Wynton Marsalis ...

von turko, 18.02.16.

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  1. turko

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    Erstellt: 18.02.16   #1
    Wynton Marsalis hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten ja dadurch hervorgetan, daß er nicht nur aktiv musiziert hat, sondern mindestens genauso aktiv - und öffentlich - philosophiert hat. Und zwar über das "wahre Wesen" des Jazz, über frühere und heutige Musik, über die Rolle von mehreren Ikonen des Jazz, und so weiter.

    Mich würde interessieren: Wie stehen diejenigen von Euch, die etwas davon mitbekommen haben, zu seiner Einstellung ?

    LG - Thomas
     
  2. WilliamBasie

    WilliamBasie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.02.16   #2
    alter Zündler...!:D


    ich (sehr persönlich) mag ihn nicht, nicht als Menschen, nicht als Musiker, schon gar nicht als Jazzmusiker - mir ist er "im Kopf" zu unflexibel und in seinen Äußerungen schon fast rassistisch, vielleicht sogar faschistisch in seinen Einschränkungen.
    Lieg bestimmt auch daran, daß ich deutsche/europäische Jazzmusiker mag...

    Seinen Bruder halte ich für einen großen Musiker! (seinen Vater für einen Hype...)
     
  3. turko

    turko Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.02.16   #3
    Danke für Deinen Wort-Beitrag ! :)

    Magst Du mir ein inhaltlich ungefähres Beispiel geben (muß kein genaues Zitat sein) für die Art Äußerungen, die Du ablehnst ? Zu meinem sehr persönlichen, besseren Verständnis ...

    Denn ich muß gestehen, ich bin kein Jünger von ihm, und habe nur wenige seiner Wortmeldungen indirekt mitbekommen. Die kann man für richtig halten oder auch nicht ... aber die wären es in ihrer Bedeutung allesamt nicht wert, daß er zu SO einer Konflikt-Figur wurde ...

    Ich muß also irgendetwas übersehen bzw. überhört haben ... und ich bin neugierig zu erfahren, was das ist ...

    Thomas
     
  4. WilliamBasie

    WilliamBasie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.02.16   #4
    weiß ich gar nicht mehr, denke liegt bestimmt 30-35 Jahre zurück, wahrscheinlich ein Interview im Jazzpodium, damals bezog er alles auf Louis Armstrong und vorrangig war für ihn Jazz schwarz.
    Er mochte die "Erneuerer" nicht, hatte abfällige Worte über (meinen Liebling) Th. Monk, hat prinzipiell die europäischen Musiker von eigenen Entwicklungsmöglichkeiten ausgeschlossen und zu reinen Interpreten/Nachahmern degradiert.

    Da im Nachgang bin ich dann auf relativ viele Jazzer gestoßen (hauptsächlich Amis), die ihn als unangenehmen Mitspieler bezeichnet haben - unflexibel, statisch, Besserwisser. Ich meine mich zu erinnern, daß Joe Henderson die größten Kerben in seinem Image gehauen hat. Ihm wurde er von seinem Label für einige Aufnahmen aufs Aug gedrückt.
    Lester Bowie hat auch einiges zum Thema gesagt...
     
  5. turko

    turko Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.02.16   #5
    Das, was ICH selbst darüber gelesen habe und weiß, ist:

    1) Daß Armstrong und Ellington seine beiden Heroes sind, die göttergleich und gleichsam die Urväter allen Jazzmusizierens sind, und an denen keinerlei Kritik erwünscht oder auch nur erlaubt ist.

    2) Daß er das "Spätwerk" von Miles Davis mit ziemlich deftigen, ablehnenden Worten bedacht hat

    3) Daß für Ihn SWING A L L E S ist, und eine Musik ohne Swing zwar vorstellbar, aber abzulehnen ist,
    weswegen er auch mit der moderneren Musik im allgemeinen, aber auch jener der Schwarzen in den USA im Speziellen (Hiphop, Rap, ...) sehr unzufrieden ist und diese ablehnt.

    Von rassistischen Ausfällen, gleich in welche Richtung, weiß ich allerdings nichts. Ich habe (gerade in letzter Zeit) Interviews mit ihm gesehen, aus denen sich genau der gegenteilige Eindruck ableiten ließ ...

    Das mit der Besserwisserei hingegen kann ich mir gut vorstellen ... :)

    Thomas