Warme A-Saite für E-Cello gesucht

von diemitdemcello, 19.10.19.

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  1. diemitdemcello

    diemitdemcello Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.10.19   #1
    Hallo, zusammen!

    Ich habe auf meinem eCello ganz normale Cello-Saiten aufgezogen. Ich bin im Prinzip ganz zufrieden damit. Aber ich stelle fest, dass zwischen D und A-Saite ein großer klanglicher Abstand ist. Die A-Seite klingt richtig schrill verglichen mit der D-Saite.
    Ein h auf der D-Saite klingt weich und warm, derselbe Ton auf der A-Saite vergleichsweise hart und schrill. Ich habe unterschiedliche A-Saiten ausprobiert, aber der Abstand bleibt gleich.
    Für das akustische Cello passt alles. Da merke ich kein klangliches „Loch“ zwischen den Saiten.

    Wonach müsste ich denn gucken, wenn ich eine A-Saite mit ähnlichen Eigenschaften wie die D-Saite haben wollte? Also eine A-Saite, die klanglich der D-Saite näher ist? (Ich kanns nicht besser ausdrücken, sorry)

    Würde eine Saite speziell für eCello (von d’Addario gibt’s sowas) den klanglichen Abstand kompensieren?


    Danke schon mal!

    Kirsten
     
  2. Michael Burman

    Michael Burman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.10.19   #2
    Die gleichen Saiten? Klingt es am E-Cello nur am E-Ausgang unausgewogen oder auch rein akustisch ohne Benutzung des E-Ausgangs?
     
  3. diemitdemcello

    diemitdemcello Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.10.19   #3
    Die Saiten, die jetzt auf dem eCello sind, waren vorher auf dem akustischen Cello.

    Mein Eindruck ist, dass der Übergang D/A auf dem akustischen Cello ganz harmonisch ist, beim eCello ist da ein Loch.
    Ich erklär mir das mit der sehr unterschiedlichen Bauweise. Das akustische Cello ist ein hochkomplexer Resonanzkörper. Das E-Cello ist im Vergleich dazu nur ein Brett mit Saiten drauf ohne Eigenklang.
    Deshalb verhalten sich die Saiten so verschieden. Denk ich.
     
  4. Michael Burman

    Michael Burman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.10.19   #4
    Ach so. Die verschiedenen Eigenschaften von Saiten spiegeln sich beim E-Cello dann wahrscheinlich direkter im resultierenden Klang wider, während beim akustischen Cello viel mehr Beeinflussung durch den Resonanzkörper erfolgt. Rein elektrisch könnte es auch an den Eigenschaften des Tonabnehmers liegen.

    Einen ausgewogenen Saiten-Satz zu finden oder zusammen zu stellen ist z.B. für den E-Bass auch nicht immer einfach.

    Für akustischen Klang kann man lange nach perfekten Saiten suchen. Elektrisch könnte man zumindest mit parametrischen EQ's etwas nachhelfen – die Klangunterschiede so weit es geht korrigieren.

    Bessere Gitarren-Prozessoren haben parametrische EQ's eingebaut. Nicht immer voll-parametrisch, aber zumindest teil-parametrisch. Voll-parametrisch mit mehreren Bändern wäre natürlich am besten – wenn man schon versucht am elektrischen Klang zu basteln, um die Unterschiede einigermaßen auszugleichen. Gleichzeitig kann man auf diese Weise dann auch die Pegeln angleichen. Mit EQ's kann man Frequenzen anheben oder absenken, und bei voll-parametrischen EQ's sowohl schmal- als auch breitbandig.
     
  5. diemitdemcello

    diemitdemcello Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.10.19   #5
    Genau das meine ich.

    Den Tonabnehmer und EQ sind natürlich auch noch eine Baustelle, aber die habe ich ganz gut im Griff, denk ich. Ich habe einen guten Preamp und einen guten Verstärker, mit denen ich recht weit gekommen bin.

    Dass A und D-Saite so unterschiedlich klingen und der Übergang so kantig ist, kann ich mit dem EQ nur begrenzt beeinflussen. Deshalb das Beispiel mit Ton h auf A (1. Lage) und D-Saite (4. Lage) — zweimal derselbe Ton, klanglich komplett verschieden.
    Einen gewissen Unterschied in der Tonqualität hört man immer, aber auf dem akustischen Cello ist der sozusagen winzig.
    Da passiert irgendwie noch was anderes (siehe oben).

