Konfiguration Warmoth-Gitarre und persönliche Erfahrungen

wolbai
wolbai
R.I.P.
Zuletzt hier
12.10.23
Registriert
28.04.10
Beiträge
1.087
Kekse
57.888
Ich habe mir Mitte November 2013 bei Warmoth-USA eine Gitarre nach meinen Wünschen konfiguriert und dann bestellt.

Da das Ergebnis - wie ich finde - sehr bemerkenswert ist, möchte ich hierzu ein paar Kommentare abgeben. Diese sind länger ausgefallen als ursprünglich gedacht. Ich bitte also um etwas Durchhaltevermögen für diejenigen, die ähnliches planen bzw. einfach aus Interesse lesen …

Vor der Veröffentlichung des Beitrages habe ich versucht ein passendes Forum dafür zu finden. Am sinnvollsten - und von anderen ebenfalls hierfür genutzt - erschien mir noch die Rubrik "Modifikation, Technik, Gitarrenbau". Sollte das aus Sicht der Administratoren falsch sein, so bitte ich um entsprechende Verschiebung des Beitrags.

Vorweggenommen: die Zusammenstellung einer selbst konfigurierten Gitarre mit hochwertigen Einzelteilen wie dies über Warmoth-USA möglich ist, stellt für mich eine sehr preisgünstige Alternative zu Custom Shop-Gitarren namhafter Hersteller dar. Darüber hinaus bietet diese Lösung ein Vielfaches mehr an Konfigurationsmöglichkeiten als in herkömmlichen Custom Shops.

Wenn man eine Gitarre komplett selbst konfiguriert, dann ist das in gewisser Weise auch ein ganzer Blumenstrauß an Themen, die einem dabei über den Weg laufen. D.h. es finden sich in meinen Kommentaren sicher viele Punkte, für die es in diesem Forum mit Sicherheit separate Beiträge, mit entsprechender Differenziertheit in der Betrachtung, gibt. Aber was erwähnen, was nicht …

Vor diesem Kauf hatte ich bereits erste positive Erfahrungen mit einem Warmoth-Gitarrenhals gesammelt, die mich - neben den im Internet verfügbaren Warmoth-Reviews - zu einer Komplett-Bestellung motiviert haben (komplett heißt in diesem Falle: sämtliche Einzelteile bis auf die Pickups).

Ich habe es auch geschafft, erst ein paar brauchbare Erfahrungen mit der Gitarre zu sammeln, bevor ich mein Feedback hierzu gebe. Konkret heißt das: einige Proben mit der Band, zwei Auftritte, eine drei-tägige Studio-Aufnahme, unzählige Stunden Herumnuddeln mit dieser phantastischen Gitarre und zwei weitere Besuche beim Gitarrenbauer die Bünde und die Pickup-Schaltung betreffend.

Bilder zur Gitarre:

007.JPG 010.JPG 016.JPG 045.JPG 020.JPG 038.JPG 004.JPG 047.JPG039.JPG


Spezifikation (in englischer Sprache):

Body:
Chambered Stratocaster, Burl Maple on Mahogany, Forearm Contour, Contoured Heel, Standard 4 Bolt Mounting Holes, Strat Shape Neck Pocket, Pickup Rout: Humbucker (Neck), Strat (Middle), Humbucker (Brdg), Controls:
V-T-T-5 (Strat), Cream Binding, Top Finish: Amber Dye, Back Finish: Clear Gloss

Neck:
Stratocaster, Warmoth Pro, Maple, Indian Rosewood Fretboard, 1-11/16" Nut Width, Wizard, SS6150 (Stainless steel frets), Schaller (25/64" 11/32") Tuner Ream, 22 frets, 10-16" Compound Radius, Cream Face Dots Inlay, White Side Dots, R3 Floyd Prep w/ Mounting
Holes, Vintage Tint Gloss, 25-1/2" Scale, Standard 4 Bolt

Hardware:
- Schaller Floyd Rose Tremolo, Gold (R3)
- Schaller Mini Locking Tuner, Left Side, Gold
- Recessed Top Jack Plate, Gold
- Schaller Strap Locks, Pair, Gold
- Round Top knobs, Gold

Pickups:
- Suhr Doug Aldrich Neck pickup (G-Spacing, 9K ohms)
- Kinman AVn 69 Middle pickup (noise cancellation, 7.5K ohms)
- Suhr Doug Aldrich Bridge pickup (F-Spacing, 17.5K ohms)
- Neck and bridge pickup is switchable between series and parallel wiring with two push- / push-buttons (tone knobs).



Bestellung / Anlieferung:

Die Warmoth-Gitarren Bestellung habe ich ca. Mitte November 2013 aufgegeben. Wenn man konkrete Vorstellungen bzgl. der Konfiguration hat, geht das auch sehr komfortabel auf der Warmoth-Webseite von der Hand. Sowohl den Hals als auch den Body habe ich aus dem sogenannten Showcase bestellt. Allerdings musste dem Hals noch ein Vintage Gloss-Finish verabreicht werden. Das hat dann die gesamte Lieferung (inklusive Shipment) auf ca. 6 Wochen ausgedehnt. Diese Zeitspanne finde ich insgesamt ok.

Neben den Showcase-Komponenten kann man sich auch Bodies bzw. Hälse nach eigenen Vorstellungen hinsichtlich Hölzerauswahl, etc. zusammenstellen. Die Lieferung wird dann allerdings deutlich länger in Richtung 2-3 Monate.
Ich hatte diverse Fragen zur Konfiguration an Warmoth-Mitarbeiter im Vorfeld gestellt. Diese wurden kompetent und sehr zeitnah - eben mit Zeitverschiebung - beantwortet. Die gesamte Bestellung wurde auch auf Plausibilität ordentlich überprüft.

Die Teile wurden wie bestellt geliefert und es fanden sich keine Transportschäden. Leider hatte ich vergessen, eine Neckplatte zu bestellen. Als Übergangslösung hat mir der Gitarrenbauer eine chromfarbene eingebaut, die durch eine goldene (da alle Mechaniken, bis auf die Bünde, ebenfalls in Gold sind) noch ersetzt wird.


Gitarren-Bauer:

Nach Anlieferung habe ich die Gitarre zu einem mir bekannten Gitarrenbauer zum Zusammenbau und finalen Setup gebracht.

Ich empfehle das grundsätzlich für nicht so technisch Versierte wie mich. Das betrifft ganz besonders das Setup des Halses wie Bünde abrichten (Überprüfen, ob Bünde gleiche Höhe haben, Kanten abrunden, Bünde eventuell polieren, wenn diese zu rauh für Bendings sind).

Gute Gitarren unterscheiden sich von sehr guten meistens dadurch, dass die sehr guten professionell eingerichtet wurden. Und das ist für mich eine eigene Profession, von der ich persönlich nicht genügend verstehe.

Mein Gitarrenbauer gab mir folgendes Feedback zur Gitarre:
die gelieferten Teile (Body, Hals, etc.) sind qualitativ sehr hochwertig und auf Augenhöhe mit Custom Shop Gitarren namhafter Hersteller.
Die Edelstahl Bünde waren teilweise nicht gleich hoch und etwas rau, so dass er diese angeglichen und poliert hat.


