Üben, üben, üben - aber wie?!

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Vouk
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Grüß euch!

Nachdem ich mich nun selbst am Gitarre spielen versuche und meine Finger malträtiere hab ich mich gefragt wie ihr das mit den Übungsstunden haltet.

Ist es besser zwei Stunden stur zu üben bis einem die Finger bluten und einem die Tränen über die Wangen kullern? (Na gut, das is leicht überzogen *g*)
Oder lieber zwei, drei, vier Mal pro Tag zur Gitarre greifen und locker 15-30 Minuten spielen?

Und die beliebte Frage gleich danach: Welcher der beiden Wege wird wohl die allseits ersehnte Hornhaut am schnellsten aufbauen? ;)


Bin gespannt!
 
Eigenschaft
 
Also ich selbst finde das konzentrierte Üben am Stück besser, das liegt aber nur daran, dass ich sonst keine Regelmäßigkeit reinbekomme und teilweise mehrere Tage gar nicht übe, was eher schlecht ist.

Zur Hornhaut kann ich nix sagen, die hab ich, seit ich denken kann ;)
Aber auf Westerngitarren kriegt man die eigentlich recht schnell :D
 
Entweder das, oder man spielt solange bis man aufm Knochen spielt x]

Ob das nen geilen Klang gibt? Mhh... Man würd sich jedes Plektrum sparen!
 
Also ich unterrichte jetzt schon seit vielen Jahren erfolgreich nach eigenem Konzept:
Wenn du auf 2 Stunden pro Tag kommen willst, üb lieber verschiedene Einheiten über den Tag verteilt. D.h., mach 20 Minuten Finger(dehnungs)übungen und lass die Finger über Saiten und Hals "laufen". Dann 20 Minuten Akkorde greifen (offene und Barrè). Versuche dabei, deine persönliche "Höchstgeschwindigkeit" bei den Akkordwechseln zu erreichen. Kannst dich ja mit einem Metronom messen. Danach machst du dich an die Rhythmusarbeit (Funky, Reggae, Blues, was dir so momentan Spaß macht). Mach nach jeder Übungseinheit eine Pause von 10 Minuten.
Hornhaut bekommst du relativ schnell (was wiederum davon abhängt, wieviel du täglich übst) wenn du auf einer Westerngitarre mit 12er-Saiten spielst. Wenn die Fingerkuppen beginnen weh zu tun, versuche jeden Tag deine persönliche Schmerzgrenze immer weiter zu verlängern. Feuchte die Fingerkuppen während des Spiels immer wieder mit der Zunge leicht an (wirklich nur minimal!). Das hat den Effekt, dass die Hornhaut sich schneller bildet.
Weitere Übungstipps per PN :)
 
Klingt gut, danke :]

Ich werds mir zumindest für die Zukunft merken, nachdem ich bislang (Tag 2 meiner Musiker'karriere') gerade mal den D Akkord hoch und runter schrubb und noch nicht so richtig auf nen grünen Zweig komm x]
 
Also ich als 100% autodidakter "übe" so ca. 2 std. täglich, mal mehr, selten weniger.:D

Eigentlich fang ich damit an das ich mich ca. 15 min Warm spiel, also einfach ein paar melodien oder akkorde nach gang gespielt (yeah Jazz Progresssion:D) und dann folgt ne 5min Pause, dannach mach ich meine Spinnen-tonleitern- wat everer um technisch flinker und präziser zu werden, das dauert schon ebbes um/über 30 min. Dann wieder ne kurze pause.... (Joa ich bin ein pausen junki:rolleyes:)
So, dann probier ich mich ne ungewisse zeit an einen neuen song denn ich lernen will, dannach probier ich mich noch so 20 min am spielen nach noten (qual:D).
so die pflichtkür wäre damit bei mir abgeschlossen...
Dannach kommt halt der spaß in denn vordergrund, ich spil mich kreuz und quer duch meine Songs die ich schon drauf habe...
Und wenn ich dann nicht mehr weiss was ich noch machen soll, spiel ich die Dur/Moll Pentatonika rauf und runter (irgendwann muß ich die ja auswenidig können:rolleyes:).

