Nach dem "Gehör" spielen

  • Ersteller LeviBlue
  • Erstellt am
L
LeviBlue
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
26.09.23
Registriert
27.10.12
Beiträge
42
Kekse
0
Hallo Leute!

Man hört es ja oft, oder es praktizieren sehr viele Gitarristen, das sie "nach dem Gehör" spielen. Wien kann man das lernen? Braucht man die Begabung, damit das was wird? Sollte man alle Töne am Griffbrett lernen?:confused:

Was waren eure Ansätze, wie ihr gelernt habt "nach dem Gehör" zu spielen?
:gruebel:

LG
David
 
Eigenschaft
 
Hallo,
Ich denke IMHO, das ist so wie bei einem Lied pfeifen, wenn du das Instrument "blindlings" beherrscht, findet du auch auf der Gitarre die Töne zum "nachträllern"
GRuss
Jonas
 
Man hört es ja oft, oder es praktizieren sehr viele Gitarristen, das sie "nach dem Gehör" spielen.

Was meinst du genau? Dass sie Songs schnell, ohne TABs heraushören, oder dass sie intuitiv spielen, ohne Ahnung von Theorie etc. zu haben? Oder meinst du etwas ganz anderes?

Wien kann man das lernen?

So abgedroschen das auch klingt: Üben. Damit meine ich diesem Falle nicht das blose rauf- und runternudeln von Skalen, oder Technikübungen, sondern das Nachspielen von Songs, um ein Gefühl für den spezifischen Musikstil zu bekommen. Dazu gehört auch, einfach mal entspannt auf dem Sofa zu liegen und einfach spontan irgendetwas vor sich hin zu spielen, ohne, dass es musikalisch Sinn macht, oder besonders schön klingt. So entwickelts du ein Gefühl für Töne und Harmonien.

Braucht man die Begabung, damit das was wird?

Begabung schadet sicher nicht, aber ich würde sagen, dass man vor allem Übung bzw. eine gewisse Routine, oder Erfahrung braucht. Je länger/mehr du spielst, desto eher kannst du bspw. während eines Solos im Voraus denken und "planen", auf welchem Ton du landen willst, oder wann es angebracht ist, eine Note lange zu halten. Eben sich selber beim spielen zuhören.

Sollte man alle Töne am Griffbrett lernen?

Lernen kann man die ganz schnell: E-Saite, erster Bund = F; E-Saite, zweiter Bund = Fis etc. Das wird dir aber nicht weiterhelfen, wenn du zwar weißt, wo welche Note liegt, sie aber nicht einsetzen kannst. Wenn du dich ein paar Jahre mit Musik beschäftigt hast, wirst du ein Gefühl dafür entwickeln, zu welchem Akkord, welche Töne passen und deine Griffbrettübersicht somit schulen. Stures Auswendiglernen hat mMn keinen großen Lerneffekt.

Was waren eure Ansätze, wie ihr gelernt habt "nach dem Gehör" zu spielen?

Zu CDs, oder dem Radio einfach losdudeln. Du wirst schnell merken, was passt und was nicht. Sich darauf zu verkrampfen, unbedingt nach Gehör zu spielen, bringt es nicht, da du dann die Spontanität verlierst.

