Das richtige Setup finden - Eine Odysee

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Ich bin im Moment dabei, mir ein "Homestudio" für synthbasierte Musik einzurichten.
Dabei stehe ich immer wieder vor Fragen und Problemen, die unweigerlich auftauchen.

Ich dachte mir, dass es für den ein oder anderen Leser oder auch Neueinsteiger, was das Thema angeht,
gewiss interessant sein kann, mich auf meiner "Reise" zu begleiten.

In diesem ersten Post fasse ich natürlich ein paar Dinge zusammen, deswegen wird er ein wenig länger.
Die folgenden Updates sollen kürzer gehalten werden und mich am Ende zu einer Lösung bringen.
Lösung wozu? Hauptsächlich auf die Frage:

"Werde ich in Zukunft meine kreativen Prozesse MIT oder OHNE DAW gestalten (können)."

Am Ende der Ideensammlung ist die DAW für mich unabdingbar, denn in ihr werde ich
abschließend aufnehmen, arrangieren und mischen.

Warum stellt sich mir also die Frage?
Mir geht es vorrangig um das erschaffen der Musik. Das ausprobieren, das zusammenführen von Parts u.Ä.
Um den eigentlichen "kreativen Prozess". Vergleichbar mit einer Einmannband. Melodie vorgeben, Rhythmus druntersetzen, interessante Momente einbringen etc. pp.

Aber auch andere Probleme bilden für mich das Brett vorm Kopf. Vielleicht weiß der ein oder andere von euch,
wie die Lösung aussieht, und kann mir da unter die Arme greifen. :)

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Die Odyssee beginnt

Folgende Hintergründe stellen sich ein:
Ich habe bereits vor 15 Jahren meine ersten Erfahrungen mit DAWs gemacht und die integrierten Plugins für erste
Gehversuche genutzt. Alles ziemlich umständlich, da damals natürlich das Geld für Controller fehlte (gabs die damals
überhaupt schon? :gruebel::rofl: )

Hängen geblieben sind 3 einigermaßen gute Songs, die mittlerweile im Nirvana verschwunden sind und das "Geschmäckle",
wegen dem ganzen Gefummel.


Ich habe mich vor 5 Jahren wieder in DAWs eingearbeitet, hauptsächlich um meine Band aufzunehmen, abzumischen, etc.

Und weil ich in diesem Jahr Lust drauf hatte, mir ein Electribe2 von Korg zugelegt.
Das Teil brachte mich schnell an meine kreativen Grenzen, da man schon mehr programmiert, als wirklich zu jammen.
Ich brauchte also was, das noch mehr "hands on" bot, zum Beispiel ein Midi- Keyboard, um chromatisch arbeiten zu können,
und nicht in Tonarten gefangen zu sein (was auch ganz nett sein kann, um mal eben was zu zaubern).

Für den Preis eines Midi- Keyboards hätte ich eben nur das... ein paar Euro mehr (die ich durchaus bereit war, auszugeben)
und ich hätte einen eigenständigen Synth haben können (ihr könnt euch denken, wohin das führt.)

Was ist davon hängen geblieben?
Nicht jede Workstation ist "hands on". Und man kann eine ganze Menge Geld ausgeben, um sich ein Setup aufzubauen.

Eine intuitive Bedienbarkeit ist für mich allerdings essenziell wichtig, um die Ideen einzufangen und auszubauen, die mir mal eben
zufliegen.

Werde ich also über weitere Hardwarelösungen nachdenken, die ich recht intuitiv bedienen kann, oder doch mit dem PC zusammenarbeiten,
um mit ihm einen "einfachen Workflow" für die kreativen Prozesse gestalten zu können?

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Das Equipment und das "Wofür"

Zur Zeit sieht mein Setup relativ schlicht aus.
- Ein PC mit zwei DAW's (Cubase und Ableton Live, im Moment versuche ich mehr mit Live zu arbeiten)
- Korg Electribe2 Blue
- Mackie Mix 12FX
- Korg Prologue 16

Korg Prologue 16:
Meine hauptsächliche Klangwerkstatt.
Mit ihm will ich den Großteil der Klänge erzeugen, aus denen dann meine Songs entstehen.
Besonders gut gefällt mir die Bedienbarkeit. Die Oberfläche ist logisch aufgebaut und bietet mir ziemlich übersichtlich, was ich brauche.
Mit ihm spiele ich zur Zeit Songs nach, tüftele gemachte Einstellungen in anderen Songs aus und lerne dabei weiterhin die Abhängigkeiten der
Schaltungen zueinander kennen.
Ein paar Ideen für eigene Geschichten kamen auch schon rum.

