Warum können Bassamps heutzutage so klein sein?

von Der ahnungslose Depp, 03.06.20.

  1. Der ahnungslose Depp

    Der ahnungslose Depp Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.06.20   #1
    Hallo,

    dass es einen Bedarf an leicht zu transportierendem Equipment gibt, ist klar.

    Aber irgend etwas muß doch eingespart oder viel kleiner geworden sein.

    Macht man bei der Qualität Abstriche, oder ist die Technik heute in der Lage, in so einem kleinen Gehäuse Platz zu finden?

    (Röhrentechnologie bitte mal beiseite.)
     
  2. the flix

    the flix Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.06.20   #2
    Mit Schaltnetzteil (switch mode power supply, SMPS) und ClassD-Endstufe (switch mode power amplifier, SMPA) lässt sich gegenüber klassischen Trafonetzteilen und ClassAB-Endstufen viel Platz sparen. SMD-Bauteile brauchen weniger PCB-Platz, als THT. Integrierte Schaltkreise brauchen oft weniger Platz, als diskret aufgebaute Schaltungen.
    Qualität lässt sich nicht an der Größe eines Verstärkers festmachen. Eine gewisse Funktionalität in kleinerem Bauraum unterzubringen ist in der Regel sogar aufwändiger. Unterschiede gibt es von Gerät zu Gerät, Pauschalurteile sind nicht hilfreich.
     
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  3. Bass_Zicke

    Bass_Zicke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.06.20   #3
    tja ..... ist nur doof , das man solch moderne amps , kaum noch preiswert reparieren kann . ... sone olle große kiste , ist mir da 1000 mal lieber .
     
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  4. rw

    rw Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.06.20   #4
    Hmm, die modernen Kisten sind in der Regel weniger störungsanfällig als ein altes Röhrenmonster... Vielleicht ist die Reparatur teurer, dafür aber wohl auch seltener.
     
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  5. Bass_Zicke

    Bass_Zicke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.06.20   #5
    sorry .... ich meinte die solid state amps , die alten röhrenmonster wären mir auch schon zu wartungsintensiv .

    ob das neue zeugs haltbarer ist , wird sich noch zeigen .... je moderner der kram ist , um so mehr wird ja auch auf produktionskosten geachtet , und das kann für den user auch ein schuß nach hinten sein .
     
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  6. Freu

    Freu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.06.20   #6
    Auf Produktionskosten wird seit dem Beginn des Industriezeitalter geschaut. Sonst hätte uns Leo Fender nicht mit einem Holzbrett samt Elektrospule beglückt.
    Ich hatte früher mit Transistoren Amos mehr Probleme, als heute mit den Handtäschchen.
     
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  7. rw

    rw Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.06.20   #7
    Wenn er es selbst reparieren kann, ja. Sonst nicht unbedingt. Ein paar kalte Löstellen im direktverdrahteten SolidState-Amp kosten, wenn man's selbst machen kann, "nur Zeit". Die sich eine professionelle Werkstatt aber genau so bezahlen lässt, wie eine "hochwertigere" Arbeit. Da geht ggf. der Austausch einer integrierten Schaltung schneller und fällt seltener an. (Fährt - außer mir - noch jemand Fahrräder mit Konuslagern?)
     
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  8. tt-bass

    tt-bass Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.06.20   #8
    Zurück zum Thema:

    Ein nicht unwesentlicher Beitrag, dass Amps heute kleiner sind, trägt die Effizienz von Class D Endstufen bei. Die liegt bei > 90%. Dadurch können die riesigen Kühlkörpern die bei Class A/B Amps nötig sind, eingespart werden, da viel weniger Verlustwärme abgeführt werden muss.
     
