Wie lange dehnen sich Nylonsaiten?

Michael Scratch
Michael Scratch
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Ich habe auf meiner Hanika, die ich im Sommer gekauft habe, nun nach Weihnachten das erste mal neue Saiten aufgezogen.

Von E-Gitarren / Bässen kenne ich das so, dass diese nach ein bis zwei Tagen relativ stimmstabil sind, zumindest dann, wenn ich die Aiten richtig aufgezogen habe (z.B. diese auch beim Aufziehen gedehnt habe).

Die Konzertgitarre jedoch scheint sich anders zu verhalten. Es ist jetzt bestimmt schon (fast?) eine Woche her und ich muss die Saiten trotzdem jeden Tag beim Stimmen ziemlich nachziehen. Scheint so, als würden sie sich immer noch weiter dehnen.

Ist das normal? Oder habe ich etwas falsch gemacht oder ausgelassen beim Saitenwechsel?

Wann kann man denn in der Regel damit Rechnen, dass die Gitarre stimmstabil ist - damit meine ich jetzt nicht, dass man sie vor und während des längeren Spielens im Rahmen des "normalen" mal ein wenig nachstimmen muss.

Mir war (durch frühere andere Threads) schon klar, dass es bei der Konzertgitarre länger dauert. Aber so lange?

Ich meine, das ist ja wichtig zu wissen, denn wenn ich z.B. zu kurzfristig vor einem Auftritt oder einer Recording-Session die Saiten wechsle, dann habe ich ein Problem.
 
Ich hab die Saiten 1 Woche vor einer Darbietung auf einer Hochzeit gewechselt. Bis dahin jeden Tag gespielt und mehrere Male nachgestimmt. Nach dieser Woche waren sie einigermaßen stabil, so dass die Stücke ohne Verstimmung gespielt werden konnten.
 
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Die Saiten dehnen sich ziemlich lange, also das geht schon einige Tage.
Ich sag ja, kurz nach stimmstabil kommt kaputt😇
 
Bei Ukulele steht immer irgendwo, dass die Saiten 1-3 Wochen brauchen können um stimmstabil zu sein. Ich stimme die Saiten die ersten paar Tage nach dem Wechsel bis zu einem Ton höher. Das setzt natürlich ein Zweitinstrument (oder Dritt- oder Viert- …) voraus.
 
Nachtrag: Ich war vor ein paar Wochen auf einem Akustikgitarrentag wo mehrere Austeller vor Ort waren. Da hab ich einen Vertreter einer Edel-Nylonsaiten-Marke mal gefragt wie man diese Art von Saiten am schnellsten Stimmstabil bekommt. Er konnte mir leider auch nichts anderes sagen, als was ich eh schon wusste: Saiten nach dem Aufziehen mit der Hand vorsichtig dehnen und möglichst wenig Wicklungen um die Wirbelachsen.
 
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Nylonsaiten- deeehnbaaar…..in der Tat. Die Methode, wie sie nasi_goreng beschrieben hat, ist gut. Ich mache es noch brutaler, weil ich die Saiten binnen 1 Tag einigermaßen auf/in Stimmung haben will. Dehnen-Stimmen-Dehnen-Stimmen in einer 1-tägigen Permanent-Schleife. Hat zwei Vorteile:
- wenig und geringes Nachstimmen an den Folgetagen und somit stabile Einsatzmöglichkeit
- Saiten erreichen schneller ihren „Klangpeak“, d.h. neue Saiten (besonders die hohen, nicht umsponnenen Saiten) haben für mich anfänglich wenig Obertöne und klingen daher noch etwas „dumpf“. Strahlender wird es meistens erst nach ein paar Tagen.
 