Grundidee zur Gitarre:

Meine Grundidee für die Konfiguration war eine Fender Stratocaster mit einer Gibson Les Paul zu kombinieren und damit eine große tonale Vielfalt in einer Gitarre zu vereinen.
Im konkreten Fall sollte sie die unterschiedlichen Stilrichtungen meiner Retro Cover Rock Band (Pop, Soul, Classic Rock, Hardrock) abdecken, da ich selbst eine gewisse Müdigkeit verspüre, zwischen den Songs häufig Gitarren zu wechseln bzw. diese mit mir herum zu schleppen.
Ich schätze, das ist nun keine wirklich neue Idee. Gleichwohl werden sich die Umsetzungen einer solchen, teilweise deutlich unterscheiden.


Holzauswahl:

Zur Unterstützung eines warmen Gibson Sounds habe ich Mahagoni als Korpus-Holz mit einer Wurzel-Ahorn Decke gewählt. Der Korpus ist gekammert. Das Gewicht reduziert sich dadurch um ca. 25 %. Nach Aussage von Warmoth soll diese Kammerung zu einem noch besseren Sustain beitragen. Ob das so ist, kann ich, isoliert betrachtet, nicht sagen. Allerdings zeichnet sich die Gitarre - auch mit einem angeschraubten Hals - u.a. über ein sehr gutes Sustain aus.
Der Ahorn-Hals verfügt über ein Palisander-Griffbrett. Der Hals ist quasi eine Kombination aus Stratocaster und Gibson und ist - wie gesagt - geschraubt. Die "Wizard"-Kontur geht in Richtung Ibanez-Gitarren und kommt mir in meiner Spielweise bzw. Handgröße sehr entgegen.
Der Warmoth Pro-Hals hat einen doppelten Halsstab. Dieser wird, im Gegensatz zu herkömmlichen Hälsen, seitlich am Ende der hohen Bünde justiert. Ich finde dies recht komfortabel, weil einfacher zugänglich als herkömmliche Lösungen und damit recht unkompliziert zu handhaben.

Die Edelstahl-Bünde 6150 spielen sich - nach vorherigem Setup durch den Gitarrenbauer - hervorragend, da sie butterweich bei Bendings und Vibrato sind.

Bei der Auswahl der Bünde sollte man aber sehr genau wissen, wie diese auf den eigenen Fingerdruck reagieren. Grundsätzlich kann man sagen, dass hohe Bundstäbchen bei Spielweisen mit stärkerem Fingerdruck auf die Saiten, insbesondere in den ersten Bünden, zu Intonationsproblemen führen können.

Ich würde daher den ausgewählten Bundtyp in jedem Falle vorher schon einmal auf einer Gitarre ausprobieren, ob dieser zum eigenen Spiel passt oder Intonationsprobleme verursacht. Ansonsten kann es da im Nachhinein zu unliebsamen und kostspieligen Überraschungen kommen.


Intonation:

Die 6150 Bünde sind der Bundtyp, den ich normalerweise auf anderen Gitarren habe.
Ich hatte jedoch bei dieser Warmoth-Gitarre eingangs leider einige Intonationsprobleme in den Bünden 1-3. Meine Spielweise ist durch einen etwas festeren Fingerdruck auf die Saiten charakterisiert.
Dieses Problem tauchte dann auch genau da auf, wo man es nicht gebrauchen kann: bei Studioaufnahmen :D

Entgegen der alten Weisheit nie eine neue Gitarre mit in's Studio zu nehmen, wollte ich eben diese doch dort gleich zum Einsatz bringen :D

Das Ganze ging dann soweit, dass ich lediglich ein paar Rhythmusparts in höheren Lagen mit der neuen Warmoth eingespielt und beim Rest mich auf meine übrigen Gitarren verlassen habe.

Im Nachgang stellte sich dann heraus, dass das Intonationsproblem, in Zusammenhang mit meiner Spielweise, durch den leicht höheren Sattel des Floyd Rose Systems, als bei meinen übrigen Gitarren, verursacht wurde.

Zur Entschärfung schlug mir mein Gitarrenbauer vor, die Sattelkerbe am Hals für den Klemmsattel um etwa 1/10 mm zu reduzieren. Dadurch verringert sich der Winkel vom Klemmsattel zu den ersten Bünden leicht. Die durch den Fingerdruck ausgelöste erhöhte Intonation vermindert sich dadurch.
Diese nachträgliche Korrektur hat dann das Intonationsproblem in den ersten Bünden auf ein akzeptables Maß reduziert.

Ich würde nicht sagen, dass dieses Intonationsproblem durch einen fehlerhaften oder fehlerhaft angebrachten Klemmsattel verursacht ist. Das ist vielmehr auf meine Spielweise zurückzuführen, die ich so auch nicht ohne weiteres ändern kann bzw. auch nicht will.



Pickup-Auswahl:

Die Pickup-Auswahl ist aus meiner Sicht eine der wichtigsten - weil sehr tonentscheidenden - Komponenten einer Gitarre und gleichzeitig der heikelste Part bei einer Selbstkonfiguration: im Gegensatz zu Gitarren von der Stange kann es einem - mangels vorheriger Testmöglichkeit - passieren, dass eine ausgewählte Pickup-Kombination in einer bestimmten Gitarre schlicht nicht gut klingt bzw. die Pickups nicht vernünftig aufeinander abgestimmt werden können.

Um da nicht völlig in Richtung "trial and error" abzudriften, habe ich mich auf Pickups konzentriert, die ich bereits in anderen Gitarren eingebaut habe, um die tonale Vielfalt einer Stratocaster und einer Gibson Les Paul, in EINER Gitarre zu verschmelzen.

Ich war im Prinzip auf der Suche nach einer Pickup-Kombi, die 70er/80er Classic Rock und Hardrock verkörpert und gleichzeitig einfach in einen perligen, glockigen Stratocaster Sound zu schalten ist.

Bei der Pickup-Auswahl (von unterschiedlichen Herstellern) ist nach meiner Erfahrung nicht nur wichtig, dass sie tonal einander gut ergänzen; sie müssen auch lautstärken mäßig (über die Entfernung zu den Saiten) aufeinander vernünftig abstimmbar sein. Ansonsten ist eine solche Gitarre zwar schön zum ansehen und zum Spielen für den Heimgebrauch. Für einen Studio- und Live-Einsatz, wäre sie jedoch nicht gut zu gebrauchen.

Um einerseits einen ordentlichen Gibson Rocksound aus der Gitarren zu holen, mit gleichzeitig guten Splitting Eigenschaften zur Unterstützung von Stratocaster-Sounds, habe ich Suhr Doug Aldrich Pickups für als Neck- und Bridge-Pickup ausgewählt.

Wenn man lediglich die Spezifikation der Pickups betrachtet, könnte man meinen, dass diese ausschließlich für Shredding und Metal geeignet sind. Das trifft so nicht zu. Meines Erachtens sind sie nahezu für alle Stilrichtungen (mit Ausnahme: eingeschränkt für Jazz) sehr brauchbar einzusetzen.