  9. Uli

    Uli Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 04.06.20   #9
    Der wesentliche Sprung war sicher die Entwicklung der Schaltnetzteile, wie oben schon gesagt wurde. Bei konventionellen Netzteilen in älteren Verstärkern ist immer ein riesiges schweres Monstrum an Trafo zu finden. Anfangs waren das auch noch Bauformen mit M oder EI Kern, die einen extrem schlechten Wirkungsgrad hatten, eine hohe Magnetfeldstreuung und hohen Wärmeverlust. Im Röhrenverstärker fiel das nicht besonders auf, weil da eh alles durch die Röhren heiß wurde, zu Beginn der Transistorisierung in den 60er Jahren war dann aber bald der Trafo das Haupt (Gewichts)problem.
    Das wurde zunächst mit effektiveren Kerntypen angegangen, zunächst dem Schnittbandkern, später dem Ringkern, beide erforderten aber einen wesentlich höheren Herstellungsaufwand. Erst die Erfindung des Schaltnetzteils konnte die alten Trafomonster ganz wegrationalisieren. Vereinfacht ausgedrückt basiert ein Teil des Prinzips auf der Tatsache, daß die Frequenz, mit der eine Spannung transformiert wird, sehr stark in die Kerngröße des Trafos eingeht. Ist es unsere normale Netzfrequenz mit 50Hz, wiegt ein Trafo für einen durchschnittlichen Bühnenamp noch einige Kilo, wird der Trafo aber im kHz-Bereich geschaltet, wie in modernen Schaltnetzteilen, kann er vergleichsweise winzig sein und wiegt nur noch wenige hundert Gramm.
     
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  10. lowfreqMM5

    lowfreqMM5 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.06.20   #10
    Komisch, ich spiele seit 1984 Bass über Röhrenamps, kann das aber nicht bestätigen.

    Ist das bei Dir Hörensagen oder hast Du da eigene Erfahrung?
    --- Beiträge zusammengefasst, 04.06.20, Datum Originalbeitrag: 04.06.20 ---
    Gilt grundsätzlich, auch bei älterer Technik ;)
     
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  11. chrisderock

    chrisderock Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.06.20   #11
    Naja, da gibts den schönen Spruch "you get what you pay for". Ne billige Nudel hat sicher weniger Support als ein Amp von nem gestandenen Hersteller. Ich spiel seit ner Weile den Steamhammer von Glockenklang und als ich mal eine Frage hatte wurde die vom (deutschen) Support kompetent beantwortet. Ob sowas bei nem Billigheimer funktioniert wage ich zu bezweifeln.
     
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  12. Bass_Zicke

    Bass_Zicke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.06.20   #12
    oh jeh ....... glockenklang , davon hatte ich den amp eines bekannten , hatte aussetzer , war bei glöckchen und kam als repariert zurück ........ nun , eine schraube fehlte am deckel , die ich dann im inneren fand ( !!!!!!! ) und der fehler war immer noch da ....... kontaktproblem an einer loop buchse . .... also hat das wohl kaum was mit dem namen zu tun ;) .;)
     
  13. InTune

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    Erstellt: 05.06.20   #13
    Das ist jetzt erst mal eine Behauptung. Wenn eine alte große "Kiste" schlecht und/oder mit exotischen Bauteilen designd ist, wird eine Reparatur auch teuer.
    Auf der anderen Seite, in Zeiten, wo eh nix mehr "repariert", sondern nur noch getauscht wird, sind IMO weniger Teile eher von Vorteil.

    Ich glaube da ist man schnell "biased", weil man so einer Zigarrenschachtel im Vergleich zu einem "richtigen" Bassverstärker, allein aufgrund der Grösse nicht zutraut, genauso gut abzuliefern.

    In der Praxis muss man ja tatsächlich aufpassen, dass man diese Kistchen nicht von der Box reisst, wenn man sich mal umdreht...
     
  14. Bass_Zicke

    Bass_Zicke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.20   #14
    ... mit hintergrund :

    ich hab fast 15 jahre in der analogen studiotechnik gearbeitet und die meißte zeit verbrachte ich damit , aus einem schaltplan und einer skizze der front , ein serienreifes gerät zu entwickeln .
    heißt : planen , platine lay outen , anfertigen , mechanik des gerätes anfertigen und prototyp bauen .

    .... mit dem aufbau eines guten analogen gerätes , bin ich also mehr , als nur vertraut und mußte natürlich auch mit dem prüffeld eng zusammen arbeiten , wo eben jedes gerät , auch die serienfertigung , geprüft und eingemessen wurden . auch landeten dort defekte , oder eben geräte die gewartet werden mußten .

    bei der wartung eines älteren gerätes , werden meißt alle elkos erneuert ...... geht ganz einfach , alten raus , neuen rein , da brauchts noch nicht einmal einen schaltplan . ...... und jetzt mach das mal bei einem modernen smd gerät !

    desweiteren sind es schalter , stecker und potis , die eben altern .... aktive teilen gehen im normalfall nie kaputt , wenn sie ordentlich dimensioniert sind .

    bei röhrengeräten sind dann halt noch die röhren die altern und eben alles drumherum , was durch die hitze der röhren leidet .... also auch röhrensockel etc ... vorallem aber auch wieder kondensatoren !

    bei beiden gerätearten können noch einzel bauteile getauscht werden .....