So... an der Gitarre war's das dann eigentlich...manchmal überkomt mich dann noch die lust Lied "xyz" zu spielen.. dann greif ich halt nochmal zu Gitarre und "klimper" en bissel rum...

Was ich aber sonst noch mache ist, ich nehm mir nen Noten Block... Bastel mir tonleitern... Bau daraus 3 und 4 Klänge such mir die Noten auf dem Griffbrett und versuch dann möglichst oft ein und denn selben Akkord anderst zu positionieren und/oder spiel nach Kadenzen hör mir die wirkung von dominaten auf die tonika an ... usw usw usw.. thorie kram eben:D
 
Ich werds mir zumindest für die Zukunft merken, nachdem ich bislang (Tag 2 meiner Musiker'karriere') gerade mal den D Akkord hoch und runter schrubb und noch nicht so richtig auf nen grünen Zweig komm x]

Ja also nach 2 Tagen erwart ich mir aber schon 10 cm Hornhaut und Fuer Elise (oder so) in fluessig, mal ganz zu schweigen von den Barrees :D

Ok, ich sag, ueb so, wie's Dir taugt (und wart mit den Barrees noch ein Weilchen, erst brauchste Kraft in den Fingern). Besser 10 min am Tag, die dann aber immer, als 2 Stunden einmal die Woche. 2 Stunden am Tag ist vielleicht besser, wenn Du's durchhaeltst, aber je nach Seiten - ne, 2 Stunden Zither (die hat bei mir Stahlseiten, Gitarre bin ich ein Weichei, die hat Nylon) wuerd ich nicht derpacken. Sollt ja auch noch Spass machen.
 
Ich finde, dass die Zeit des Übens eher eine untergeordnete Rolle spielt.
Viel wichtiger ist es sinnvoll zu üben und konzentriert.
Für Vouk hieße das vielleicht den Wechsel zwischen D-Dur und A-Dur üben: Immer die Finger schon in der Luft sortieren und dann gemeinsam gleichzeitig absetzen. Das wird am Anfang unendlich langsam gehen. Aber egal. Auch wenn mal 15 Sekunden für nen Wechsel draufgehen. Wichtig ist: alles gleichzeitig und dass es hinterher sauber klingt. Die Geschwindigkeit kommt von alleine.

Ich übe unterschiedlich lange. Mal ne Viertelstunde, mal drei Stunden. Je nachdem wieviel Zeit ich hab und wie lange ich mich konzentrieren kann. Ansonsten spiel ich öfter mal vor mich hin, aber das ist kein ernsthaftes Üben.
 
Sorry, aber was ist das für ein Rat? :eek: Ein Schüler MUSS seine festen Übungszeiten (am besten zur gleichen Tageszeit) haben und mindestens 30 Minuten pro Tag sinnvoll und effektiv üben, damit die ganze Sache überhaupt Sinn hat.
Disgracer, in allen Ehren, es mag sein dass du dich in Sachen Hardware, was Gitarren betrifft, auskennst. Aber bitte gib den Neulingen hier keine Ratschläge wenn du nicht selbst als (qualifizierter) Gitarrenlehrer offiziell arbeitest. Diese Kritik muß leider sein, auch öffentlich...gerade öffentlich, damit hier keine Tipps abgegeben werden, die die Neulinge vielleicht (oder bestimmt) auf die falsche Bahn bringen.
Es wäre gut, einen Thread für Gitarrenlehrer aufzumachen, wo solche Fragen beantwortet werden.

Ich finde, dass die Zeit des Übens eher eine untergeordnete Rolle spielt.

PS: Ich habe selber über 40 Schüler pro Woche und springe ab und zu für einen Schullehrer im Klassenunterricht (an zwei Gymnasien) ein. Nur zur Info, falls du nach meiner Qualifikation fragst.
 
Aber bitte gib den Neulingen hier keine Ratschläge wenn du nicht selbst als (qualifizierter) Gitarrenlehrer offiziell arbeitest.

Hmm das tue ich, als Gitarrenlehrer an einer privaten Musikschule...