Da ich den Suhr Pickup bereits in einer H-S-S Gitarre in der Bridge-Position spiele, war mir schon so einigermaßen klar, in welchen Richtung das klangmäßig gehen würde. In punkto Pickup-Charakteristik stimme ich den offiziell bekannten Merkmalen dieses Suhr Pickups zu:


  • auch mit viel Gain in der Signalkette bleiben die Suhr Doug Aldrich Pickups sehr klar und
    differenziert im Ton und klingen daher nicht verwaschen bei größeren Zerrgraden.
  • Beide Pickups reagieren sehr dynamisch auf das Volumenpoti der Gitarre und den Plektrumanschlag. Bemi Zurückdrehen des Volumenpotis wird der Ton sehr schön klar ohne allzu viel an Lautstärke zu verlieren. Damit lassen sich schöne Akzente während des Spiels setzen.
  • Die Pickups sind tonal und lautstärken mäßig sehr gut aufeinander abgestimmt

Zur Unterstützung eines glasigen, glockenähnlichen Stratocaster-Tons, verwende ich einen Kinman Av69 Pickup in der mittleren Position. Er ist geräuschreduziert (kein Hum) und ebenfalls ein Humbucker in Single Coil Format. Das Erstaunliche an diesem Pickup ist, dass er trotz der Geräuschreduzierung sehr identsich zu einem Single Coil Pickup klingt.

Ich habe diesen ebenfalls schon in einer anderen Gitarre verbaut und wusste, was ich von ihm erwarten konnte. Ein weiteres wichtiges Merkmal des Kinman ist seine Eigenschaft, dass er sehr nahe an die Saiten positioniert werden kann, ohne negative Saitenschwingungen zu produzieren.
Diese Eigenschaft und die Tatsache, dass er mit seinen 7.5 Kohm einen höheren Output erzeugt als herkömmliche Single Coils, ermöglicht es, ihn zusammen mit Fullsize / High Output Humbuckern auch lautstärken mässig akzeptabel auszubalancieren. Und diese Fähigkeit, eine vorhandene Pickup-Kombination auch lautenstärken mäßig vernünftig ausbalancieren zu können, ohne die tonale Charakteristik zu verfälschen, ist m.E. häufig ein echtes K.O-Kriterium für eigen zusammengestellte Pickup-Kombinationen von unterschiedlichen Herstellern (ich rede also nicht von Sets eines Herstellers).

Ich spiele die Mitten-Position bei Strats so gut wie nie. Allerdings sehr gerne die Positionen 2+4. Und dafür ist der Kinman in Verbindung mit den Suhr Humbuckern hervorragend geeignet.

Ich habe nie eine ML-Single Coil von Suhr gespielt. Ich gehe aber davon aus, dass diese PU-Kombi in einer H-S-H Gitarre ebenfalls sehr gut klingt (der ML ist aber soweit ich weiß, nicht geräuschreduziert).


Pickup Schaltung / Klangeigenschaften:


Urspünglich hatte ich für den Stratocaster Sound ein Coil Splitting der Fullsize Humbucker (Neck+Bridge) beabsichtigt. Mein Gitarrenbauer hat mich jedoch anstelle dessen restlos von einer Parallel-Schaltung der Humbucker überzeugt.

Der Vorteil einer Parallel-Schaltung ergibt sich in zweifacher Hinsicht:


  • In einer Parallelschaltung sind die Pickups weiterhin geräuschreduziert (im Vergleich zum Coil Splitting).
  • Die Parallel-Schaltung ist lautenstärken mäßig merklich lauter als beim Coil Splitting. Das reduziert die Lautstärkenunterschiede beim Wechseln zwischen serieller (Standard) und paralleler Humbucker-Schaltung während dem Gitarrenspiel.
Die Parallel geschalteten Humbucker sind - wie gesagt - leiser als bei serieller Schaltung. Ich würde sie irgendwo zwischen einem gesplitten Humbucker und einem seriell (Standard) geschalteten Humbucker einstufen.

Die serielle und parallele Humbucker-Schaltung verändere ich mit zwei Push/Push-Tonreglern. Die Handhabung ist sehr einfach und war keine große Umstellung für mich.

Der Stratocaster-Ton in einer parallelen Humbucker-Schaltung ist nicht exakt wie bei einer typischen Statocaster (wobei typisch wohl der falsche Begriff ist, da Stratocaster-Gitarren doch sehr unterschiedlich klingen). Speziell in Position 1 und 5 ist der Pickup etwas "heißer" und etwas dunkler im Ton (mehr Mitten, weniger Höhen) als bei einem regulären Single Coil PU. Mir persönlich gefällt sehr gut und finde es nicht störend.

Die Positionen 2 und 4 des 5-Wegeschalters klingen sehr, sehr typisch Stratocaster like wegen des Kinman Pickups und der tonal sehr passenden Parallel-Schaltung der Fullsize Humbucker.
In Position 3 des 5-Wegeschalters ist der Neck und Bridge-Humbucker (jeweils in serieller und/oder paralleler Schaltung) zusammengeschaltet. Das eröffnet, neben einer herkömmlichen Mittelposition einer Les Paul, 3 weitere Klangvarianten, also insgesamt 4.

Die Zusammenschaltung des Neck und Bridge Pickups kann auch mit einem separaten Schalter gemacht werden und man kann damit den Mittelpickup auch alleine spielen. Da ich diesen allerdings so gut wie nie benötige, ist diese Variante für mich ok (und ein Schalter weniger).
Für mich ist der Statocaster Sound dieser Gitarre sehr authentisch im Vergleich zum Original.

Zusammenfassend betrachte ich diese H-S-H Pickup-Bestückung mit der entsprechenden Pickup-Auswahl und Pickup-Schaltung als eine echte "Eier-legende-Wollmilchsau" hinsichtlich Tonqualität und Klangvielfalt.


Bespielbarkeit:

Die Gitarre ist nach nunmehr 6 Wochen meine Hauptgitarre, weil sie sich hammermäßig gut spielen lässt.

Die diversen PU-Schaltungen habe ich zwischenzeitlich relativ gut in mein Spiel integriert und ich nutze es zunehmend differenziert.

Das Schaller Floyd Rose-System arbeitet hervorragend: was mir insbesondere positiv aufgefallen ist, dass der Tremolo-Arm überhaupt kein Spiel hat, damit ohne Nebengeräusche ist und sehr präzise arbeitet. Das habe ich bei einem FR-lizensiertem Tremolo schon anders erlebt.

Der Hals spielt sich phantastisch. Die Wizard Back-Kontur unterstützt meine Spielweise sehr. Ich mag den Vintage-Ton des Finish. Die Lackierung finde ich beim Spiel jetzt nicht störend bzw. irgendwie klebend.
Die Edelstahl-Bünde sind ein Traum bei Bendings und Vibrato: da reibt und stockt nichts.



Zusammenfassung:

Alles in allem war dieses Warmoth Gitarren-Built eine tolle und spannende Erfahrung, bei der ich jede Menge Aha-Erlebnisse rund um Gitarren gesammelt habe.

Die Warmoth-Gitarre ist für mich ein echter Hingucker, ist für mich im Klang die "Eier-legende-Woll-Milchsau"; und spielt sich einfach saugeil :D


Hinsichtlich Preis-Leistung ist diese Gitarre unschlagbar: auch mit dem Preis einer vergleichbaren Custom Shop Gitarre von Suhr (inclusive Shipment, Zoll, Gitarrenbauerkosten, Koffer) ist diese immer noch ca. 30-40% billiger. Darüber hinaus habe ich jede Menge mehr Konfigurationsmöglichkeiten.

Insgesamt hat mich diese Gitarre ca. 2.000 EUR gekostet.

Ich empfehle für nicht technisch Versierte wie mich, in jedem Falle einen Gitarrenbauer das finale Setup machen zu lassen (eventuell auch schon bei der Zusammenstellung der einzelnen Komponenten, wenn man sich da nicht sicher ist). Dann erhält man tatsächlich eine Gitarre, die es auch vom Klang und der Bespielbarkeit locker mit jeder Custom Shop Gitarre aufnehmen kann.

