Wer die Gitarren aus dem Fender Custom Shop kauft, ist vielleicht weniger für unsereinen, als für die Firma Fender von Bedeutung.
Ich meine das in dem Sinne, dass die Marke Fender ja auch zweimal (?) den Besitzer gewechselt hat, und mWn auch inzwischen nicht mehr am selben Standort in Amerika produziert, daneben aber auch u.a. in Mexiko, Japan, China und Indonesien.
Prinzipiell kann und darf heute jeder weitgehend ähnliche Gitarren bauen - was ja auch massenhaft geschieht.
Die Produkte des Customshops haben für Fender wohl die Bedeutung, dass mit ihnen der Anspruch artikuliert wird, dass eigentlich nur sie selbst definieren können, wie ihre Klassiker gut, echt, und richtig sind.
Das funktioniert für Fender nur, wenn die Käufer der sehr teuren CS-Modelle quasi als Leuchtturm für die (viel zahlreicheren) potentiellen Kunden der günstigen oder normalpreisigen Modelle des Hauses fungieren. Damit diese potentiellen Kunden tatsächlich Gitarren von Fender und Squier kaufen, und keine ähnlichen Modelle anderer Hersteller.
Und Leuchtturm können diese CS-Besitzer nur sein, wenn sie allgemein, oder wenigstens in ihrem Umkreis, als besonders sachkundige und gute Musiker wahrgenommen werden.
Was wiederum nur klappt, wenn die CS-Modelle eben nicht nur teuer sind, sondern qualitativ über jeden Zweifel erhaben. Sie müssen einfach so gut sein, dass jeder gern eine hätte, wenn Geld keine Rolle spielen würde. Erst recht natürlich der, der an sich und sein Instrument die höchsten Ansprüche stellt.
Ich glaube, so ähnlich wird die ganze Geschichte mit dem Custom Shop funktionieren.
"Wer kauft eine CS Gitarre für vier oder fünf tausend Euro" ist also in erster Linie für das Management von Fender von Bedeutung. Interessant natürlich auch für uns, die sich für Gitarren interessieren.