Und ich kann auch nichts ganz nachvollziehen was daran falsch sein soll, wenn ich sage, dass es Unsinn ist zu behaupten: "Du musst am Tag 2 Stunden üben".
Es bringt nämlich überhaupt nix, wenn jemand sich zwei Stunden die Gitarre schnappt, davon anderthalb Stunden irgendwas rumklimpert und dann ne halbe Stunde Technikübungen runterschlampt und bei jedem Fehler denkt. "ach egal, wird schon werden, ich üb ja zwei Stunden am Tag".
Ich halte es für wesentlich effektiver dann nur insgesamt eine halbe Stunde zu üben, aber dafür mit voller Konzentration. Jeden Fehler sofort korrigieren. Keine Unsauberkeiten zulassen.
Das Gehirn prägt sich ein was die Finger tun. Wenn ich eine Stelle 50 mal übe und davon 30 mal unsauber oder falsch, dann lernt das Gehirn "unsauber und falsch", und ich werde es dann immer wieder unsauber und falsch spielen, bis ich das korrigiere, was dann noch länger dauert.
Wenn ich die Stelle nur 20 mal übe, dafür mit voller Konzentration, ganz langsam und sauber und ich verspiel mich 5 Mal, dann ist der Lern-Effekt wesentlich größer, obwohl ich viel weniger Zeit benötigt habe, weil das Gehirn viel öfter das "Richtige" eingeprägt bekommen hat. Ich brauche weniger zu korrigieren und spare noch mehr Zeit.

Daher seh ich die Zeit als solche nicht als Maß für vernünftiges Üben an. Das richtige Üben hat mehr mit Konzentration und Selbstkontrolle zu tun.
Und wielange man sich so konzentrieren kann hängt bei mir persönlich von der Tagesform ab. Mal merke ich nach ner Viertelstunde: "hey heut wird das nix" und dann klimper ich halt irgendwelche andern Sachen vor mich hin die ich schon kann. Und manchmal kann ich mich stundenlang an ein einziges Stück setzen und die Stellen die nicht klappen auch 70, 80, 100mal nacheinander ganz langsam und sauber üben.
Das letzteres mehr bringt ist logisch.
Aber ich zwing mich nicht auf Teufel komm raus jeden Tag 2 Stunden zu üben.

Effektiv Üben > Lange Üben
(oder ganz übertrieben: "lange effektiv Üben" > "kurz effektiv Üben" > "lange Üben" > "kurz Üben")
Mehr wollte ich gar nicht sagen.

Klar sollte man möglichst jeden Tag üben oder zumindest irgendwas spielen. Aber ich geh einfach mal davon aus, dass die Leute die sich hier rumtreiben sowieso ein gewisses Interesse am Gitarrespielen haben und üben wenn sie die Zeit haben. Das ist was anderes als das 10jährige Mädchen in der Musikschule, dass von ihren Eltern mehr oder weniger gezwungen wird zu üben und eigentlich lieber reiten gehen würde..
Da sag ich auch: "jeden Tag mindestens ne halbe Stunde üben", weil man dann froh ist, wenn das Kind überhaupt die Gitarre in die Hand nimmt.

Hoffe es ist nun klarer geworden was ich sagen wollte.
Ansonsten bin ich für Kritik/Anregungen/Tipps immer offen, wenn ich sie denn nachvollziehen kann.

mindestens 30 Minuten pro Tag sinnvoll und effektiv üben, damit die ganze Sache überhaupt Sinn hat
Wenn deine Schüler das alle machen bist du in einer beneidenswerten Situation.
Die Realität in meiner Gegend sieht eher so aus, dass die Schüler zwar Spaß am Gitarrespielen haben, aber am liebsten dafür nicht üben wollen. Von meinen grob 30 Schülern hab ich vielleicht 5, die ernsthaft jeden Tag eine halbe Stunde konzentriert üben. Der Großteil spielt nur vor sich hin. (und nein, es liegt mit ziemlicher Sicherheit nicht an mir. Meine Lehrerkollegen (wir sind über 25 Lehrer an der Musikschule) erzählen dasselbe, was darauf hindeutet, dass es eher ein generelles Problem in der Arbeitseinstellung der Kinder/Jugendlichen ist. Aber bei uns wird eben auch jeder zahlende Kunde genommen, was vielleicht anders ist als bei einem sehr guten Privatmann, der sich seine Schüler (nach Talent und Motivation) aussuchen kann. (ich weiß nicht ob das bei dir zutrifft Shortie, aber es gibt solche Leute))
 
wenn ich Autodidakt auch meine Meinung dazu kundtun darf...?

