Warum gibt es bis heute keinen einfachen "Steck-In-Wechsel" wie bei RAM/SSD/HDD etc. bei Tonabnehmern einer E-Gitarre ?

Diejenigen, die das brauchen haben sich selbst Schnellwechselsysteme gebaut.
Fishman zeigt in seinem Video ab 0:20 z.B. Pickups auf Schnellwechselrahmen mit Winkelklinkensteckern:

View: https://youtu.be/bFwwouMnNNc?si=-d5_Itn_69VPdisl

Leo Fender hatte sich ein Schnellwechselsystem gebaut. Die Pickups sieht man hier ab 1:52:

View: https://youtu.be/6YZcdlR9leM?si=Wo-SSIfoauPkf_xh&t=112

Bei Bausätzen habe ich auch schon einige Steckersysteme gesehen, aber trotzdem wird es da nie was Einheitliches geben. So unterschiedlich die Kabelfarben sind, so unterschiedlich die Pickups von verschiedenen Herstellern klingen, so unterschiedlich sind die Produktionsanlagen und -Verfahren.
Warum etwas ankrimpen/-löten, -schweißen, wenn viele das nicht wollen?

Wer schnell wechseln will, kann sie komplett verdrahtete Schlagbretter für die Strat kaufen.
 
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Wer schnell wechseln will, kann sie komplett verdrahtete Schlagbretter für die Strat kaufen.
Ja, aber dann brauchst immer noch nen Stecker um die Klinkenbuchse anzuschließen und musst die Saiten zumindest deutlich lockern um das Pickguard rauszubekommen
 
ihr sollt nicht ständig Eure Pickups wechseln, sondern Gitarre spielen.

go practice!

;)
 
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USB-C ist deutlich instabiler als dieser 2-polige alte Stecker. Kein Musiker, der im Proberaum oder auf die Bühne geht, würde dem Anschluss vertrauen
Absolut richtig!
USB-C sollte hier auch nur stellvertrtend für irgendein einheitliches System stehen. Klar, fast alle Einzeleffekte werden mit 9 V betrieben und dafür gibt es einheitliche Netzteile.
Aber außerhalb davon: 14V, 12V, 9V-DC +außen, 9V-DC +innen und sogar 9V-AC
 
Der Wechsel der Tonabnehmer ist für einen Laien kompliziert und mit löten verbunden. Warum gibt es bis heute keinen "Steck-In-Wechsel" alias Plug and Play ähnlich wie beim RAM, SSD/HDD, Soundkarte und anderer Hardware wie bei einem Motherboard ?

Weil es Gitarrenbauer und Servicetechniker gibt, die das für den Laien machen.

Warum gibt es bis heute überhaupt Produkte, die einen Fachmann erfordern? :unsure:

Jeder sollte die Pleuellager in seinem Motor selbst tauschen können, oder den Stromzähler, oder den Kondensator in der Waschmaschine, oder den Trafo im Amp . . . .

(Fällt mir so spontan dazu ein. :evil: )
 
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Ich fände ein normiertes System einfach total geil. Idealerweise zusammen mit Kabelschuhen, über die gleich alle Kabel in einmal zu ebenso normierten und idealerweise frei konfigurierbaren Schaltern eingeklickt werden könnten (gibt's ja am Pickup schon bspw. von DiMarzio).

Pickup-Modifikationen sind mMn der effizienteste Weg, auch vielen sehr günstigen Gitarren mehr "Gesicht" zu verleihen und in meinen Hauptgitarren sind bei fast keiner mehr die originalen PUs verbaut. Hat sich eigentlich immer voll und ganz gelohnt - wenn da nur nicht die diversen fehlgeschlagenen Testläufe wären.
Und genau das könnte man mit einem normierten System deutlich vereinfachen. Dann könnte man sich einfach auch mal Pickups erst einmal testweise zukommen lassen, ohne Löterei blieben die ja vollkommen unbefleckt.

Aber leider wird das natürlich Wunschdenken bleiben. Wirklich schneller Tausch geht ja nur dann, wenn man wirklich von hinten an die Pickups rankommt (Ausnahmen sind natürlich so Teile wie die Teuffel-Dinger), womit alles mit Vibrato-System schon mal ausfällt. Und dann geht einem eben bei jedem Test ein Saitensatz flöten, man muss das Pickguard raus- und wieder reinfummeln, etc. Halbakustisch, gechambert - auch alles Essig. Und ob man in seiner LP gerne durchgehende Löcher haben möchte, wage ich auch zu bezweifeln.
Schnell tauschbare Pickups würden also auch immer deutliche Zugeständnisse hinsichtlich der Gitarrenkonstruktion bedeuten - und so konservativ, wie die meisten Gitarristen und Gitarrenbauer nunmal einfach sind, ist so etwas einfach illusorisch.