Ich hoffe, ich konnte helfen.
Gruß Theo
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Ich denke das kommt mit der Zeit. Im Prinzip ist es ne Erfahrungssache, irgendwann hast du s einfach "in den Fingern"/im Gefühl (wahrscheinlich auch im Muskelgedächtnis der Finger) welchen Bund du jetzt als nächstes greifen willst um den gewünschten Ton zu bekommen. Prägt sich durch "wiederholtes Rumdudeln" irgendwann ein.
Das ganze aber sehr schnell zu machen und fette Solos so zu spielen geht noch mal ne Stufe weiter. Meistens hat man bei Solos auch ein paar Licks Standard Repertoire, das einfach abgerufen werden kann.
Ich schlage vor du übst einfach mal einige Melodien ohne Tabs nachzuspielen, natürlich nicht nur welche, die du im Radio zu hören kriegst sondern auch eigene, die dir vll durch den Kopf gehen. Einfach simpel anfangen und dann drauf aufbauen.
Schadet natürlich nicht wenn du auch ein Greifmuster von Dur/Moll und/oder Pentatonik kennst - bzw. falls das nicht der Fall ist lern welche. Auf jeden Fall solltest du unbedingt innerhalb einer Oktave ne Dur und Moll Tonleiter spielen können, ist ja nicht viel zu lernen.
Bleib dann einfach mal ne Weile in einer Box, bis du in ihr die Töne triffst, die du dir vorstellst. Dann zur nächsten Box oder du erweiterst deine erste etc.
Ich meine hiermit jetzt nicht Skalendudeln, ich meine das ganze so lang zu üben, bis man im Gefühl hat was man spielen will, ohne an die Skala zu denken.
Das ist einfach Übung, fang mit ner kleinen Box an, und wenn sie nur drei vier Bünde und drei Saiten umfasst, für den Anfang reichts, da kriegt man ja schon die Töne einer ganzen Tonleiter unter.
Du könntest auch mal probieren einfach auf einer Saite zu bleiben und dann auf zwei umsteigen, hauptsache eben nicht zu viel auf einmal.

Setz dich einfach mal zu nem Song hin und probier aus welche Noten passen und dudel n bisschen dazu rum. So findet man eigentlich auch schnell die Tonart raus wenn man etwas Übung hat.

Vielleicht gibts zielstrebigere Wege, aber so habs ich halt gemacht. Hoffe es hilft.
 
ich denke, es geht darum, ein Gefühl für die Töne zu bekommen. Sich im Kopf vorstellen zu können, wie etwas klingt - und eine Idee aus dem Kopf auch auf dem Instrument umsetzen zu können. Klingt ganz einfach, ist aber der weite Weg, du musst letztlich die ganze erforderliche Technik aus dem Ärmel schütteln können.

Eine weitere Idee zu den schon genannten Sachen ist

mitsingen :)

Ganz konkret und Schritt für Schritt:
Such dir einen Ton auf der Gitarre und sing ihn nach. Spiel dann weitere Töne, sing die alle mit. Versuch dabei die "innere Vorstellung" und den tatsächlichen "äusseren Klang" immer mehr in Übereinstimmung zu bringen.
Wie schnell du das kannst und wie einfache oder schwere Übungen du dazu nehmen kannst, ist bei jedem wohl ganz unterschiedlich. Falls es dir schwer fällt, nimm erst mal was Vertrautes, zum Beispiel den Am-Pentatonik-Fingersatz im 5.Bund oder so was. Und sing beim Spielen Ton für Ton mit. Dann versuchst du jeweils erst die Töne zu singen und dann zu spielen, gucken ob's derselbe Ton wird ;)

Oder du überlegst dir einfache Melodien, Kinderlieder, Werbejingles, irgendwas ganz simples, summst das vor dich hin und versuchst dann die Töne auf der Gitarre zu finden.

Gut find ich auch die von Thunderbird schon genannte Idee, sich auf einen kleinen Bereich zu beschränken, z.B. nur auf einer Saite zu spielen. Alles mitsingen! Weißt du genau, wieviel höher sich das anhört, wenn du x Bünde höher spielst? Kannst du das singen und spielen, kannst du das bei einer gehörten Melodie sofort erkennen und nachspielen?

Wie oben schon gesagt, es geht bei jeder Übung nur darum deine Vorstellung ("innere Welt") mit dem Ton ("Aussenwelt") in Einklang zu bringen. Wenn du es soweit drauf hast, wenn sich die Töne alle vertraut anfühlen und du soweit "eins mit deinem Instrument" geworden bist, fällt es dir irgendwann ganz leicht eine Idee sofort umzusetzen.
Das heißt dann auch, dass du alles was du hörst sofort mitspielen kannst (oder fast sofort, nach kurzer Orientierung). Dann brauchst du nie wieder Tabs:p
 
Ich würde Dir raten, Dir das Programm "Amazing Slow Downer" zu kaufen - ist extra zum Raushören/Transkribieren von Musik gemacht. Es erlaubt Dir, die Musik, die Du Dir raushören willst, zu verlangsamen, ohne die Tonhöhe zu ändern. Ist besonders für Einsteiger Gold wert! Du wirst sehen: wenn Du regalmäßig Raushören übst, wirst Du die Slow Down-Funktion immer seltener einsetzen! Also wieder einfach üben, üben, üben!