Ich hatte vor ca. 15 Jahren Keyboardunterricht an der städtischen Musikschule. Jede Woche 1 Std.. Ich hab es verflucht. 1. war es überhaupt kein Instrument, dass ich lernen wollte, und dann 2. die Verpflichtung zum Unterricht zu gehen, obwohl ich viel lieber etwas anderes getan hätte. Fazit: nach 2 Jahren durfte ich endlich aufhören, gelernt habe ich "außer" Notenlesen und ein paar Grundzügen nicht viel

Jetzt spiele ich seit 8 Monaten autodidakt Gitarre, seit 2 Wochen auch noch E-Bass.
Und es funktioniert gut.
Weil ich
1. genau diese Instrumente lernen will
2. mir die Zeit, wann und wie lange ich üben will, einteilen kann, und mir
3. kein Lehrer "Vorwürfe" macht, warum ich etwas nach einer bestimmten Zeit noch nicht kann

Ich habe äußerst unregelmäßige Dienstzeiten, daher fällt regelmäßiger Unterricht flach. Aber wann immer ich die Zeit und Lust dazu habe, nehm ich eine der Gitarren oder den Bass in die Hand, und spiel. Sei es, während die Pizza im Ofen backt, oder nachts, nach Dienst, 2 Std. an einem Stück, bis es zum Schluß auch super klappt (vorgestern erst passiert)

Was ich damit also sagen will:
jeder lernt unterschiedlich, einer fährt mit der "täglich 1h" besser, ein anderer kommt mit der "dann, wenn ich Zeit und Lust hab"-Methode besser klar.
Bei mir trifft zweiteres definitv zu. Es bringen mir die 10 Minuten während des "auf die Pizza warten" mehr, als wenn ich mir denke "oh, heut noch gar nicht gespielt, musste unbedingt noch machen!", auch wenn ich eigentlich grad keine Lust dazu habe

Dass das Ganze trotzdem auch vorangeht, dafür sorgt mein Ehrgeiz und eine gesunde Portion Disziplin. Die ist, denke ich, für diese Methode auch nötig.

meine 2 Cents dazu

ps: bei Disgracer und seiner Einstellung würde vermutlich auch ich Unterricht nehmen ;)
 
Na servas! Ich hab den Kampf der Gitarrelehrer heraufbeschworen! x]

Eigentlich ist es sowieso klar dass es verschiedene Ansichten zu dem Thema gibt. Ich hab mir auch kein wirkliches Patentrezept erwartet - das gibts ohnehin nicht. Aber es ist interessant wie die verschiedenen Leute es mit den Übungen halten und letztendlich war mir eh daran gelegen mir aus der Masse an Einstellungen und Meinungen das rauszupicken was mir liegt und gefällt :]

Klar, ich bin ganz frisch dabei und hoch motiviert und es steht zu hoffen dass es so bleibt und ich mein Ziel - jeden Tag zumindest eine Stunde (konzentriert) zu üben - auf Dauer durchsetzen kann. Momentan fällt mir das natürlich spielend leicht und wird nur durch malträtierte Finger (Ohhh, wie ich den Schmerz genieße ^^ [Kein Sarkasmus!]) und die bescheidenen Übungsmöglichkeiten begrenzt. Aber ich bin sicher dass sich sowohl die eine Seite, als auch die andere in Zukunft ändern wird.
Früher oder später wird einfach der Zeitpunkt kommen indem man sich auch ein wenig selbst in den Hintern treten muss und die Disziplin auch eingreifen muss.
Sicher - es hat keinen Sinn sich zu zwingen wenn man absolut keinen Bock hat. Aber wenn die Bequemlichkeit zuschlägt wird man sich hin und wieder schon anschuben müssen :)

'Sinnvoll und effektiv' von Shorty und 'fehlerlos und sauber' von Disgracer sind wohl die Stichworte die ich mir am ehesten einprägen werd!
Gerade zu Anfang läuft man ja Gefahr sich Fehler und falsche Bequemlichkeiten anzugewöhnen und ich werd zusehen dass ich das gar nicht erst aufkommen lass...

