Wodurch wird eigentlich eine Pickup Kombination bestimmt?

von Burndown, 18.03.12.

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  1. Burndown

    Burndown Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.12   #1
    Liebe Pickup-Interessierte

    Wie wird eigentlich die Pickup Kombination bestimmt? Mich interessieren besonders Humbucker Kombinationen.

    Okay - ich weiss - was gefällt, das ist klar, trotzdem scheint es ja mehr oder weniger bestimmte gängige Kombinationen zu geben, und auch heisst es ja immer: das zwei Humbucker zusammen kombinieren sollen: WAS heisst das eigentlich genau?

    Könnte man sagen dass die Bridge-Pups eher shriller und mehr Durchsetzung habens sollen?
    Könnte man sagen, dass die Hals-Pups im Vergleich zu den Bridge-Pups etwas zahmer sein sollen?
    Oder ist das Blödsinn?
    Beispiele?

    Wie müssen Pickups also zueinander klingen, damit sie eine gute Kombination ergeben?

    Dies Frage würde ich gerne mal diskutieren, habt Ihr irgendwelche Inputs, Vorstellungen oder Erfahrungen ???
     
  2. rogerG

    rogerG Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.12   #2
    ist schon ganz richtig, als Beispiel verweise ich mal auf die recht beliebte Kombination Seymour Duncan SH 4 am Steg und SH 2 am Hals hin. Der SH 4 hat gegenüber dem SH 2 einen höheren Output, wodurch beim umschalten ein ausgeglichener Lautstärkepegel besteht.
     
  3. Burndown

    Burndown Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.12   #3
    Ist der ausgeglichene Lautstärkepegel das einzige was dabei zählt? Ich lese tatsächlich, dass der Halspickup weniger Output haben soll, ich denke dort (am Hals) schwingen die Seiten stärker und tragen so ihres dazu.

    Ich lese aber so oft, dass Pickups aber klanglich kombinieren sollen - mir ist ehrlich nicht ganz klar was das GENAU heissen soll, gäbe es anders herum Kombinationen die überhaupt nicht gingen?

    wollen wir mal persönlichen Geschmack aussen vor lassen, es geht mir mehr so um die eher gängigen Vorstellung der Gitarristen.
     
  4. organic

    organic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.12   #4
    Hallo,
    grundsätzlich ist alles erlaubt was gefällt. Gehen tut alles.
    Technisch gesehen sogar aktiv und passiv Pickups.
    Meistens gibt der bevorzugte Musikstil die Richtung vor, um
    sein persönliches "Klangbild" für z. B. Clean- u. Zerrsounds zu realisieren.
    Ebenfalls spielt für manche der Pickup-Output eine rolle, um den Verstärker
    besser übersteuern zu können.

    Ich habe eine Strat mit der Pickup-Kombination:
    EMG SLV/SLV/85 (Hals - Singlecoil, Mitte - Singlecoil, Steg - Humbucker).
    Auch das ist eine klassische Bestückung die von vielen Musikern eingesetzt wird.

    Oder wie von rogerG genannt, die Kombination von SH-4 u. SH-2.
    Oder wie Gibson P-489T in Kombination mit Gibson P-486R (wird in der LesPaul Axcess-Serie verbaut)

    Schau dir vielleicht mal die gängigen Gitarrenmodelle an und deren Pickupbestückung.
    Denn das jeweilige Modell zielt immer auf eine bestimmte Käuferschicht mit bestimmten
    gängigen Vorstellungen von Gitarristen ab. Idole spielen hier häufig eine wichtige Rolle.

    Ich spiele klassischen Hardrock. Früher habe ich ausschließlich
    Singlecoil bestückte Strats gespielt. Bis mir der Klang zu "spitz" wurde.
    Mein Geschmack hat sich geändert und durch die Instrumente der Bandmitglieder
    /u.a. eine Hammond B3) habe ich nach einem Sound gesucht, der zur Hammond
    und dem Musikstil passte, aber trotzdem nicht ganz weg vom Singlecoilsound
    entfernt ist (höhenreicher Klang mit mäßigen Mitten und Bässen).
    Also habe ich mir zum Zerrsound den EMG 85 zugelegt, weil der Klang und Output mir gefällt.

    Für bluesige Stücke und Cleansounds benutze ich die beiden SLV, die ähnlich einem Sinclecoil
    klingen aber mehr Ausgangsleistung haben und nicht so scharf klingen wie ein klassischer Singlecoil.

    Das ganze sollte natürlich auch im Hinblick auf den verwendeten Verstärker und verwendete Effekte
    abgestimmt werden.

    Meine Kriterien zur Auswahl eines Pickupsets, habe ich immer nach meiner Spielweise, den Songs,
    dem verwendeten Verstärker gerichtet und gefallen muss es natürlich auch noch.