Korg Electribe2:
Dient im Moment hauptsächlich als Drumcomputer.
Wenn ich was Gutes mit dem Prologue gefunden habe, versuche ich direkt einen Rhythmus drunterzulegen und die Idee weiter auszubauen.
Nebenher nutze ich das Electribe als Sequenzer für den Prologue, zum Beispiel wenn es ums Soundshaping geht.

Mackie Mix 12FX:
Dient mehreren Zwecken, nur nicht dem Abmischen :D
Zur Zeit laufen die beiden Korgs in den Mixer und können dadurch gleichzeitig über meine Monitore wieder ausgegeben werden.
Außerdem will ein wenig Zeit sparen, wenn es ums aufnehmen geht. Hier muss ich lediglich am Mixer die einzelnen Kanäle
Stummschalten, wenn ich aufnehmen will, nicht jedoch die Geräte umstöpseln.

Der PC:
Läuft und tut was er soll.
Zum Aufnehmen, Arrangieren, Mischen stehen zwei DAW's zur Verfügung.
Da mir Ableton Live im Moment von den Funktionen in die Karten spielt,
versuche ich dort mein Fokus drauf zu legen.

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Meine ersten (neuen) Gehversuche

Nachdem ich den Prologue erhalten habe, habe ich direkt versucht mich darin einzuarbeiten, die Funktionen kennen zu lernen,
das Soundshaping zu begreifen und ein bisschen gejammed.
Leider stieß ich schon schnell an die ersten Grenzen:
Ist der Arpeggiator aktiv, gilt er fürs gesamte Keyboard.
Ebenso die Problematik mit sequenzierten Läufen.
Mir ist es nicht möglich, einen Sound aus dem Prologue sequenzieren zu lassen, und einen anderen sound drüberzspielen.
Ein kleiner, eher unwichtiger Workaround ist die "Keyboard Split"- Funktion.
Mein Problem hierbei ist natürlich, dass ich die komplette Keyboard Range in Anspruch nehmen möchte, da sich sequenzierte Sounds
nicht ausschließlich zum Beispiel in den untersten beiden Oktaven befinden (müssen).

Was ich also wollte, war die Sounds meiner beiden Hardwaregeräte in eine Schleife zu bekommen, um daraus Parts zu kreieren.

Als Lösung kamen mehrere Dinge in Betracht. Neben einem Looper und einem Mehrspurrecorder natürlich auch hardwarebasierte Sampler. Ein paar Leser hier gaben mir
den Tipp, mit einer DAW zu arbeiten.

Looper schloss ich wegen der begrenzten Aufnahmezeiten oder wegen mangelnder "Spuren" aus, ein Mehrspurrecorder konnte ebenfalls mangels Spuren zum Problem werden.
Der Prologue als auch das Electribe gehen Stereo raus, die Recorder, die ich gesehen habe, boten zu wenige Stereospuren.
Allerdings gefiel mir die Lösung auch großteilig wegen der Bedienbarkeit nicht.
Aufnehmen, stoppen, zurückspulen, starten würde mich eher behindern.

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Ableton Live - Die Lösung?

Also startete ich in den letzten beiden Tagen den Versuch, mein Setup mit dem PC zu verbinden.
Die Problematik hierbei war relativ vorurteilig. Die Bedienbarkeit würde mir ziemlich auf die Nerven fallen, da zu wenig "hands on" geboten wurde.

Ich gab dem Ganzen aber natürlich den Versuch, und schaffte es tatsächlich nicht, mir damit einen guten Workflow zurechtzubasteln.
Die Idee war es, Live über das Electribe steuern zu können. Im Moment arbeite ich mit der Live Intro- Version, acht Spuren gesamt.
Sollte erstmal reichen.

Erstes Problem: Die Sync- Funktion.
Ist diese aktiviert, leuchten zwar relativ Munter die Buttons in Live auf, gehen allerdings nur sehr schleppend in Gang.
So braucht dann der Play- Knopf, aber auch das Pad (jop, musste trotzdem ein Pad einstellen), welches den Recording- Knopf ansteuert,
so ca eine Sekunde, bis in der DAW dann alles ohne Aussetzer gelooped wurde. Sehr gut.

