Welche Tonlage hat jemand dessen tiefster Ton B1 /H1 ist?

von Maltodextrino, 01.03.08.

  1. Maltodextrino

    Maltodextrino Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.08   #1
    Ich will da jetzt gar nicht mal von "singen" sprechen...
    Nur rein interessehalber mal:
    Von was für einer Tonlage spricht man wenn jemand in der Lage ist
    einen Ton der Tonhöhe B1 bzw. H1 bzw. 62 Hertz zu artikulieren?
    Ist das Bass? oder schon drunter oder noch drüber?
    Ich komm da immer ganz durcheinander mit den Noten...

    Hier ist ne Umrechnungstabelle:
    http://www.sengpielaudio.com/Rechner-notennamen.htm
     
  2. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 01.03.08   #2
    Das sind eigentlich zwei Fragen.

    Der Ton befindet sich im Bassschlüssel, aber:

    Deswegen ist jemand, der diesen Ton singen kann, noch kein Bassänger: Was Du meinst, ist das Stimmfach. Die Lage der Töne hat nur zu einem Teil mit dem Stimmfach zu tun. Ich kann das B1 auch singen - bin aber definitiv kein Bass.

    Im Wesentlichen kommt es darauf an, wie man einen Ton singt, nicht welchen. Und das trifft natürlich noch mehr zu, wenn Du, wie Du sagst "gar nicht vom Singen sprechen willst" ...

    Wenn Du einen noch so tiefen Ton irgendwie rausquetschst, aber er klingt dabei nicht wie ein kräftiger, gesungener Basston, dann bist Du auch noch kein Bass.

    ...
     
  3. Maltodextrino

    Maltodextrino Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.08   #3
    Ach komm...
    Es ging mir eher darum welches E gemeint ist wenn bei Wikipedia steht der Bass reicht ungefähr von E bis e’.
    Das E bei 82 Hertz oder? http://www.sengpielaudio.com/Rechner-notennamen.htm
    Nehm ich doch schwer an. Oder hab ich irgendwelche Besonderheiten der Notierung nicht beachtet?
     
  4. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 01.03.08   #4
    ... und warum stellst Du dann die Frage komplett anders?

    Es ist genauso so, wie es in der von Dir selbst verlinkten Tabelle steht. Wo ist das Problem?

    ...

    Also, um Deine Frage haargenau zu beantworten:

    "Welche Tonlage hat jemand...?"

    Ein Mensch hat keine Tonlage. Er singt in einer Tonlage.

    ... dessen tiefster Ton B1 /H1 ist?

    Sas ist schlich und einfach jemand, der versucht, einen Ton aus dem Bassregister zu erzeugen. Und zwar einen, der sich noch unterhalb der für Bassänger üblichen Range befindet, deren tiefster Ton bei etwa E und ca 82 Htz liegt. Sänger, die unterhalb dieser Range liegen, bezeichnet man in der Klassik als Basso profondo. Wohlgemerkt: im klassichen Gesang, nicht beim "irgendwie Töne artkulieren". Jemand, der also den Ton B1 singt, ist nicht zwingend ein Basssänger. Vielleicht ist er gar kein Sänger. Oder auch ein Tenor sein , der es mit Ach und Krach hinkriegt, diesen tiefen Ton zu ergrummeln. Singen kann er ihn deswegen noch lange nicht.


    ...
     
  5. holyman

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    Erstellt: 01.03.08   #5
    Also ich bin Bassbariton und mein Tiefster Ton ist das D. Ein Cis kann ich auch noch bilden, das hört sich aber nicht mehr nach Gesang an, eher mehr nach "Schnattern". Darum fällt es mir schwer zu glauben, dass jemand, der einen Ton noch weiter darunter bilden kann, KEIN Bass sein soll...
    Ob ein Bass nach Bass klingt, hängt nicht zuletzt auch von der Ausbildung ab. Dazu kommt dann noch ein sehr großer Unterschied zwischen lyrischen und dramatischen Stimmen.
    Ich denke schon, dass du, wenn du den Ton tatsächlich erreichst, ohne dass dieses "Schnattern" -wie bei mir- einsetzt, dann ein Bass oder Bassbariton bist. Nach oben sind die Grenzen oft ungenau und fließend, nach unten aber nicht, da das nichts mehr mit Technik sondern mit Anatomie zu tun hat.
     
  6. SingSangSung

    SingSangSung Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.08   #6
    Moin,

    unterhalb der "normalen" Stimme kommt der so genannte Strohbass (das "Schnattern"). Wenn man diesen übt, kann man damit praktisch beliebig tief singen - auch als Tenor.
    Also: Wenn man in der Kontraoktave irgendwie brummen kann, ist das nichts besonderes. Wenn man hingegen dort einen schönen Ton singen kann, dann ist das sehr selten. Dann sollte man Klassik oder Jazz oder sonstige populäre a-Capella-Richtungen (Stichwort: Real-Group) wählen, um mit den tiefen Tönen wuchern zu können!

