Warum bis zu 50% mehr Amp-Leistung ?

von cf, 02.02.04.

  1. cf

    cf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.04   #1
    Hallo !

    Oft lese ich hier im Forum, das empfohlen wird 50% bis zu teilweise 100 % mehr Verstärkerleistung an Boxen zu betreiben.

    Ich möchte hier kurz aus "Das PA-Handbuch" von Frank Pieper
    zitieren (S.227 Kap. 11.3.2 Leistungsangaben) :

    "In der Praxis ist es üblich, die Lautsprecher leistungsmäßig
    überzudimensionieren. Deren Nenn- oder RMS-Leistung muss dabei
    deutlich über der maximalen Ausgangsleistung der Endstufe liegen. Wenn Sie einen Lautsprecher an der oberen Belastungsgrenze betreiben, steigen nämlich die Eigenverzerrungen (KIirrfaktor) stark an der Lautsprecher produziert zunehmend Geräusche, die
    im zugeführten Signal nicht enthalten sind. Daher ist es von
    Vorteil, wenn sich die gewünschte Maximallautstärke bereits bei 60 - 70% Auslastung einstellt.
    Korrekte Aussteuerung der Endstufe vorausgesetzt, bestehen bei
    Überdimensionierung außerdem noch Leistungsreserven für Signalspitzen.
    Vermeiden Sie jedoch permanente Endstufenübersteuerung. Ein verzerrtes Endstufensignal enthält Oberwellen und die auch einem überdimensionierten Lautsprecher gefährlich werden können. "(Clipping)



    Was ist denn nun richtig ?

    cf
     
  2. LSV Hamburg

    LSV Hamburg Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.04   #2
    Das Geheimnis wurde doch schon von Herrn Frank Pieper gelüftet!
    Da jeder Amp schon vor erreichen seiner max. Leistung die Tendenz zum Clipping hat, was nicht nur verzerrte Oberwellen sonder auch eine Rechteckspannung (quasie Gleichspannung) erzeugt, sollte die Ampleistung 50 - 100% überdimensioniert werden.
     
  3. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 02.02.04   #3
    ...wobei die Leistung sowohl von Amp als auch Boxen insgesamt so gewählt werden sollte, dass die gewünschte Lautstärke nicht erst bei Überlastung des Amps und/oder der Boxen eintritt.

    Herr Pieper (dessen Buch ich sonst sehr schätze) vertritt bezüglich der Frage nach dem Verhältnis Ampleistung/Boxenbelastbarkeit eine (wie Juristen sagen würden) Mindermeinung. Die Variante "Ampleistung größer als Boxenbelastbarkeit" ist nämlich im Gegensatz zu der oben zitierten relativ Idiotensicher. Grund: Wenn die Box verzerrt, hört man das (und zwar deutlich bevor die Box ernsthaft in Gefahr gerät). Einen clippenden Amp hingegen "hört" man meist erst dann, wenn plötzlich die Höhen fehlen, weil die DC-Anteile bereits den Hochtöner geschlachtet haben...

    Jens

    P.S: Im Hifi-Bereich gilt das im übrigen schon eher so, wie Frank Pieper es sagt. Dort haben die Boxen nämlich keine so großen Reserven gegenüber Impulsbelastung wie im PA-Bereich - andererseits besteht aber bei Hifi auch weniger die Gefahr, eine Endstufe bereits Eingangsseitig zu "überfahren", weil die Pegel genormt sind und die Lautstärkereglung direkt an der Endstufe und nicht wie bei der PA vor der Endstufe am Mischer vorgenommen wird.
     
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