Sehr viel hin und her und nervenaufreibender Krams später habe ich dann einen "Bug" entdeckt, der mir erstmal die komplette Steuerung lahmlegte.
Und ihn beseitigt, aufgeben wollte ich hier noch nicht.

Der Weg ohne Sync:
Anschließend habe ich versucht, komplett mit MIDI- Zuweisung zu arbeiten und auf Sync zu verzichten. Die Funktionsknöpfe (Start, Pause, Record) am Electribe sind leider nicht in
Live erkennbar, so dass diese mir schonmal rausfallen. Entsprechend insgesamt vier Pads des Electribe für diese Funktionen gesichert.
Nach langem hin und her auch endlich herausgefunden, wie ich die Looper geschichte vernünftig ans laufen bekomme.
Nochmal acht Pads belegt.
Bleiben mir also vier, um Drums einzuspielen.
Bis ich feststellte, dass ich noch mindestens ein Pad als MIDI- Kanal fürs Prologue offenhalten wollte, sollte ich mal sequenzierte Läufe brauchen.
Also blieben drei Pads für die Drums.

Die Lösung stellt mich direkt wieder vor ein Problem. Aber erstmal weitermachen.

Jetzt musste ich natürlich auch feststellen, dass Live nicht mit dem Electribe synchronisiert wird. In jeder Session müsste ich also in Ableton manuell das Tempo
auf den Track anpassen. Oder aber, das Tempo über Live bestimmen. Das Electribe hat hierbei zwar eine Funktion zum annehmen einer externen Clock, ich kann sogar auswählen,
ob ich diese über USB oder über MIDI empfangen möchte, dem folgt das Gerät abschließend trotzdem nicht.
Wesentlich schlimmer ist allerdings der Fakt, dass das Gerät eine eingestellte Clock benötigt, um den Seqeunzer laufen zu lassen.
Also bekomm ich Ableton gerade nicht mit meiner hardware synchron.

Abschließend ist mir noch ein Problem aufgefallen.
Die Padzuweisung am Electribe, um Live zu bedienen, hört auf MIDI- Noten.
Es wäre also ein einfaches, eine Notenspanne auszuwählen, in der ich höchst selten spiele, um dort die Controls einzustellen.
Gleichzeitig bedeutet das aber, dass ich im Electribe die "Keyboardfunktion" eingeschaltet haben muss, damit Noten gesendet werden.
Will ich Drums einspielen, würden diese über die "Triggerfunktion" gehen. Ich müsste also zwischen den beiden Funktionen hin und herspringen, um
eine Loop zu schließen, so dass ich gegebenenfalls nicht "rechtzeitig" den Beat beenden kann. Vielleicht bietet mir Live eine Funktion, beispielsweise nach
vier Takten automatisch zu schließen, was mir helfen würde. Dann bräuchte ich im besten Fall noch eine Overdub-Funktion, um zum Beispiel im ersten Durchlauf
die Kick, dann die Snare und dann die HiHat zu spielen.

Ein Hardwarecontroller für Live wäre da eine bessere Lösung. Kostet aber wiederherum Geld und kann lediglich die DAW steuern.
Das Problem mit der Temposynchronisation würde bestehen bleiben, Sample- Editing in gewissen bereichen müsste ich wieder am
PC vornehmen und über einen SoftwareSampler, den ich über Hardware steuern wollen würde (ich freue mich schon auf das Zusammenspiel
mit dem PC), zusammenführen.

Der Hardwaresequenzer, den ich mir angesehen habe, kostet wesentlich mehr Geld, bietet im Endeffekt wesentlich mehr Funktionen.
So kann ich ihn zum Beispiel ebenfalls nutzen, um einen Drumbeat zu erzeugen, der mit Sounds aus dem Prologue gefüttert wird und
relativ fix über die eingebauten Möglichkeiten sequenziert oder "aufgenommen" werden.
Ebenfalls muss ich dann nicht ständig den PC und Live laufen haben, wenn ich mal eben was spielen /erfinden will.
Temposynchronisation wird hierbei auch kein Problem darstellen, da das Gerät als "einfache" Loopbox zu arbeiten weiß.

Meine Reise geht von hier an weiter, ich berichte, in welche Richtung es mich führt,
während ich erstmal versuche, weiter mit Live als "Looper" zu arbeiten.
 
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