    Gruß,

    SingSangSung
     
  7. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 02.03.08   #7
    ... mein tiefster Ton ist heute morgen mit Erkältung ein A1 oder Gis1 und somit noch um einiges tiefer, und ich bin definitiv KEIN Bass. In einem Chor würde ich damit kaum wahrgenommen werden.

    Wenn jemand so einen Ton wirklich richtig singen kann, ist er tendenziell natürlich ein Bass...aber:



    Es handelt sich bei der Frage also nicht um Singen, geschweige denn um klassische Stimmfächer.

    Und da sehr viele User glauben, sie wären ein Bass, weil sie in Sprech/Bruststimme ein paar tiefe Töne murmeln, die man beim Singen überhaupt nicht einsetzen kann, bin ich hier sehr vorsichtig geworden, anhand einer schriftlich notierten Tonangabe das Stimmfach zu bestimmen.

    Wie Du selbst sagst: es hängt von der Ausbildung ab.

    ... man müsste diesen Ton also hören, um zu bestimmen, welches Stimmfach er ist.

    ..
     
  8. holyman

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    Erstellt: 02.03.08   #8
    Ich glaube dir schon, nur kann ich es mir trotzdem schwer vorstellen. Aber wie du sagst, wenn der Ton nur irgendwie gegrunzt oder geschnattert wird, dann kommt er wohl eher von den Taschenfalten.

    @ SingSangSung / Strohbass-Register: Meines Wissens nach gibt es dieses Register eigentlich nicht wirklich. Das Register, in dem Bässe und auch Baritone singen, ist das reine Brustregister. Tenöre oder Frauen zB haben kaum ein reines Brustregister, da sie fast ausschließlich Mischstimme (die fängt in etwa ab dem h an) singen.
    Oft, wie in deinem Fall, wird als Strohbass-Register auch der Untertongesang mit den Taschenfalten gemeint (mongolische Schamane und tibetische Mönche etc). Da das aber in der Klassik nicht vorkommt, kann es theoretisch dafür auch keinen klassischen Terminus geben.
     
  9. antipasti

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    Erstellt: 02.03.08   #9
    Ich hab nichts von grunzen oder schnattern erwähnt und mit Taschenfalten hat es nichts zu tun.

    Vielleicht musst Du die Eingangsfrage und die Statements noch genauer lesen.

    Es geht lediglich darum, dass ein "auf irgendeine Art und Weise" erzeugter Ton, der gar nichts mit Gesang zu tun hat (und davon spricht ja Maltodextrino ) nicht auf ein Stimmfach schließen lässt - denn das bezieht sich ja auf Singen. Sonst wäre ja jeder, der des Nachts tief schnarcht, ein Basssänger.

    ....
     
  10. holyman

    holyman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.03.08   #10
    So hab ich das jetzt auch gar nicht gemeint. Du sagtest, du würdest damit in keinem Chor singen können... daraus habe ich meine Schlußfolgerungen gezogen und als ergänzenden Hinweis das mit den Taschenfalten erwähnt. Es war lediglich eine Vermutung und hatte auch nichts mehr mit dem Anfangsthema zu tun. Obwohl ich das Anfangsthema schon eher in den Bereich der besagten Taschenfalten stellen würde. Ab einem gewissen tiefen Ton, der von der Länge der Stimmlippen abhängt, schwingen nun mal nicht mehr die Stimmlippen, weil sie praktisch "durchhängen". Was wir dann nur mehr hören, wenn noch ein Ton kommt, sind die Taschenfalten... Huch, damit hab ich ja doch noch einen schönen Übergang zum Anfangsthema geschafft :)
     
  11. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 02.03.08   #11
    Ich meinte eher, dass sich der Ton wg mangelnder Kraft nicht durchsetzen würde und kaum hörbar und schwer kontrollierbar wäre, weil ich in der Lage keine Stütze mehr habe... einen so tiefen Ton zu erzeugen ist simpel, aber eine tiefen Ton laut und deutlich zu singen, eben was anderes.

    Insofern lässt sich die Eingangsfrage nicht beantworten, ohne den Ton gehört zu haben. Solange es aber kein Gesang ist, gibt es auch kein Gesangsfach...:)

    ...
     
  12. IcePrincess

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    Erstellt: 03.03.08   #12
    Dieses Register ist physiologisch nicht eindeutig nachweisbar, hat aber eine so charakteristische Klangsetzung, dass man es als gegeben annehmen muss.
    Ist das selbe Problem wie mit dem Pfeifregister. Da weiß auch keiner so genau, wie es funktioniert, nur dass ;)

    Wenn wir es mit der physiologie und der Nachweisbarkeit haben, müsste man ehrlicher sagen, dass es keine feststellbare Mischstimme gibt. Man singt entweder in Vollstimm- oder Randstimmfunktion.
    Die Vollstimme wird als "Bruststimme" bezeichnet und wahrgenommen. Die Randstimme ist das, was man als "Kopfstimme" Bezeichnet. Physiologisch besteht das Mischen darin, dem jeweilig anderen Register im Übergangsbereich den Klang des anderen zu geben.