    Vielleicht finde ich ja noch ne A-Saite, die besser passt.
    Am liebsten würd ich ne D-Saite nehmen und eine Quinte höher stimmen. Aber die würde mir was erzählen und mir um die Ohren fliegen ;-)
     
  6. Michael Burman

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    Erstellt: 20.10.19   #6
    Jetzt habe ich doch tatsächlich "wiederspiegeln" geschrieben. Muss natürlich "widerspiegeln" heißen. Habe oben korrigiert. ;)

    Ja, Konsistenz der Saiten ist ein Thema. Wahrscheinlich sind hochwertigere teurere Saiten konsistenter. Aber ein Ausprobieren kann teuer werden. Bei meinen E-Bässen habe ich schon viele Saiten durchprobiert. Manche Sätze waren konsistenter als andere. Oder bestimmte Einzelsaiten haben besser zu dem Rest gepasst.

    Eine andere Idee wäre, den Effekt des Resonanzkörpers auf elektronischem Wege zu erzeugen. Aber ich weiß nicht, ob es Effekt-Prozessoren gibt, die da mehr machen, als einen Reverb-Algorithmus anzubieten, der einen sehr kleinen Raum (aus Holz?) nachbildet. Ich habe z.B. eine Silent-Gitarre von Yamaha. Eine SLG200N. Und da gibt es einen Regler, der von der Idee her genau das machen soll – einen Resonanzkörper einer akustischen Gitarre nachbilden. Dieser Effekt hört sich zumindest für mich eben so an, wie ein Reverb-Algorithmus, der einen sehr kleinen Raum nachbildet. Einen Raum in der Größe eines Gitarrenkorpus? ;) Der macht den Klang diffuser, aber nicht unbedingt schöner. Zudem sind Effekte in der SLG200N monaural.

    So etwas könnte man aber vielleicht trotzdem auch mit dem E-Cello versuchen, dass man da einen Reverb-Effekt anwendet, der den Klang färbt und diffuser macht. Beim Resonanzkörper eines akustischen Cellos ist es natürlich nicht nur ein Reverb im kleinen Raum aus Holz (Resonanzkörper), sondern z.B. auch die Wirkung als Holzmembran.
    Man könnte aber vielleicht trotzdem es mit Reverb-Algorithmen versuchen, die so einen Stempel auf den Klang aufdrücken, dass die Unterschiede im Klang verschiedener Saiten sich vielleicht mehr relativieren. Jedenfalls kann Akustik eines Raum verschiedenen Klängen in diesem Raum ihren Stempel aufdrücken, so dass das menschliche Gehör durch diesen Effekt vielleicht so abgelenkt wird, dass es die Klangunterschiede von etwas unterschiedlich beschaffenen Saiten nicht mehr so stark wahrnimmt.

    Ja, was soll man auch sonst machen, wenn die Saiten halt unterschiedlich klingen. :evil:
     
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  7. diemitdemcello

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    Erstellt: 20.10.19   #7
    Das ist doch mal eine kreative Idee, ein eigenes Reverb-Räumchen für die A-Saite.
    Ich meine das nicht spöttisch. Man braucht solche Ansätze.
    Das ist alles ungeheuer komplex und es gibt hunderte von Stellen, an denen man ziehen kann.

    Ich hab grad nochmal die Mensur verändert, der Steg stand zu weit oben.
    ;-)
     
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  8. Michael Burman

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    Erstellt: 20.10.19   #8
    Für alle Saiten. :) Am akustischen Cello gibt's ja auch nicht einen eigenen Korpus pro Saite. :D
    Außerdem gehe ich davon aus, dass der Tonabnehmer die Saiten nicht separat abnehmen kann.
    Meine SLG200N entzerre ich mit parametrischen EQ's, damit es homogener klingt.
    Eigentlich nutze ich parametrische EQ's für alles, weil man damit den Klang so hinbiegen kann, wie man es möchte.
    Und ich nutze auch mehrere Reverbs und Delays für alles Mögliche.
     
  9. Linaria

    Linaria Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.10.19   #9
    Ich habe Jagar Classic (medium) auf dem E Cello, da merke ich auch den Unterschied zwischen A und D Saite, allerdings kommt mir eher die D Saite zu dumpf vor.
    Hast du mal probiert, als A Saite eine weiche (dolce) zu nehmen?
     