Also seid lieb zueinander, seid ja Kollegen ;]
 
Sorry, aber was ist das für ein Rat? :eek: Ein Schüler MUSS seine festen Übungszeiten (am besten zur gleichen Tageszeit) haben und mindestens 30 Minuten pro Tag sinnvoll und effektiv üben, damit die ganze Sache überhaupt Sinn hat.

Das wäre für mich ein typischer Fall von "nach zwei Wochen ist mir die Lust vergangen". Der Zwang hat es mir bereits mit der Flöte verdorben und danach mit dem Keyboard und dann wollte ich über ein paar Jahre garkein Instrument spielen. Ich glaube nicht, dass ich es nach dieser Taktik mit der Gitarre so weit gebracht hätte. (Durch den Erfolg mit der Gitarre ist auch die Hemmschwelle, das Keyboard oder die Flöte mal auszupacken, wieder etwas gesunken, aber insgesamt wurde die Gitarre zu "meinem" Instrument).


Nebenbei gibt's dann noch einen kleinen Motivations-Schalter in meinem Kopf, der mir sagt, dass ich nicht "Gitarre übe", sondern "Gitarre spiele". Manche Sachen muss ich eben öfters spielen, bis sie richtig funktionieren, aber ich übe ("Zwang") nicht, sondern ich spiele ("freiwillig und gerne"). Was mich motivationsmäßig noch etwas "schiebt", ist dann die Band.

Insgesamt schließe ich mich da der Frau Gräfin an.
 
Ein Schüler MUSS seine festen Übungszeiten (am besten zur gleichen Tageszeit) haben und mindestens 30 Minuten pro Tag sinnvoll und effektiv üben, damit die ganze Sache überhaupt Sinn hat.
Disgracer, in allen Ehren, es mag sein dass du dich in Sachen Hardware, was Gitarren betrifft, auskennst.
Muss?! :eek::eek: Nein. Definitiv nicht. Besser ist's, wegen meiner, aber nur, wenn Schueler/in auch will. Gewiss, ich waere weiter gekommen, haette ich taeglich eine halbe Stunde geuebt, wer weiss, vielleicht waere ich heut sogar beruehmt? Ich weiss aber mit Sicherheit, dass ich heute zwar extrem wenig spiele, das aber dafuer mit Spass. Und dass ich die Musik nie ganz lassen konnte. Wer weiss, was passiert waere, haette man mich gezwungen, eine halbe Stunde jeden Tag zu ueben....
Mir gefaellt Disgracers Einstellung zu dem Thema deutlich besser.
 
Es passt grad überhaupt nicht zum Thema, aber ich find's schön dass hier lauter bayrische Damen rumposten x]
Als Wiener fühl ich mich da irgendwo verbunden! Schön dass hier nicht nur Nordlichter rumkrebsen (Die ich natürlich genauso mag, aber bei den Bayern versteh ich wenigstens den Dialekt ^^)
 
Na servas! Ich hab den Kampf der Gitarrelehrer heraufbeschworen! x]

