Wavestation A/D und kleine, neuere MIDI-Keyboards (kein MIDI Empfang)

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Hallo, liebe Musiker,

ich habe heute eine interessante Entdeckung gemacht, die ich jetzt einfach mal ins Forum stelle, für den Fall, dass es den einen oder anderen auch über kurz oder lang betrifft und dann das Problem schon mal angesprochen wurde.

Ich habe heute versucht, eine Wavestation A/D (das ist die Expander-Version) via MIDI mit einem kleinen, leichten MIDI-Keyboard (A... Q49) anzuspielen.

Das Ergebnis war, dass die MIDI-In-Signale entweder äußerst willkürlich und selten, i.d.R. aber gar nicht in der Wavestation A/D eintrafen. Dies war daran erkennbar, dass die "MIDI Indicator"-LED nicht leuchtete, über das Menü keine MIDI-Aktivität angezeigt wurde und kein Klang ausgegeben wurde. (Nebenbei: die MIDI-Einstellungen waren korrekt!)

Nach einer langen Untersuchung sämtlicher Teile und Geräte war klar: es war nichts beschädigt, weder die Kabel noch das MIDI-Keyboard noch die Wavestation.

Das selbe geschah auch, als ich die Wavestation A/D mit einem USB-MIDI-Interface (Midisport 2x2) und dem Rechner anzusprechen versuchte. Auch hier: kein MIDI-Empfang.

Um es kurz zu machen: der Grund scheint wohl in der zu schwachen Strom-Versorgung der neuen MIDI-Keyboards und -Interfaces zu liegen. Ich habe - quasi als "Aufholverstärker" - die MIDI-Daten des kleinen Keyboards durch einen weiteren (neuen) Synthesizer hinein- und durch dessen "MIDI Thru"-Buchse hinausgeleitet, und damit dann die Wavestation A/D gefüttert. Prompt funktionierte es problemlos!

Wie alt ist die Wavestation A/D jetzt? 1991 gebaut... Das sind heute (2012) über 20 Jahre. Früher müssen die MIDI-(Master-)Keyboards noch andere Spezifikationen der MIDI-Spannungsversorgung gehabt haben...

Also: wenn bei einer Wavestation A/D in Verbund mit einem neuen (kleinen) MIDI-Keyboard kein "MIDI In" ankommt, dann hilft evt. auch ein zusätzlicher Klangerzeuger, der mittels MIDI In und Thru davorgeschaltet wird.

Viele Grüße von

Robert!
 
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Wie alt ist die Wavestation A/D jetzt? 1991 gebaut... Das sind heute (2012) über 20 Jahre. Früher müssen die MIDI-(Master-)Keyboards noch andere Spezifikationen der MIDI-Spannungsversorgung gehabt haben...

Unmöglich, würde ich sagen. Der MIDI-Standard ist von 1983, und Korg hielt sich schon lange daran. Einige elektrische Spezifikationen von der MMA gibt's hier.

Ich habe ähnliches Verhalten auch schon bei anderen alten Geräten beobachtet, aber es scheint mir eher eine Alterungserscheinung zu sein - keinesfalls aber ein grundsätzliches Ignorieren des MIDI-Standards. Aber ich bin kein Elektroniker, einen genauen Grund kenne ich auch nicht.

Harald
 
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Hallo liebe Musiker,

ich glaube nicht unbedingt, dass es ein Problem der Wavestation ist, sondern vielmehr der neuen USB-MIDI-Keyboards. Die beiden von mir verwendeten Interfaces waren einmal das Alesis Q49, ein USB-Keyboard mit zusätzlicher MIDI-Out-Buchse, und das M-Audio Midisport 2x2, ebenfalls ein USB-MIDI-Interface. Beide geben wahrscheinlich zu wenig Spannung auf den MIDI-Out-Buchsen aus. Damit würden sich die neueren USB-MIDI-Geräte nicht an die alten Spezifikationen (zu denen die Wavestation zweifellos gehört) halten.

Dazu drei weitere Anmerkungen bzw. Beobachtungen:

1. Auf Wikipedia wird - das habe ich in der Zwischenzeit entdeckt - auf die Abweichung der neuen USB-MIDI-Lösungen vom "normalen" MIDI-Standart hingewiesen! (-> Link)

2. Bei der Programmierung eines kleinen MIDI-Tools, dem "Event Prozessor" von Midi Solutions, hatte ich das gleiche Problem. Zur Erklärung: diese kleinen Geräte werden allein über die Spannung, die über das MIDI-Kabel hineingeleitet wird, mit Strom versorgt. Der Hersteller weist darauf hin, dass manche USB-MIDI-Interfaces zu wenig Spannung erzeugen, um das Gerät programmieren zu können. Genau so verhielt es sich auch bei mir, als ich den Event Prozessor über das Midisport 2x2 programmieren wollte. Er gab mir den Tip, quasi als eine Art "Aufholverstärker" ein anderes Gerät über MIDI-In und MIDI-Thru davorzuschalten, um dem MIDI-Stream die notwendige Spannung zu geben; bei mir war das ein Synthesizer. Daher auch meine Idee, mit der Wavestation A/D genau so zu verfahren.

3. Ich habe heute ein kleines Gerät zwischen Alesis Q49 und der Wavestation A/D gehängt, das "THRU-5" von Kenton. Dies ist ein MIDI-Verteiler mit externer Stromversorgung via Netzteil. Es empfängt MIDI-Signale, "rekonstruiert" sie sauber mit der "richtigen" (normgerechten) MIDI-Spezifikation und gibt sie an fünf MIDI-Thru-Buchsen wieder aus. Das kleine Tool ermöglicht es mir, mit dem Alesis Q49 die Wavestation A/D problemlos anzusteuern.

Ich habe ähnliches Verhalten auch schon bei anderen alten Geräten beobachtet, aber es scheint mir eher eine Alterungserscheinung zu sein - keinesfalls aber ein grundsätzliches Ignorieren des MIDI-Standards.

Das werde ich beizeiten noch einmal mit einem alten MIDI-Keyboard (ohne USB, etwa zehn bis zwanzig Jahre alt) ausprobieren. Wenn das ohne weiteres funktioniert, ist das USB-MIDI-Teil der "Schuldige". :) Wenn nicht - nu, dann ist die Wavestation über die Jahre etwas wählerisch geworden, was den MIDI-Eingang betrifft.

Viele Grüße von

Robert!
 

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