Schön wäre es aber dennoch, wenn man sich wenigstens auf einheitliche Farbcodes, Pickupschraubenmaße und Co. einigen könnte.
 
eine Normierung verhindert auch Fortschritt weil sie Grenzen setzt.
Man darf nur nicht die positiven Saiten sehen.
 
eine Normierung verhindert auch Fortschritt weil sie Grenzen setzt.

Naja - welchen Fortschritt gab es denn in den letzten ca. 70 Jahren auf dem Pickupmarkt, dem eine Normierung im Wege gestanden hätte?
Und wenn wir ehrlich sind, ist das ja ohnehin schon normiert. Humbucker, Single Coils, P90 (mit und ohne Ohren), Mini Humbucker - und das war's auch schon. Lassen sich im Prinzip alle innerhalb der Gruppen tauschen.
 
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Um bestmögliche Ergebnisse des jeweiligen PUs zu erzielen müsste man dann auch gleich die Potis tauschen können oder umschaltbar mit Werten von 250 bis 500.
 
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Warum gibt es bis heute keinen "Steck-In-Wechsel"
gibts schon, tonepod wurde ja schon angesprochen, allerdings sehe ich da den nachteil, dass du halt mit der Kostruktion der Gitarre auf der Rückseite halt immer so ne deckplatte hast, schaut halt spätestens bei sichtbarer Maserung weniger gut aus.

dann fällt mir noch ein:
1. EMG - Potis, Pickups, Elektronik ist komplett via Pfostenleisten (lötfrei) gelöst, die haben sogar komplette Strat pickguards
2. Fishman - zumindest die Tonabnehmer sind lötfrei mit Pfostenleisten
das ist zwar nicht ganz so wie bei einem RAM, aber es ist gesteckt.


Der Wechsel der Tonabnehmer ist für einen Laien kompliziert und mit löten verbunden.
da gehe ich nicht ganz mit.
Ich hätte dir mit 10 Jahren oder noch früher vermutlich schon Tonabnehmer in der Gitarre Wechseln können, heute ist das nochmal einfacher, weil man nicht darauf angewiesen ist, dass dir dein Umfeld zeigt wie sowas geht, sondern im Internet unzählige Workshops und Videos kursieren die dir das nahe bringen:
z.B. IGL Schönwitz, mehr auf Kabel bezogen aber gut <Klickmich>
oder halt auch vom Thomann, komplett auf Pickups gemünzt:

View: https://youtu.be/4-XZJwAD9Z8?si=fwXuTg4s0fgenhiI
 
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Um bestmögliche Ergebnisse des jeweiligen PUs zu erzielen müsste man dann auch gleich die Potis tauschen können oder umschaltbar mit Werten von 250 bis 500.

Und mit passenden kleinen Drehkondensatoren. Oder zumindest steckbaren Varianten.

Das wäre ja prinzipiell auch alles möglich. Und wie gesagt, ich persönlich fände das ganz geil, denn wenn die Basis des Instruments stimmig ist, kann man wirklich unfassbar viel über kleine (oder größere) Elektroumbauten machen.

Ansätze in die Richtung gibt es ja schon, so wie etwa den Hyperswitch von Seymour Duncan oder die Game Changer Guitar von Musicman. Sind aber natürlich totale Außenseiter-Geschichten, die vermutlich nie im Mainstream ankommen werden.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

heute ist das nochmal einfacher, weil man nicht darauf angewiesen ist, dass dir dein Umfeld zeigt wie sowas geht, sondern im Internet unzählige Workshops und Videos kursieren die dir das nahe bringen:

Sehe ich auch so. Bis auf das potentielle Abisolieren streckenweise etwas dünner Käbelchen (Kinman anyone? Das sind eher so härchenfeine Gebilde...) ist das wirklich eher so Lego für Große. Und das sage ich als explizit nicht für feinmechanische Geschichten geeigneter Zeitgenosse.
 
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Bis auf das potentielle Abisolieren streckenweise etwas dünner Käbelchen
dadurch, dass in einer Gitarre maximal 18 Volt vorkommen und das auch nur bei Aktiven mit Doppelbatterie kann man da auch unkonventionell arbeiten und mit Feuerzeug die 3mm zu entfernende Isolierung erwärmen und mit Fingernägeln abziehen, anschließend nochmal kurz mit Feuerzeug erwärmen um den gezogenen Teil der bestehenden isolierung wieder zu entspannen und zack hat man vorne die Litze vollkommen unbeschädigt freiliegen. 😉

ich isolier das nach wie vor klassisch mit Messer oder Stripax ab, aber wenn mal beides nicht zur hand ist bietet sich das Feuerzeug an.
 