Nein, hast du nicht. Jedenfalls nicht von meiner Seite aus.
Das ganze Thema ist natürlich nicht so einfach und hier prallen zwei unterschiedliche Ansätze aufeinander, die beide irgendwo durchaus ihre Berechtigung haben.
Der "spiel soviel du kannst, irgendwann wird es klappen"-Ansatz und der "Wenn du übst, dann richtig"-Ansatz. Mir persönlich liegt der letztere deutlich mehr am Herzen, weil ich einfach beide Seiten kennengelernt habe und das konsequent richtige Üben einfach für wesentlich effektiver halte.
Es kommt aber auch immer auf den einzelnen an und die Ziele.
Für die allermeisten ist Gitarrespielen eben ein Hobby und Spaß, dass man sich nicht durch Zwänge kaputtmachen möchte. Für mich war das auch lange Zeit so. Und in dieser Zeit hab ich auch weniger konsequent geübt und eigentlich mehr wegen meinen Eltern. (da war ich so zwischen 6 und 10 Jahren) Und dann hab ich angefangen mich musikalisch auch mehr zu interessieren, hab angefangen Keyboard zu lernen, und seitdem hab ich eigentlich angefangen halbwegs vernünftig zu üben.
Aber noch immer empfinde ich äußere Zwänge als recht unangenehm. Für meine Eignungsprüfung zum Studium hab ich täglich zwischen 6 und 8 Stunden geübt. Wirklich mit voller Konzentration. Das geht tierisch an die Substanz, aber man lernt halt auch viel.
Wenn man das in Kauf nimmt ist das okay. Aber das liegt eben bei jedem selbst.
Ich hab einen Bekannten, der hatte die Gelegenheit bei Bernd Auffermann (lokal berühmter E-Gitarrist) Unterricht zu bekommen. Der hat ihm aber wohl ganz am Anfang gesagt: "Wenn du nicht täglich 5 bis 6 Stunden übst brauchst du gar nicht erst bei mir anfangen".. naja er hat es durchgezogen und war nach zwei Jahren auf einem Level, wo ich nicht so schnell hinkommen werde. (und jetzt hat er Unterricht bei Peter Fischer)

Aber das ist eben eine Sache wie ernst es einem damit ist. Ich verdien mein Geld damit, deswegen üb ich auch so, dass es mich weiterbringt, ebenso wie shortie das auch tun wird als Studiomusiker.
Und ich gebe meinen Schülern die Möglichkeit das bei mir zu lernen, aber ich zwinge sie nicht dazu. Ein Lehrer ist ein Zweckmittel zur Kontrolle und Strukturierung des Lernprozesses. Wieweit ein Schüler das ausnutzt bleibt ihm selbst überlassen.
Momentan fahre ich mit dieser Einstellung für meinen Geschmack ziemlich gut.
Ich hab eine Schülerin, die hab ich von Anfang an unterrichtet und sie lernt ziemlich fleißig, wenn ihre Zeit das erlaubt und auch vernünftig, weil ich ihr das von Anfang an so eingetrichtert hab. Sie spielt seit etwa einem Jahr und macht nun Sachen, die ich auch mit anderen Schülern mache, die schon 5 Jahre gespielt haben, bevor ich sie übernommen hab. (natürlich sollte man letztere nicht als absoluten Maßstab nehmen)
Und sowieso gilt: der beste Lehrer ist der, dessen Schüler ihn (auf hohem Niveau)übertreffen.

Ähm ja, nun mal etwas weg vom Thema "Lehrer" und zurück zum Autodidaktismus:
Guck dir möglichst viele Leute an die gut Gitarre spielen. Und achte auf Dinge wie: "Wie halten die ihre Hände?", "Wie bewegen sich die Finger?" und wenn es geht: Lass dir persönlich von Freunden etc mal was zeigen.
Das Problem, dass man als autodidaktischer Anfänger hat ist einfach erstmal zu lernen was überhaupt "richtig" ist. Und das geht nur schwierig mit Texten und Bildern. Schon besser mit Videos und am besten mit jemandem der dir das zeigt und Tipps gibt.
Wie ich das oben versucht hab mit den Akkorden: nämlich alle Finger gleichzeitig aufsetzen. Natürlich ist es einfach sich den Akkord zunächst mit den einzelnen Fingern zusammenzubasteln. Aber es ist im Endeffekt unpraktikabel sowas beim Spielen zu machen. Deswegen gleich richtig machen, das spart dir das spätere Umlernen.
Und da gibt es eben hunderte Tipps und Tricks.
Meine Schüler lernen z.B. alle Notenlesen, weil man da so Dinge wie Phrasen, Abschnitte, verschiedene Stimmen etc einfach viel besser erkennen kann und dann kann man sie auch bestimmte Dinge hinweisen, was es hinterher erleichtert Stücke zu gliedern, strukturieren und letztlich auch zu interpretieren.
Musik ist viel mit Vorausdenken. (Beim Klavier noch viel heftiger als auf der Gitarre.. da muss man teilweise die Hände schon Takte im Voraus vorbereiten) Aber auch auf der Gitarre spielt man wesentlich besser, wenn man sich bewusst ist was als nächstes kommt. Seien es Griffschema, Akkorde, oder Melodien.