Die Pickup-Auswahl ist m.E. der heikelste Teil der ganzen Unternehmung. Es ist jedem Falle hilfreich, wenn man die ausgewählten Pickups einigermaßen im Vorfeld schon kennt. Ansonsten muss man sich auf etwas "Trial and error" einrichten.

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass bei einer solchen Distanz-Bestellung auch was schief gehen kann: Teile fehlen, Teile werden beschädigt geliefert, die falschen Teile werden geliefert, etc. Und wenn dann dabei etwas schief geht, dann ist der Ärger und Aufwand natürlich i.d.R. wegen der Entfernung auch größer.

Aber die Firma Warmoth liefert ihre Produkte nicht nur in die USA und tut ihrerseits sicher viel im Bereich Qualitätsmanagement, um derartiges zu minimieren. Wenn man sich die Warmoth-Galerie einmal ansieht, dann finden sich dort Gitarren aus der ganzen Welt.

Es muss auch abschließend noch erwähnt werden, dass der Wiederverkaufswert von Gitarren Marke "Eigenbau" in aller Regel schlecht ist. Im Gegensatz zu Custom Shop-Gitarren, die im Zeitverlauf wertmäßig durchaus steigen können, werden auch Warmoth-Gitarren, trotz qualitativ hochwertiger Einzelteile, oft deutlich unter dem ursprünglichen Preis verkauft (man kann sich da gebraucht teilweise echte Schnäppchen kaufen, die man sich aber vorher sehr genau anschauen sollte). Wer allerdings, wie ich, keinen Wiederverkauf beabsichtigt, dem kann das natürlich egal sein.

Puuuuh - ziemlich viele Worte …

Ich hoffe dennoch, dass da der eine oder andere brauchbare Hinweis für diejenigen dabei ist, die sich ebenfalls eine Gitarre nach eigenen Vorstellungen konfigurieren möchte.

Ich kann in diesem Zusammenhang die Firma Warmoth-USA, mit den gemachten Einschränkungen in punkto potenzieller Probleme im Bestellprozess aufgrund der großen Distanz, sehr empfehlen. Mir persönlich ist kein Anbieter in Deutschland bekannt (und das wäre ja dann die wirkliche Alternative), der zu diesem Preis, in dieser Qualität und mit dieser Vielfältigkeit an Konfigurationen Derartiges anbietet (von Gegenbeispielen lasse ich mich gerne überzeugen ;) ).

Grüße wolbai
 
Eigenschaft
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 22 Benutzer
Glückwunsch zu der geilen Pfanne und danke für das Review.
Nur was den Punkt parallel vs. coil-split der Tonabnehmer angeht, möchte ich bzgl. Lautstärke und Klang widersprechen und hierauf verweisen.
 
Glückwunsch zu der geilen Pfanne und danke für das Review.
Nur was den Punkt parallel vs. coil-split der Tonabnehmer angeht, möchte ich bzgl. Lautstärke und Klang widersprechen und hierauf verweisen.

Hi und danke für die Glückwünsche zur geilen Pfanne :D

Zum Punkt parallel vs. coil-slpitting der Tonabnehmer habe ich mir Dein Link kurz durchgelesen.

Ich muss grundsätzlich erwähnen, dass ich kein Techniker bin und derartige Schaltungen nicht technisch nachvollziehe(n kann), sondern das Ergebnis mit dem Gehör beurteile. Und ich lasse mich am Ende auch nur von meinem Gehör leiten - auch wenn Formeln möglicherweise etwas anderes sagen :D (klingt ziemlich ignorant - funktioniert bei mir bis jetzt aber ganz gut)

Darüber hinaus möchte ich noch einmal betonen, das die beschriebenen Erfahrungen sich speziell auf diese Warmoth-Gitarre beziehen und daher keine allgemeine Erklärung zur Lage der Nation zum Thema parallel vs. seriellen Humbucker-Schaltungen darstellt.
Mir ist sehr wohl bewusst, dass allein dieses Thema sehr leidenschaftlich diskutiert werden kann.

Ich persönlich bin zunehmend vorsichtig was pauschale Aussagen wie "Parallel-Schaltungen sind weder Fisch noch Fleisch". Man muss da glaube ich aufpassen, das was man zu erkennen glaubt - sei es aus rein technischer Betrachtung oder bei einem speziellen Instrument - gleich zu verallgemeinern. Ob die Meßergebnisse der besagten Aria Pro II CS-400 eins zu eins auf meine Warmoth-Gitarre übertragen werden können, stelle ich in Frage. Immerhin sind es unterschiedliche Hölzer und vor allem Pickups, die den Ton beeinflussen.

Es gibt Aussagen in Deinem Artikel die deckungsgleich mit meinen gehörten Beobachtungen sind. Beispielsweise ist in deinem Verweis davon die Rede, das die Parallel-Schaltung mehr Höhen, mehr Crisp hat: das sehe ich genauso: der Ton ist etwas dunkler (mehr Mitten, weniger Höhen) in einer Parallel-Schaltung als bei einem coil split.

Das es nur marginale Unterschiede im Klang zwischen einer seriellen und parallelen Schaltung (bei meiner Gitarre wohlgemerkt) gibt, sehe ich nicht so bzw. höre ich deutlich anders bei der Warmoth-Gitarre: Bridge und Neck Position unterscheiden sich nach mein Hörverständnis bei dieser Warmoth-Gitarre erkennbar. Und die Parallel-Schaltung ist hörbar weniger dunkel (also mit mehr Höhen und weniger Mitten) als die Seriell-Schaltung und geht damit klar in Richtung Single Coil Ton. Aber es ist eben kein komplett identischer Ton zu einer Stratocaster in Position 1 und 5 (wie beschrieben). Das "kauft" man quasi mit ein, wenn man Parallel-Schaltung wählt. Für mich stellt es in der Gesamtbetrachtung kein Manko dar.

Zu dem möchte ich noch einmal hervorheben, dass ich ja einen Kinman Pickup in der Mittenposition drin habe, der in der Verbindung mit einer Parallel-Schaltung sehr gut den Stratocaster-Sound in Position 2+4 abbildet, den ich auch überwiegend spiele. Etwaige Höhenverluste der Parallel-geschalteten Humbucker lassen sich m.E. in den Positionen 2+4 durch eine entsprechende Justierung des Mittel-Pickups zu den Saiten passabel (mit dem Kinman) kompensieren. Eine REINE Parallel-Schaltung der Humbucker für einen Stratocaster-Klang wäre für mich auch nicht in Frage gekommen, da gerade die Zwischenpositionen 2+4 ohne einen Single Coil in der Mittelposition für mich nicht akzeptabel klingen würden.

Bzgl. der Lautstärkenverhältnisse zwischen parallel vs. coil split habe ich keinen Referentvergleich, da die Warmoth-Gitarre nicht in einem Coil Split gespielt habe. Aus meiner begrenzten technischen Erfahrung plus dem was mir der Gitarrenbauer mitteilte, geht hervor, dass Coil gesplittete Humbucker weniger Output erzeugen als parallel geschaltete Humbucker. Da ich das nur aus Überlegungen und von Dritten weiß, ohne es "gehört" zu haben, mag ich an diesem Punkt tatsächlich falsch liegen.

