Popmusik: Singen Frauen genauso tief wie Männer?

von musicmacher, 31.03.08.

  1. musicmacher

    musicmacher Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.03.08   #1
    Hallo zusammen....Irgendwie kapier ich gerade gar nichts mehr...

    Also folgendes Phänomen,das mich schon seit ewigkeiten nervt: Ich schreibe/produziere einen Pop-Song für eine Sängerin, singe ein Demo ein und die Dame sagt mir das sei zu tief für sie...
    Also transponier ich das, und singe das Demo so hoch das ich große teile schon ins Falsett muss, und sie sagt mir, es sei immer noch zu tief....

    Jetzt hab ich aber die Sängerinnen durch zufall enttarnt! :-)
    Denn neulich geb ich ihr das höhere Demo. Sie hört rein und sie sagt jetzt sei es annehmbar zu singen, aber könne ruhig noch etwas höher, wenn es kraftvoller kommen soll....
    Ich kanns nicht glauben, also sage ich ihr, sie soll das doch mal singen, damit ich das mal anhören kann.
    Was macht sie? Singt das genauso tief wie ich! Also sag ich ihr, sie soll eine Oktave draufsetzten, was kommt: einmal grausames gequietsche,das noch schlimmer klingt als bei mir und dann stille...

    Ich hab mich jetzt also mal mit dem Thema beschäftigt und allerlei Popsongs durchgehört. Dabei ist mir aufgefallen, das die ganzen Popsängerinnen genauso tief singen wie die Männer! Oder adersherum, diese ganzen R´n´B sänger singen wie die eunuchen, also genauso hoch wie Frauen! (naja vielleicht ne terz drunter)

    Ich habe also mal eine "untersuchung" durchgeführt.

    1.Man nehme I believe I can fly von R-Kelly gesungen, und lasse mit einem Pitchshift Plugin das Material künstlich um eine Oktave hochrechnen.

    Ergebnis:Der Gesang klingt so wie wenn Whitney Houseten die höchsten töne, die überhaupt noch für sie drin sind mit Pfeifstimme singt....

    2. Man nehme das gleiche Material und verschiebe mit einem speziellen Plugin nun den Formanten etwas nach oben.

    Ergebnis: Es klingt als ob eine Frau singt....

    Auch würde das endlich erklären, warum alle mädels mit unausgebildeten stimmen immer die Songs von Britney spears einigermaßen mitsingen können, während wenn ein Mann mit unausgebildeter stimme versucht einen Pop-Song, den auch im Original ein Mann gesungen hat, es ganz grausam klingt...
    Diese ganzen Opern-Tenöre singen ja auch immer alles so tief, als ob ein Schaaf bölkt...

    Singen diese ganzen R´n´B eunuchen also genauso hoch wie Frauen?
    Kann das sein?


    Auch ein paar selbstexperimente mit meiner Stimme sprechen dafür: Wenn ich ein paar Backgroundchöre für einen Song bastel und ich kohle sparen will, dann sing ich die Sopran und alt stimmen mit -im falsett. Wenn man das etwas unaufällig bei mischt, und es im Hintergrund zu den Lead-Vocals läuft fällt kaum auf, das ein typ sopran und alt im falsett singt, und gar keine frauen mitgesungen haben....

    Genauso kann ich bequem alle songs von z.B. Britney Spears in Originaltonhöhe mitsingen, halt nur im ziemlich quäkig klingendem falsett, was bei meiner unausgebildeten stimme natürlich eher bescheiden klingt...

    Singen also Pop-Sänger genauso hoch wie Pop-Sängerinnen? Oder ist es im algemeinen eine Fehlannahme, das Frauen eine Oktave höher singen können als Männer, sondern nur eine Terz? Haben Männer im algemeinen eine größere Range?:screwy:

    vielleicht kann mich mal jemand aufklären...

    gruß
    musicmacher
     
  2. moniaqua

    moniaqua Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 31.03.08   #2
    Jein :D
    Aaaalso - theoretisch singen Maenner ne Oktave tiefer als Frauen. So, nu kommt das aaaaaber:
    ein tiefer Alt (oder auch so mancher tiefe Sopran :rolleyes:) kommt genauso tief wie ein Tenor hochkommt ;) Maenner scheinen lieber im Falsett oder wie immer Ihr das nennt zu singen, so richtig tiefe Stimmen (aka Bass) sind da genauso selten wie bei den Frauen hohe Stimmen (aka {hoher} Sopran)

    Ich als inzwischen eigentlich Mezzo, sitzend aber im Alt des Chores, hab auch schon, wenn's Not tat, beim Tenor ausgeholfen. Eine Chorkollegin letztens durfte auch das Tenorsolo singen, dieser Kelch ging an mir vorueber ;) Und sie war gut.