    Technische Kriterien können natürlich auch eine Rolle zu all diesem spielen:
    - stört mich das Brummen
    - stört mich das Rauschen (gerade aktive Pickups der älteren Generation von z. B. EMG
    rauschen schon ordentlich im Gegensatz zu den neueren EMG-Pickups, die vielleicht nur
    noch 20 % so stark rauschen)
    - lassen sich die Pickups ohne Fräsarbeiten einbauen oder sind Fräsungen mir egal
    - kann ich nach dem Umbau meine Gitarre noch mal in den Originalzustand zurückversetzen
    - usw.

    Vieleicht konnte ich zu allgemeinen Verwirrung etwas beitragen ;-)

    Gruß
    Jo
     
  5. Burndown

    Burndown Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.12   #5
    Danke für den Ausführlichen Bericht!

    Ich habe im Moment ein Dimarzio Liquifire am Hals mit einem Evo 2 an der Brücke kombiniert (in einer Ibanez RG).
    Manchmal (aber nicht immer...) wünschte ich mir am Evo 2 noch mehr Biss (vielleicht mit dem orig. Evolution), aber geht das dann noch mit dem Liquifire?
    Oder das Crunchlab was immer mit dem Liquifire kombiniert wird? In meiner thoretischen Vorstellung klänge die Gitarre dann doch insgesamt zu dumpf, oder?
    Genau das Ührt zu meiner Frage: warum wird das Liquifire mit dem Crunchlab kombiniert - weil Petrucci es so gut findet, oder liegen da irgendwelche tonalen Grundregeln zugrunde???
    Oder wenn man wie Steve Vai zwei Evolution kombiniert - was ist denn dann noch der eigentliche Unterschied zwischen Steg und Hals? Denn ausser vom Output unterscheiden sich die Evolutions doch garnicht so sehr voneinander? Wie sieht's hier mit den tonalen eigenschaften aus, dass genau DIESE so gerne miteinader kombiniert werden?
    Ich suche eigentlich eine Kombination, die sich stärker voneinander unterscheidet: eher zahm und cremig am Hals, schrill und hart an der Brücke... machte denn sowas überhaupt Sinn, und kombiniert sowas?
    Deshalb meine Frage nach thoretischer Kombination zweier Humbucker.
     
  6. Scholle70

    Scholle70 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.12   #6
    Hi Burndown,
    ich würde das Problem viellleicht nicht ganz so theoretisch angehen. "Schrill und hart" und "zahm und cremig" resultieren immer auch logischerweise aus der Position der PUs auf der Gitarre und deiner Spieltechnik. Insofern wird auch ein ausgewiesener Steg-Abnehmer wenn Du ihn am Hals betreibst tendenziell in diese Richtung gehen, und dann kann man die Charakteristik auch noch mit dem Abstand zu den Saiten trimmen/tunen. Andersherum funktioniert das natürlich auch, also z.B. einen SD Jazz mal in die Steg-Position bringen... etc. Ich würde allerdings die Grundcharakteristik nicht zu weit auseinanderlegen, sonst wird's in der Mittelstellung immer problematischer.

    Ja, sowas "kombiniert" unter Umständen auch.

    Grusz
    Scholle
     
  7. Burndown

    Burndown Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.12   #7
    Genau, darauf zielt meine Frage ab: was heisst das genau? Würden zwei Humbucker, die sich in der Grundcharakteristik zu sehr unterscheiden in der Mittelstellung (also wenn beide funktionieren), gegenseitig negativ beeinflussen? Gäbe es Kombinationen die in dieser Richtung schlecht funktionierten?
     
  8. organic

    organic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.12   #8
    Hallo, ich möchte es trotzdem mal theoretisch angehen:
    Zum Thema Resonanzfrequenz:
    Ich habe festgestellt, dass Pickups deren Resonanzfrequenzen sehr unterschiedlich
    sind bzw. sehr weit auseinander liegen, für meinen Geschmack nicht so gut harmonieren (parallel):

    Schau dir dazu mal den folgenden Link an:
    http://www.ritteramps.de/Tonabnehmer.html

    resonanzfrequenz.jpg

    Hier ist einfach u. verständlich das Thema erläutert.

    Wobei ich normalerweise den akustischen Vergleich bevorzuge, kann
    die Resonanzfrequenz rein theoretisch etwas Auskunft über die
    Klangcharakteristik aussagen.

    Ich habe auch mal einen Vergleich von EMG-Pickups beigefügt.
    Theoretisch würde ich sagen, das die Pickups aus der EMG-H/HA Serie
    mit den anderen, auf Grund der unterschiedlichen Resonanzfrequenz,
    nicht zusammen passen würden. (Parallel).

    resonanzfrequenz_emg.jpg

    Also theoretisch harmoniert ein ultrablasklarer PU mit viel weniger
    Ausgangsleistung mit einem warm klingenden PU mit hoher Aus-
    gangsleistung nicht so gut.

    Also, wenn du zwei völlig in der klangcharakteristik unterschiedliche
    PU's für klar differenzierten Sound haben möchtest, werden diese
    in Parallelschaltung gemeinsam nicht gut klingen.
    Wenn bei PU's miteinander "harmonieren" sollen, musst du ähnliche
    PU's (Resonanzfrequenz, Output-Impedanz) kombinieren.