    Wiederum Einspruch euer Ehren! In der Klassik werden Tenöre und Frauen so ausgebildet, dass sie das reine Brustregister *bloß* nicht benutzen. Haben tun sie natürlich eines. Und das kann sehr satt klingen und hat mit Strohbass so gar nichts zu tun.

    Frauen, die Strohbass singen können gibt es tatsächlich nicht viele, aber Männer mit Pfeifstimme sind ja auch ausgesprochen selten.
     
  13. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 03.03.08   #13
    Das scheint mir auch so. Eine Logopädin, die außerdem singt, hat mal meinen Gesang analysiert. Wenn sie von der Mischstimme sprach, war das, was ich tat, im Grund keine einheiltliche Mischung aus beiden, sondern eher ein abwechselndes Mischen von Brust- und Kopfstimme. Dabei aber so fließend, dass man keinen klaren Bruch wahrnimmt...
     
  14. holyman

    holyman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.08   #14
    Auch das war ein wenig anders gemeint. ich hab schon mit vollem Bewußtsein geschrieben, dass Tenöre und Frauen "KAUM" ein (und nicht KEIN) Brustregister haben. Wenn du einen Bass nimmst, dessen "reines" Brustregister von D bis h geht und dann einen Tenor, dessen Brustregister von A bis h, siehst du unweigerlich, dass dem Tenor eine Quint "Brust" fehlt...
    Fix ist der Übergang in das gemischte Register ab dem h, wo Falsett und modales Register gleichermaßen an einem Strang ziehen. (Das liegt wahrscheinlich, man weiß es nicht genau, an der Eigenfrequenz der Luftröhre... blablabla.. ich erspare auch den theoretischen Monolog!)
    Dafür hat dann aber ein Tenor ein gemischtes Register, das bis über das c'' hinaus reicht, während es beim Bass nur bis zum g' geht. Nach Ende des gemischten Registers geht es dann nur mehr mit reinem Falsett weiter bis zum Pfeifenregister, wo dann wieder, wie im gemischten Register, äußere und innere Kehlkopfmuskulatur gleichermaßen zum Tragen kommen...
    Was bei Bässen und Baritonen in der Regel als "Strohbass-Register" gemeint ist, ist der Bereich, den ein Tenor nicht mehr singen kann, nämlich unterhalb des G. Was das eingangs von mir beschriebene "Schnattern" angeht, so ist das "Untertongesang" der von den Taschenfalten nicht aber von den Stimmlippen kommt. Eo ipso kann es sich dabei um kein "Register" handeln, da sich Registrierungen auf die Stimmbänder per se beziehen...
    So, alle Klarheiten beseitigt?
     
  15. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 04.03.08   #15
    Das ist aber ein Vergleich der nicht zieht, sorry. Das Brustregister eines Basses wird im Normalfall nicht so hoch reichen, wie das Brustregister eines Tenores wenn der es voll ausnutzt. Der Mischbereich beginnt bei den verschiedenen Stimmlagen eben unterschiedlich und wird unterschiedlich weit ausgesungen. Dass es da einen "Schlüsselton" geben soll kann ich definitiv nicht nachvollziehen.

    Darüber kann man eben streiten. Ich kenne den "Strohbass" - das Schnarr-Register sehr wohl als Registrierung die eben nicht jeder Bass besitzt, so wenig wie jede Sopranistin sauber pfeifen kann. Genaugenommen musst Du nach Deiner Definition das Pfeifregister auch ausklammern, denn gepfiffen wird nun mal nicht mit den Stimmbändern.

    Aber ich glaube, das führt hier zu weit.
     
  16. holyman

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    Erstellt: 04.03.08   #16
    Doch, den gibt es de facto. Er befindet sich egal ob bei Mann oder Frau, Bass oder Sopran in etwa bei 300 Hz. (+/- ein paar Hertz, je nach Anatomie). Er hängt nicht mit den Stimmlippen oder dem Kehlkopf zusammen, weswegen die Gesangslage egal ist, sondern mit der Luftröhre, die bei etwa 600 Hz (1.Oberton von 300 Hz) selbst zu schwingen anfängt und daher wahrscheinlich ein Signal an die Kehlkopfmuskuatur sendet. (nimmt man an...)
    Mit entsprechendem Training kann man diesen Übergang kaschieren lernen... Je nach Anatomie eben kürzer oder länger... Das sog. gemischte Register, Passagio, Ponticello, Voix Mixte...

    Jeder Mensch hat ein Pfeifenregister. Aber nicht jeder findet es. Es hängt vom richtigen Muskeltonus zwischen äußerer und innerer Kehlkopfmuskulatur ab. Ausklammern kann man es eben deshalb nicht, weil es sehr wohl von den Stimmbändern kommt, im Gegensatz zu dem Schnarren der Taschenfalten...


    Jup... Darum war das meine letzte Antwort zu dem Thema! Cheerio!
     
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