bestimmten Songs geht, hat er mal gesagt, dass er sich für die Bassdrum (und scheinbar auch für die Snare) ein Sample aus dem originalen Track gebastelt hat:
    "I replaced their kick with a clean and punchier kick sample and also added two snare samples — all samples were taken from the track."

    https://www.soundonsound.com/techniques/secrets-mix-engineers-chris-lord-alge

    Also der weiß schon was er macht und ich glaube so überbordend viel "getrickst" wird in dem Bereich auch nicht. Die ganzen Leute, vor allem auch die Recording Engineers und Instrumenten Techniker, wissen einfach nur ganz genau, was sie tun und leisten extrem gute Arbeit.
    Hört man sich z.B. "Holiday" von Green Day an, gemischt von CLA, da klingt das Standtom z.B. so dermaßen fett. Und das ist ganz sicher zu 100% original.
     
  14. Navar

    Navar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.01.18   #14
    Also die Mixe die ich bis jetzt von ihm im Detail gesehen habe sind allesamt ziemlich straight forward, da gibt es keine Trickserei und auch eigentlich keine Geheimnisse zu entdecken. Wann, wo und wie viel Sample Anteil in einem Track sind ist einfach von Fall zu Fall verschieden, aber das ist auch nicht wichtig, da zählt ausschließlich das Ergebnis. Da ist es auch egal bei welcher Band, bei welchem Drummer oder wie viel Aufwand für die Aufnahme betrieben wurde. Wenn man in jedem Stadium der Produktion das bestmögliche Ergebnis anstrebt hat man zu jeder Zeit die besten Möglichkeiten.
     
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  15. Tubble

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    Erstellt: 19.04.18   #15
    Ich mach das mal einfach hier hin. Bin erstaunt, was man mit zwei SM57 als Overheads hinbekommt. Ich mein, mir ist die Technik und die verschiedenen Anordnungen mit drei Mikros schon bekannt, aber zwei SM57 als Overheads, finde ich interessant.


    "The drums were recorded simply using to SM57's as overheads and the D112 on the kick, placed barely inside the port hole. I used the matching Tama snare with a Remo Coated Vintage head tuned medium and muffled just enough to get the ring out. Again, EQ, compression, reverb, etc applied."
     
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  16. hans-jürgen

    hans-jürgen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.18   #16
    Er weiß anscheinend, was er tut, hat übrigens auch alle Instrumente in seinen Videos selbst eingespielt und aufgenommen.
     
  17. lightsrout

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    Erstellt: 21.04.18   #17

    Ich find nicht das das gut klingt. Liegt aber nicht an den SM57.
     
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