    ..... und bei neuem zeugs werden dann einfach die baugruppen komplett getauscht , was ich persönlich als " weg werf denken " beurteile und für mich , als nicht tragbar , einsortiere .

    wenn ich mir etwas teures kaufe , dann erwarte ich , das es lange hält und im schadensfall auch auf normale art erhalten werden kann . der austausch einer kompletten baugruppe , nur weil ev irgendwo ein kondensator defekt ist , ist für mich nicht ökologisch tragbar und ein absolutes no go .

    .... und mit diesen back ground ist mir das gewicht eines ampes vollkommen egal , da rutscht dann wohl das gewicht der boxen wesentlich mehr in vordergrund .

    ... und so schwer ist ein 400 / 500 watt solid state amp nu auch wieder nicht .
     
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  15. Uli

    Uli Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 05.06.20   #15
    So ist es! Ich hab mir vor fast 10 Jahren einen der ersten Class-D Zwerge geholt, mehr so aus Neugier, meine Eindrücke damals auch in einem Review geteilt. Wie man in einem meiner Bilder aus dem Innenleben des MB200 sehen kann, besteht der Aufbau im Wesentlichen aus drei Platinen, die mittlere, grüne trägt den eigentlichen Verstärker. Das ist ein auch in anderen Amps verwendetes Industriebauteil des dänischen Herstellers Icepower, den es komplett für rund 100€ nachzukaufen gab/gibt, je nach Anbieter auch günstiger, zB auch GK gelabelt. Für den Kurs bekommt man kaum ein gematchtes Quartett für das Röhrentop. Außerdem wird nichts gelötet, sondern alles gesteckt und mit diesem Austausch sind auch gleich ALLE Bauteile der Endstufe getauscht.
    Im Übrigen kann ich nicht wirklich behaupten, daß der MB200 meinem Echolette Top mit seiner Hercules Box in de 60ern unterlegen war. Vielleicht anders, aber nicht unbedingt schlechter.

    Ich hatte, als ich den MB200 neu hatte, ernsthaft überlegt, mir ein Verstärkermodul auf Lager zu legen, falls es das irgendwann nicht mehr gäbe. Bis heute ist allerdings selten der Ventilator angesprungen, obwohl ich den Zwerg auch oft gequält habe, ein Ableben aus Überlastung ist also eher nicht zu erwarten. Ich hab ihn deshalb als eines der wenigen Tops behalten, nur mal so, als Reserve. :D
     
  16. SlapBummPop

    SlapBummPop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.20   #16
    Schaltnetzteile und Kühlung via Lüfter, schon wird der Amp deutlich kleiner.
    Verbaut man ein hochwertige Netzteile und kühlt via Konvektion (Alu Kühlrippen) wird die Kiste gleich deutlich größer.
    Ich mag diese Lüfter überhaupt nicht und versuche nur noch Produkte ohne Lüfter zu kaufen.
    Ob Lautsprecher oder Synthesizer mit Lüfter kommt mir nix ins Haus!

    Gruß
    SlapBummPop
     
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  17. hoodie

    hoodie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.20   #17
    Das Argument der günstigeren Reparatur bei Class D gegenüber Class A/B relativiert sich etwas, wenn man bedenkt, dass Fachwissen bspw. durch Hackerspaces heutzutage leichter zugänglich ist. Und die klassischen Amps sind ja nun echt keine Raketenwissenschaft.

    Wenn man mit seinem Amp von der Lautstärke her nur gegen ein Schlagzeug ankommen muss (weil keine PA-Abnahme), hat man nach meinen Erfahrungen mit ca. 150 Watt genug Leistung bei klassischen Transistor-Amps. Ich habe selber zwei solcher Kisten aus den 80ern (100W und 150W) und habe die noch nie ausgereizt im Proberaum, obwohl ich eher im Heavy-Genre unterwegs bin.
     
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