Allerdings ist mir das mit etwaigen Volumenunterschieden zwischen Coil split und Parallel-Schaltung nicht wirklich so wichtig. Was für mich wichtig war, ist die Tatsache, dass ich alle 3 Pickups sehr, sehr schön im Volumen ausbalancieren konnte und die tonalen Eigenschaften der Pickups zum Fliegen gebracht habe.

Der Punkt in deinem Link, dass viele aufgrund der Vorteile des coil splittings den Nachteil des Brummen in Kauf nehmen, trifft auf mich so nicht zu: geräuschlos arbeitende Pickups sind für mich (bei Studioarbeit bzw. Homerecording) wichtig. Aber das ist vielleicht auch tatsächlich Ansichtssache bzw. einsatzbedingt und daher weder falsch noch richtig. (Und selbst wenn der Coil split lauter wäre als die Parallel-Schaltung, so hätte ich dennoch aufgrund der Brummfreiheit und den anderen für mich relevanten Gründe eine Parallel-Schaltung bevorzugt)

Ich finde es immer schwer über Musik und Klang zu schreiben. Besser sind doch am Ende Hörproben. Eine Hörprobe kann ich hier beisteuern: bei der folgenden Studioaufnahme spiele ich die Warmoth-Gitarre in Parallel-Schaltung auf Neck-Position (die, die also keine Höhen und keinen Crisp hat und sich unwesentlich von einem seriellen Humbucker) im ersten Teil des Songs (ganz zu Anfang mit Wah-Wah). Im zweiten Teil des Songs spiele ich dann Rhythmus mit dem Middle und Bridge Pickup (ebenfalls in Parallel-Schaltung):

http://www.soundclick.com/player/single_player.cfm?songid=12677017&q=hi&newref=1

Insgesamt reicht das für meine Ansprüche was tonale Vielfältigkeit angeht bzw. Stratocaster-Klang aus.


Grüße wolbai
 
Hey, war nicht als Kritik gemeint! Natürlich sind Sounds immer (auch) subjektiv. Nur ist die parallel-Schaltung nicht lauter als Split, dafüb aber - wie Du ja auch sagst - brummunterdrückend.
Erlaubt ist was gefällt!
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi, sollte nicht irgendwie pampig rüberkommen. Wenn das so angekommen ist, dann sorry!

Grüße wolbai
 
Ein sehr schöner Bericht und eine sehr schöne Gitarre, dafür vielen Dank und herzlichen Glückwunsch.

Nur eine Aussage von Dir ist etwas mehrdeutig:

[...] Darüber hinaus bietet diese Lösung ein Vielfaches mehr an Konfigurationsmöglichkeiten als in herkömmlichen Custom Shops. [...]

Da ist die Frage: Wie definierst Du "herkömmlicher Custom Shop"? Vor kurzem gab's hier irgendwo einen anderen Thread, in dem es auch um den Begriff "Custom Shop" ging, unter dem jeder etwas anderes versteht bzw. verschiedene Dinge hineininterpretiert. Das Warmoth-Angebot, so umfang- und facettenreich es auch sein möge, ist und bleibt ein Baukastensystem und man hat mitunter deutliche Einschränkungen. Im Gegensatz dazu steht ein Custom Shop, wie ich (und viele andere) den Begriff interpretiere(n), für völlige Wahlfreiheit in Form, Ausstattung, Bauweise, Extras, Finish und so weiter, natürlich abgesteckt durch physikalische und finanzielle Grenzen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Hübsche Gitarre, erinnert mich an die 80er Ibanez Roadstar Modelle.

Warmoth Holzteile sind ohne Zweifel äußerst hochwertig, sie werden auch von vielen Gitarrenbauern verwendet.

Was die PU-Schaltung angeht, bin ich nicht deiner Meinung. Aus eigener Erfahrung kann ich der Parallelschaltung von Humbuckern gar nichts abgewinnen. Ich besitze eine Tom Anderson Gitarre mit HSS-Bestückung mit brummfreien Humbuckern im Single Coil-Format, da kannst du alle Varianten schalten, die du dir vorstellen kannst.

Resultat:
Ich verwende den Humbucker am Steg nur seriell oder gesplittet in Kombination mit einem der SCs.
Die Parallelschaltung hat nicht den Druck der seriellen Schaltung und in Kombination mit den SCs klingts nicht stratig! Für mich unnötige Spielerei, braucht man nicht, weil´s nicht klingt.

An deiner Stelle hätte ich einen klassischen Single Coil als Reverse Wound in der Mitte eingebaut und in den Stellungen 2+4 den jeweiligen Humbucker mittels Auto Split gesplittet.
Das klingt viel besser und ist auch brummfrei.

Brummfreie SCs wie die Kinmans machen meiner Meinung nach nur bei SSS- oder HSS-Bestückungen Sinn. Bei meinem Vorschlag brummt dann zwar der Single Coil in Position 3, aber den setzt man ja eh kaum allein ein, schon gar nicht bei heftigerer Verzerrung.

Probiers aus, du wirst dich wundern!
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Hinsichtlich Preis-Leistung ist diese Gitarre unschlagbar: auch mit dem Preis einer vergleichbaren Custom Shop Gitarre von Suhr (inclusive Shipment, Zoll, Gitarrenbauerkosten, Koffer) ist diese immer noch ca. 30-40% billiger. Darüber hinaus habe ich jede Menge mehr Konfigurationsmöglichkeiten.

Insgesamt hat mich diese Gitarre ca. 2.000 EUR gekostet.

Also DAS würde ich so absolut nicht unterschreiben, denn Du bekommst für dieses Geld auch Voll-Customs in Deutschland mit vollem Variationsumfang - und dann gehen vom Kapital nicht unnötig hohe Kosten in Shipping und Zoll.

Ansonsten vielen Dank für Deinen Beitrag! Vermittelt schon einen wertigen Eindruck und ist augenscheinlich auch den finanziellen Einsatz wert. :great:
 
Ein sehr schöner Bericht und eine sehr schöne Gitarre, dafür vielen Dank und herzlichen Glückwunsch.

Nur eine Aussage von Dir ist etwas mehrdeutig:

Da ist die Frage: Wie definierst Du "herkömmlicher Custom Shop"? Vor kurzem gab's hier irgendwo einen anderen Thread, in dem es auch um den Begriff "Custom Shop" ging, unter dem jeder etwas anderes versteht bzw. verschiedene Dinge hineininterpretiert. Das Warmoth-Angebot, so umfang- und facettenreich es auch sein möge, ist und bleibt ein Baukastensystem und man hat mitunter deutliche Einschränkungen. Im Gegensatz dazu steht ein Custom Shop, wie ich (und viele andere) den Begriff interpretiere(n), für völlige Wahlfreiheit in Form, Ausstattung, Bauweise, Extras, Finish und so weiter, natürlich abgesteckt durch physikalische und finanzielle Grenzen.

Hallo gitarrero,

danke für Dein Feedback!

Das mit dem Begriff "Custom Shop-Gitarre" habe ich nach Deinem Hinweis doch wohl zu wenig überlegt in den Raum gestellt.

Also Warmoth ist KEIN Custom-Shop in diesem Sinne, dass man im Prinzip jedes Einzelteil der Gitarre (unter Berücksichtigung von physikalischen Grenzen) selbst bestimmt. Allerdings ist das Baukastensystem von Warmoth so breit und tief, so dass dort sehr vieles an individuellen Wünnschen gestalltbar ist.

