[Zubehör] Thomann Explorer Case vs. Epiphone Explorer Case

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Hallo und herzlich willkommen zu meinem ersten Review,

seit also gnädig ;)


Zur Vorgeschichte:

Zu aller erst der Grund für diesen Vergleich. Wie einige hier wissen bin ich Lefty und spiele auch Lefty.
Vor längerem habe ich mir eine Tokai Explorer gekauft.
Tolle Gitarre. An eine der originalen Gitarren kommt man als Lefty leider nicht ran.
Und da geht auch schon das Problem los.
Die Gitarre wird in einem Softbag geliefert, welches ungefähr so viel Schutz bietet, wie das Umwickeln mit einem Lappen.
Koffer? Ja! Nur welchen? Kein Hersteller berücksichtigt Lefty's.
Ideal wäre das SKB Form Case für Explorer, aber da müsste ich die Gitarre auf den Kopf, also auf der Hardware, rein legen.
Keine Gute Ausgangssituation für Hals und Hardware.


Was wird beurteilt:

- Verarbeitung
- Maße
- Gesamteindruck
- Eignung für Lefthand Explorer Gitarren (die für Rechtshänder passen ja eh :D)
- Fazit


Zu den Kandidaten:

Das Thomann Case habe ich schon eine Weile, da die Passform mich aber nicht zufrieden stellt, wollte ich ein Case mit einer besseren.
Ein wenig kleiner wäre auch nicht schlecht.
Auf das Epiphone Case bin ich zufällig gestoßen.
Auf einem Bild sah es sehr danach aus, dass der Gitarrenhals mittig und gerade durch den Koffer geführt wird.
Dies hat mir ein Mitarbeiter vom großen T auch so bestätigt. Aber dazu später mehr.
Nun will ich doch mal beide Koffer im Detail betrachten.

Fangen wir an mit dem


Thomann Explorer Case:

Beim Auspacken fällt schon auf, dass es sich hier um einen wirklich großen Koffer handelt.
Ok, das habe ich davon, wenn ich mir so eine Gitarrenform aussuche :D

Verarbeitung:
Der erste Eindruck des Koffers ist wertig und gut verarbeitet.
Er hat 4 Verschlüsse. Ein Schlüssel in Form einer Gitarre ist auch dabei.
Es handelt sich um einen rechteckigen Holzkoffer.
Die Kofferbespannung erinnert sehr an das Tolex von einem Marshall Topteil. Also eher gräulich und rau.
Die Eckflächen wurden extra mit Kunstleder bezogen. Könnte ziemlich was aushalten.
Beim Öffnen des Koffers kommt mir ein süßlicher Geruch entgegen. Ich tippe einfach mal auf den verwendeten Leim.
Der Griff ist mittig angebracht.
Wenn die Gitarre im Koffer liegt, ist der Koffer durch den Griff ausbalanciert.



Maße:
Die Abmessungen des Cases belaufen sich auf
120 x 12 x 46cm (B x H x T)
Die Innenmaße zeichne ich für die bessere Vorstellung mal in ein Foto ein.





Gesamteindruck:
Der Koffer ist in sich stimmig und wirkt sehr stabil.
Vielleicht ein wenig klobig durch die Ecken, aber das ist Geschmackssache.
Ja, da würde ich meine Gitarre schon rein tun.
Was auffällt, es fehlt ein Fangband für den Deckel. Nun gut, geht auch so.
Die Polsterung ist ok, könnte aber etwas plüschiger sein.
Die Gitarre hat Platz, allerdings kann sie dadurch ziemlich hin und her rutschen.
Aber das ist scheinbar so bei einem Universalkoffer.
Das Fach für Zubehör ist groß.
Es hätte gerne, wie bei anderen Koffern unter dem Hals verlaufen und diesem mehr Stabilität verleihen können.



Lefthand Eignung:
Meine Tokai Explorer Lefthand passt. Es handelt sich hier um einen ziemlich genauen Nachbau von einer Gibson.
Die Halsdurchführung ist mittig. Sehr gut!
Die Gitarre liegt leider einfach im Koffer und kann ziemlich hin und her rutschen.
Das zusätzliche Polster hat sich mir noch nicht erschlossen.
Unter dem Hals kann ich damit nichts stabilisieren und wenn ich es in eine Ecke packe, kann es auch nicht für mehr Halt der Gitarre sorgen.


Zum zweiten Kandidaten.


Epiphone Explorer Case:

Auch hier ist der Karton wieder sehr groß. Der Koffer leider auch.
Dem ersten Eindruck nach würde ich sagen, die Cases nehmen sich nicht viel hinsichtlich der Größe.