    Bei den Popsongs singt normalerweise jeder in der Lage, die ihm/ihr am genehmsten ist; da anscheinend Frauen Bruststimme bevorzugen (ausser sie seien gedrillte Klassikerinnen), Maenner aber scheints doch lieber Kopfstimme (es sei den...?) treffen sich die beiden da gerne mal.
    Den Alt glaub ich Dir unbesehen, den Sopran muesstest mir schon vorsingen :p
    Siehe afaik Boney M....
    Eros Ramazotti z.B. find ich ne recht angenehme Lage. Tina Turner scheints auch :D
    Jein :D Aber oft.
    Nope. Nur ist der Raum, in dem sich die Stimmen ueberdecken, imho recht gross. Und der Komfort-Bereich...
    Wenn Du von Oktaven redest, solltest Du vielleicht besser Sopraene zu Tenoeren packeln und Alts zu Baessen.
    Aaaalso, da sind die Bluemchen und die Bienchen... SCNR
     
  3. antipasti

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    Erstellt: 01.04.08   #3
    Afaik wird Britnea nach oben gepitcht, um klein-Mädchenmäßig zu klingen. Denn mit elf hatte sie noch eine voluminösere und "erwachsenere" Stimme als mit zwanzig. Kein Wunder, dass die Dame heutzutage am Stock geht.

    Das müsste ich erst hören. Ein Tenor, der tief blökt wie ein Schaf, ist mir gänzlich unbekannt.

    Sie singen recht hoch, das stimmt. Besonders diese Boygroup-Typen. Ich schätze, hier treffen sich die Lagen. Ich kann mich aber auch täuschen und es liegt immer noch eine Oktave dazwischen.
     
  4. IcePrincess

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    Erstellt: 01.04.08   #4
    Im Großen und Ganzen passt das so leider nicht ;)
    Die meisten Laiensänger-Männer *hassen* ihre Kopfstimme genauso stark, wie Laiensänger-Frauen. Weil bei beiden (aus den gleichen Gründen) nur quietschende heiße Luft kommt.
    Da beide Geschlechter mit der Bruststimme sprechen, ist dieser Stimmbereich jedem Anfänger vertrauter.

    Dass sich Tenöre (die dann in der Kopfstimme singen) deutlicher gegen's Band-Gefüge durchsetzen und daher häufiger im Radio zu hören sind, liegt auf einem andere Blatt. Und
    Das übrigens ist auch einer der Gründe, wieso die Radio-Sängerinnen im betont tiefen Brustregister singen, wo sich die Kopfstimmen-Jungs rumtreiben. Da haben sie einen Frequenzbereich für sich.
    "Frau in Kopfstimme" geht einfach schon zu stark in den Bereich der verzerrten E-Gitarre, "Mann in tiefer Bruststimme" kann sich schon mit dem Bass beißen.

    Tenor-Kopfstimme und (tiefe) Frauen-Bruststimme liegen tatsächlich auf gleicher Tonhöhe. Da ist keine Oktave mehr zwischen.

    Zwischen Sopran und Alt ist übrigens in der Regel ein Abstand von einer Quarte, nicht von einer Oktave ;) Der Tenor kommt dann noch eine Quarte tiefer, und der Bass dann nochmal eine.
    (okay, wenn wir Griffel spitzen müsste man von 'nem Tritonus reden...)
     
  5. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 01.04.08   #5
    Da hattse recht. Das entspricht zumindest dem, was meine GL sagt: Die größte Hürde beim Lehren ist - besonders bei Männern - jene für die eigene Kopfstimme zu öffnen.

    Und die Erfahrungen mit den Anfänger-Hörproben hier an Board sprechen ja auch dafür...

    ...
     