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wenn ich z.B. zu kurzfristig vor einem Auftritt oder einer Recording-Session die Saiten wechsle, dann habe ich ein Problem.
Jein, man muss dann häufiger nachstimmen. Für ein Stück sollten die Saiten die Stimmung halten. Und bei einer Recording-Session wird sowieso ständig nachgestimmt. Da werden dann ggf. auch Klaviere mehrmals am Tag nachgestimmt.
Ich vermeide es bei der klassischen, in den letzten 2 Wochen vor einem Auftritt die Saiten zu wechseln.
kurz nach stimmstabil kommt kaputt
Nee, bei der klassischen zum Glück nicht. Ich rechne ca. 2 Wochen bis stimmstabil, der Diskant hält mechanisch meist mehrere Jahre (ob er dann noch sauber intoniert, ist eine andere Frage), die Bässe mit Ausnahme der D-Saite meist auch länger als ein Jahr.
Er konnte mir leider auch nichts anderes sagen, als was ich eh schon wusste
... und was Physik und Materialkunde auch bestätigen können.
 
Was @nasi_goreng gesagt hat, scheint mir das wichtigste. Außerdem ziehe ich sie mit deutlicher Spannung auf, so dass auch die Windungen ordentlich Vorspannung haben. Dass sie mir als Gelegenheitsspieler dabei 2-3mal rausrutschen, bevor sie halten, nehme ich in Kauf. Auch beim Nachstimmen in den ersten Tagen dehne ich sie jedes Mal noch ein bisschen. Aber 14 Tage deutlich nachstimmen kann das trotzdem geben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Frage wie lange die Saiten brauchen bis sie stimmstabil sind, ist auch sehr damit gekoppelt, wie viel man spielt.
Je mehr man spielt, desto schneller stimmen auch die Saiten.
Es ist aber auch unter Leuten die viel auftreten durchaus üblich die Saiten mehrere Tage vorher aufzuziehen.
Für Hobbyisten ist auf jeden Fall eine Woche Minimum sehr realistisch.
Als ich für die Uni mehrere Stunden am Tag gespielt hab war mein Zyklus: Saiten wechseln, ne Woche spielen bis gut, nach nem Monat wieder wechseln, weil durch.
Es kommt aber auch sehr auf die Saiten an. Damals hab ich Ej46C gespielt, die waren relativ günstig.
Meine letzten Saiten hab ich erst nach 2 Jahren gewechselt, aber die kosten halt auch über 40€: https://www.musiker-board.de/thread...-halben-preis-einer-einsteigergitarre.747921/
Hatte in der Zeit auch keine Probleme mit der Stimmung, weder bei Proben noch Konzerten.
Generell gehört es aber dazu immer mal wieder nachzustimmen. Weniger wegen den Saiten, sondern wegen der Gitarre/Luftfeuchtigkeit. Das kann auch schon mehrmals pro Probe oder während eines Konzerts sein.
Wenn man die Saiten schnell stimmstabil haben kann, kann man sie beim Aufziehen erstmal überspannen (also einen Ton höher als angeplant) und dann alle 30 Minuten nachstimmen. Der Diskant braucht immer länger als die Bassaiten. Über Nacht dann wieder überspannen. (bei den Bässen ist das dann fast nicht mehr nötig).
Dann bekommt man Saiten auch innerhalb eines Tages so auf Spannung, dass man notfalls abends ein Konzert spielen kann.
 
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salute

Ich hasse neue Saiten. Aber wenn ich sie mal wechsle, kann ich nach einer halben Stunde ordentlich darauf spielen. Ich dehne die aber ziemlich rabiat.

Ich bin Fingerkuppenspieler mit sehr hartem „Anschlag“. Ich stimme meine Stahlsaiten- Gitarren vor jedem Spielen, dann üblicher Weise nicht mehr ( auch bei Auftritten).

Meine Nylon (Frameworks modern classic) ist da nicht anders. Auch die Hanika, die ich mal hatte.

Nagelspieler, mit brillanterem Ton haben da sicherlich größere Probleme.

Tipp: um zu testen, was so eine Saite ab kann an Dehnung, versuch doch mal eine alte Saite auf der Gitarre zu zerreißen. Aber mach die Klampfe dabei nicht kaputt.

Olaf
 

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