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Warum gibt es bis heute keinen einfachen "Steck-In-Wechsel" wie bei RAM/SSD/HDD etc. bei Tonabnehmern einer E-Gitarre ?

Weil es heute auch schon Computer gibt, bei denen die RAMs/SSDs bereits fest eingelötet sind.
 
Ein Lötkolben ist ja schon für wenige Taler erhältlich. Es muss ja nicht gleich eine Profi-Lötstation sein.
Anleitungen, wie man richtig lötet gibt's zuhauf im Netz, und mit ein bisschen Übung (sehr zu empfehlen) sollte das kein Hexenwerk sein.

Wer sich löten nicht zutraut, wird bei manchem PU-Wechsel vielleicht auch vor anderen Problemen stehen. Ich denke da an z. B. ES-Gitarren, enge Bohrungen . . . Dann die unterschiedlichen Kabellängen, die sauber verlegt sein wollen. Humbucker 2- oder 4-adrig . . .

Wie sollte das denn aussehen? Vernünftig ließe sich das doch nur mit einer Platine lösen, oder hat jemand einen besseren Vorschlag?

Der eine will umrüsten auf 50s-Wiring, ein anderer einen Killswitch einbauen, ein dritter einen Megaswitch, eine Gilmour-Schaltung, NOS-Potis, und, und, und - Schon ist's fast vorbei mit dem schönen Stecker- und Platinengedanken.

Und ganz nebenbei, es wurde ja schon geschrieben: Der Bedarf an Stecksystemen scheint m. E. auch gar nicht vorhanden zu sein.

Wer's kann macht's selber, wer's nicht kann geht zum Techniker oder Gitarrenbauer und läßt sich dabei vielleicht noch beraten, welcher PU wohl seinen Vorstellungen am nächsten kommen würde.
 
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Und ich glaub hier auch irgendwo schon geschrieben: viele Gitarristen tauschen gar nix an ihrer Elektronik. bei Gitarren bis 500€ ist es in der Regel komplett unwirtschaftlich und bei teureren kauft man eigentlich Instrumente wo man sagt geil taugt mir, da erübrigt sich das Thema tausch, da werden eher mal die Potis, Buchse oder Schalter nach Verschleiß getauscht.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Ein Lötkolben ist ja schon für wenige Taler erhältlich. Es muss ja nicht gleich eine Profi-Lötstation sein.
das obendrein.
im Obi gibts ganz einfache für 10€ oder so, hatte sowas im Proberaum, damit lässt sich problemlos löten.

weller hat auch einfache Lötkolben mit 230 Volt anschluss, Wechselspitzen und integrierter LED beleuchtugn im Programm, das ist vermutlich dann die Bessere wahl wenn es mehr als einmal klampfe umbauen und dann nie wieder werden soll.
 
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kann man da auch unkonventionell arbeiten und mit Feuerzeug die 3mm zu entfernende Isolierung erwärmen und mit Fingernägeln abziehen, anschließend nochmal kurz mit Feuerzeug erwärmen um den gezogenen Teil der bestehenden isolierung wieder zu entspannen und zack hat man vorne die Litze vollkommen unbeschädigt freiliegen.

Hast du in mein kleines Lötstudio geguckt? Genau so mache ich das sehr oft, geht dann oft auch wirklich besser als mit Abisoliergerätschaften. Und *psst*: Bei den Kinmans erledigt sich das oft von alleine, wenn man die Lötspitze dranhält. Ja, sollte man wg. der Dämpfe und der irgendwann potentiell in Mitleidenschaft gezogenen Lötspitze nicht immer machen, aber wie gesagt, bei den Kinmans ist oft nicht anders zum Ziel zu kommen (es sei denn, man will die Drähte in Originallänge verbasteln).

ich isolier das nach wie vor klassisch mit Messer oder Stripax ab, aber wenn mal beides nicht zur hand ist bietet sich das Feuerzeug an.

Ich habe zwar auch eine neuere Version davon, nutze aber aus historischen Gründen gerne auch dieses Modell hier:

Isolierzange.jpeg


Die wurde bereits am byzanthinischen Kaiserhof als Dochtzange zweckentfremdet.
 
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Ab und zu kann man sich ja auch mal einfach einen reinlöten. :D

Man munkelt sogar, dass obskure Dinge wie Killswitches, Out-of-Phase Schaltungen und Co. Resultate ausgiebiger Doppellötereien sind.
 

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