  6. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 01.04.08   #6
    Hallo !
    Wenn man bedenkt, dass viele Popsongs im Bereich der kleinen und eingestrichenen Oktave gesungen werden (und da oft nur im mittleren Bereich), dann wird klar, dass sowohl eine Frauen- als auch eine Männerstimme sie bewältigen können.
    Die klassische Einteilung der Stimmfächer macht imho bei Contemporary ohnehin nur begrenzt Sinn.
    schöne Grüße
    Bell
     
  7. musicmacher

    musicmacher Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.04.08   #7
    Guten morgen, mensch, das hat ja wieder antworten gerieselt hier, erstmal danke dafür!

    Ok klar, die klassikerinnen singen noch n bisserl höher, aber ich glaube nicht das es eine ganze Oktave ist.
    Das will ich hören, das eine Opernsängerin "I believe I can fly" eine Oktave höher singt, und zwar ohne in die Kopfstimme zu gehen (bzw. ohne das man hört das es die kopfstimme ist)

    Auch das mit dem bölkendem schaf war vielleicht ein bisserl überspitzt formuliert, aber der stevie wonder singt schon etwas höher, als der quasthoff, oder ist Quasthoff bass?

    Noch ein Beispiel dazu: Stevie Wonders: You are the sunshine of my life: Da singt er für seine verhältnisse noch recht tief (teilweise z.b. bei 1:03 muss er sich richtig bemühen den tiefen ton noch zu kriegen.) hat er wahrscheinlich gemacht, weil sonst die backgroundchöre zu hoch geworden wären, hört man teilweise, das die frauen da schon an der oberkante zur Kopfstimme sind. Aber trotzdem kann bei disesem "tiefen" song, bei 0:29 bequem ein Frau mitsingen. In diesem Fall wird sie wohl nicht eine Oktave höher gegangen sein, weil man sonst hören würde, das sie schon im Zenit ist, was man ja eher im letzten Chorus, und nicht im ersten verse erwartet :-)

    Edit: Au man ich bin so blöd jetzt hab ichs verstanden...Is doch alles richtig mit der Oktave höher...Stevie sing einfach die ganze zeit in der Kopfstimme, und presst bei dem tiefen Ton diesen auch noch eben in diese, deshalb klingt der so tief, obwohl er es garnicht ist...

    Jetzt hab ichs geschnallt: Also die R´n´B fuzzies jodeln die ganze zeit in der Kopfstimme herum, während die Mädels ganz relaxed in der Bruststimme singen...


    gruß

    musicmacher
     
  8. IcePrincess

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    Erstellt: 01.04.08   #8
    Klassische Sängerinnen singen *immer* in der Kopfstimme. Immerimmerimmer. Und da kommen die, wenn man das Pfeifregister dazunimmt, in Höhen, das glaubst Du nicht. Hören willst Du "I believe I can fly" eine Oktave höher dann aber glaub ich wirklich nicht :D

    Quasthoff ist Bariton, afaik sogar Bass-Bariton. Definitiv kein Tenor.

    Aber freut mich, wenn's angekommen ist ;) Genau, die Jungs jodeln da oben, die Mädels singen locker unten.
     
  9. holyman

    holyman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.04.08   #9
    Auf die Gefahr hinauf wieder Zores zu ernten, weil diese Theorie nicht ganz unumstritten ist, aber ganz stimmt das nicht... Das was du bei den "Jungs" mit Kopfstimme meinst, ist tatsächlich die Mischstimme, ein Übergangsbereich zwischen Brustregister und Falsett. Frauen haben ebenfalls diesen Bereich.
    Er fängt etwa ab dem b an und geht bei Tenören bis zum c'', bei einem Bass nur bis zum fis' wobei etwa ab dem dis' (Passagio) das Falsett im Mischverhältnis die Oberhand gewinnt.
    Soprane und Mezzos singen, wie Ice schon sagte, fast ausschließlich in diesem Mischbereich und darüber hinaus, weil die äußere Kehlkopfmuskulatur bei Frauen stärker ist als die Innere und sie daher mehr Kraft und Ausdruck im Falsett haben.
    Männliche Opernsänger singen zwar ebenfalls in diesem Mischbereich aber vor allem darunter, da bei ihnen die innere Kehlkopfmuskulatur stärker ist, und daher das Brustregister ausdrucksstärker und kräftiger ist.

    Ausnehmen würde ich von dieser Regel bei den Frauen zB Shirley Bassey, da sie tatsächlich wie ein Bariton singt; bzw bei den Männern Mika oder die Scissor Sisters, da die schon erhebliche Passagen im reinen Falsett singen...
     
  10. musicmacher

    musicmacher Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.04.08   #10
    ach deshalb klingt das immer so dünn und kraftolos wenn klassikerinnen versuchen Pop zu singen....Die singens einfach ne Oktave zu hoch :-)
    Man man man.... Is das alles kompliziert...

    Aber jetzt fällt mir auch auf, was ich immer falsch gemacht habe:Ich dachte immer das Falsett und Kopfstimme das selbe sind, aber wenn ich es jetzt endlich richtig verstanden habe:

    Männer: Bruststimme-> Kopfstimme -> Falsett
    Frauen: Bruststimme-> Kopfstimme -> Pfeifstimme

    ?

    Bin ich also in echt ein Bass und garkein Tenor? Kann ich deshalb alles immer nur eine Oktave tiefer mitingen, und wenn meine Stimme vernünftig klingt, ist es für andere immer noch zu tief (bzw. viel zu hoch je wie mans sieht)?
    Ach je is das n sch. und ich wunder mich die ganzen Jahre was mit meiner stimme los ist....

    Kann man gegen diese behinderung was machen? Oder geht da nix mehr in richtung Tenor?

    gruß

    musicmacher
     
  11. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 01.04.08   #11
    So kannst Du das nicht sagen... Klassik-Sängerinnen haben da oben einen Druck und eine Kraft, den ein Pop-Prinzesschen niemals hinbekommen würde. Ob Dir das klanglich liegt ist eine andere Baustelle.

    Das ist sogar noch viel komplizierter. Nach der Definition, die ich gebrauche sind Falsett und Kopfstimme genau das gleiche. Weil der männliche Kehlkopf eben doch nicht anders gebaut ist, als der weibliche.

    Reduzieren wir's mal auf das physiologische. Da gibt es drei Möglichkeiten.
    - Vollstimme (die gesamten Stimmlippen schwingen) - die wird gemeinhin als Bruststimme gehandelt.
    - Randstimme (nur die Ränder der Stimmlippen schwingen noch) - das wird bei der Frau immer als Kopfstimme bezeichnet. Es gibt Leute, die diese Schwingung beim Mann als Falsett bezeichnen, andere würden dem widersprechen. (...wobei ich mich dann frage, was'n Falsett sein soll...)
    - Pfeifstimme (sozusagen das Flageolett auf den Stimmbändern) - wie genau dieser Ton zustande kommt ist trotz Kehlkopfspiegelungen nicht hinreichend geklärt. Entweder pfeifst Du durch eine winzige Öffnung der Stimmlippen oder es entsteht eine halbwegs kontrollierbare Luftverwirbelung an den Stellknorpelchen, oder beides.

    Die berühmte Mischstimme ist physiologisch nicht nachweisbar. Klassische Sängerinnen benutzen die Pfeif- und die Randstimme, deren Schwingung sich zu den Rändern hin je tiefer sie kommen immer mehr erweitert. Vollstimme wird im klassischen Bereich von Frauen nur außerordentlich selten gesungen.
    Contemporary-Sängerinnen benutzen tendenziell die Vollstimme und arbeiten über den Rufmodus und stärkere Stimmband-Spannung, gehen vielleicht noch in einen recht weit schwingenden Randstimm-Bereich, lassen aber die schmale Randstimme oft weg.

    Welches Stimmfach Du bist können wir über ein Internet-Forum leider nicht feststellen... da solltest Du Dich mal auf ein oder zwei Stündchen zu einem Gesangslehrer begeben. Der kann Dir nicht nur nützliche Tipps zum Singen geben sondern Dich tendenziell auch einordnen.
     
  12. musicmacher

    musicmacher Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.04.08   #12
    ja nein so war das nicht gemeint, respekt vor den klassischen sängerinnen, das kann auch sehr schön klingen, nur ist es haltoft ziemlich grausam, wenn die dann versuchen pop zu singen.
    Genauso wie du richtig sagst, umgekehrt, die Popprinzesinnen, haben einfach keinen druck da oben, und wenn die klassik machen, klingt das auch nicht....Sind nun mal zwei verschiedene Welten...

    Ne hab eben einfach mal die vocal-ranges bei wiki nachgeschlagen....Ich bin wohl ein bass, aber im prinzip is mir das auch wurscht, ich will ja gar nicht singen, sondern nur wissen, in welcher tonart ich popsongs schreiben muss damit menschen mit normaler stimme und nicht so einer verkrüpelten wie ich sie hab das singen können :-)

    gruß

    musicmacher
     
  13. IcePrincess

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    Erstellt: 01.04.08   #13
    Ich weiß nicht, ob das jetzt zu spät kommt, aber ich habe mir gerade Dein Anfangsposting noch mal durchgelesen und mir dämmerte etwas.

    Wenn Du den Mädels eine Passage vorsingst, die von diesen in der Bruststimme gesungen werden soll, musst Du auch in Deiner Bruststimme singen und umgekehrt. Das ist dann zwar im Notensystem nicht der gleiche Ton, aber man nimmt nicht nur den Ton, sondern auch das Stimmregister ab, das einem zugesungen wird.
    (ist übrigens auch ein häufiger Fehler von unerfahrenen Chorleitern)
    Wenn Du die gleiche Note singst, die das Mädel dann singen soll, dann kann das nicht klappen. (Du Falsett, sie Bruststimme)
     
  14. SingSangSung

    SingSangSung Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.04.08   #14
    Hi,

    mit den Registern definiert ja auch jeder anders.

    Wenn es aber im weitesten Sinne "brustig" klingen soll (was es bei Pop / Rock ja meist soll), dann singen Frauen nur etwa eine Terz bis eine Quarte höher als Männer. Das kommt natürlich noch auf die jeweiligen Sänger an, aber eine Quarte ist eine gute Faustregel.

    Gruß,

    SingSangSung
     
  15. holyman

    holyman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.04.08   #15
    Ja und nein.... Mittlerweile, seit den späten 80ern, ist man sich einig, dass es nur 2 Haupt- Register und deren Überlappungsbereich gibt, egal ob bei Mann oder Frau. Dabei unterteilt sich das Brustregister in ein leichtes modales und ein schweres modales Register (abhängig vom Schwingungsverhältnis der Stimmlippen und Öffnungszeiten der Glottis). Eine einheitliche Bezeichnung dieser Unterregister gibt es nicht.
    Ähnlich ist es mit Falsett und Pfeifenregister. Das Pfeifenregister schaltet sich ein, sobald die innere Kehlkopfmuskulatur zu schwach wird, die Stimmlippen alleine zu spannen und daher, wie in der Mischstimme auch, wieder die Unterstützung der äußeren Kehlkopfmuskulatur benötigt. Auch hierfür gibt es keinen fachlichen Terminus. Ich kenn sogar ein Buch, das vom Pfeifregister als Kopfstimme spricht, die über dem Falsett liegt.
    Einig ist man sich aber über die Physiologie hinter den Prozessen:

    Brustregister: leicht und schwer modal - haupsächlich innere Kehlkopfmuskulatur
    Falsett: reines Falsett und Pfeifenregister - haupsächlich äußere Kehlkopfmuskulatur
    Brückenbereich: Brustregister und Falsett arbeiten gemeinsam - innere und äußere Kehlkopfmuskulatur

    Dazwischen kann man technisch etwa alle 5 Töne ein neues Unterregister ermitteln, das durch die unterschiedlichen Schwingungsverhältnisse der Stimmlippen entsteht. Auch hierfür gibt es keine eindeutigen Fachbegriffe.

    Das Problem ist, dass viele Lehrer noch das unterrichten, was ihnen von ihren Lehrern beigebracht wurde, und jene das übernommen haben, was deren Lehrer einst einmal gelehrt haben. Da ist man schon mal schnell auf dem Wissensstand der vorigen Jahrhundertwende... Deswegen gibt es so viele Verwechslungen.
     
  16. moniaqua

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    Erstellt: 01.04.08   #16
    Na siehste, darauf kam's mir an :) *Warum* genau die Jungs die Kopfstimme verwenden und die Maedels die Bruststimme, war mir eher egal :o aber stimmt, von Komfortbereich kann man dann bei den Jungs ned wirklich sprechen.
    Ecco. Macht fuer Sopran - Tenor ne Oktave und eine fuer Alt - Bass ;) So war das gedacht...
    Nuja, so pingelig muess ma auch wieder nicht sein :D Dann gibt's ja noch die ganzen Stimmen, die sich sonstwas drum scheren, was fuer nen Umfang sie haben sollten ;)
    ACK
    <schmoll> Und was bin dann ich? :p
    Aeh, noe. Es klingt imho weder duenn, noch kraftlos. Nur unpassend manchmal.
    BEHINDERUNG?! Bass?! Oh Jung! Was Du bist, kann der/die GL feststellen, hat Ice ja schon geschrieben. Der/die kann Dir ggf auch beibringen, die Kopfstimme zu nutzen. Und den fiepsigen Tenor aus Dir holen, wenn Du einen hast und das unbedingt willst <kopfschuettel>
    Aeh, es gibt wirklich auch gute, kraftvolle Tenoere, bevor ich noch gehaut werde :o
    sondern ziemlich genau ne Oktave drunter <fg> ;)
    Kann man sich eigentlich drauf konditionieren, dass ein Chorleiter das falsch gibt? Ich glaub naemlich, dass der unsere das schon richtig gibt auf dem Klavier, aber ich hab oft Probs, die richtige Oktave zu nehmen. Wenn er singt, geht's.
     
  17. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 02.04.08   #17
    Auf dem Klavier geben sie's alle richtig - also so wie es auf dem Notenblatt steht. Soll man ja auch.
    Gegenfrage: Kannst Du im Gesangsunterricht einen Ton vom Klavier abnehmen?
     
  18. moniaqua

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    Erstellt: 02.04.08   #18
    Da schon, ja. Ich ueberleg grad, ob ich mich da nicht auch schon mal in der Oktave verhaut hab, aber in letzter Zeit nicht (mehr).
     
  19. IcePrincess

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    Erstellt: 02.04.08   #19
    Das Ganze basiert darauf (hach, jetzt werden wir OT und technisch), dass sich bei jedem gesungenen Ton, den Du hörst auch dann die Stimmbänder mitbewegen, selbst wenn Du ihn gar nicht singst.
    Der Kehlkopf ist integraler Bestandteil des "Stimme-hören" Systems.
    Du hörst in dem Moment nicht nur die Tonhöhe, sondern viel stärker die Mechanismen dahinter, weil die beim Sprechen einen Teil der nonverbalen Kommunikation ausmachen. Deswegen muss man einen Ton immer im passenden Mechanismus vorsingen, nicht in der exakt passenden Tonhöhe.

    Unser Dozent hat uns das mit der Oktav-Verschiebung übrigens sehr plastisch an uns selbst (also am Lehrgangschor) vorgeführt ;)

    Es ist verflixt viel schwieriger, den exakten Ton abzunehmen, der einem über Kreuz vorgesungen wird... Das haben wir in einer Pause bei einem d' getestet und... ehm... sind... ehm... gescheitert.
     
  20. musicmacher

    musicmacher Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.08   #20
    Hm das mit den Registern, die man genauso vorsingen soll, wie sie gesungen werden sollen ist ein interessanter aspekt...

    Aber in diesem fall war es wirklich so, das die nummer bei ihr entweder an der Unterkante der Bruststimme, oder der absoluten Oberkante der Kopfstimme lag, also beides nicht besonders erstrebenswert,während die tonart für mich genau richtig war...

    Das is ja das Problem, ich krieg ja meine 3 Oktaven, nur liegen die Register bei mir irgendwie anders, und zwar so, das so ziemlich alle Popsongs für mich so ungünstig liegen, das ich sie entweder nur wie Heino, oder wie Dieter Bohlen singen kann.Halt nur nicht, so wies klingen soll und wenn ich nen Song so schreibe, das es für mich hinhaut, gehts den anderen so wie eben beschrieben....

    Naja, hauptsache ich weiß jetzt bescheid :) Wenn ich den song so schreibe, das ich ihn nicht vernünftig mitsingen kann, dann ist er in einer Tonart, der Menschen mit gesunder Stimme behagt:great:

    danke für euren input

    musicmacher
     
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