    Bevor mich andere jetzt für den "Quatsch" den ich hier verzapfe kritisieren;
    das alles basiert rein auf theoretischer Basis, wie was tatsächlich zusammenklingt
    entscheidet der Anwender und dessen "Hörvorlieben".


    Gruß
    Jo
     
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  9. Burndown

    Burndown Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.12   #9
    Genau so einen Approach habe ich mir vorgestellt!

    Im Artikel heisst es übrigens:
    Wie sollen wir nun einschätzen können welchen Tonabnehmer wir zur Veränderung unseres Sounds
    brauchen? Helfen uns da vielleicht Daten der Hersteller weiter?
    Sie könnten, wenn wir die Resonanzfrequenz und Überhöhung mitgeteilt bekommen würden. Bekommen wir aber nicht.
    Statt dessen geben Hersteller oftmals relativ nutzlose Kombinationen an.

    ... und ich füge hinzu: blödsinnige Soundbeschreibungen womit wir uns nur in einer art 'trial & error' an unseren gewünschten Sound herantasten können, mir beispielsweise helfen die Aussagen der Stars oder der Hersteller NULL (phat tone, bright mids, creamy leads... ???), ich hätte gerne eine theoretische Plattform anhand ich mir im Vorfeld schon gewisse Tonabnehmer in eine engere Wahl ziehen könnte, und besonders die Kombinationen interessieren mich dabei, zumindest verlasse ich mich nicht darauf was ein Star oder ein Hersteller ausgesucht hat... naja, ich habe zwei (teure!!!) Tonabnehmer in der Gitarre und versuche damit möglichst weite Soundcharakteristiken zu bekommen, möchte aber trotzdem dass sie kombinieren.

    Was habe ich gemacht:
    Ich habe die Gitarre mal an einen möglichst neutralen Röhrenverstärker (Fender Champion 600) angeschlossen und im CLEAN Bereich genau hingehört:
    1.) Liquifire: ziemlich rund und schön (und auch ziemlich laut)
    2.) Liquifire (parallel): ein tacken brillianter und ein tacken leiser (wirklich leiser?)
    3.) Liquifire + Evo2: ziemlich rund aber etwas höhenreicher, klar! (auch ziemlich laut und voll, unterscheidet sich aber nur wenig von Position 1)
    4.) Liquifire + Evo2 single coils: extrem brilliant aber ziemlich leise, fast dünn, aber ein Kombination die man durchaus einsetzen kann.
    5.) Evo2: extrem hell und 'bright', aber noch ein tacken leiser als Liquifire... naja, genau das was man von einem Evo erwartet. (vielleicht muss der Liquifire noch ein paar mm tiefer gelegt werden...

    Insofern ist diese Kombination eigentlich nicht schlecht.

    Gleiches habe ich mit meiner anderen Gitarre Mahagoni (SD SH-6 Mayhem Set) angestellt): verhalten sich übrigens ziemlich ähnlich, ähnlich ist nicht gleich, aber Sounds sind halt schwer zu beschreiben...

    Was meint Ihr, Erfahrungen?
     
  10. organic

    organic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.12   #10
    Hallo,
    nach der DiMarzio Definition müsste das Lautstärkeverhältnis der beiden Pickups
    genau anders herum sein.
    Der EVO 2 DP215 hat einen Output von 375 mV, 12.81 kOhm Impedanz
    der Liquifire DP227 hat einen Output von 300 mV, 10.75 kOhm.

    Der Evo 2 müsste auf Grund seiner Impedanz (leider fehlt die Angabe der Resonancefrequenz)
    matter als der Liquifire klingen.

    Für mich wäre der EVO2 ein klassischer Highpower in der Bridgeposition und er
    Liquifire als Mediumpower PU in der Neckposition.

    Evo2-Liquifire.jpg

    Aber die Geschmäcker sind ja verschieden.
     
  11. Burndown

    Burndown Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.12   #11
    so sind sie ja auch angeordnet: Liquifire am Hals, Evo2 an der Brücke, aber der Liquifire bringt in seiner Halsposition eben einen winzigen Deut mehr Power als der Evo2 an der Brücke, ich denke das ist einfach nur Positionsbedingt weil die Seiten am Hals eben mehr schwingen (deshalb sind BrückenPUs ja in der Regel etwas stärker). Ich bin noch nicht dazu gekommen den Halspickup ein paar mm zu erniedrigen, mam muss übrigens genau hinhören um das überhaupt zu merken: im HiGain powern Beide ohne Ende!
     
  12. organic

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    Erstellt: 22.03.12   #12
    Alles klar, habe ich verstanden.

    Gruß
    Jo
     
  13. UNIVIBE

    UNIVIBE Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.12   #13
    hi ich spiele gerne, ( auf ner gibson paula studio)

    Hals: gibson Burstbucker Pro
    Brücke : Alnico II Pro Slash APH-2

    wobei ich sagen muss dass der a2p gegen den vorher verbauten BB Pro weniger druck ! dafür mehr höhen hat

    finde ich ne coole sache dieses Thema:rock::rock:
     
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