Was ich mit dem ganzen Geschwafel sagen will ist: (für Vouk) such dir Anhaltspunkte in der Musik. Suche nach wiederkehrenden Mustern. Unheimlich viele Dinge wiederholen sich. Such dir Verknüpfungen. Das erleichtert viel. Je bewusster du dir bist was du tust, desto einfacher ist das Spielen ansich.
 
Klar, ich bin ganz frisch dabei und hoch motiviert und es steht zu hoffen dass es so bleibt und ich mein Ziel
Ach wart mal ab, das ganze entwickelt sich irgendwann zu einer sucht,
und dann beginnst du mit erwartungshaltungen an dich selbst....
Dein eigener ERgeiz (wenn du autodidakt lernst ist der eh unverzichtbar) zwingt dich immer besser zu werden immer genauer zu spielen und das ganze , wenn auch nur hobby mäßig, zu einer perfektion zu bringen...
Du stellst dann irgendwann bestimmte erwartungen an dich selbst versuchst diesen gerecht zu werden und plötzlich merkst du, "Verdammt, jetzt üb ich mich schon zum xten mal an den tackt 14 bis 17 von lied xyz!"
und dann merkst du mMn das du vieles richtig gemacht hast...jedenfalls was die sucht betrifft... Da kommt grade zu die frage auf warum die Krankenkassen keine Gitarren bezahlen:rolleyes::D
Vouk schrieb:
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Na servas! Ich hab den Kampf der Gitarrelehrer heraufbeschworen! x]
Nein, hast du nicht. J

Denk auch nicht das du denn herauf beschwören kannst....
Jeder hat das seine eigene Herangehensweiße.... Und auch wenn lehrer B nicht nachvollziehen kann warum leherer A an das thema so rangegangen ist, wissen sie doch schon darauf aufzu bauen....
Außerdem steckt sich ja jeder schüler die ziele irgendwan selber... Da ist der "määdeler" der umbedingt diese hammer ultra geile solo von "metallica" lernen will, wärend Schüler 2 ne Kindergärtnerin ist die einach ihre Kinder mit Akkorden begleiten möchte...
Ergo lernt nr. 1 die "bassic's" und übt sich in der Pentatonik und denn verschiedenen Tonleitern wären nr 2 nach denn Akkorden sagt "okay...das wars..mir reichts", und warum soll man sie dann dazu "zwingen" noch etliche Stunden am Thma "Fingerstyle" zu verbringen, was sie eh nicht intressiert, nur um ein Paar std. mehr bezahlt zu bekommen???
Ich glaub grade Private Lehrer sagen da am ehesten "okay, dann bis irgendwann mal" weil sie nicht so drauf angewiesen sind und ihre "Freizeit" auch sinnvoller verbringen können:D

Ach was noch keiner so gefragt hat , @ Vouk, wie genau willst du denn lernen... Alleind aheim oder nimmst du dir einen lehrer???
 
Ich will vorallem autodidaktisch vorgehen. Mit Büchern, Tipps von verschiedenen Leuten (Euch ^^) und allem was ich so finde.
Allerdings ist mir auch klar dass das ein (unnötig?) schwerer Weg ist und in vielen Dingen nur über Umwege zum Ziel (Das eh nicht existent ist) führen wird. Deshalb will ich zumindest ein, zweimal im Monat zu nem Lehrer, damit sich der meine Technik ansehen kann und typische Anfängerfehler gleich im Keim ersticken kann. Wenn man selbst keine Ahnung hat wie was exakt zu machen ist, ist es natürlich schwer sich selbst zu kontrollieren.
Irgendwann hat man natürlich sowohl das Gehör, als auch die Erfahrung sich selbst auf die Finger zu schauen, selbst wenn man was Neues lernt/übt. Man merkt dann schon obs passt oder nicht. Zumindest stell ich mir das so vor ^^
Aber bis dahin brauchts eben ne ganze Weile...