Verarbeitung:
Auf den ersten Blick wirkt der Koffer sehr hochwertig.
Was mir gleich auffällt, dass Tolex hat schon an mehreren Stellen stärkere Abnutzungen und Kratzer.
Auf der Oberfläche wurde scheinbar etwas abgewischt, sieht sehr nach Wasserflecken und Leimrückständen aus.
Das goldene Epiphone Logo wirkt sehr edel, so soll es sein.
Das Case hat 3 Verschlüsse. Der mittlere schließt leider sehr leicht.
Da scheinen Verschlussfläche und Hebel zu nah beieinander positioniert.
Der Epiphone Koffer ist ein rechteckiger Holzkoffer mit abgerundeten Ecken.
Er ist mit schwarzem Tolex bespannt. Wirkt wie Kunstleder. Die Kanten sind mit kleinen "Nähten" verziert.
Auch hier kommt mir beim Öffnen wieder ein süßlicherer Geruch entgegen. Jaja, die Sache mit dem Leim. ;)
Der Griff ist mittig angebracht. Ob er im geschlossenen Zustand ausbalanciert ist kann ich nicht sagen, denn die Gitarre passt leider nicht problemlos rein.
Hierzu später mehr.









Maße:
Die Abmessungen des Epiphone Cases belaufen sich auf
126 x 13 x 46cm (B x H x T)
Die Innenmaße wieder im Foto.





Gesamteindruck:
Der Gesamteindruck wird durch die Kratzer und Verunreinigung getrübt.
Für einen Koffer im Wert von 79 EUR sollte so etwas nicht sein.
Es handelt sich hier wirklich um einen sehr hochwertigen Koffer.
Bei dem mittleren Verschluss müsste nachgearbeitet werden.
Er ist wunderbar plüschig. Hier würde ich meine Gitarre ohne Zweifel sofort hineinlegen.
Das Zubehörfach ist wirklich riesig und lässt Platz für alles Mögliche.
Das Fach gibt dem Hals die gewünschte Stabilität.

Lefthand Eignung:
Jetzt komme ich zum großen ABER: Meine Explorer passt einfach nicht hinein.
Die Halsdurchführung ist gerade, aber nicht ganz mittig.
Auf dem Bild ist gut zu sehen, wie der Gitarrenhals die Mulde im Koffer um 2-3cm verpasst.
Wirklich sehr schade. Die Gitarre hätte sonst perfekt in den Koffer gepasst. Ohne wackeln.
Unter Spannung möchte ich sie nicht hinein quetschen. Nicht, dass der Hals noch Schaden nimmt.






Fazit:

Beide Koffer eignen sich für Explorer Style Gitarren. Für Lefthand nur der Thomann Koffer.
Für 49 EUR ist das Thomann Case von überraschend guter Qualität und scheint auch alltagstauglich zu sein.
Die Innenform hätte etwas kleiner gearbeitet werden können.
Etwas mehr Plüsch würde ich mir wünschen, ist aber bei dem Preis wahrscheinlich einfach nicht drin.
Man bekommt einen Koffer für den sicheren Transport von A nach B ohne großen Schnickschnack.

Das Epiphone Case ist etwas länger.
Aber die 6cm machen dann auch keinen Unterschied mehr.
Durch die abgerundeten Ecken und den schwarzen Bezugsstoff wirkt es kleiner.
Es ist sehr hochwertig und gut verarbeitet. Auch hier steht die Alltagstauglichkeit außer Frage.





Ich kann beide Koffer bedenkenlos empfehlen. Für Lefthand nur den von Thomann.
Für den schmalen Taler würde ich auf den Thomann Koffer zurück greifen.
Wenn es etwas mehr sein darf, dann ist Epiphone der richtige Kandidat.

Was ich sehr ärgerlich finde, Linkshänder Gitarren werden nach wie vor sehr stiefmütterlich behandelt.
Das obwohl es viele namhafte Spieler (Hendrix, Cobain, King, McCartney, Iommi...) gibt/gab.
Mittlerweile bieten einige Hersteller auch extreme Formen, wie Explorer, als Lefthand an (Tokai, ESP, Harley Benton, Gaskell, Dean, Jackson).
Und den passenden Koffer...? ;)
 
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ich das Drama bin selber selber lefty. Und meine ltd ,,Explorer " passt auch nur in den thomann Standard Universal Koffer. Alles andere no ways ,übriges Schöne tokai wenn ich mal wieder Geld übrig habe gucke auch mal nach
 
ZeroFlash
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Danke :) ja ist definitv eine sehr schöne Explorer :)
 
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Hab zwar keine Explorer, aber super detailliertes Review mit schöner Gite ;)
 
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Bin zwar kein Lefty, aber schön dass du dich dem Thema widmest - bin mir sicher, dass es vielen Leidgeplagten helfen wird.

Generell fände ich es interessant, mehr Reviews zu so vermeintlich "profanen" Dingen wie Koffern, Pedalboards oder Ähnlichem zu lesen. Zwar sind solche Berichte auf den ersten Blick weniger spektakulär, aber für den Musik-Alltag ist dieses zubehör doch sehr entscheidend und sollte meiner Meinung nach auch die dementsprechende Beachtung finden.

Also: Schönes Review, auch durch viele aussagekräftige Fotos!
 
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Danke für die Blumen :)
 

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