Die größte Einschränkung gibt es bei Warmoth m.E. auf der Pickup-Seite. Im wesentlichen bietet Warmoth Seymor Duncan-Pickups an. Pickups würde ich ohnehin woanders besorgen. Ich bin allerdings der Meinung mit dem Bauskasten-System von Warmoth UND der Qualität des Angebots eine große Anzahl von Sonderwünschen darstellbar sind.

- - - Aktualisiert - - -

Hübsche Gitarre, erinnert mich an die 80er Ibanez Roadstar Modelle.

Warmoth Holzteile sind ohne Zweifel äußerst hochwertig, sie werden auch von vielen Gitarrenbauern verwendet.

Was die PU-Schaltung angeht, bin ich nicht deiner Meinung. Aus eigener Erfahrung kann ich der Parallelschaltung von Humbuckern gar nichts abgewinnen. Ich besitze eine Tom Anderson Gitarre mit HSS-Bestückung mit brummfreien Humbuckern im Single Coil-Format, da kannst du alle Varianten schalten, die du dir vorstellen kannst.

Resultat:
Ich verwende den Humbucker am Steg nur seriell oder gesplittet in Kombination mit einem der SCs.
Die Parallelschaltung hat nicht den Druck der seriellen Schaltung und in Kombination mit den SCs klingts nicht stratig! Für mich unnötige Spielerei, braucht man nicht, weil´s nicht klingt.

An deiner Stelle hätte ich einen klassischen Single Coil als Reverse Wound in der Mitte eingebaut und in den Stellungen 2+4 den jeweiligen Humbucker mittels Auto Split gesplittet.
Das klingt viel besser und ist auch brummfrei.

Brummfreie SCs wie die Kinmans machen meiner Meinung nach nur bei SSS- oder HSS-Bestückungen Sinn. Bei meinem Vorschlag brummt dann zwar der Single Coil in Position 3, aber den setzt man ja eh kaum allein ein, schon gar nicht bei heftigerer Verzerrung.

Probiers aus, du wirst dich wundern!

Hallo le freak,

die Diskussion um parallele Humbucker-Schaltung versus coil splitting ist meines Erachtens sehr vielschichtig und von sehr individuellen Erfahrungen (mit einer speziellen Gitarren und deren Pickups, der eigenen Spielweise, etc.) geprägt.
Vor dem Hintergund gibt es für mich da kein klares Pro coil splitting oder pro Parallel-Schaltung. Im Prinzip gehe ich davon aus, dass die Wirkungsweise beider Schaltungen SEHR stark von den verwendeten Pickups abhängt. Und damit nicht von vornherein dasThema einfach mit einem klarens Ja oder Nein zubeantworten ist. Daher bleibt wohl den meisten auch nichts anderes übrig als es persönlich zu testen (sofern dies irgendwie machbar ist).

Wenn Du mit deinem Equipment da gut aufgestellt bist, Du der Parallel-Schaltung also wenig abgewinnen kannst und coil splitting favorisierst, dann ist das prima und absolut ok.

Die Suhr Doug Aldrich-Pickups, die ich verwende sind mit hohem Output und sehr warm im Ton. Die Parallel-Schaltung verpasst DIESEN Pickups deutlich mehr Höhen und weniger Mitten (als in serieller Schaltung), ohne schrill zu klingen. Das klingt für meinen Geschmack sehr gut und geht akzeptabel in Richtung Stratocaster Single Coil Sound. Darüber hinaus harmoniert der Kinman MIT den speziellen Suhr Doug Aldrich Pickups in den Positionen 2+4 hervorragend (was nicht zwingenderweise mit anderen Fulssize Humbucker der Fall sein muss).

Die Parallel-Schaltung hat natürlich etwas weniger Druck als die serielle - das ist richtig. Das ist aber im Vergleich zu einem Coil Splitting m.E. ebenfalls der Fall.
Ich setze diese Parallel-Schaltung auch sehr gerne während eines Solos ein, um nur über die Gitarre (und nicht über Amp oder Effekte) tonal Akzente zu setzen. Mit einem Push kann auf den Ton-Knopf erzeuge ist gezielt mehr DRUCK, wenn ich von der Parallel- und die seriell-Schaltung wechsle.

Das Thema ist aber so vielschichtig, dass ich mich da selbst auch noch nicht komplett festlegen will und das mit coil splitting wahrscheinlich auch noch einmal bei DIESER Gitarre mit DIESEN Pickups testen werde. Das geht bei mir - mangels meiner technischen Kenntnisse - nur über einen Besuch beim Gitarrenbauer.
 
Also DAS würde ich so absolut nicht unterschreiben, denn Du bekommst für dieses Geld auch Voll-Customs in Deutschland mit vollem Variationsumfang - und dann gehen vom Kapital nicht unnötig hohe Kosten in Shipping und Zoll.

Ansonsten vielen Dank für Deinen Beitrag! Vermittelt schon einen wertigen Eindruck und ist augenscheinlich auch den finanziellen Einsatz wert. :great:

Hallo smartin,

ich wäre für Tips, wo ich eine solche Gitarre mit DIESEN Einzelteilen, in DIESER Qualität in Deutschland zum gleichen Preis kaufen könnte, SEHR dankbar! (Werde eventuell zukünftig vielleicht noch ein solches Projekt machen). Allein, ich habe sie bis jetzt noch nicht gefunden ...

Es ist aber schon wichtig, die Specs der Warmoth-Gitarre genau anzusehen: da sind nicht nur sehr hochwertige Hölzer, sondern auch sehr hochwertige Hardware-/Elektronikteile dabei (Schaller Floyd Rose in Gold, Schaller Gold Locking Tuner, Suhr Doug Aldrich Pickups, etc.). Der Pickup-Kostenanteil allein ist ca. 325 EUR. Das Schaller Floyd Rose-System R3 in Gold (inkl. Klemmsattel) kostet ca. 185 EUR.

Ich gehe erst einmal davon aus, dass inländische Anbieter bei den Hard-/Elektronik-Teilen keine besseren Preise haben, da diese ja ebenfalls (i.d.R. in kleinen Mengen) eingekauft werden (bei Schaller, Suhr, etc.). Das ganze reduziert sich dann sehr wahrscheinlich auf die Frage, ob ein derartiger Korpus und Hals mit entsprechendem Binding, Finish, etc. in selbiger Qualität in Deutschland zu gleichen Preisen hergestellt werden kann oder nicht. Der isolierte Korpus-Nettopreis ist 495 EUR; der Hals-Nettopreis beträgt 258 EUR. Insgesamt also 753 EUR.

Das Shipping hat ca. 85 Euro geskostet. Zoll ist ca. 260 EUR. Das ist in etwa die 19% MwSt, die in Deutschland ja auch anfallen würden. Steuern fallen beim Kauf in USA über Warmoth ja nicht an. Insofern muss die Zollkomponente für einen Preisvergleich ignorieren.

Darüber hinaus stelle ich immer wieder fest, dass US-Teile importiert teilweise billiger bzw. nicht teurer (trotz shipment, zoll) sind als, wenn ich diese z.B. in einem Online-Shop in Deutschland kaufe. Das habe ich persönlich beim Kauf der Suhr Doug Aldrich Pickups festgestellt. Eine F-Spacing Pickup in Gold gab es ohnehin leider in ganz Deutschland nicht zu kaufen. Ich denke, dass diese günstigen US-Preise auch durch den weiterhin günstigen Wechselkurs merklich beeinflusst sind.