  10. diemitdemcello

    diemitdemcello Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.10.19   #10
    Das Prinzip mit dolce, medium und Forte war mir bisher immer unklar. Das bezeichnet die Spannung der Saiten, oder?
    Wäre dann weniger Spannung ein weicherer Klang? Aber die Saite wäre ja dünner, das wäre doch dann wieder piepsiger.
    Schwierig ;)

    Und ja, man könnte auch sagen, die D-Saite ist zu dumpf.

    Im Moment bin ich auf folgendem Pfad unterwegs:
    Ich werde die A und die D-Saite wechseln und zwei Saiten vom selben Hersteller nehmen. So kann ich hoffen, dass der Abstand zwischen den Saiten geringer ist. Ich denke, das ist ein wichtiger Schritt.

    Konkret habe ich die Spirocore-Saiten im Auge, die werde ich jetzt mal testen. Die A-Saite hab ich schon, sie klingt auf jeden Fall weicher. Sie ist auch deutlich dicker als die Thomastik Superflexible med, die ich drauf hatte. Heute sollte die D-Saite dazu kommen.
    Und ich werde zusätzlich noch einen kleinen Equalizer dazwischenhängen (den da) um gezielt nervige Frequenzen zu beeinflussen.
    Ich berichte, was rauskommt.
     
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  11. diemitdemcello

    diemitdemcello Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.10.19   #11
    So, das mit dem Austausch von A und D-Saite gegen zwei von derselben Sorte (Spirocore) war schon mal gut. Jetzt kann ich jedenfalls nicht mehr den Saiten die Schuld geben, wenn der Übergang D/A nicht passt.
    Es sind ja immer so viele Faktoren im Spiel, die eine Rolle spielen.

    So richtig zufrieden bin ich noch nicht, aber ich hab auch noch nicht alle dreitausend Kombinationen ausprobiert. Nee, im Ernst, die Kombi aus dem Fishman Platinum Stage Preamp und dem Artec SE-EQ8 bietet viele, viele Möglichkeiten. Damit kann ich jetzt mal spielen.
     
  12. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop Moderator

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    Erstellt: 27.10.19   #12
    Naja, Saiten klingen schon unterschiedlich und einige Menschen spielen wilde Kombinationen auf ihren Instrumenten, um das Beste (in ihren Ohren;)) herauszuholen.
    Viel Erfolg mit Spieltechnik, Pickup und Preamp und halt uns auf dem Laufenden!
     
  13. Michael Burman

    Michael Burman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.10.19   #13
    Ich lese gerade das Buch "Systematische Violintechnik", Band 1.
    Dort wird unter anderem beschrieben, wie man den Klang beeinflussen kann,
    und dass sinngemäß jede Saite schon rein physikalisch sich unterschiedlich verhält.
    D.h., dass je nach Saite, Parameter wie Kontaktstelle, Fingeraufsatz usw. unterschiedlich zu wählen sind, wenn man eine möglichst optimale Qualität und Konsistenz im Klang erreichen möchte.
    Sprich, möchte man z.B. den Klang weicher gestalten, wird tendenziell näher am Griffbrett gestrichen, man setzt die Finger weicher / flacher auf, man passt den Druck und Geschwindigkeit des Bogens an. Aber nicht bei jeder Saite gleich, wenn man den Klang angleichen möchte.
    Das liest sich zunächst etwas blöd, dass man jede Saite (und jede Note auf der jeweiligen Saite) unterschiedlich spielen muss, aber wenn es in der Natur der Sache liegt ...
    Nur so als Gedanke eines Anfängers, der gerade Literatur zum Thema liest. ;)
    Für Cello gibt's bestimmt auch ähnliche Bücher. Vorausgesetzt, man ist noch nicht entsprechend belesen / erfahren, wie z.B. ich – wie gesagt, Anfänger, bzw. Wiedereinsteiger nach einigen Jahren Geigen-Unterricht im Kindesalter.
    Außerdem wird im Buch beschrieben, wie je nach Strichrichtung der Winkel des Bogens zu wählen ist usw. Oh mann, wie komplex das Ganze! Ich habe schon bei YT so Anweisungen gesehen, aber nicht so durchtheoretisiert wie in diesem Buch, wobei das Buch selbst keinen wissenschaftlichen Anspruch erhebt. Über Gott und Philosophie wird auch geredet – naja ...
     
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