Muss mich eben umsehen wos anständige Lehrer gibt. Als Anfänger kann man über deren Qualitäten leider schwer urteilen und nachdem ich in Wien hock wirds auch wenig Sinn haben bei euch nach Erfahrungsberichten zu fragen ;)
 
Ich will vorallem autodidaktisch vorgehen. Mit Büchern, Tipps von verschiedenen Leuten (Euch ^^)
So hab ich des auch al gemacht....und aus mir ist meiner meinung schon ein halbwegs akzeptabler Gitarrist geworden... aber ich bin auch en freak... an manchen tagen ging die Klampfe nicht von meinem Knie... hier mal ebbes probiert..da mals was gespielt swupps... fingertechniken und schon war es wieder abend:D

Irgednwann hab ich sogar mal einen tread geschrieben..wo ich en bissel was rüber geschriebn hab... aber hilfreicdh wirds dir vielleicht nicht mehr sein:D:D:D
https://www.musiker-board.de/vb/spieltechnik-tabs-lehrmaterial/291826-online-gitarre-lernen.html
(leider hat niemand das thma aufgegriffen und weiter geschrieben :(:D)


nachdem ich in Wien hock wirds auch wenig Sinn haben bei euch nach Erfahrungsberichten zu fragen
och en Paar user aus dem Bergischen nachbarland haben wir bestimmt... werden aber nicht viele sein.
 
Ich selber habe auch autodidaktisch gelernt (und lerne es immer noch). Ich würde dir raten: Kauf dir zunächst ein gutes Buch, indem du die Noten auch lernst. Dann hast du einmal eine gute Grundlage, die dich weiter bringen kann. DAnn kannst du dir auf Youtube etliche Videos zum Gitarre lernen anschauen. Es sind viele Brauchbare dabei und du kannst dir die Technik auch ein wenig absehen (besonders für Autodidakten sind die Videos hilfreich). Es gibt auch noch die Möglichkeit, dass due einen Video-Fernkkurs oder Onlinekurs machst. DAs ist meist billiger als Gitarrenstunden und (ich habe mal einen gemacht) er bringt einen auch weiter.
Dann rate ich dir, wenn du die Grundlagen hast, im Internet zu suchen: Es gibt viele Seiten mit Akkordtipps, Links etc. Ich nenne mal eine, damit du anfangen kannst nach den richtigen Seiten zu suchen: Ernestos Gitarrenlinks. Meist kannst du dir auch Newsletter bestellen. Sie helfen auch weiter.
Langer Rede, kurzer Sinn: Als Autodidakt sucht man sich seine Lernschritte teilweise in "mühsamer" Arbeit zusammen, aber es lohnt sich, da du selber bestimmen kannst, was du spielen möchtest (wahrscheinlich auch bei einem Gitarrenlehrer teilweise, aber bei mir sit es auch zum Beispiel eine Frage des Geldes). Auch wenn man nicht zum Gitarrenlehrer geht, hat man hohe Chancen, "perfekt" (einigermaßen wenigstens) zu spielen. Und zu Haltungsfehlern kann ich nur noch hinzufügen. Teilweise ist die klassische Gitarrenhaltung zum Beispiel nicht für jeden geeignet. Du musst selber schauen beim Üben, wie du am besten sitzt und wo du keine Verspannungen bekommst. WEnn du sie spürst, dann erstens aufhören, und zweitens fragen, woran kann das liegen. Ist mein Rücken zu schief etc. Es gibt auch viele Profis, die Haltungen haben, die kein Gitarrenehrer empfehlen würde, aber es klappt. Da lautet bei mir das Prinzip: Versuch und Irrtum.
Viel Erfolg
 

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