Die Warmoth-Gitarre ist vom Typus, der Qualität und den Einzelteilen m.E. am ehesten mit einer Suhr-Gitarre zu vergleichen, die nach meinen Recherchen in einer Größenordnung von 3.000 - 3.500 EUR liegen würde. Allerdings gilt, dass der Wiederverkaufswert von Gitarren der Marke "Eigenbau" - wie erwähnt - sehr wahrscheinlich merklich unter dem Kaufpreis liegt ( Im gegensatz zu einer vergleichbaren Suhr-Gitarre).

Also bitte nicht falsch verstehen:
Unberedet gibt es Möglichkeiten für 2.000 EUR in Deutschland Shops / Gitarrenbauer / etc., bei denen man sich eine Gitarre voll konfigieren kann und die dann auch passt. Allerdings muss man - wie bereits gesagt - konkret darüber reden, welche Einzelteile in einer derartigen Konfiguartion verbaut sind. Für KONKRETE inländische Alternativen (wie gesagt auf vergleichbarer Komponentenbasis) wäre ich wirklich dankbar ;)

Grüße wolbai
 
Trifft nicht meinen Geschmack, aber trotzdem ne schicke Gitarre und nen toller Bericht - thx!

Kleine Randnotiz: Ich kenne nicht wirklich viele Gitarrenbauer, gerade mal einen, und der würde mich vom Hof jagen wenn ich ihm mit einem Bausatz ankommen würde :D. Also auch noch mal Glückwünsche zu deinem Bekannten.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Trifft nicht meinen Geschmack, aber trotzdem ne schicke Gitarre und nen toller Bericht - thx!

Kleine Randnotiz: Ich kenne nicht wirklich viele Gitarrenbauer, gerade mal einen, und der würde mich vom Hof jagen wenn ich ihm mit einem Bausatz ankommen würde :D. Also auch noch mal Glückwünsche zu deinem Bekannten.

Hallo, da muß ich Dir widersprechen: Ich habe schon viele Bausätze für Musiker zusammengebaut - und vervollständigt. Die nach dem Kauf dann doch meinten, sich damit zu überfordern. Und ich kann mir nicht vorstellen, das andere das nicht auch machen würden. Ist schließlich eine Dienstleistung, die man sich bezahlen läßt - wie jede andere auch!
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 7 Benutzer
UPDATE ZUR PICKUP-SCHALTUNG / KLANGEIGENSCHAFTEN VOM 27-02-2014:

Ich habe zwischenzeitlich, neben der Parallel-Schaltung der beiden Suhr-Humbucker, auch die Coil Splitting-Variante getestet und komme zu folgenden, teilweise neuen Erkenntnissen für mich. Der Vollständigkeit halber, möchte ich das in dem Review noch ergänzen, weil es mir wichtig erscheint:


  • Ein Coil Splitting der Suhr Doug Aldrich Pickups bringt den Klang noch näher an einen Stratocaster-Sound heran als es die Parallel-Schaltung schon recht akzeptabel vermag.
  • Die Positionen 1 und 5 klingen jetzt "drahtiger" als in der ursprünglichen Parallel-Schaltung. Danke für den Hinweis von "le freak" (gleichwohl ich die Aussagen bzgl. der Parallel-Schaltung so nicht komplett teile).
  • Dass das Coil Splitting brauchbaren Stratocaster-Sound erzeugt, liegt vermutlich daran, dass die Suhr-Pickups über einen hohen Output verfügen und gesplittet in etwa dem Output eines (modernen) Single Coil Pickups entsprechen:
    - Suhr Hals Pickup: 9K Ohm --> 4,5K Ohm gesplittet (Hals-Spule)
    - Suhr Steg Pickup: 17,5K Ohm --> 8,75K Ohm gesplittet (Steg-Spule)
  • In Zusammenhang mit dem Kinman Middle-Pickup ergeben sich sehr schöne Strat-Sounds in Position 2 und 4 (welche ja auch Parallel-Schaltungen der jeweiligen Pickups sind). Ohne einen guten Strat-Type Middle-Pickup (also nur H-H), der im Outputvolumen in etwa mit den Coil Splitting Spulen der Humbucker mithalten kann, würde mir für den Stratocaster-Ton schon einiges fehlen, da ich eben sehr gerne auch diese Positionen spiele.
  • Bei der Position 3 habe ich beim Coil Splitting beider Humbucker jeweils die Spule, die am nächsten zum Hals bzw. zum Steg ist, ausgewählt. Das erzeugt einen schönen - für mich - Telecaster-ähnlichen Ton und ist damit auch klanglich noch besser zu den Positionen 2 + 4 differenziert. Darüber hinaus ist die Position 3 aufgrund der ausgewählten Spulen brummfrei.
  • Ich bin weiterhin der Meinung, dass eine Parallel-Schaltung durchaus seine "Existenzberichtigung" haben kann, es aber sehr auf die jeweiligen Pickups ankommt, die man hat. Das muss m.E. im Zweifelsfalle eben einfach ausprobiert werden. Je nach Eigenschaft des Pickups, ergeben sich erkennbare bzw. nur geringfügige Klangunterschiede zu einer seriellen Humbucker-Schaltung. Bei einem Humbucker mit niedrigem Output kann es durch die Reduzierung des Widerstandes in einer Parallel-Schaltung auf ¼ im Vergleich zur seriellen Schaltung sein (Reduzierung auf ¼ im Widerstand ist nicht gleich Reduzierung Output-Volumen auf ¼), dass diese Schaltung vom Output-Volumen her tatsächlich nicht mehr zu gebrauchen ist, weil sie zu leise ist bzw. zu kraftlos klingt.
  • Was ich bis jetzt so zum Thema Humbucker Pickup-Schaltungen recherchiert habe und durch ein paar eigene Erfahrungen ergänzt ist, kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass je höher der Output eines Humbucker-Pickups ist, desto wahrscheinlicher klingt er auch als Coil split oder in einer Parallel-Schaltung ordentlich. Aber das ist lediglich ein Indikator und muss im konkreten Falle (leider) immer ausprobiert werden.
  • Ein Volumenunterschied zwischen serieller, paralleler Schaltung und Coil Splitting ist grundsätzlich vorhanden. Bei meiner Pickup-Kombination ist die Lautstärkenreihenfolge:
    seriell - parallel - Coil Splitting. Das mag bei anderen Pickups, aufgrund der unterschiedlichen PU-Beschaffenheit, anders sein. Der Volumenunterschied ist allerdings vor allem im Clean- bis Crunch-Bereich merklich. Je mehr Gain in's Spiel kommt, desto weniger Einfluss haben m.E. die Schaltvarianten auf die Lautstärke.
  • Ich habe jetzt zwar durch das Coil Splitting das typische Brummen, was ich ursprünglich vermeiden wollte (deshalb auch den Kinman PU und die Parallel-Schaltung). Ich nehme das aber jetzt in Kauf, weil mir der damit verbundene zusätzliche Stratocaster-Ton doch etwas mehr Wert ist und noch besser zur seriellen Schaltung differenziert als die parallele Schaltung in der vorliegenden Pickup-Kombi.
  • Da ich in meinem Gitarren-Equipment einen Line 6 POD HD 500 habe, gleiche ich - falls notwendig - hörbare Lautstärkenunterschiede zwischen Coil Splitting (meistens für cleane Sounds) und serieller Humbucker-Schaltung durch unterschiedliche POD HD Presets aus. Etwaiges Single Coil-Brummen lässt sich - wenn wirklich störend - mit einem (POD HD-)Noise Gate in der Signalkette unterdrücken.
  • Für einen Solopart kann ein etwaig vorhandener Lautenstärkenunterschied im Clean- und Crunch-Bereich auch - wie bereits erwähnt - gezielt als Solo-Boost eingesetzt werden. Bei Hi-Gain Soloparts (wo der Lautstärkenunterschied weniger bis gar nicht mehr relevant ist) kann mit einem Wechsel von Coil Split nach serieller Humbucker-Schaltung mehr Druck in der Leadpassage erzeugt werden was auch mitunter gut kommt.
Nachträglich sollte ich auch noch erwähnen, dass zur Umsetzung der oben genannten Pickup-Schaltungen ein "5-Wege Super-Switch" mit 4 Ebenen erforderlich ist (Preis ca. 20 EUR).