Mark
 
Einen kleinen Tipp vielleicht noch für das Üben am Anfang:

Ich hab mir früher die Tonarten aus dem Zirkel nebeneinander auf einen Zettel geschrieben: z.B. C Dm Em F G Am

Jetzt hab ich mir irgendein einfaches Stück genommen und das versucht mir diesen Akkorden ohne auf den Zettel zu schauen nachzuspielen. Dann hab ich die nächste Reihe D-Dur genommen und versucht das gleiche Stück mit diesen Akkorden zu spielen. Mit der Zeit lernt man dann bestimmte Stücke einfach anhand der Tonart "blind" nach dem Gehör zu spielen. Auf der Bühne haben wir ganz oft Stücke gespielt wo wir einfach nur die Tonart und den Text hatten. Irgendwann läuft das dann recht easy von der Hand. Natürlich klappt das nicht bei jedem Stück, da oft "Gemeinheiten" eingebaut sind.
Gleiches kann man auch machen indem man versucht Melodien mit Einzeltönen in verschiedenen Lagen auf dem Griffbrett zu spielen. Am Anfang wirst du sicher immer wieder die falschen Töne treffen, aber irgendwann geht das in Kopf und Hand über :)

Gruß Grato
 
Hallo Leute, bielen viel Dank, für eure Hilfe! Also ist doch nicht "Hopf und Malz" verloren :hat:
Also wie immer gilt, ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN. (Bin anscheinend zu sehr ein Theoretiker)
Ich muss mich unbedingt mal mit Pentatonik auseinandersetzen, obwohl ich davon keine Ahnung habe. Ich kenne zwar die Notenwerte-/länge, Taktarten,... aber das wars dann schon. Habe mich mal schlau gemacht, aber irgendwie bin ich zu dumm, um das zu checken :redface: Quintenzirkel, Tonleiter, Skalen, u.s.w und deren Zusammenhang.



Wie gesagt, möchte nicht einfach irgendwelche Songs nachspielen können, sondern improvisieren und eventuell mal eigene Ideen niederschreiben. Mir fehlt halt die Herangehensweise, was ich als erstes lernen soll, was Sinn macht.
 
Als erstes solltest du überhaupt erstmal lernen wie eine Dur und wie eine Moll Tonleiter aussieht.

Bsp. C Dur (eine Oktave)

auf einer Saite:

e|--------------------------------------
B|--------------------------------------
G|---------------------------------
D|------------------------------------
A|-3-5-7-8-10-12-14-15-----------------------------
E|--------------------------------------

über drei Saiten:

e|--------------------------------------
B|--------------------------------------
G|-------------2-4-5-----------------------
D|------2-3-5------------------------------
A|-3-5------------------------------------
E|--------------------------------------

Ist beides das gleiche, der Aufbau von den Intervallen hier ist bei Dur halt folgender: GanzTon, GanzTon, HalbTon, GT, GT, GT, HT
Bei Moll hingegen liegen die Halbtöne etwas anders, findet man alles online.

Über mehr als eine Oktave (hier sind jetzt alle Töne in C-Dur bzw Am liegen und zwischen 7. und 10. Bund liegen:) sowas findet man aber eigentlich dann eher als Griffmuster

e|-------------------------------------------7-8-10
B|-----------------------------------8-10---------
G|--------------------------7-9-10---------------
D|-----------------7-9-10------------------------
A|--------7-8-10---------------------------------
E|--8-10------------------------------------------

Such dir am besten irgendne Lektüre zum Thema oder nen guten Workshop, kannst es ja mal hiermit https://www.musiker-board.de/griff-...chmelzen-tonleitern-auf-basis-pentatonik.html versuchen oder dir ein Buch dazu holen
 
Wie gesagt, möchte nicht einfach irgendwelche Songs nachspielen können, sondern improvisieren und eventuell mal eigene Ideen niederschreiben. Mir fehlt halt die Herangehensweise, was ich als erstes lernen soll, was Sinn macht.

Das ist der Weg und das Ziel der Musik :great: Was Thunderbird geschrieben hat ist richtig. Du solltest weit vorne anfangen. Sonst läuft das auf die Frage hinaus "Was war zuerst da, Huhn oder Ei?".

Hier nochmal ein paar Anregungen für eine mögliche Reihenfolge:

-Grundtonleitern (s.oben)
-Intervalle
-Akkorde
-Tonarten
-Skalen und Modis
(bei allem die Rhythmusarbeit nicht vergessen)

Versuch besser nicht das Pferd von hinten aufzuzäumen. Es wird dir nichts nützen einfach mal die Pentatonik in der 5.Lage zu lernen und dann nicht zu wissen in welcher Tonart oder über welche Akkorde du damit am besten improvisierst.

Aber jetzt sind wir schon bei Unterrichtsmethoden. Da wäre meine Empfehlung: Such dir einen Gitarrenlehrer der dich 1x die Woche auf den richtigen Weg bring. Tipps zum guten Vorrankommen wirst du natürlich hier ohne weiteres kriegen. Aber aller Anfang ist schwer. Immer dran bleiben :great:

Gruß Grato
 
in der Tat, die Rangehensweisen können wohl sehr unterschiedlich sein. Ich halte die Idee für nicht zielführend, erst mal jahrelang alles über Theorie und Hintergründe lernen zu müssen, bevor man dann endlich losspielen darf. Das ist so eine verkopfte klassische Lehrmethode, die mMn nicht viel bringt. Ich empfehle es anders herum. Erst tun, dann denken.

Auch würde ich mit dem Einfachen anfangen (Pentatonik) und mich dann langsam zum Schwierigen hocharbeiten (Skalen und Modi) statt umgekehrt!

Übrigens
Versuch besser nicht das Pferd von hinten aufzuzäumen. Es wird dir nichts nützen einfach mal die Pentatonik in der 5.Lage zu lernen und dann nicht zu wissen in welcher Tonart oder über welche Akkorde du damit am besten improvisierst.
falls du das auf meinen Beitrag beziehst:
nimm erst mal was Vertrautes, zum Beispiel den Am-Pentatonik-Fingersatz im 5.Bund oder so was. Und sing beim Spielen Ton für Ton mit.
Das stimmt, wenn man Tonart und Akkorde nicht weiß, wird es nichts nützen. Ich schrieb allerdings von der Am-Pentatonik: da ist die Tonart... na? genau, Am.
Und über welche Akkorde man das benutzen kann: zum Beispiel über Am...

Ich persönlich halte es halt für das Beste, wenn man nach dem Gehör spielen lernen möchte, auch genau das zu tun: nach dem Gehör zu spielen. Der Weg über die ganze Theorie ist ein Umweg, auch wenn ich es für nützlich halte die Theorie zu kennen - es ändert nichts daran dass man sich am Ende mit seinem ganzen theoretischen Wissen doch hinsetzen und einfach spielen (lernen) muss. Da kann man auch gleich mit anfangen.

Der Tipp mit dem Gitarrenlehrer ist aber wirklich gut.
 
Naja Theorie und Praxis schließt sich ja nicht gegenseitig aus... nur Theorie auswendig lernen ist freilich blödsinn, aber es ganz ohne zu machen genauso.. Lehrer bringt natürlich am einfachsten beides für einen zusammen. Außerdem warum sollte man denn unbedingt mit Pentatonik anfangen? Ein einfaches Dur oder Moll ist ja jetzt nun wirklich nicht zu viel, deswegen muss man ja nicht gleich alle Fingersätze die s da so gibt gleich lernen. Es reicht ja vorest mal einen Dur, einen Moll zu können, dann lässt man beim Moll eben zwei Töne weg und schon hat man auch seinen Pentafingersatz. Damit hat man fürs erste genug Theorie. Danach kann man dann ja Stück für Stück mehr ins Spiel einbauen und dann wieder mehr Hintergründe dazulernen usw. Ich denke wir sind uns einig, dass es da einfach ne gesunde Mischung sein sollte.
 
Ich denke wir sind uns einig, dass es da einfach ne gesunde Mischung sein sollte.

Das unterschreib ich dir so :great:

Und wie man anfängt ist ja eigentlich egal. Hauptsache man fängt an und ist mit Spaß und Freude dabei. Dann wird irgendwann der Rest von alleine kommen.
 
Absolute Zustimmung :)
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben