Wie bekomme ich optimalen Klang mit dem Mikrofon hin?

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Valor
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Hallo,
ich nehme Videos über OBS auf. Es ist kein Problem, wenn ihr mit dem Programm nicht vertraut seid, denn ich denke, es handelt sich in meinem Fall um ein grundsätzliches Problem, das nichts mit OBS zu tun hat.

Nur zum Verständnis:
Dort gibt es die Option, wo ich unter Monitoring eine Einstellung vornehmen kann, mit der ich meine Stimme über den PC höre, wenn ich ins Mikrofon spreche. D.h. ich höre nur meine Stimme über angeschlossene Kopfhörer und es wird noch nichts aufgenommen.

Wenn ich sie höre, klingt sie klar und fast so, wie die Leute auf Youtube auch klingen, die mein Mikrofon bewerben (es handelt sich um ein Blue Yeti X).

Wenn ich aber Aufnahmen mache, klingt meine Stimme in ihnen dumpf, leiser und auch etwas "radio"-mäßig.

Es ist dabei egal, ob und welche Filter ich in dem Programm verwende, wie zB Equalizer. Die Stimme unterscheidet sich jedes Mal vom Live-monitoring. Genauso geht es mir, wenn ich über Audacity aufnehme oder den Recorder von Windows 11 nutze.

Ich hatte vorher ein Razer Seiren Mini; damit habe ich dieselben Erfahrungen gemacht.

Ich kann nur vermuten, dass es daran liegt, WIE die oben genannten Programme die Signale verarbeiten und das ganze dann auf dem PC gespeichert wird. Doch auch das Herumspielen mit den "Ausgabe"-Einstellungen auf OBS hat mich nicht weitergebracht.

Habt ihr Ideen dazu?

Danke im Voraus!

Grüße
 
Wenn du sagst, dass der Klang gleich schlecht ist mit OBS, Audacity und Windows-Recorder, würde ich das Problem ja wohl nicht bei OBS suchen. Andererseits findet die Digitalwandlung ja auch bereits im Mikrofon statt - danach würde ich eigentlich nicht erwarten, dass da noch groß etwas passiert.

Steht es richtig herum? Ist der Pegel in Ordnung? Mehr fällt mir dazu nicht ein - mit einem ähnlichen (deutlich billigeren) USB-Mikrofon hatte ich noch keine Probleme.
 
Und Du bist Dir sicher, dass das Blue Yeti X auch wirklich für die Aufnahme genutzt wird und nicht etwa das eingebaute Mikrofon vom Laptop oder so. Also Vorhören korrekt und Aufzeichung eine andere Quelle oder so?
 
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Wenn du sprichst, hörst du deine Stimme nicht nur über den Kopfhörer, sondern sie gelangt auch über die Knochenleitung direkt an deine Ohren. Beim Abhören fehlt diese Komponente und du hörst nur den aufgezeichneten Luftschall. Das klingt dünner als du das gewohnt bist - im Alltag hörst du deine Stimme vermutlich selten aufgenommen. Ein schneller Test, ob das wirklich alles ist: Lass jemand anderen sprechen - vermutlich hört sich der für dich in Natura der Aufnahme deutlich ähnlicher an.
 
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OBS „verarbeitet“ klangmäßig eigentlich nichts. Nimm Deine Stimme doch über das Mic mal mit Audacity auf und höre Dir die Aufnahme an. Wenn es da passt, hast Du in OBS was verstellt. Es ist durchaus möglich, dort andere Signale in den Stream/die Aufnahme zu schicken, als man auf dem Monitor hat.
 
Habt ihr Ideen dazu?
Nachdem ich zu dem (mir unbekannten) Teil ein Review gelesen habe:
  • Welche Richtcharakteristik hast Du eingestellt?
  • Mit welchem Abstand sprichst Du ins Mikrofon?
  • Wie gerade von @SubbrSchwob erwähnt, wäre ein einziger "Testaufbau" der einfachste, für Alle nachvollziehbar wäre vermutlich
    Mic USB -> Computer/Windows -> Audacity
  • Welche konkreten Einstellungen sind in Audacity zu sehen?
Als Beispiel meine Einstellungen in Audacity vom Digitalpiano, neulich in einer anderen Diskussion:
Audacity 1.jpg Audacity 2.jpg Audacity 3.jpg

Gruß Claus
 
Danke für die Antworten! Ich habe gemerkt, dass es bei dem Monitoring ein kurzes Echo gibt, das wahrscheinlich der Grund ist, dass ich meine Stimme verändert höre. Das heißt, ich finde mich damit ab und konzentriere mich darauf, die Aufnahme selbst zu verbessern.

Nachdem ich ein bisschen mit dem Reaper-Equalizer herumgespielt habe, habe ich eine fast optimale Einstellung gefunden, die ihr auf dem Bild im Anhang seht
(x-Achse Frequenz, Y-Achse Dezibel).

Das einzige Hindernis, das meine Stimme beim Monitoring vom Klang in der Aufnahme unterscheidet, ist der etwas "erstickte" Sound. Ich klinge so als würde ich unter einer Bettdecke aufnehmen. Die Aufnahme unten wurde gemacht mit dem Razer Seiren Mini (Nieren-richtcharakteristik, Kondensator-Mikrofon) und den Einstellungen auf dem Bild unten.

Ich spreche von vorne ins Mikro - Abstand etwa zwei Handbreiten. Gehe ich zu nah ran, klingt es sehr krachend - erhöhe ich den Abstand, klingt es echo-mäßig. Ich habe auch mal von der Seite reingesprochen, da sind die S-Laute weniger scharf, aber der Sound ist dann allgemein zu leise. Drehe ich den Gain dann nach oben, sinkt die Qualität insgesamt. Mit diesen Techniken komme ich zumindest nicht zum gewünschten Ergebnis.

Ich meine also, dass die Lösung im Equalizer liegt, weil ich nach einigen Stunden von Tests den dumpfen Sound fast eliminieren konnte. Doch kurz vor dem "Perfekt" schwenkt der Sound in eine Art krachige Radio-Stimme um. Er ist dann nicht mehr dumpf, aber zu scharf.

Die Frage ist jetzt also: Auf welchen Freqenzen bekomme ich mehr Klarheit in meine Stimme, damit dieser unterdrückte Sound verschwindet? (ich aber nicht in diesen krachenden Bereich hineinkomme).






 

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Was mir als Erstes auffällt, Du hast eine Audioaufnahme als Video formatiert? :gruebel:

Die Bitrate ist in deinem Beispiel zwar variabel, aber bei den heutzutage würde ich höhere Qualität wählen und natürlich das optimale Format.
Für Audio wären das vor allem wav, flac und mp3 (statt deines mp4).
In Audacity würde ich "hohe" oder "höchste" Qualität einstellen, bei Zahlenangaben 256kb/s oder gleich 320kb/s wählen. Aufnahmen mit 320kb/s sind von unkomprimierten Audioformaten kaum bis nicht zu unterschieden, schon gar nicht bei den üblichen Wiedergabebedingungen der meisten Leute.
Folgendes sind die Einstellungen aus deiner Datei (Verzeichnis -> Datei anwählen -> re Maus: Eigenschaften):
Valor-Audio.jpg

Mein Screenshot ist als Vorschaubild eingebunden, dann händt das nich so selbstsam unter dem Beitrag. Mit Anklicken wird die Anzeige vergrößert, das Bild lässt sich außerdem an jeder gewünschten Stelle im Text platzieren.

Gruß Claus
 

Du wirst (auch) ein Opfer des Kammfiltereffekts sein.

In Kürze:
  • Schall kommt auf mehr als einem Weg vom Sender (Mund) zum Empfänger (Mikro)
  • die Weglängen sind unterschiedlich
  • neben einem Echo (Zeit) tritt Interferenz ein (Phasenlage)
  • manchmal verstärken die Wellen sich, manchmal löschen sie sich fast aus
  • ist frequenzabhängig
  • am Besten die Wegunterschiede in jeweilige Wellenlängen umrechnen
  • Grüße aus der Wellenphysik
 
Ich habe auch mal von der Seite reingesprochen, da sind die S-Laute weniger scharf, aber der Sound ist dann allgemein zu leise.
Abstand und Winkel zum Mic hängen von der ggf. trainierten Aussprache (Sibilanten. Pop) und den technischen Eigenschaften des Mikrofons ab (z.B. Nahsprecheffekt), mit Erfahrung lassen sich ein paar Mängel ausbügeln.
Ein bisschen von der Seite ins Mikro sprechen bzw. am Mikro vorbeisprechen finde ich gar nicht verkehrt, deine zwei Handbreit sind vermutlich 20cm oder mehr und als Abstand m.E. schon ziemlich viel.
Aber wir haben nicht umsonst mit Vocals und Recording gleich zwei Fachbereiche, in denen Du jede Menge Erfahrungen und praxisnahe Tips nachlesen kannst.

Natürlich muss bei herkömmlicher Aufnahmetechnik (wie meiner) der Aufnahmepegel runtergedreht werden, wenn man näher ans Mic geht. Eine Standardeinstellung für die Aufnahme wäre wav mit 24bit, 44,1kHz auf dem lokalen Speicher, für Uploads wie z.B. hier ins Board kann man dann in 320kb/s mp3 konvertieren.

So sieht deine Tonspur aus dem mp4 Video in Audacity aus:
valor2.jpg
Man sieht direkt das "nahe" Verhältnis von Rauschen und Signal sowie die niedrige Signalstärke. Es gibt etliche Möglichkeiten, eine Tonspur zu bearbeiten, für die Demo habe ich einfach nur zwei automatische Bearbeitungen in Audacity durchgeführt, nämlich um das Rauschen zu verringern und die Lautstärke zu normalisieren.

Optisch stellt sich die Bearbeitung danach dar wie im folgenden Bild:
valor3.jpg
Nachfolgend der Export als Audiodatei im mp3 Format, mehr Aufwand wie ein "Aufhellen" der Stimme wäre natürlich auch möglich.


Gruß Claus
 
Zuletzt bearbeitet:
Du wirst (auch) ein Opfer des Kammfiltereffekts sein.

In Kürze:
  • Schall kommt auf mehr als einem Weg vom Sender (Mund) zum Empfänger (Mikro)
  • die Weglängen sind unterschiedlich
  • neben einem Echo (Zeit) tritt Interferenz ein (Phasenlage)
  • manchmal verstärken die Wellen sich, manchmal löschen sie sich fast aus
  • ist frequenzabhängig
  • am Besten die Wegunterschiede in jeweilige Wellenlängen umrechnen
  • Grüße aus der Wellenphysik
Vereinfacht gesagt: Mikro möglichst nah an die reflektierende Oberfläche stellen oder möglichst weit weg davon.
Oder man verwendet einen Echo-Filter in OBS.

@ Claus: Danke, dass du dir die Mühe mit dem Bearbeiten in Audacity gemacht hast. Ich habe nach langem Testen jetzt herausgefunden, dass es am Kammfiltereffekt lag. Das lässt sich nur bedingt mit Audacity lösen, aber die Aufnahmen sind nun mit beiden Mikrofonen so wie gewünscht.

Eine Frage hab ich noch: Ich habe viele Aufnahmen mit niedriger Lautstärke gemacht. Die kann ich nachträglich zwar erhöhen, aber ich weiß nicht, wie hoch. Es gibt in Audacity den ACX-Check, der prüft, ob die Aufnahmequalität genügt, um daraus ein Audiobook für Amazon zu machen. Dieser Check sagt mir, dass meine Peaks auf 0,5 dB hoch genug sind - der Test also bestanden wurde.

ABER: Höre ich den Sound über die eingebauten PC-Lautsprecher, klingt es nur geradeso laut genug. Ich muss sowohl die Systemlautstärke als auch die des Windows-Mediaplayer ganz nach oben schrauben, um dieses "geradeso-laut-genug" zu erreichen.

Verwende ich Kopfhörer, ist alles fast ZU laut.


Ich weiß nicht, ob ich mich auf ACX verlassen kann - anderserseits habe ich über Audacity die Lautstärke so hoch gedreht, dass mir das Programm eine weitere Erhöhung nicht erlaubt. Ist es die Lösung, den Gain am Mikrofon zu erhöhen? Das kann die Gesamtqualität vermindern und Umgebungsgeräusche eher mitaufnehmen. Davon abgesehen ist es doch egal, ob ich das Mikro lauter stelle oder den Track in Aufacity lauter mache, oder?
 
„Jeder Quelle auf die Pelle” ist mein Mantra. Ja und dann kommt halt der Nahbesprechungseffekt in die Quere, aber der Raum wird weniger wichtig.

Natürlich stellt der TE hier ein Video rein, OBS ist ja ein Programm, das primär für Live-Videostreaming genutzt wird. Und da hat man auch das Thema, dass der Raum auch aussehen muss – man kann nicht einfach in die gedämpfte Matratzengruft gehen, wo die schmutzige Wäsche noch rumliegt und im Hintergrund Beischlafutensilien auf dem Nachttisch stehen… also hilft nur nah ran mit dem Mic vor schnuffigen Video-Hintergrund.

Aber es gibt Hoffnung: OBS kann auch VST-Plugins, und damit auch Live-Klangbearbeitung. Ich verwende für Sprache gerne die Bezahlware Voxengo Voxformer: EQ, Kompressor, De-Esser, Gate… alles drin, alles dran. Aber für den Start gibt es bestimmt auch kostenfreie Alternativen.

Das USB-Kondensator-Mikrofon für ca 40€ dürfte hier allerdings mehr ein Problem als ein Problemlöser sein. Natürlich ist nicht alles Günstige schlecht, aber ich würde hier dann doch eher weiter oben einsteigen, vielleicht so ab 150 oder sogar ab 200€.

Außerdem, auch wenn mancher darüber lachen mag, aber ich seh den Fehler durchaus immer wieder: Beim Kondensator-Großmembran-Mikrofon wird seitlich reingeschwätzt wo das Hersteller-Logo drauf ist, beim dynamischen Großmembran-Mic „von oben”. Spricht man beim Kondensator-Großmembraner von oben oder von der Rückseite rein, so klingt es gar grauslich nach viel Raum und anderem Ungemach. Beim dynamischen Mic umgekehrt entsprechend.
 
Vielleicht passt ja auch ein flauschiges Tuch unter dein Mikrofon, so dass die Reflektorebene des Tischs gedämpft wird.
 
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