Grüße wolbai
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Nachfolgend nun abschließend noch Klangbeispiele für das Coil Splitting der Suhr Doug Aldrich Humbucker und dem Kinman Av69 Middle-Pickup. Ich habe jeweils Position 1 bis 5 mit den gleichen Phrasen durchgespielt, um möglichst einen gute Vergleichbarkeit der einzelnen Positionen im Klang zu erzeugen.

Meines Erachtens sind die Split Eigenschaften dieser Humbucker schon sehr, sehr gut und deutlich in Richtung Stratocaster Klang. Ich habe die Aufnahme mit meinem POD HD500 über ein Audiointerface und Cubase Artist gemacht. In der Signalkette ist das Fender Twin Reverb Full Amp-Modell und ein wenig Plate Reverb. Das Coil-Brummen habe ich gelassen (gehört ja quasi zum Original Straocaster Sound irgendwie dazu :D )

http://www.soundclick.com/player/single_player.cfm?songid=12702419&q=hi&newref=1

Grüße wolbai.
 
Freut mich, dass du meine Empfehlung mal ausprobiert hast.
Ich hoffe, es kommt nicht arrogant rüber, wenn ich sage, dass mich deine Ergebnisse nicht überraschen.
Gesplittete Humbucker klingen in Kombination mit einem SC in der Mitte in der Regel sehr schön stratig, insbesondere dann, wenn man diesen Punkt schon bei der Auswahl berücksichtigt.

An einem Punkt könntest du dein Setup noch deutlich verbessern: Tausche den Kinman mal versuchsweise gegen einen Single Coil aus, der Reverse Wound ist. Das bringt dir 2 Vorteile: Zum einen klingen die Zwischenpositionen authentischer und druckvoller, zum anderen sind sie dann brummfrei!

Meine Erfahrung mit "brummfreien SCs" ist einfach, dass die Teile für sich alleine ganz ordentlich klingen, sich in der Band aber meist etwas weniger durchsetzen. Am besten machen es eigentlich noch die Dimarzio Areas und die Kinman, dennoch kacken sie gegen einen echten SC immer etwas ab.

Da reversed SCs günstig zu haben sind, solltest du das unbedingt ausprobieren.
 
Hi le freak,

Du scheinst ja alle Humbucker-Pickups und deren Coil Splitting-Verhalten im Detail zu kennen :D

Scherz beiseite: nochmals Danke für den Hinweis :)

Die Suhr Doug Aldrich Humbucker sind eine Klasse für sich und dass hat sich nunmehr auch konkret im Coil Splitting-Verhalten für mich bestätigt.

Den Kinman lasse ich erst einmal drin. Werde Deinen Tip mit einem Reverse Wound Single Coil irgendwann später 'mal angehen. Klanglich bin ich mit dem Kinman aktuell zufrieden. Aber auch da muss man dann passenden Single Coil finden, der es mit den Humbuckern volumen- und klangmässig aufnehmen kann. Ein Single Coil mit einem zu schwachen Output könnte eventuell die Humbucker zu dominant im Ton werden lassen, was sich dann wohl negativ auf den Strat-Sound auswirken würde. Aber das sind jetzt Spekulationen ... ich mache das lieber gelegentlich einmal konkret mit einem Test.

Dass diese Warmoth-Gitarre auch ordentlich in's Les Paul-Territorium vordringen kann, habe ich heute 'mal mit einem ZZ Top-Song Recording (Playback: Drums, Bass und Gesang; zusätzlich von mir aufgenommen: Rhythmus- und Leadparts) eingefangen.

Ich spiele nur den Doug Aldrich Bridge-Pickup über einen Line 6 POD HD500 Rhtyhmus- und Lead-Preset (Marshall Plexi Amp Modell, Blue Comp Treble Compressor (Boss CS-1) und zusätzlich den Jumbo Fuzz (Vox Tone Bender) für die Leadparts):

http://www.soundclick.com/player/single_player.cfm?songid=12703247&q=hi&newref=1

Grüße wolbai
 
Moin Wolbai,

zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur Traumgitarre!

Da ich ebenfalls bereits 2 Gitarren aus Warmoth-Teilen zusammengebaut habe, eine Frage zu Deiner Erfahrung mit der Lackqualität: hast Du bei Deinem Body das Gefühl (oder bereits schmerzhafte Erfahrungen), dass die Lackierung sehr empfindlich ist?

Hintergrund zur Frage: Mein in "Daphne Blue" lackierter Esche-Body hat mittlerweile (trotz schonender Behandlung) eine Reihe kleiner und großer Lackschäden (Kratzer, Löcher, ...), die bis aus Holz gehen.
Da der Body eigentlich gut klingt, überlege ich mir, diesen in Nitro neu lackieren zu lassen: ich stehe nicht so auf Relic, auch wenn es selbst fabriziert ist....
Der zweite Body (Korina, hinten "Black Gloss", vorne "Blue Transparent") scheint sehr empfindlich für oberflächliche Kratzer zu sein.

Ähnliche Schäden sind bei meinen beiden anderen Gitarren (Fender bzw. PRS) nicht aufgetreten.

Viele Grüße,

HansJo
 
Hallo HansJo,

Habe bis dato keine Probleme bzgl Lackqualität festgestellt (die Warmoth-Gitarre ist allerdings auch erst 2 Monate alt). Auf einer James Tyler Variax JTV69 habe ich einen Warmoth-Hals seit über 2 Jahren (Birdseye Maple Neck). Auch der weißt keine Lackschäden auf.

Grüße wolbai

- - - Aktualisiert - - -

Für Interessierte hier noch ein Recording zu den Coil Splitting-Eigenschaften. Spiele in Position 4 + 2.

Das Playback ist ein Guthrie Govan-Song. Habe mich bei der Aufnahme von einer Jack Thammarat-Version "inspirieren" lassen. Das Playback eignet sich ganz gut für cleanen bis leicht crunchigen Start-Sound.
Spiele zu Beginn des zweiten Teils nur mit den Fingern:

http://www.soundclick.com/player/single_player.cfm?songid=12704970&q=hi&newref=1

Grüße wolbai
 
Da ich ebenfalls bereits 2 Gitarren aus Warmoth-Teilen zusammengebaut habe, eine Frage zu Deiner Erfahrung mit der Lackqualität: hast Du bei Deinem Body das Gefühl (oder bereits schmerzhafte Erfahrungen), dass die Lackierung sehr empfindlich ist?
...
Interessanter Punkt. Ob das auf eine schlechtere Lackierung hindeutet oder ganz andere Gründe dahinter stecken?
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben